Prozesstransparenz: So verlief der Redaktions- und Abstimmungsprozess

Zehn konkrete Forderungen an die neue Bundesregierung entwickeln und dabei tausende von Menschen mit einbeziehen - wie geht das? Mit dem Aufbruch 2017 hat Campact genau das ausprobiert. Wie der Prozess ablief, liest Du hier.

von  73 Kommentare

Auftakt: Wir müssen reden!

Im Juni trafen sich tausende Campact-Aktive mit ihren Freund/innen und Bekannten. Sie diskutierten darüber, welche Projekte eine neue Bundesregierung nach der Wahl angehen muss. Insgesamt 1.264 solcher Diskussionsrunden fanden deutschlandweit statt – einige Aktive nutzten sogar ihren Urlaub, um Diskussionen in Portugal, Griechenland oder Italien abzuhalten. Material für die Diskussionen kam von Campact – wir wollten wissen: Vor welchen Herausforderungen steht unsere Gesellschaft? Und, für die zwei wichtigsten Herausforderungen: Wie soll die neue Bundesregierung darauf antworten?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionen sammelten Ideen und konnten in ihrer Runde bereits darüber abstimmen, welche Maßnahmen sie für besonders sinnvoll hielten. Die Veranstalterinnen und Veranstalter schickten diese Ergebnisse mit einem Online-Formular an uns zurück. Im Schnitt nahmen etwa sieben Menschen an jeder Diskussionsrunde teil, insgesamt entwickelten sie 11.183 einzelne Vorschläge für Maßnahmen, die die neue Bundesregierung ergreifen sollte.

Sortieren, Auszählen, Auswählen

Eine erste Durchsicht zeigte: Viele Diskussionsgruppen waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Soziale Gerechtigkeit war vielen der Teilnehmer/innen ein Anliegen, ebenso wie Investitionen in Bildung, Klimaschutz und der Kampf gegen Lobbyismus. Manche Ideen waren sehr offen formuliert (“Bessere Gesundheitsversorgung”), andere sehr konkret (“Abschaffung der privaten Grund-Krankenversicherung”). Diese Ergebnisse mussten nun sinnvoll in Kategorien zusammengeführt werden, um eine Abstimmung über die zehn wichtigsten Forderungen zu ermöglichen. 

Aus den Rückmeldungen zu den ersten 320 Diskussionen leiteten wir zunächst 309 unterschiedliche übergeordnete Forderungen ab, in die wir die gesamten 11.183 Einzelvorschläge einsortierten. Lediglich Einzelforderungen, die sich auf lokale oder politikferne Probleme bezogen (“Befreiung von Besitzdenken”) oder unklar und vage formuliert waren (“Arbeitsmarkt neu strukturieren”) wurden aussortiert.

Dann zählten wir nach: Wie oft wurde eine Maßnahme gefordert? Und wie viele Stimmen hatte sie in den Diskussionen erhalten? In Kombination ließen diese Zahlen darauf schließen, wie wichtig die Maßnahme vielen Aktiven war – so entstand eine erste Rangliste der Forderungen nach ihrer Unterstützung durch die Campact-Aktiven.

Der Auswahlprozess

Um zu vermeiden, uns zu sehr auf wenige Themen zu fokussieren, identifizierten wir in den Forderungen größere Bereiche (z.B. Gesundheit, Rente, Verkehr) und nahmen im nächsten Schritt in den Blick, welche Forderung zu einem Thema die größte Unterstützung fand. Dort, wo einzelne Forderungen mit großem Abstand führten, konzentrierten wir uns auf diese. Wenn mehrere Einzelforderungen über 200 Stimmen erhalten haben und entsprechend hohes Interesse unter den Aktiven herrschte, nahmen wir auch mehrere Forderungen pro Thema auf. Themen, zu denen es nur wenige Forderungen mit wenigen Stimmen gab, wurden in diesem Schritt aussortiert.

Thematische Vielfalt

Beim Thema Steuerpolitik etwa war zwar die Forderung nach einer Vermögenssteuer prominent (687 Stimmen), doch auch die Idee generell erhöhter Steuersätze (352 Stimmen) und einer Angleichung der Kapitalertragssteuer an die Lohnsteuer (347 Stimmen) fanden viel Zustimmung, so dass wir sie jeweils als einzelne Forderungen aufnahmen. Das Thema Meeresschutz mit einer einzigen Forderung (“Maßnahmen gegen Meeresverschmutzung”, 33 Stimmen) wurde hingegen in dieser Runde aussortiert.

Am Ende dieser Auswertung standen rund 30 Themen, zu denen es jeweils eine zentrale, zum Teil auch mehrere Forderungen gab, die von den Aktiven bereits in den Diskussionen viele Stimmen erhalten hatten. Für die endgültige Abstimmung wurden diese noch einmal neu sortiert: Um die Anzahl der Themen und Forderungen einigermaßen übersichtlich zu halten, fassten wir sie in zwölf größeren Themenbereichen von Klimaschutz bis zu Europapolitik zusammen, unter denen jeweils fünf Forderungen standen.

Entscheidung der 75.000

Als letzten Schritt forderten wir die Campact-Aktiven per E-Mail, Facebook und Twitter dazu auf, über die verbliebenen 60 Forderungen abzustimmen. Die Teilnehmer/innen an der Abstimmung wurden gebeten, zunächst festzulegen, welche Themenbereiche ihnen am wichtigsten waren. In den sechs Themenbereichen, die für sie höchste Priorität hatten, konnten sie jeweils zwei der fünf Forderungen ihre Stimme geben. Hatten sie bei einzelnen Forderungen starke Bedenken, konnten sie ein Veto dagegen einlegen. Ziel dieses zweistufigen Prozesses war es, nicht nur Zustimmung abzufragen, sondern die einzelnen Forderungen auch nach Wichtigkeit zu ordnen.

An der Abstimmung nahmen über 75.000 Menschen teil. Sechs Themenbereiche wurden am häufigsten ausgewählt: Auf Platz eins landete der Klimaschutz, gefolgt von Sozialer Sicherheit, der Agrarwende und der Herausforderung, Banken und Konzerne zu regulieren. Der Kampf gegen Ungleichheit landete auf Platz fünf, gefolgt von der Stärkung der Demokratie. In der Folge ordneten wir die Forderungen nach Stimmenzahl. 

Dies ist die Rangliste der Abstimmung unter den Campact-Aktiven:

