Liebe gewinnt: Bundestag beschließt endlich Ehe für alle

Endlich haben sie "Ja" gesagt: Der Bundestag hat die Ehe für alle beschlossen. Ein historischer Erfolg für die Gleichstellung homosexueller Paare! So haben sich Campact-Aktive für diesen Durchbruch eingesetzt.

Das ist grandios: Am Freitag hat der Bundestag endlich sein Ja-Wort zur Ehe für alle gegeben. Ein historischer Durchbruch für alle Schwulen und Lesben, von denen viele seit Jahrzehnten gegen Diskriminierung und Homophobie kämpfen. 

Wie wir für die Ehe für alle gestritten haben

Seit Jahren streiten wir für eine Politik, die Diskriminierung abbaut und Gleichberechtigung stärkt. Nachdem selbst das katholische Irland 2015 für die Ehe für alle stimmte, haben wir unseren Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel gestartet. Mit zahlreichen Facebook-Posts, Twitter-Nachrichten und Blog-Artikeln haben wir die gesellschaftliche Stimmung befördert und so den Durchbruch möglich gemacht.

Wo gibt es die Ehe für alle? Eine Übersicht

Immer wenn ein neues Land die Ehe für alle einführte, machten wir das mit Grafiken und Artikeln bekannt. Zuletzt stellten wir grafisch dar, wie viele Länder Europas bereits die Gleichstellung umgesetzt haben. Unsere Botschaft: Deutschland muss endlich nachziehen – und sogar die Zeitschrift “Stern” verwendete unser Bild. Über 400.000 Menschen sahen sich ein Video über eine bewegende Liebesgeschichte zweier Männer an, das unsere Partnerorganisation Getup Australia produziert hatte. 

Merkel leitet Kurswechsel ein – und stimmt doch mit Nein

Der Erfolg bei der Ehe für alle ist ein tolles Beispiel, wie wir auch in einer großen Koalition progressive Politik durchsetzen können. Schon seit längerem gab es im Bundestag eine Mehrheit aus SPD, Linken und Grünen für die Ehe für alle. Doch die SPD sah sich gezwungen, auf ihren Koalitionspartner Rücksicht zu nehmen.

Erst vor zwei Wochen machten zunächst die Grünen, dann auch FDP und SPD die Ehe für alle zur Bedingung für eine neue Koalition. Kanzlerin Angela Merkel leitete überraschend einen Kurswechsel der Union ein. Die SPD ergriff die Gelegenheit beim Schopf: Endlich stellte sie das schon lange vorliegende Gesetz zur Abstimmung. Am Freitag stimmte der Bundestag dann mit einer großen Mehrheit von 393 Ja-Stimmen für das Gesetz. Merkel allerdings stimmte mit Nein, so wie 225 weitere Unions-Abgeordnete.

Die Diskriminierung hat ein Ende

Dieser Erfolg macht uns Mut. Wenn tausende Bürgerinnen und Bürger beharrlich für eine gute Sache kämpfen, können wir auf ganzer Linie gewinnen. Mit der bisherigen “Lebenspartnerschaft” konnten homosexuelle Paare nur eine Verbindung zweiter Klasse eingehen. Von der Ehe waren sie ausgeschlossen und konnten auch nicht gemeinsam ein Kind adoptieren. Diese Diskriminierung hat jetzt ein Ende: Mit der Ehe für alle erhalten Schwule und Lesben endlich die gleichen Rechte und Pflichten wie Heterosexuelle.

2 Kommentare

  • von Cornelia Diem

    Reife, klar denkende Erwachsene überprüfen, ob ihre Liebe für eine gemeinsame Zukunft möglich sein kann. Haltbarkeitsgarantie, egal welcher Art der Verbindung, gibt es nie. Ob Frau – Frau, Mann – Mann, Frau – Mann. Irren bleibt nun mal auch in diesem Bereich menschlich. Nach wie vor will das Gros der Gesellschaft bestimmen, wie eine Liebe, eine Ehe gelebt werden darf, muss. Überholte Traditionen. So will es der Staat, so will es die Kirche. Selektion nährt sich aus Unkenntnis, Dummheit und Ignoranz. Längst überfällig, sie zu sprengen.
    Längst überfällig, dass die Menschen aufbegehren. Verachtung, Ausgrenzung, Entlassung, muß man nicht hinnehmen. Selbsbewußt und selbstbestimmt sollte jeder sein Leben in die Hand nehmen! Kein Schweigen, kein Verstecken, keine Ausreden, keine Ängste mehr. Nichts sollte Menschen hindern, zu ihrer Liebe zu stehen und sie zu leben. Es ist lang und weilig, dass es es dieses Thema als Problem heute noch gibt.
    Es grüßt ein Mensch

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Betreff: Die Ehe für Alle freut euch nicht zu früh es gibt in der CDU/CSU Politiker die das Gesetz als nich
    verfassungs komform sehen und wollen es vom Bundesverssungsgericht überprüffen lassen des halb
    solte man noch ab warten ob es zur klage vor dem Gericht komt

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Veröffentlicht von Gerald Neubauer

Campaigner – Gerald Neubauer, Jahrgang 1975, ist seit über zwanzig Jahren aktiv in Protestbewegungen. Er organisierte gewaltfreie Aktionen gegen Castortransporte und war einer der Gründungsstifter der Bewegungsstiftung. Nach einem Studium der Politik, Philosophie und Soziologie arbeitete er im Sonderforschungsbereich Staatlichkeit im Wandel zum Thema internationaler Verrechtlichung. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit zivilem Ungehorsam in der internationalen Politik. Von 2012-2014 arbeitete Gerald als Campaigner für Greenpeace zum Thema Kohleausstieg.