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Das nervt Monsanto: Glyphosat europaweit verbieten!

Die Entscheidung steht an: Darf das Pestizid Glyphosat weiter auf unsere Felder gespritzt werden – trotz des Krebsrisikos? Monsanto und Co. mobilisieren ihre unglaubliche Lobbymacht. Wir aber halten dagegen – mit einer europäischen Bürgerinitiative (EBI). Das bedeutet: Bis Ende Juni brauchen wir eine Million Unterschriften! Bitte unterzeichne jetzt und hier für ein Verbot des gefährlichen Ackergiftes.

2017 ist das Finale: Die EU-Kommission entscheidet über Glyphosat. Verweigert sie dem Pestizid die Zulassung, wäre ein Grundpfeiler der Agrarindustrie eingerissen. Das Problem: Monsanto und Co. pumpen sehr viel Geld in die Lobbyarbeit für ihren Verkaufsschlager – weitere 15 Jahre Glyphosat sollen klargemacht werden. Für uns kann das nur eins bedeuten: Öffentlichkeit schaffen – und zwar so viel wie möglich, so schnell wie möglich, europaweit!

In nur 5 Monaten 1 Million Unterschriften gegen Glyphosat sammeln

Mit einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) soll uns das gelingen. Aber dafür müssen wir zusammen mit unseren Partnern in nur fünf Monaten eine Million Unterschriften sammeln – und zwar ganz von vorne! Das ist eine dicke Aufgabe.

Doch die eine Million Stimmen sorgen dann nicht nur dafür, dass die EU sich mit Glyphosat befassen muss. Nein, vor allem zeigt eine solche Zahl: Die Bürger/innen Europas dulden kein Ackergift, das im Verdacht steht, Krebs auszulösen und das Artensterben zu beschleunigen.

Wir wollen einen starken Start hinlegen! In den ersten 48 Stunden sollen es bereits 250.000 Unterschriften werden – das brächte uns die nötige Aufmerksamkeit in der Presse. Bitte mach auch Du jetzt sofort mit. Sei direkt am Anfang mit dabei! 

2016 konnten wir Glyphosat bereits ausbremsen

Die Monsanto-Manager wollten ihr Glyphosat schon letztes Jahr neu zugelassen wissen – in ihren Augen ein Selbstläufer. Aber dann scheiterten sie – und zwar an uns. Im EU-Ministerrat fehlte die nötige Mehrheit, da Deutschland sich wegen der Proteste Hunderttausender enthielt. So blieb der EU-Kommission nur, Glyphosat lediglich für eineinhalb statt die geplanten 15 Jahre zuzulassen.

Dieser Erfolg zeigt: Wir können Glyphosat vom Tisch bekommen

Aber dafür müssen wir jetzt kräftig ackern. Mit unserer EBI nutzen wir das machtvollste Mittel, das die EU für uns Bürger/innen hat, sich einzumischen. Sie ist damit mehr als ein Appell. Sie ist ein Stück gelebte Demokratie.

Wie stark eine Europäische Bürgerinitiative ist, hat die Auseinandersetzung um die Privatisierung der Wasserversorgung gezeigt. Mehr als 1,5 Millionen Menschen unterzeichneten die EBI vor vier Jahren. Daraufhin musste der zuständige EU-Kommissar die Wasserversorgung von der EU-Konzessionsrichtlinie ausnehmen. Diesen Erfolg wollen wir wiederholen. Wir bitten Dich: Hilf jetzt mit!

PS: Mit unserer EBI wollen wir nicht nur das Ende von Glyphosat erreichen – sondern mittelfristig den kompletten Verzicht auf Pestizide. Wie gut das geht, zeigt die Bio-Landwirtschaft täglich. Deshalb fordern wir einen Ausstiegsplan – so wie wir ihn bei Gentechnik, Atomkraft und anderen umweltschädlichen Chemikalien schon erreicht haben. Es geht ums Grundsätzliche – deswegen bist auch Du jetzt gefragt!

Info: Falls Du bereits unseren bundesweiten Campact-Appell gegen Glyphosat unterzeichnet hattest: Deine Stimme unter unserem bisherigen Glyphosat-Appell zählt bei der EBI nicht mit. Bitte unterzeichne also erneut!

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Autor*innen

Maria Lohbeck

… studierte Kulturwissenschaften und Friedensforschung. Danach arbeitete sie im Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg und bei Greenpeace Deutschland. Sie ist Mitgründerin der deutschen Zweigstelle der nobelpreisgekrönten International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN).

7 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Warum startet Ihr eine EBI und limitiert diese in der Wohnortbestätigung auf 5stellige (deutsche) Postleitzahlen?

    • Hallo,

      weil wir mit einer EBI die Chance haben, unseren Protest wieder europaweit zu stärken, sichtbar zu machen und uns zu vernetzen. Wenn wir eine Million Unterschriften haben, ist die EU-Kommission gezwungen, sich mit unserem Anliegen zu beschäftigen. Dann sind wir schlicht nicht zu ignorieren.

      Eine EBI können nur EU-Bürger/innen unterzeichnen. Wohnst Du in einem anderen Land und hast daher eine andere Postleitzahl? In Deutschland entspricht eine fünfstellige Zahl ja der Norm. Aber wenn Du dadurch Probleme bei der Unterzeichnung hast, schreib gerne nochmal zurück.

      Viele Grüße,
      Maria

  2. Das Glyphosat – Patent von Monsanto ist abgelaufen. Produziert wird jetzt in China, weil es dort billiger hergestellt werden kann. Monsanto hat ein neues Produkt, und möchte es hier vermarkten. Ein Verbot von Glyphosat würde da helfen. Dass Monsanto diese finanziell aufgepumpte Campagne gegen Glyphosat nervt, kann ich mir nicht vorstellen.

    • Hallo Heiner,

      Glyphosat ist immernoch ein Bestseller für Monsanto, obwohl das Patent abgelaufen ist und andere Unternehmen den Wirkstoff mittlerweile auch benutzen. Monsanto hat nach der Einschätzung der WHO (Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserregend“) international renommierte Wissenschaftler öffentlich diffamiert und versucht, dieses als unglaubwürdig darzustellen. Es „nervt“ Monsanto nicht nur, dass wir versuchen das Pflanzen-Gift loszuwerden. Sondern sie versuchen mit aller Macht, genau das zu verhindern.

      Liebe Grüße,
      Maria

    • Hallo Norbert,

      eins nach dem anderen 😉 erstmal müssen wir Glyphosat loswerden. Denn das wird allein in Deutschland auf rund 40% der Äcker gespritzt – dahin also, wo unsere Lebensmittel wachsen. Außerdem führt es nachweislich zu Artenschwund und zerstört so das Ökosystem. Genug Gründe also, eine europäische Bewegung zu starten! Ich hoffe, auch mit Dir!

      Viele Grüße,
      Maria

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