Platz Stimmen Forderung
1 30700 Keine undemokratischen und unfairen Freihandelsabkommen (CETA, TTIP, JEFTA) abschließen.
2 30603 Lobbyismus bekämpfen, z.B. durch ein zentrales Lobbyregister.
3 29881 Den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv beschleunigen.
4 27990 Eine auskömmliche Rente einführen, die eine gute Mindestrente garantiert und alle Einkommensarten einbezieht.
5 26934 Das Gesundheitssystem nachhaltig und gerecht gestalten, z.B. durch die Einführung einer allgemeinen Bürgerversicherung.
6 26590 Die Massentierhaltung einschränken und mit strengen Auflagen versehen.
7 25913 Steuerflucht konsequent verfolgen und bestrafen.
8 23375 Den Bahnverkehr attraktiver machen und mehr Verkehr auf die Schiene bringen.
9 21602 Einen schnellen Ausstieg aus der Kohle gesetzlich verankern.
10 20985 Plastikmüll reduzieren, z. B. durch die Einführung einer Abgabe auf Plastikverpackungen.
11 20443 Mehr Geld in Kitas, Schulen und Universitäten investieren.
12 19515 Den Einsatz von Pestiziden deutlich reduzieren.
13 19397 Verbot unethischer und komplexer Finanzprodukte, z.B. Nahrungsmittelspekulation, Immobilienkredite.
14 18831 Ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen.
15 18711 Reiche stärker besteuern, z.B. indem die Spitzensteuersätze erhöht werden.
16 18426 Einführung eines mehrstufigen, bundesweiten Volksentscheides.
17 18425 Die ökologische Landwirtschaft umfassend fördern.
18 18173 Mit gezielter Entwicklungshilfe Fluchtursachen bekämpfen.
19 17139 Arbeitnehmer/innen in Sozial-/ Bildungsberufen besser bezahlen.
20 16860 Hohe Vermögen besteuern, z.B. durch eine Vermögenssteuer.
21 16778 Eine Finanztransaktionssteuer einführen.
22 16242 Kapitaleinkommen und Löhne gleich besteuern.
23 15491 Die Gehälter von Manager/innen wirksam deckeln.
24 15097 Bildung kostenfrei machen.
25 14662 Den Einsatz von Leiharbeit regulieren und verteuern.
26 14508 Die EU demokratisieren, z.B. durch eine Stärkung des EU-Parlamentes.
27 14376 Legale Wege für Migration schaffen, z.B. durch ein Einwanderungsgesetz.
28 14261 Mehr Transparenz über Herstellung und Inhaltsstoffe von Produkten, z.B. durch Ampel- oder Siegelsysteme.
29 13792 Den ÖPNV in der Fläche ausbauen und attraktiver machen.
30 13762 Keine Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland.
31 13614 Gentechnik in der Landwirtschaft verbieten.
32 13593 Mikro-/Nanoplastik in Kosmetika verbieten.
33 13467 Eine Abgabe auf den Ausstoß von CO2 einführen.
34 13322 Stärkere Förderung des öffentlichen Wohnungsbaus.
35 13139 Den Mindestlohn ausweiten und erhöhen.
36 12947 Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
37 12112 Den Abbau von Bürokratie vorantreiben, z.B. durch die Vereinfachung von Formularen und Behörden-Strukturen.
38 11698 Keine Agrarsubventionen für Großbetriebe.
39 11541 Die EU-Integration vertiefen, z.B. durch eine gemeinsame Sicherheitspolitik.
40 11506 Keine Waffenexporte außerhalb der EU.
41 11146 Strenges Haftungsrecht für Unternehmen bei Verstößen gegen Umweltschutz und Menschenrechtsstandards.
42 10815 Hohe Spenden an Parteien verbieten.
43 10779 Schnellerer Ausstieg aus der Atomenergie.
44 10721 Fördergelder für den Export von Agrarprodukten in Entwicklungsländer streichen.
45 10696 Den Umstieg auf Elektro-Mobilität beschleunigen.
46 10639 Datenschutz stärken, z.B. durch Einschränkung der Datensammlung durch Konzerne.
47 10616 Flüchtlingen das Recht zu arbeiten einräumen.
48 10058 Keine Erhöhung der deutschen Rüstungsausgaben.
49 9989 Keine Kriegseinsätze der Bundeswehr.
50 9941 Regeln gegen zu hohe Mieten stärken, z.B. durch eine Mietpreisbremse.
51 9522 Ein familienfreundlicheres Arbeitsrecht, z.B. durch das Recht, zwischen Teil- und Vollzeit hin- und wieder zurückzuwechseln.
52 8936 Alternative Wirtschaftsmethoden fördern, z.B. durch die Unterstützung von sozial und ökologisch wirtschaftenden Unternehmen.
53 8432 Waffenproduktion in Deutschland einschränken.
54 7614 Die harte Sparpolitik gegenüber den anderen EU-Ländern abmildern.
55 7110 Die Erbschaftsteuer für große Vermögen erhöhen.
56 6505 Grundsicherung stärken, indem Hartz-IV-Sanktionen abgeschafft und Unterstützungsleistungen erhöht werden.
57 5608 Bürgerschaftliches Engagement fördern, z.B. durch die finanzielle Förderung des Ehrenamtes.
58 4083 Faire und großzügigere Asylverfahren sicherstellen.
59 3644 Den deutschen Export-Überschuss reduzieren.
60 1978 Gemeinsame europäische Staatsanleihen einführen.

 

Die 10 Forderungen, die am meisten Stimmen erhalten haben, wird Campact nun mit der Unterstützung der Aktiven im Wahlkampf stark machen.

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73 Kommentare

  • von Lamm Harald

    manche Kommentare sind nicht zutreffend. Die Kommentatoren sollten sich dazu die Rangliste der Campactaktiven ansehen. Da kommen auch die Eu-Forderungen vor, z.B. keine Subventionen für Agrarprodukte in die Entwicklungsländer.

  • von Tonio Campanella

    Die Bildung hätte ich in jedem Fall in den Top Ten haben wollen, weil es die Grundlage darstellt auf der wir unsere Zukunft aufbauen wollen.
    Irgendwie enttäuscht mich da ein Rang 11 obwohl doch so viele das Bildungssystem in Deutschland kritisieren.

    • Wenn so ausgewählt wurde, wie oben beschrieben, ist klar, dass Bildung auf Rang 11 gefallen ist, denn: einige Kritik an dem heutigen Gesundheits-System liegt auch in der Bildung, in dem sie nicht lernten, sich selbst und einander besser zu helfen. Auch Verkehr‘ + ‚Rente‘ sind im beschriebenen Aussortier-Prozess nicht in ‚Bildung‘ eingebracht worden, obwohl Mensch auch da vieles selbst besser organisieren und z.B. lernen kann, Beförderungs-Mobile herzustellen, die ohne Benzin, Diesel oder Elektro-Energie ihren Dienst tun, wenn das Bildungs-System, dies beinhalten würde. “Befreiung v Besitz-Denken”, „Arbeitsmarkt neu strukt..“ sind auch lernbar, wenn dies in einem Bildungs-System z.B. mit Zukunftswerkstatt bearbeitet würde und am Ende der Schul/Stud.-zeit nicht Schüler o. Student*n die Schule/Uni verlassen, sondern Praktiker,.. als Teil eines ’selbstverwalteten Unternehmens‘, Mitglieder eines Forscher/innen-Teams, Dozent*n zu einem Thema, mit dem sich das ‚Kind‘ besonders beschäftigte..

    • in der „Schetinin-Schule“ lernen Kinder schneller und besser, weil sie nur Begleit-Lehrer/innen haben und vieles einander selbst beibringen, so lernen die Kinder, die bereits einiges beherrschen, dieses Wissen und nützliche Praktiken gleich ihren Mitschüler/innen zu zeigen und Wissen weiter zu geben, Lehr-Material anfertigen, wie auch Werkzeuge und Hilfsmittel,.. und einige erhalten schon mit 12 Jahren ihre Lerher-Zulassung, andere werden schnell Gärtner/innen, Techniker/innen, Praktiker/innen in den (allen) gebrauchten Bereichen, Putzen + erhalten Haus + Garten. Alle halten sich sportlich fit, haben Lust am Forschen + Lernen, können Konflikte auflösen und eindander dabei helfen, können sich in Teams organisieren und lernen die Schule zu verwalten,.. eben alles was Mensch brauchen kann. So wird aus der Schule eine Universität, ein Innovations-Forschungs-Zentrum die Dorf-Uni mit Fach-Bibliothek und Ausbildungsstätte für alles zum Leben brauchbare. https://youtu.be/RQr6-XVhvlQ&t=0s

  • von Hans-Joachim Hauschild

    wen ihr die Weld verbessern wolt dan macht es doch
    ich möche nur wissen wie ihr euch da bei hin stellen
    wolt manche Kommentare sind für die Tonne
    die 10 Punkte gefordert werden soll und den Politikern
    vorgelegt werden sind werder durch führ bar noch mehrheits
    fähig die Politik wirt sich nicht endern eine Linke Regierung
    wirt es nicht geben

  • von Gerrit

    Liebes Campact-Team,
    vielen Dank für das komplette „Ranking“ :-)
    Auch ich bin über das Ergebnis erschüttert und befürchte, dass ein Hineintragen der 10 Top-Punkte in die Politik diese sehr wohlgemeinte und gut durchdachte Kampagne eher verunglimpfen würde. Meines Erachtens nach sind Gier und Geiz das eigentliche gesellschaftliche Gift, das sich schon längst in sämtlichen gesellschaftlichen Strukturen ausgebreitet hat! (z.B. Punkte 2, 7, 13, 15, usw.)
    Ich bin überzeugt davon: Würden wir hier als erstes ansetzen, dann hätten wir auch genug übrig, um alle anderen Punkte in den Griff zu bekommen…
    Dazu Herr Streich vom FC Freiburg über den bevorstehenden Transfer von Neymar:
    http://www.kicker.de/news/video/2018448/video_neymar-wahnsinn—streich-kritisiert-transfersummen.html
    Damit das Anliegen seriös bleibt und wirklich Gehör findet wäre mein Vorschlag, nur die übergeordneten Themen der ersten 3 Punkte der Liste zu berücksichtigen – dafür dann aber intensiver und mit Nachdruck.

