Glyphosat-Rekord: Wie 1,3 Million Unterschriften die EU unter Zugzwang setzen

Über eine Million Europäer/innen haben für ein Glyphosat-Verbot unterzeichnet – und nebenbei einen Rekord aufgestellt: Noch nie hat eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) innerhalb von vier Monaten die Million geknackt! Jetzt muss die EU sich unseren Forderungen stellen.

Die EU darf Glyphosat nicht weiter zulassen

In den nächsten Wochen wollen wir europaweit dafür kämpfen, dass die Forderung der 1,3 Million Menschen deutlich gehört wird:

  • Wenn die EU-Staaten in Brüssel im Juli das erste Mal über die Glyphosat-Zulassung verhandeln – denn auf deren Entscheidung kommt es an.
  • Auch in den europäischen Hauptstädten wollen wir vor Ort sein – und mit Aktionen, Gesprächen und Öffentlichkeitsarbeit die zuständigen Minister/innen davon überzeugen: Die Menschen bestehen auf ein Verbot von Glyphosat.
  • Für uns in Deutschland heißt das: Noch mehr Unterschriften gegen Glyphosat sammeln und den Druck auf die Bundesregierung erhöhen

Intensiver Lobbyismus der Agrarkonzerne in Brüssel – wir sind das Gegengewicht! 

Dass in Brüssel wichtige Entscheidungen getroffen werden, wissen Industrie und Wirtschaft natürlich längst. Sie betreiben dort intensive Lobbyarbeit – damit Konzerninteressen in Gesetze gegossen werden. Doch unsere Europäische Bürgerinitiative ist ein Gegengewicht: eine schlagkräftige Bewegung, die Europäer/innen verbindet und sich für progressive Anliegen einsetzt. Mit mehr als einer Million Unterschriften aus ganz Europa haben wir dem Pestizid-Giganten unsere Bürgermacht entgegengestellt.

Am 19.Juli verhandeln die Mitgliedsländer in Brüssel. Es geht darum, Glyphosat für weitere zehn Jahre zuzulassen. Noch sind die Positionen der Staaten nicht fest. Jetzt können wir einen Unterschied machen. Wenn die Länder in Brüssel über das Verbot abstimmen, wollen wir mit einer Aktion sichtbar sein und zeigen: Wir Bürgerinnen und Bürger schauen den Ländern ganz genau zu!

Deine Unterschrift macht unsere Bewegung noch stärker!

9 Kommentare

  • von Andrea Kubeile

    welche Wirkung hat die erfolgreiche EBI jetzt? Gibt/gab es eine Anhörung vor dem EU-Parlament? Gab es eine Debatte oder kann die Kommission einfach so weiter machen mit oder ohne >1.300.000 Menschen, die sich schriftlich, im Rahmen einer offiziellen Kampagner, gegen die Wiederzulassung stellen?

  • von Ralf Grünewald

    Wenn ich schon mal dabei bin …;-) Ich würde auch unsere Politiker bloßstellen und die Menschen mit den Aussagen der Politiker und den echten Fakten dazu konfrontieren. Beispiel unser Agrarminister: Schönes Foto von Ihm zusammen mit seinem Spruch von wegen „1000 l Bier am Tag ….“. Daneben einen schwer erkrankten Menschen und mit dem zynischen Spruch …“Das hat man davon wenn man zu viel Bier trinkt“ … Ich weiß extrem zynisch aber sowas reist die Menschen aus Ihrem interlektuellen Tiefschlaf. Alles mit entsprechenden Bildern und markanten Texten untermauern damit auch die visuellen Reize angesprochen werden. Das wären dann als würde man den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlagen. Sie zeigen uns Bilder einer heilen und schönen Welt und wir zeigen den Menschen wie es wirklich aussieht. Ich bin sicher mit einer solchen Strategie hätten wir mehr Erfolg. Egal wie, ich drücke Euch und natürlich uns Allen die Daumen .

  • von Ralf Grünewald

    Ergänzung: Also mir ist schnuppe was in meinem Urin gemessen wird, mich würde viel mehr interessieren wie viel von dem Zeug in meinem Körper zurück bleibt und was es da anrichtet aber die Leute fallen ja auf so saublöde Rhetorik herein, selbst die Heute-Show hat den Köder geschluckt. Peinlich Herr Welke.

  • von Klaus von Birgelen

    Alle Wähler und die Kommissionsmitglieder sollten sich diese Doku ansehen: (5 min)
    http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/ttt-16072017-pablo-piovano-video-100.html
    Widerstand!

    • von Klaus von Birgelen

      Sorry, eben sehe ich erst, dass Du den gleichen Link eben schon gepostet hast. ;-)

  • von P. Schmidt

    http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ttt-16072017-pablo-piovano-100.html
    Auf Kosten des Menschen
    Pablo Piovanos erschütternde Fotos aus Südamerika
    16.07.17

  • von D. Weber

    Was ist das für ein Hohn und für eine Augenwischerei?! Das EU-Parlament hat faktisch beschlossen, Glyphosat entgegen aller Einwände für weitere 10 Jahre zuzulassen! Ich frage mich, wem solche Kampagnen eigentlich nutzen und wie die Macher auf die Idee kommen, dieses Ergebnis als Erfolg verkaufen zu wollen!

    • von Theodor Umpfer

      Na klar, macht nichts mehr! Es ist alles beschlossen. Die Welt geht so wie so unter-sagt wer?
      Wenn es in Brüssel nur so von Lobbyisten wimmelt, bleib uns nur solch ein Weg. Ich kann mir keine Reise nach Brüssel leisten. Und als Lobbyist bin ich zu uninteressant.
      Ergebt Euch nicht dem Establishment!

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Veröffentlicht von Maria Lohbeck

Trainee Campaigning – Maria Lohbeck, Jahrgang 1989, hat Kulturwissenschaften und Friedensforschung in den Niederlanden, Frankreich und Schottland studiert. Nach Ende ihres Studiums arbeitete sie im Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH) sowie anschließend in der Politischen Vertretung von Greenpeace Deutschland e.V. Vor zwei Jahren gründete sie zusammen mit einem kleinen Team den deutschen Zweig der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons e.V. (ICAN) in Berlin, für die sie als Campaignerin tätig war.