dm: Nachhaltigkeit und Mikroplastik passt nicht zusammen!

In Pflegeprodukten der umweltfreundlichen Drogerie dm wimmelt es von Plastik: Über den Abfluss gelangen die schwer abbaubaren Kunststoffe in unsere Flüsse und Meere. Mit einer Petition auf WeAct fordert Studentin Isabelle Braun deshalb: Mikroplastik raus aus Balea-Produkten!

Schon bald könnte mehr Plastik als Fische in unseren Ozeanen schwimmen. Und es ist gut möglich, dass Du heute unwissentlich dazu beigetragen haben: Duschgel, Gesichtscreme, Peeling, unzählige Kosmetik- und Pflegeprodukte enthalten Mikroplastik – fest oder flüssig. Über das Abwasser gelangen die schwer abbaubaren Kunststoffe in Flüsse und Meere. Besonders gefährlich: Mikroplastik wird von Fischen und Muscheln gefressen – die am Ende auf unseren Tellern landen.

Mikroplastik raus aus Balea-Produkten!

Die 24-jährige Studentin Isabelle Braun ist schockiert, als sie erfährt, dass auch Deutschlands beliebtester Drogeriemarkt dm in mehr als 80 Produkten der Eigenmarke Balea flüssige Kunststoffe verwendet: „Ich habe immer gedacht, dass dm ein Unternehmen ist, dem Umweltschutz wichtig ist“, sagt sie. Vermutlich ahnen auch viele andere Verbraucher/innen nicht, dass sie sich jeden Tag unter der Dusche mit verborgenen Kunststoffen einschäumen und damit die Umwelt belasten. Mit einer Petition auf WeAct fordert die Studentin deshalb: Mikroplastik raus aus Balea-Produkten!

Die Drogeriekette hat schon einmal auf öffentliche Kritik reagiert und verzichtet seitdem auf Mikroplastik-Kügelchen. Ein beachtlicher Schritt! Doch damit sind Balea-Produkte noch lange nicht plastikfrei: In vielen der hauseigenen Pflegeprodukte stecken flüssige oder gelartige Kunststoffe. Isabelle Braun fordert dm auf, auch das unsichtbare Plastik aus den eigenen Produkten zu verbannen. „Wenn 150.000 Menschen meine Petition unterzeichnen, übergebe ich die Unterschriften persönlich an den dm-Geschäftsführer Erich Harsch.“ Bitte unterzeichne auch Du und mache dm deutlich: Mit Nachhaltigkeit für sich werben und trotzdem auf Mikroplastik setzen – das passt nicht zusammen.
2014 haben sich viele Unternehmen selbst dazu verpflichtet, auf Mikroplastik zu verzichten. Doch bisher ist kaum etwas passiert: Eine aktuelle Studie zeigt sogar, dass in immer mehr Cremes, Duschgels und Make-up feste und flüssige Kunststoffe stecken. Viele Unternehmen steigen einfach von den bekannten kleinen Mikroplastik-Kügelchen auf unbekannte, flüssige Stoffe um – so auch dm. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es so fast unmöglich zu erkennen, ob ein Produkt Plastik enthält oder nicht.

EU-Plastikstrategie reicht nicht aus

Doch immer mehr Menschen nehmen das Plastik-Problem ernst – und zeigen das auch. Hunderttausende Campact-Aktive haben bereits gemeinsam dafür gesorgt, dass die EU jetzt ehrgeizige Ziele zur Eindämmung der Plastikflut geschaffen hat. „Das ist ein toller Erfolg“, freut sich Isabelle Braun. „Doch leider wurden flüssige Kunststoffe in der EU-Plastikstrategie überhaupt nicht berücksichtigt.“ Dabei warnt auch das Umweltbundesamt auf seiner Webseite vor den schwer abbaubaren synthetischen Stoffen. „Jetzt ist es an uns, flüssige Kunststoffe aus Pflege- und Kosmetikprodukten zu verbannen. Wenn wir unsere Kräfte vereinen, schaffen wir es auch, dm zu überzeugen.“

Isabelle Braun ist sich sicher: Wenn Deutschlands größter Drogeriemarkt auf jegliche Kunststoffe in Pflegeprodukten und Kosmetika verzichtet, werden andere Unternehmen nachziehen. Neben der Unterschriftensammlung hat sie deshalb auch weitere Aktionen geplant. „Mit Hilfe meiner Unterstützerinnen und Unterstützer möchte ich die Unterschriften in möglichst viele dm-Filialen bringen. Nur, wenn jetzt viele Menschen meine Petition unterzeichnen und meine Forderung unterstützen, können wir genügend Aufmerksamkeit erzeugen und dm so zum Handeln bewegen!“


WeAct Logo

Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da Campact aber die Ziele der Petition unterstützt, möchten wir Dich auf die Kampagne hinweisen.

Keine Kommentare

Veröffentlicht von Simone Katter

Simone Katter, Jahrgang 1979, hat Soziologie mit dem Schwerpunkt Entwicklungspolitik studiert und ist ausgebildete Journalistin. Sie hat für das Deutsche Institut für Menschenrechte, Oxfam und zuletzt als Referentin für Online-Kommunikation beim INKOTA-netzwerk gearbeitet. Nach Stationen in Mexiko und Nicaragua lebt die gebürtige Ruhrgebietlerin heute in Berlin. Ob bei der Antifa, Anti-Atombewegung oder attac – gemeinsam mit anderen für Gerechtigkeit zu streiten, das treibt sie an. Bei Campact betreut sie die Petitionsplattform WeAct.