  • von C. Korndörfer

    Ich bin über das Ergebnis erschüttert. Wenn der Auswahlprozess wirklich zu diesem Ergebnis geführt hat, dann ist der Zustand unserer Gesellschaft noch viel beängstigender, als ich dachte. Auf welchem hinteren Rang landete das wichtigste Thema überhaupt: Die friedenssicherung in Europa und der Welt? Die bisherige Politik Deutschlands seit Rot-Grün hat uns zunehmend in militärische Konflikte verstrickt, einen Krieg in Europa völkerrechtswidrig führen lassen und in der Ukraine fleißig mit destabilisiert (zurückhaltend formuliert). Und da sorgen wir uns vorrangig um unsere kleinen Nöte??? Dieser Kompass zeigt klar in die falsche Richtung und sollte tunlichst in die Kiste. C.K.

    • von R.Kuntz

      Dem kann ich nur komplett zustimmen !

  • von Karl Ewald

    Dass der Block (Demokratie) mit den beiden meistunterstützten Punkten (Handelsabkommen und Lobbyismus) erst an zweiter Stelle kommt, finde ich schade. Unabhängig davon, ob es so gedacht ist, die Reihenfolge wird als Wertung wahrgenommen. Block 1 „uns hier in Deutschland soll es gut gehen“, Welt retten kommt danach.
    An der Umfrage finde ich es unglücklich, dass man nur in den sechs „hochgeschobenen“ Themenfeldern dann Einzelpunkte unterstützen konnte. Denn aus den ganzen Überpunkten, jeder Stichpunkte mit „etc.“, konnte man nicht unbedingt an der Überschrift erkennen, welche konkreten Punkte dahinterstecken, und hat daher evtl. wichtige Anliegen ausgeklammert. Dass man in den „nachrangigen“ nur eine Stimme vergeben kann, wäre ein wesentlich transparenterer Prozess gewesen, dann hätte man evtl. auch bemerkt, „hoppla, ich muss nochmal zurück und die Prioritäten verschieben, denn das ist mir wirklich wichtig“ Außerdem kann man ja auch aus allen Bereichen wichtige Anliegen haben.

    • von Katrin Beushausen

      Lieber Karl,

      danke für Deinen Kommentar mit dem Feedback zur Umfrage – war für uns in dieser Form ja das erste Mal, und also ein Ausprobieren. Ich gebe deine Kritik weiter. Und für alle anderen: Wie ging es Euch mit der Umfrage? Wir sind für Rückmeldungen wirklich dankbar!

      Mit besten Grüßen,
      Katrin Beushausen

  • von Thomas Wadewitz

    Ich weiß nicht, welchen Kommentar dieser Bernd am 01.08.17 21:28 meint. Den, unter dem der Kommentar steht, kann er kaum meinen, weil man aus diesem kaum schließen kann, dass es um „Deutschland den Deutschen“ geht. In meinem Kommentar darunter vom 01.08.17 19:34 habe ich allerdings festgestellt, das viele Deutsche den Anforderungen eines Rechtsstaates nicht genügen. Dies könnte gemäß Bernd verstanden werden. Mit Deutschen habe ich allerdings besonders die sich als Deutsche verstehenden Publizisten, Journalisten, Politiker usw. gemeint, nicht etwa hier lebende Einwanderer. Einst schrieb Frau Roll in der SZ : „Die großen Tabus der Gesellschaft sind stärker als das Recht“. Für Deutschland trifft dieser Satz wohl besonders zu. Hier gehören zu den großen Tabus der Gesellschaft z. B. Missstände in der Justiz. Beispiele gibt es zur Genüge, so das BVerfG-Urteil zur NPD vom 17. Januar. Aber kein Journalist, Publizist, Politiker usw. wagt es, diese anzusprechen. Es fehlt wohl an Zivilcourage.

  • von C.-U. Erb

    Wenn es so sein sollte, dass diese zehn Punkte die Prioritätenliste der Campact-Klientel darstellen, dann wird mir angst und bange: 10 Forderungen, die sich um die eigene Achse drehen? Kein einziges außenpolitisches Ziel? Weltfrieden, Waffenhandel, Bildung egal? Globalisierung – geht uns nichts an? Peinlich, peinlich, peinlich! Ich empfehle, diese Kampagne abzubrechen und kein Wort mehr drüber zu verlieren.

    • von R.Kuntz

      So sehe ich es auch. Was nützt es uns, wenn wir es hier „gut“ haben, um uns herum die Welt brennt ?!

  • von Kevin

    Erwartet habe ich, dass Datenschutz zu wenig Stimmen für die Top 10 bekommt. Dabei ist Datenschutz akut in Gefahr. 2017 hat die Regierung mehr Datenschutz bekämpft als jemals zuvor seit der Wiedervereinigung. Die Geschichte zeigt aber weltweit und selbst in Deutschland, wie viele Menschen aufgrund von Datenschutzmissachtung ihr Leben geben mussten und immer noch müssen. Dass Datenschutz nicht einmal unter den Top 25 zu finden ist, schockiert mich aber zutiefst und zeigt mir, welche Probleme demokratische Abstimmungen (Wahlen, Volksentscheide, …) mit sich bringen.

    Es haben noch weitere Punkte die Top 10 nicht erreicht, aber bei dennen kann ich es akzeptieren, dass die Mehrheit sich anders entschieden hat.

  • von Christian Schmidt

    Bei der gesamten Diskussion um die beschleunigte Einführung bzw, den Ausbau erneuerbarer Energie wird immer vergessen, dass Kohle- und Kernkraftwerke die Grundlast vorhalten, d.h. ständig laufen und dies können erneuerbare Energien nicht leisten ohne Energiespeicher! Dies bedeutet, dass hierin massiv geforscht und entwickelt werden muss. Gleichzeitig zeigt mir aber der Widerstand gegen neue Hochspannungsleitungen durch Deutschland – um die elektrische Energie von Seewindkraftanlagen in den Süden zu fördern – die fehlende Akzeptanz für nötige Veränderungen, die auch Einschnitte in das gewohnte Bild bedeuten.

  • von Rolf Schwager

    Eigentlich bin ich kein Kommentarschreiber, mache aber hier eine Ausnahme.
    Natürlich habe auch ich eine andere individuelle Prioritätenliste, aber das ist eben Demokratie.
    Trotzdem stimme ich einigen Kommentatoren zu, dass hier Ursachen mit Wirkungen verwechselt wurden.
    Was in Deutschland fehlt, ist mehr und bessere Bildung! Die Punkte 11 und 24 zusammengefasst, wären als ein Thema in die Top 10 gekommen.
    Leider braucht bessere Bildung viel Zeit, bis sich Ergebnisse zeigen.
    Deshalb sind für mich schnelle Maßnahmen eine faire Verteilung und Besteuerung von Vermögen und Einkommen, sowie Beschränkung von Lobbyismus!!
    Dadurch würden sich viele andere Punkte auf der Liste mittelfristig quasi „von selbst“ erledigen.
    Ich würde mich sehr schwer damit tun in Diskussionen über das 10 Punkte Programm zu erkären, warum z.B. attraktiver Bahnverkehr wichtiger ist als Bildung, bzw. Bildung gar nicht enthalten ist.
    Vielleicht solltet ihr noch einmal darüber diskutieren.

