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Kostspielig: Wie die Agrarindustrie unser Trinkwasser gefährdet

Steigende Preise oder krebserregende Stoffe im Trinkwasser – Welche Maßnahmen Wasserversorger schon heute ergreifen, um uns vor gefährlichem Nitrat aus den Megaställen der Agrarindustrie zu schützen, zeigt dieses Video.

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Mit der Gülle, die meist aus Großbetrieben mit Massentierhaltung stammt, werden Nährstoffe auf den Acker gebracht – darunter auch Stickstoff. Im Idealfall wäre das kein Problem. Doch oft decken die Landwirte beim Düngen den maximalen Bedarf der Pflanzen ab. Diese hohen Stickstoffmengen verwerten Pflanzen aber nur, wenn sie sich optimal entwickeln. Wird die Entwicklung etwa durch schlechte Witterungsverhältnisse gehemmt, bleibt Stickstoff zurück. Mit dem Regen wird er schließlich als Nitrat ins Grundwasser gespült und landet in unserem Trinkwasser. Im menschlichen Körper wird das Nitrat dann in Nitrit umgewandelt. Bei Säuglingen senkt es den Sauerstoffgehalt im Blut und kann zu einer gefährlichen Blausucht führen. Bei Erwachsenen verbinden sich die Nitrite mit Aminen zu Nitrosaminen. Diese können Krebs auslösen.

Nitrat im Wasser ist schon heute ein Problem

Trotz bestehender Obergrenzen hat sich das Nitrat zu einem so großen Problem entwickelt, dass einige Wasserversorger Prämien an Landwirte zahlen, wenn sie weniger Gülle ausbringen. Außerdem sehen sich die Versorger vieler Orts dazu gezwungen neue Brunnen zu bohren. Geeignete Standorte, an denen keine Verunreinigung durch Nitrat droht, werden dabei immer schwieriger zu finden. Die Folge: Unser Wasser wird teurer.

Die Massentierhaltung boomt. Mit der steigenden Zahl an Großmastanlagen wachsen auch die Güllemengen. Diese müssen irgendwo entsorgt werden. Der billigste Weg für die Agrarindustrie: Die Exkremente werden auf Äcker und Wiesen gekippt. Wie schwierig schon jetzt die Kontrollen und wie dringend nötig eine Reduktion der Großbetriebe ist, macht der Bericht des Magazins „Unser Land“ deutlich.

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6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde die EU Klage gegen Deutschland ja richtig gut. Es solte nur nicht so sein, dass wir als Steuerzahler die finanzielle Zeche bezahlen müssen, obwohl durch die Verseuchung unserer Böden andere satte Gewinne machen. Die Strafe muss zwingend von den Megastallbetreibern eingetrieben werden. Alles andere wäre ungerecht. Warum sollte sie vom Steuerzahler bezahlt werden, unabhängig davon, ob er regional und in Bioqualität einkauft oder sich das billige Kauflandfleisch reinstopft. Das ist einfach nicht gerecht und entbehrt jeglicher Grundlage – es sei denn, die Politik will die Megastallbetreiber unterstützen. Ich weiß, dass es leider derzeit so ist, aber das darf kein Dauerzustand sein.
    Vielleicht hilft es, mal als Rechenbeispiel die Folgen der Nitratverseuchung auf das Kauflandschnitzel drauf zu rechnen. Ob es dann noch gekauft würde? Ob es dann noch billiger ist, als ein Bioschnitzel aus deutscher Produktion?

  2. Leider ist das nicht nur in Bayern der Fall. Komme aus Niedersachsen. Früher war das Wasser noch klar. Im Sommer 2016 war das Wasser in unserem Pool, welches aus einigen Metern unter der Erde kam, so gelb, dass es unzumutbar war, darin zu baden.

  3. Wir werden wohl alle irgendwann in unseren Wohnungen Umkehrosmosefilter für das wirklich zu trinkende und das Koch-Wasser installieren müssen! – zum Glück haben wir dafür schon eine! :-) — Für Dusch- und Waschwasser stört das Nitrat ja mindestens „weniger“ (!) – Es gäbe aber einen viel einfacheren Weg, das Problem zu lösen: Biogasanlagen! Dünger fällt dann in Pulverform an, besser lagerbar, einfacher auszubringen und zu dosieren, und der Gestank ist weg!!, keine Bäche mehr verschmutzt, usw. Es gibt solche Anlagen, aber man müsste sie zwingend vorschreiben – in Dörfern sollten sich die Bauern für eine gemeinsame Anlage zusammen tun. Mit dem Biogas kann man dann erst noch Strom erzeugen!
    Parlamentarier haben das im Grossen Ganzen noch überhaupt nicht begriffen… und man muss doch jedem seine Freiheit lassen! – auch wenn es manchmal noch so schädlich und eigentlich dumm ist – die Allgemeinheit zahlt ja dann die Zeche und dem Einzelnen tut’s dann nicht so weh!

  4. Wenn sich leicht errechnen lässt, wie viel Fläche benötigt wird, um die Gülle einer bestimmten Anzahl von Tieren zu entsorgen, warum ist dann nicht die Anzahl der Tiere, die gehalten werden, das bestimmende Maß?

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