    • Sehe ich ganau so: einige Themen könnten zusammen-gefasst werden, Zudem berühren (fast) alle Themen das Thema ‚Bildung‘ oder den Mangel an Ausbildung z.B. Rubrizieren, Clustern, Prioritäten finden,.. ;) aber auch ‚Demokratie-Fähigkeit‘, ‚Gerechtigkeit‘ (freundlich teilen), Ursachen+Wirkungen finden, Zusammenhänge + Abhängigkeiten finden (evtl auflösen), Organisation, Team-Bildung, Konflikt-Management, Wege-, Ziel- + Lebens-Planung, Regonal-Entwicklungs-Planung,… Wirtschaft, Investitions-Planung, Hauswirtschaft, Erstellen von Verträgen (Vereinbarungen) und die ‚Wirk-Mechanismen‘ von Verträgen (Vereinbarungen) finden,.. ‚Lebens-Abend-Planung‘ (vlt statt ‚Rente‘) ‚Produktivitats-Ausfall-Planung‘ (für Krankheits-Bewältigung und Neu-Orientierung, Ausbildung,..), ‚Solidar-Verträge‘ erstellen (Krisen-Unterstützungs-Team-Bildung statt Krankenkasse oder für bessere ‚Bürgerversicherung‘),…

  • von Hans-Joachim Hauschild

    die kommentere sind für die tonne

    • von Ursula

      Das gilt dann ja wohl auch für Ihren.
      Ich finde die Kommentare im Übrigen spannend.

  • von Ulrich Niewiem

    Entschuldige mich bereits jetzt für meinen Kommentar im Voraus; obwohl ich grundsätzlich positiv eingestellt bin, ist es Verschwendung von Lebenszeit, darauf zu hoffen, dass man die Themen „in die Politik tragen“ und darauf warten sollte, dass sich auch nur ein Politiker damit beschäftigte…. wie auch einige Kommentatoren bereits angeführt hatten. Dazu kommt die derzeitig vehemente Arroganz der Politiker und Behördenvertreter, die nur ihre Pöstchen retten wollen und sich einen Dreck um aktuelle Probleme scheren. Beste Beispiele ist Maass mit seinen „a priori“ fehlerhaften Gesetzen, die er raushaut! Der absolute Brüller ist Dobrindt mit seinem Kraftfahrtbundesamt und den Lügen und Vertuschungen bzw. Manipulationen, die nicht nur Geld kosten (wie die unsägliche Maut), sondern auch „bewusst“ in Kauf genommen wird, dass Menschen sehr krank werden (Feinstaub etc.) und zu Tode kommen. Über die größte Lachplatte der Republik und den Verräter seiner Politik in Stuttgart reden wir lieber nicht

    • von Bernd

      Die Formulierung ist etwas nebulös – Geht es hier um „Deutschland den Deutschen“ oder dergleichen? Falls ja: Löffele Deine braune Suppe alleine aus. Falls nein, dann wäre eine Klarstellung angebracht, damit man den Kommentar auch zweifelsfrei verstehen kann.

  • von Thomas Wadewitz

    Was nützt das alles, wenn die deutsche Rechtsordnung zwar der eines Rechtsstaates entspricht, aber viele Deutsche den Anforderungen eines Rechtsstaates nicht genügen. Das sind ja alles schöne Forderungen, aber die wesentliche fehlt: Die deutsche Rechtsordnung durchsetzen, damit Deutschland endlich ein Rechtsstaat wird. Nur ein paar Hanseln haben z. B. gegen das Urteil des Bundesverfassungsgericht zur NPD vom 17. Januar eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet. Von Campact war wohl keiner dabei?

  • von Dietmar Knoll

    Liebe Katrin, vielen Dank für die Antwort. Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel, von wegen „nur ein Anfang, nicht alles perfekt“. Was hindert Euch, den Start zu verbessern? Können zusammenhanglose Einzelforderungen „wirklich klar und stark“ vertreten werden, wenn wichtigere nicht oder nachrangig gestellt werden? Was wäre, wenn die Forderungen entsprechend Stimmenzahl thematisch mit Unterpunkten versehen (s. Eva Lechenberg-Auffarth) zusammengefasst würden? M.E. eine geordnetes, breiteres Themenspektrum, eine weiter reichende Zielsetzung -selbst Schäuble+Lindner wollen Steuerflucht (7) bekämpfen-, mehr Akzeptanz und Unterstützung. Die Kritiker helfen bestimmt. Die Legitimation könntet ihr als Netzprofis schnell erlangen (Einsprüche ja/nein?) Ohnehin ist kaum vorstellbar, dass z.B. Befürworter kostenfreier Bildung (24) Einwände gegen (11) mehr Geld für Kitas, Schulen… haben. Ich sehe keine Verfälschung der Ergebnisse eurer Mammutaufgabe, vielmehr eine dringliche Aufwertung.

    MfG

    • Aus dem bisherigen Prozess zum Erstellen der ’10-Punkte-Froderung‘ lässt sich gut lernen + vlt gibt es auch eine Netz-Technologie, die gut dazu taugt, diesen Prozess zu verbessern, einige Unter-Punkte zu Unter-Punkten machen und 10 klare Haupt-Punkte zu haben, wobei Bildung auch ein Punkt sein sollte, nicht nur auf Lehr-Kräfte-Zahl und ‚Kosten-Freiheit‘,.. beschränkt sondern auch auf Inhalte und Begleit-Technologien die Menschen helfen, ihre Ausbildung selbst zu organisieren und selbst zu gestalten,.. und ein fließendes Über-Gleiten in den Erst-Beruf ermöglichen, also auch die ‚Orte des Lernens‘ sind (vlt) zu überdenken, wenn hinterher andere (freundlichere, selbständigere, kraftvoll-motivierte, fite, engagierte, umsichtige, bewusste, zielstrebige, talentierte, wohlwollend-empathische, am globalen Gemeinwohl orientierte..) Menschen raus kommen sollen. :) 1 gutes Beispiel ist die ‚Schetinin-Schule‘, eine ‚Dorf-Uni‘ ‚Russisches Lyzeum‘ am Schwarzen Meer https://youtu.be/RQr6-XVhvlQ&t=0s

  • von Hermann Birnthaler

    Was soll man wählen? Mensch vor Profit, keine Firmenspenden an Parteien, Vorrang für den Schutz unserer Lebensgrundlagen und vieles mehr im Sinne auch von Compact finden Sie bei der soliden Ökologisch-Demokratischen Partei. Informieren Sie sich.

  • von Dietmar Knoll

    Zentrale komplexe Probleme wurden zersplitter, was zur Verzerrung und falscher Rangigkeit tatsächlicher und notwendiger Forderungen führt. Beisp.: 1. Thema Steuer: Forderungen der Pos. 7,15,20,21,22 gehören unter der Überschrift „Steuergerechtigkeit-Steuerreform“ zusammengefasst, die damit Spitzenpos. mit > 89.000 Stimmen wird. Worin besteht denn der gravierende soziale und finanzpol. Unterschied zwischen 15 und 20, der Platz 1 verhindert? Das hätte dem Forderungskatalog auch Struktur und Logik verschafft, weil der wünsch-dir-was-Kompass finanziert werden muss! Erlöse allein aus 7 reichen dazu nicht. Da sind Erklärungen für überzeugende Gartenzaun- u.a. Gespräche erforderlich. 2.+3.: Thema Bildung+Öko-Lawi: 11,19,24 bzw. 6,12,17 gehören inhaltl. und polit. auch zusammen. Fiktives Gespräch im Bioladen: campact ist gegen Massentierhaltung – ich esse kein Fleisch, bin für Förderung der Ökolawi – wir auch, hat aber nur Rang 17. Zur Diskussion: Eure kampagnenkonforme Zergliederung-

    • von Peter

      Das ist mindestens schon der 3. Beitrag der in diese Richtung geht (Zusammenfassung von zusammengehörigen Themen) und ich halte diese Anregung für sinnvoll. Sie würde es erlauben (auch gewichtet) (fast) alle uns wichtigen Themen in 10 Punkten an die Politik weiterzureichen. Ich glaube zudem, wie aus einigen Beträgen zu entnehmen, dass man oft gern mehr als 2 Punkte als wichtig ausgewählt hätte (ich auch) und so Verzerrungen entstanden sind. Hält die Orga so eine nachträgliche Änderung für legitim?

    • von Katrin Beushausen

      Lieber Dietmar
      (stellvertretend für die vielen Kommentare dazu, wie Forderungen zusammengefasst werden könnten oder sich durch Einbeziehung weiterer Forderungen ein ganzheitlicheres Bild/Programm ergibt),

      herzlichen Dank für Deine Anregungen – für uns ist der Aufbruch 2017 ein echtes Pilotprojekt, und eine Mammutaufgabe: 1.200 Diskussionen initiieren, die Ergebnisse bündeln, sortieren und eine plausible Logik für die Abstimmung entwerfen. Dabei ist, das ist uns klar, nicht alles perfekt, und wir möchten gerne hören, was aus Eurer Sicht hätte besser laufen können, damit wir lernen und beim nächsten Mal einiges besser machen können.

      Wir haben nach Abschluss der Abstimmung kurz überlegt, ob Forderungen sinnvoll zusammengezogen werden können, haben uns dann aber dagegen entschieden: Schließlich haben sich alle Teilnehmer gut überlegen müssen, wie sie ihre Stimmen abgeben, ein nachträgliches Zusammenziehen würde diese Ergebnisse verfälschen. Auch an dem Fokus auf 10 Forderungen wollen wir festhalten, da uns ein solcher Fokus hilft, um einzelne Forderungen wirklich klar und stark zu vertreten. Allerdings stimmt natürlich, dass einige der Forderungen in Zusammenhang mit anderen, die nicht unter die ersten zehn gewählt wurden, viel mehr Sinn ergeben. Wir werden also versuchen, diese Forderungen als Hintergrund mit einzubeziehen – und also z. B. in argumentativen Texten zu den Forderungen auch auf Steuermodelle zur Finanzierung zu verweisen. Anregungen in dieser Hinsicht sind sehr willkommen.

      Was aber auch wichtig ist: Der Kompass kann nur Wirkung zeigen, wenn viele Menschen dabei helfen, ihn zu verbreiten und insbesondere Politiker/innen im Wahlkampf auf diese Forderungen anzusprechen. Und dabei sollte sich niemand verpflichtet fühlen, sich nur auf diese 10 Forderungen zu beschränken oder sich für alle gleichermaßen einzusetzen: Sprich gerne in Zusammenhang mit Massentierhaltung auch über die Agrarwende allgemein, oder über die mögliche Rolle einer Vermögenssteuer bei der Finanzierung eines fairen Gesundheitssystems. Wir wollen mit diesem Projekt anstoßen, dass im Wahlkampf über Themen gesprochen wird, die vielen Aktiven am Herzen liegen, und erste Forderungen umsetzten. Dabei ist klar: Das kann nur ein Anfang sein. Den aber wollen wir machen.

      Herzlich,
      Katrin

  • von Magdalena Storm

    Der Diskussionsprozeß in der Gruppe war anregend und war gut angeleitet durch das Compact-Material. Gut, dass da so einige Grundaussagen herausgefiltert werden konnten. Danke.

  • von Emmy P.

    Man KÖNNTE kritisieren, dass nur 10 Vorschläge in die engere Auswahl gekommen sind. Und natürlich spiegeln diese Punkte nicht die Meinung ALLER wider. ABER in dem ganzen Prozess steckt doch eine Menge Arbeit: erst die Idee haben und umsetzen, dann in diversen Basisdiskussionen weitertragen. Dass bei der Sysyphosarbeit des Sortierens, Gewichtens und sinnvollen Zusammenfassens der Ideen möglicherweise einiges auf der Strecke blieb oder nach Meinung einiger nicht in den richtigen Kausalzusammenhang gesetzt wurde, passiert bei solchen Prozessen fast unweigerlich.
    ABER: wann hat uns in letzter Zeit überhaupt mal jemand ehrlich gefragt, was wir möchten? Die Politiker? … Hier aber ist Demokratie nach Lehrbuch gelaufen! – Bei künftigen Aktionen wird der Prozess sicher noch besser laufen. Ich bin auf die weitere Entwicklung der Aktion gespannt. Wichtig: MEHR Teilnehmer (das sind WIR!) GUT: ein gewaltfreier Prozess! UND: bitte bis zur nächsten Aktion nicht bis zur nächsten Wahl warten!

  • von scholz, hans- juergen

    Bei fast 2Mill. Campact- Freunden sind 75 00 Teilnehmer sehr übersichtlich.
    Ich bin 72 Jahre alt und in meinem Umfeld enttäuscht, wie wenig junge Menschen sich um ihre politische Zukunft kümmern. Enttäuscht bin ich auch über die Reihenfolge der Forderungen.
    Es geht um die Bundestagswahl, also um die wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Probleme.
    Von daher ist die Befragung ein guter Anfang, darf aber nicht das Ende sein.
    Für mich steht der Friden an 1.Stelle. Ohne Friden ist alles nichts!
    Nie war der Friden weltweit so gefährdet wie zurzeit. Und Deutschland beteiligt sich.
    Das Verbot von Volksentscheiden und Generalstreik behindert die Demokratie.
    Appell an die jungen Leute: kümmert Euch zuerst um das Wichtige, Große und lasst Euch nicht in das Klein- Klein- Gestreite verleiten. Das wollen die etablierten nur.
    Bis zur Bundestagswahl sind noch ein paar Tage.
    Wir sollten sie nutzen, die Bürger insgesamt zum verantwortungsbewußten Denken anzuregen.
    Also Frieden und soziale Gerechtigkeit!

    • von Wolfgang Zöllner

      Das sehe ich genauso. Die zehn Themen, die das Rennen gemacht haben, sind ja alle nicht falsch. Aber sie gehören nicht zu den Themen, die die Bundestagswahl entscheiden werden. Zu den wirklich wichtigen Themen hätten gehört:

      Erhaltung des Friedens in Europa (und so weit von Deutschland beeinflussbar: in der Welt)
      Erhaltung und Stärkung der Europäischen Union
      Ausstieg aus dem Waffenhandel in Spannungsgebiete
      Verweigern des 2% Ziels für die Rüstungsausgaben
      Eine vernünftige Zukunftsstrategie für die deutsche Autoindustrie und die Verpflichtung der Autoindustrie zur Nachrüstung betrügerischer Diesel mittels Hardware.
      Ein Zuwanderungsgesetz und eine Vision, wie wir mit der nächsten Flüchtlingswelle umgehen wollen.
      Endlich die Einführung der von fast allen Parteien versprochenen Finanztransaktionssteuer als Einstieg, um das weitere Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich zu begrenzen.

      Von all dem finde ich nichts in den 10 Punkten.

    • von R.Kuntz

      Bravo, das sind weise Worte -ohne Frieden und soziale Gerechtigkeit. „Friedliche Koexistenz“ waren die Worte des seinerzeitigen BKanzlers und zu Recht Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt, der auch den jüngeren Menschen unseres Landes bekannt sein sollte.
      Nur dann macht alles andere Sinn.

  • von Ulrich Suppus

    Danke für diese basisorientierte Aktion und den dabei entstandenen Forderungskatalog.
    Leider fehlt mir eine ganzer Bereich, nämlich die Friedensförderung und die Forderungen nach Stärkung ziviler und gewaltfreier Konfliktlösung.
    In den letzten Monaten wird immer mehr deutlich, dass wir als eine der reichsten Nationen der Welt unsere Verantwortung für mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit und (friedliche) Konfliktlösung nicht mit militärischen Mitteln gerecht werden. Auch nicht wenn wir den Wehretat auf 2% BSP erhöhen. Wir brauchen eine viel stärkere Unterstützung ziviler Konfliktlösungsmechanismen, eine Verankerung der gewaltfreien Ziele in die Politik der Bundesregierung. Dazu gehört auch das Verbot von Rüstungsexporten. Wie die wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Zerfall von Staaten und das Anwachsen von gewaltverherrlichenden, fundamentalistischen Organisationen für Kriege und Zerstörung beitragen, zeigen uns die Berichte von Geflüchteten. Gerechtigkeit schafft Frieden.

  • von Thomas Großmann

    Auch meine Schwerpunkte weichen teilweise ziemlich stark von der Ergebnis-Rangliste ab. Aber das ist nunmal so, wenn auch andere – möglichst viele andere – als man selbst abstimmen. Jeder hat seine eigenen Favoriten. Ich fand es schade, dass man bei der Stimmabgabe von vornherein nur 10 (stimmt das?) Schwerpunkte aussuchen musste, vor allem aber sich auf zwei Punkte beschränken musste. Mir wäre es lieber gewesen, ich zumindest unter allen angebotenen Alternativen meine eigen Rangliste „ankreuzen“ können (das mir am Wichtigsten zuoberst, danach absteigend, was mir auch wichtig ist). Ich kann mich erinnern, dass es so gut wie keinen Schwerpunkt gab, wo mir nicht noch mindestens zwei weitere Alternativen wichtig waren. Zuletzt würde ich vorschlagen: Übergebt an die Politik/behandelt nicht nur die ersten 10 Punkte sondern noch (mindestens 10?) weitere.
    Ansonsten gut, dass es eine solche Aktion überhaupt gibt; es ist überfällig, in dieser Lobbykratur endlich etwas zu ändern!

    • von Emmy P.

      Ja, alle Themen waren wichtig – es gibt so viel zu tun in Deutschland. Und die Idee, mindestens zehn weitere Punkte weiterzugeben, unterstütze ich unbedingt. Auch die Idee, alle Punkte der Frageliste mit einer Rangfolge zu versehen und danach in die Gesamtwertung einfließen zu lassen, würde vermutlich einer noch besseren Abbildung der Meinungen führen.

  • von Michael

    eine super Idee aktiv Politik zu gestalten. Die meisten Ideen sollten Partei-übergreifend anerkannt werden, wenn auch eine linksorientierte Ausrichtung auffällt. Bedingungsloses Grundeinkommen macht es m.E. den Sozial-Schmarotzern zu einfach.
    Aber sehr viele gute Ansätze. Glückwunsch zu einer sehr positiven Initiative. Bin selbst nicht der Facebooker werde aber meine Freunde per email und Gesprächen darauf aufmerksam machen.

  • von Eva Lechenberg-Auffarth

    Glückwunsch für den Prozess bis hierhin.

    Jetzt allerdings nur die ersten 10 Punkte weiterzutragen erscheint nicht abschließend analysiert.

    Manche der 25 Punkten hängen so eng zusammen, dass sie eigentlich keinen eigenen Punkt darstellen (6 Massentierhaltung , 12 Pestizide und 17 ökologische Landwirtschaft ) oder 3 Erneuerbare Energien und 9 Kohleausstieg oder 13 Unethische Finanazprodukte und 21 Finanztransaktionssteuer.
    Auch 11, 19 und 24 gehören zusammen.
    Auch anderes ließe sich noch Zusammenfassen.

    Den Themenblöcken sollte man jeweils einen guten Namen geben und dann die Einzelpunkte darunter benennen.

    So wie es jetzt ist, sind die ersten 10 Punkte ein Sammelsurium, wie ja auch die Diskussionsbeiträge bislang belegen.

  • von Gerd Joppich

    Wie meine Vorschreiber/innen schon anmerkten, jeder setzt seine Prioritäten anders. Aber mich hat es ehrlich gesagt verstört, dass „Mehr Geld für Kitas usw.“ bzw. „Kostenlose Bildung“ erst auf 11 bzw. 24 liegen. Gerade kostenlose Bildung wäre sehr wichtig um auch Chancengleichheit herzustellen. Dazu noch den Förderalismus bei der Bildung abschaffen, damit Schüler von einem Bundesland ins andere, ohne große Probleme, wechseln können, wenn sich die Arbeitsstätten der Eltern ändern.
    Leiharbeit hätte ich auch gerne etwas mehr vorne gesehen. Man müsste sie verteuern, wie in der Schweiz oder Holland. Dort sind Leiharbeiter teuerer als Angestellte und es würde nicht zu solchen Exzessen kommen wie bei BMW in Regensburg, wo seit Einführung der Leiharbeit 20-25% der Angestellten dieser Gruppe angehören. Hieße für die Betroffenen mehr soziale Sicherheit. Gezielte Entwicklungshilfe hätte ich gerne weiter vorne gesehen. Aber erst mal einen Anfang machen!

  • von Gerrit

    Hallo,
    könntet Ihr bitte noch einmal alle 60 Punkte irgendwo auflisten und nicht nur die ersten 25?

    • von Daniel

      Hallo,

      ich stimme Gerrit zu. Bitte listet auch die restlichen Punkte auf! Mich wundert es, dass „Atomausstieg“ es nicht weiter nach oben geschafft hat.

      Gruß
      Daniel

    • von Katrin Beushausen

      Danke für den Hinweis, machen wir gerne – wir ergänzen die Rangliste so bald wie möglich um die restlichen 35 Forderungen!

  • von Oliver

    Mich erschrickt bei der Umfrage und dem Ergebnis, dass das Thema Überwachung keine große Rolle spielt. Wenn das so weiter geht mit Staatstrojaner und Co. dann sind solche Umfragen bald gar nicht mehr möglich. Und ohne Freiheit (auch Angst- und Meinungsfreiheit) brauchen wir gar nicht versuchen, für die anderen, alle wichtigen Punkte zu kämpfen.

  • von Celle

    Moin, Moin,
    ich vermisse das Exportverbot für Waffen aller Art . Aber wenn das bedingungslose Grundeinkommen wichtiger ist als das verhindern von Bürgerkriegen, sei es drum.
    Trotzdem: Vielen Dank an das Campact-Team für die geleistete Arbeit.

    MfG.

  • von Roland Krause

    Ich bin sehr enttäuscht, dass ich an keiner Stelle die Worte Frieden und Abrüstung lesen konnte.
    Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts! (Willy Brandt)
    In der ganzen Welt wird mit den Säbeln gerasselt, deutsche Soldaten „verteidigen“ unsere (aber nicht meine) Interessen in Ländern dieser Erde, wo sie nichts zu suchen haben. Die USA diktieren Sanktionen gegen Russland, die die deutschen Politiker willfährig umsetzen und so normale wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Russland unterminieren.
    Der deutsche Rüstungsetat soll bis 2020 auf knapp VIERZIG MILLIARDEN erhöht werden. In den öffentlich-rechtlichen Medien wird über eine deutsche Atombombe diskutiert. Meiner Meinung nach müssten diese Themen oberste Priorität haben!

  • von Corinna

    Ich denke, man reduziert zu viel, wenn man nur die ersten 10 Forderungen in die Politik trägt. Ist es wirklich nicht möglich wenigstens die 25 Forderungen dieser Liste mit aufzugreifen? Das fände ich entschieden besser!
    Ich persönlich fand alle Forderungen, die ich bei der Abstimmung zu Gesicht bekommen habe, sehr gut und wichtig!
    Mehr wäre hier mehr!

    • von Tomas Biermann

      Ja, finde ich auch 25 Forderungen besser als 10 aufzustellen sind, die zudem sinvoll zugeordnet werden sollten und auch konkretisiert. ZB Beschleunigter Aufbau von erneuerbaren Energien mit Abbau von Behinderungen und festgelegtem Kohlestromausstieg. Das verbindet zwei Forderungen, die zudem noch Konkretisiert werden sollte. Hier geht es vor allem um Wegnahme von Behinderungen. Derunbegründete PV (Photovoltaik bzw. Sonnenstrom)-Festdeckel von 52 GW ist zu streichen. Angeblich nötig, weil PV zu teuer sei. Die ist aber längst die fast preisgünstigste geworden. Und die PV-Vergütung muss zumindest sofort logisch Erhöhung ermöglichen, die zudem kaum (weit unter 0,001 Cent/ kWh der EEG-Umlage etwas kostet. Sind 2,5 GW a (jährlich) das Ziel, muss auch bei 2,49 GW erhöht werden und nicht erst bei 1,3 GW. Und wir brauchen ohnehin viel mehr (etwa 5 GW a), da ja auch Wärme, Kälte und Mobilität solarelektrisch versorgt werden müssen. Und Kohlestrom nicht mehr aus dem Etat subventionieren usw

  • von Peter

    Die Prioritäten hätte ich persönlich natürlich auch etwas anders gesetzt, was letztlich aber der Meinungsvielfalt entspricht und wohl viel damit zu tun hat, dass alles mit allem zusammenhängt. Das war bereits in der Diskussionsrunde sichtbar. Insofern finde ich die aus meiner Sicht „falschen“ Prioritäten auch nicht so dramatisch, weil, gesetzt den Fall, wir würden mit unseren Forderungen durchdringen, sie auch die entsprechenden gewünschten Wirkungen auf die anderen Themenbereiche hätten. So würde eine Förderung der ökologischen Landwirtschaft sich auch unmittelbar auf die Massentierhaltung auswirken und die Bekämpfung des Lobbyismus ohnehin auf fast alle Bereiche, die Eindämmung und Verteuerung der Leiharbeit auch auf die Rentenhöhe, die Regulierung der Freihandelsabkommen unmittelbar Fluchtursachen bekämpfen (weil viele davon gerade kleinere Staaten in Afrika wirtschaftlich ruinieren), etc. Wichtig erscheint mir, dass aus dem Prioritäten jedenfalls eine Grundströmung sichtbar ist.

    • von Ursula

      Super Kommentar. Danke!

    • von Hans Georg Tegethoff

      Bei der Lektüre der Kommentare werden Trends sichtbar: Offensichtlich waren Vertreter der Friedensbewegung nicht so stark vertreten. Ausserdem scheinen Datenschutz- Fachleute nicht vertreten gewesen zu sein. Das dritte „unterbelichtete“ Thema scheint die Bildung zu sein. Das vierte das Thema Migration. Man müsste also entweder ein Verfahren entwickeln, um nicht repräsentierte Themen nachträglich einzubringen, etwa durch Berücksichtigung der Kommentare, oder in den späteren Phasen der Kampagne, Gespräche mit Kandidaten, diese Themen anzusprechen. Jedenfalls sehe ich in der Initiative eine hoffnungsvolle Mobilisierung demokratischer Willensbildung, für die ich mich ausdrücklich bedanken möchte.

  • von Annette Tillmanns

    Als Biogärtnerin staune ich, dass „Massentierhaltung beschränken“ und „Pestizide deutlich begrenzen“ vor „Ökologische Landwirtschaft umfassend fördern“ rangiert. Wollen wir eine Verbots- und Beschränkungsgesellschaft werden oder haben wir Lust, Lebensräume aufzubauen, sinnstiftende Arbeitsmöglichkeiten zu entwickeln?
    Soviel anderes würde damit vielleicht zugleich gesunden.

    • Trotz der vielen Mühen für die ich sehr Danke, fänd auch besser nicht stur nach Punkten zu priorisieren, sondern auch solche Feinheiten zu beachten, dass eben besser ist, zuerst „Ökologische Landwirtschaft umfassend fördern“ als Forderung zu nennen und dann dem die anderen Punkte „Massentierhaltung beschränken“ und „Pestizide deutlich begrenzen“ dem bei-zu-ordnen. Das macht gegenüber Politikern auch eher verständlich, dass es Alternativen gibt, die auch schon von uns Bürgern erkannt sind und betrieben werden und, dass ‚wir‘ uns da spürbares Wohlwollen und Unterstützung für die umweltfreundlichen Alternativen wünschen und Beschränkungen, Kontrollen,.. bei den ‚weniger umweltfreundlichen‘ oder belastenden Fehl-Entwicklungen, Irrungen,.. der Agrar-Industrie. Das ist in 2/3 Sätzen gesagt und erfassbar. Die Erschaffung einer Umwelt-Polizei wie auch einer Tierschutz-Polizei fänd ich da auch passend, als Idee, denn Tiere + Umwelt können sich nicht selbst Zugang zu ihrem Recht verschaffen.

  • von Joachim Markfort

    Wenigstens in einem Punkt scheinen die campact Bewegten etwas richtig erfasst zu haben: Niemals zurück in die Weimarer Verhältnisse mit ihren Volksabstimmungen, die nur Demokratie feindlichen Extremen von rechts und links die Agitations-Bühne bieten, die sie sonst nicht hätten und niemals haben dürfen!
    Die Mittelschichten, die sich noch aktiv am politischen Prozess beteiligen, wie bei campact, haben noch nie den Mut gehabt, sich für eine Beendigung der ungerechten Einkommensverteilung (d. h. ihrer makabren Ursachen und Auswüchse im Steuerwesen und an den Finanzmärkten) einzusetzen, weil sie ja ganz im geheimen die Hoffnung haben, irgendwann selbst doch noch ein Zipfelchen davon zu erwischen. Frei nach Brecht: Erst kommt das Fressen, dann die Moral, aber das ist DEN DEUTSCHEN zu radikal!

  • von Stephan

    Meinungsvielfalt ist ein hohes Gut und ob ich mit allen Prioritäten übereinstimme oder nicht ist ja letztlich nicht sooo wichtig. Aber letztlich spiegelt die Abstimmung ja genau die Vielfalt der Meinungen und so sind sich gerade mal 40 % der Teilnehmenden bei der Ablehnung von Handelsabkommen einig. Mit anderen Worten für 60% ist das nicht so wichtig bzw. nicht grundsätzlich falsch. Und beim Plastikmüll als zehntem Punkt sind es mal gerade gut 25% der Teilnehmenden die sich diese Forderung zu eigen machen. Da hätte ich mir mehr Übereinstimmung erhofft.

    • von Ralph Feltens

      „… und so sind sich gerade mal 40 % der Teilnehmenden bei der Ablehnung von Handelsabkommen einig. Mit anderen Worten für 60% ist das nicht so wichtig bzw. nicht grundsätzlich falsch. “

      Die Anzahl der pro Person zu vergebenden Stimmen war deutlich kleiner als die Anzahl der Forderungen, die man mit seiner Stimme unterstützen konnte. Letztlich musste man zunächst 6 von 12 Themenbereichen auswählen – wodurch schon einmal die anderen 6 automatisch abgewählt wurden. Anschließend konnte man innerhalb dieser Themenbereiche nur zwei von jeweils fünf Forderungen unterstützen.

      Da ich gezwungen war, Prioritäten zu setzen, konnte ich viele ähnlich sinnvolle Forderungen leider nicht unterstützen. Nach Ihrer Logik sind mir diese Themen weniger wichtig oder unwichtig.

      Unter diesen Voraussetzungen zu suggerieren, die Ablehnung von internationalen Handelsabkommen à la TTIP & CETA wäre 60% der an der Umfrage teilnehmenden weniger wichtig oder gar unwichtig, ist schlichtweg falsch.

  • von Janette

    Wundervoll,eigentlich sind alle Punkte wichtig,traurig,dass wir sie daran erinnern müssen.Sie sollen endlich ihre Plichten erkennen und unsere Umwelt schützen.Tut endlich etwas,es wird Zeit

  • von Willi Mößel

    Tut mir wirklich leid, aber diese Prioritäten kann ich beim besten Willen und mit vollstem Verständnis für die demokratische Entscheidungsfindung weder akzeptieren noch nach außen vertreten. Dass ein (gerade für euch, die junge Generation!) auf den Nägeln brennendes Problem wie die Bekämpfung von Fluchtursachen unter ferner liefen gehandelt wird, finde ich erschreckend! Ebenso das Problem von mehr Steuergerechtigkeit (Vermögens-, Finanztransaktionssteuer). Dass die Massentierhaltung ohne eine massive generelle Förderung ökologischer Landwirtschaft nicht zu beenden sein wird, scheint vielen ebenfalls entgangen zu sein. Das m.E. aber (höflich ausgedrückt) bedauernswerteste Ergebnis ist aber die kostenfreie Bildung auf dem vorletzten Rang! Man sollte in aufgeklärten Kreisen (die hoffe ich bei Campact zu finden) erwarten, dass Bildung als die absolute Voraussetzung für die Entwicklung eines demokratischen Bewusstseins angesehen wird!

    • Da kann ich nur zustimmen.
      Hier standen einzelne Themen zur Wahl und leider kein schlüssiges Gesamtkonzept.
      Wenn man Ja/Nein Fragen zur Abstimmung gibt wird das in ähnlicher Art immer wieder passieren.
      So sind Entscheidungen eher emotional belegte Einzelposten und das hätte bei der Konzeption dieser campact-Aktion klar sein können.

      Letztlich eine Form von Aktionismus, die mit einem Haufen „Wenn“ und „Abers“ von vielen Politikern beiseite geschoben werden wird.

    • von Ernst Breit

      Das sehe ich auch so! Beispiel „Plastikmüll reduzieren“ auf Platz 10 und kostenfreie Bildung auf Platz 24. Entschuldigung, aber wer ungebildet ist, wird auch nicht verstehen, warum Plastikverpackungen schlecht sein sollen.

    • von Rüdiger von Gizycki

      Der Punkt „Keine undemokratische und unfairen Freihandelsabkommen abschließen“ bedeutet natürlich auch, das die ärmeren Länder wie in Afrika beispielsweise hier berücksichtigt werden müssen. Das wiederum fördert deren Wirtschaft und trägt zur Bekämpfung von Fluchtursachen bei.

    • von Tobias Fritsch

      Ich war im ersten Moment ebenfalls regelrecht entsetzt, dass meine subjektiv wichtigsten Forderungen nicht einmal mehr am Rande vorkommen. Beispiel: Stopp von Waffenexporten, Abschaffung von Kernwaffen.

      Darüber hinaus widersprechen sich einige aus diesem Meinungsbildungsprozess entstandene Forderungen sogar, bzw. es fehlen die, vermutlich kontroversen, Teile, die einen Erfolg ermöglichen. Beispiel: Ausbau erneuerbarer Energien UND Ausstieg aus der Kohle. Dafür Bedarf es mindestens eines Energiespeichersystems dessen Kosten völlig unklar sind und dessen Realisierbarkeit überhaupt zumindest in Frage steht. Es werden ja nicht einmal die dringend notwendigen Stromtrassen gebaut. Wahrscheinlich sind Backup-Gas- und vielleicht sogar Backup-Kernkraftwerke für eine funktionierende Energiewende nötig.

      Die verbliebenen Themen zeigen immerhin eine solidarisch-bürgerliche Grundrichtung, die Gemeinwohl vor Gewinnmaximierung stellt. Auf den zweiten Blick bleibt also zumindest „sinnvolles übrig“ :)

  • von Roman Huber

    Ich verstehe nicht, warum Volksentscheide nicht weiter oben sind, könnte man doch damit nahezu ALLE anderen Forderungen umsetzen.

  • Es ist enttäuschend, dass die Punkte für eine gerechte Finanzierung zu kurz gekommen sind.

    Erneuerbare Energien werden durch Umlagen auf den Bürger mitfinanziert.
    Rentenerhöhungen, Verbesserungen im Gesundheitssystem kosten Staat und Bürger Geld.
    Massentierhaltung, Bahn, Umweltschutz, ja alles Punkte die wichtig sind, die aber in großen Teilen gar nicht als Problem existieren würden,
    wenn genug Geld da wäre und die Mehrheit sich Ökologie und Umweltschutz leisten könnte.

    Dass Staatsverschuldung und Geldprobleme aber überhaupt vorhanden sind, weil der Staat in erster Linie mit Sozialleistungen belastet wird
    ist Folge einer Umverteilung durch Vermögenskonzentrationen bei der es zwangsläufig wirtschaftlich Schwache in unserer Gesellschaft geben muss.
    Vermögenssteuer/Grundeinkommen, Finanztransaktionssteuer, Kapitaleinkommen und Löhne gleich besteuern, das wären die wichtigen Punkte gewesen,

    Symptombekämpfung statt Ursachenbehebung

    Schade, dass dafür zu wenig Bewusstsein existiert.

    • von Rotraud von der Heide

      Die Zusammenhänge werden mir erst jetzt klar ! Danke für die Hinweise!

    • von Ernst Breit

      Genau auch mein Eindruck: „Symptombekämpfung statt Ursachenbehebung“

    • Schön kurz & knapp erläutert, find ich. Grund-Einkommen ist jedoch ein breites Feld, was erläutert werden muss, damit die Vielfalt der Menschen dennoch das Gleiche darunter versteht. Mindest-Löhne z.B. und Einkommen in jeder Lebenslage (incl. Kranken-Tage-*, Neu-Orientierungs-Übergangs-*, Umschulungs-*Geld und statt ‚Rente‘). Rente kann dann auch gleich von der Forderungen-Liste gestrichen werden, denn Jede/r möchte ja gern bis zu seinen letzten Tagen zum Gemeinwohl beitragen und kann das sicher auch immer, wenn mit ihm/ihr gefunden wird, Wie(?) also mit welcher (Gesundheit-förderlichen, Fitness-erhaltenden und Menschenwürde-erzeugenden) Tätigkeit(?). Da lässt sich immer was Passendes finden, glaub ich. :)
      ..Alle diese Genesungs-, ‚Orientierungs-, Umschulungs-, Übergangs-Gelder‘ sollten von allen gleich-schwer getragen werden, also von denen solidarisch stärker, denen Entbehrungen leichter fallen, da sie mehr davon zur Verfügung haben, unsolidarisches Zurückhalten bestraft werden.

    • Gesundheit kostet, dem Bürger,.. ??
      ..23 Cent beträgt der gesellschaftliche Nutzen jedes geradelten Kilometers, so rechnen die Stadtplaner in Kopenhagen. Weil das Radeln die Gesundheit fördert + weil es umweltfreundlich ist, also keine Erkrankungen durch Lärm & Abgase fördert.
      ..Für Auto‘s sieht die Rechnung völlig anders aus: Jeder gefahrene Kilometer kostet die Gesellschaft 85 Cent.
      ..folglich könnte durch andere Mobilität (Transport + Verkehr) Gesundheit gefördert und Kosten gespart werden.
      ..so einfach ist das manch mal
      ..und so irritierend sind wir vertriggert worden, dass das nicht jeder/jedem selbst auffällt.
      …(also auch Teil des Thema’s Bildung, denn kluge und solidarische, auf globales Gemeinwohl orientierte Menschen erzeugen weniger Kosten, wie an dem Beispiel zu erkennen ist)
      …(aber auch Teil der Themen Krieg & Flucht-Ursachen, da für’s Radeln kein Sprit gebraucht wird, wofür also auch keine Menschen vertrieben und keine Kriege erzeugt werden [müssen])
      …Verkehr…

    • Bei Massentierhaltung, Umweltschutz, Ökologie ist es ähnlich wie bei Verkehr,… dass hier Gesetze gefunden werden müssen die die Volks-Gesundheit fördern + Ressourcen bewahren + die globales Gemeinwohl fördern oder wenigstens nicht noch stärker beeinträchtigen, also auch weniger (keine) Flucht-Ursachen erstellen und keine Menschen vertreiben, keine Kriege fördern (durch Ressourcen-Beschaffungs-Kriminalität),..
      ..auch hier würde eine gute Aus’Bildung‘ förderlich sein, die unseren Mit-Bürgern leicht möglich macht, die komplexen Zusammenhänge & Abhängigkeiten zu erkennen + unsere/ihre Alltags-Lebens-Kultur freundlicher zu organisieren, in dessen Folge wir weniger Ressourcen (ver)nutzen, die Ressourcen bewahrend nutzen, Dinge langlebig & rück-baubar herstellen,.. Rohstoffe nur so fördern lassen, dass Lebensräume (möglichst) erhalten bleiben,..
      ..dann würden weniger Kosten entstehen oder nachhaltig weniger aufwändige Aufwände, gegenüber folgenden Generationen, weniger Leid schon morgen,..

  • von Hans Hauke

    Gut so! Natürlich gibt es individuell andere Prioritäten, aber der Prozess hat zehn Themen herausgefiltert, die es wert sind, weiter mit Nachdruck verfolgt zu werden. Kann mich sehr damit anfreunden.

    • von Rüdiger von Gizycki

      Hatte aus Versehen auf Kommentar melden geklickt. Das war unbeabsichtigt. Ich stimme Dir voll und ganz zu.

  • von Walter Heß

    Auch wenn es meiner Ansicht nach noch hätte besser sein können – ich bin zufrieden ! !

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