Ein kleiner Tropfen Hoffnung: Palmöl könnte ersetzbar werden

Stolz hält Wissenschaftler Chris Chuck ein kleines Röhrchen in die Kamera. Darin enthalten: ein Stoff, der unser Palmöl-Problem lösen könnte. Doch bis es so weit ist, stehen Indonesiens Regenwälder in Flammen.

von  Anne Beny % Kommentar
Nano-Moderator Ingolf Baur bringt das Problem mit dem Palmöl auf den Punkt:

Jeder von uns verbraucht im Schnitt pro Jahr 18 Kilogramm Palmöl. Es steckt im Biodiesel, im Shampoo, in der Pizza, in Nutella, im Hundefutter, in Kerzen. Palmöl ist eine Basis unseres verschwenderischen Konsums.

Ölpalmen bis zum Horizont

Dafür muss ehemals artenreicher Regenwald mit fruchtbarem Torfboden riesigen Plantagen weichen. Im Video wird das ganze Ausmaß deutlich: Bis zum Horizont stehen Ölpalmen in Reih und Glied. Auch Geograph Baptiste Laville ist bestürtzt:

Diese Produktion geht auf die Kosten von Umwelt, Klima und auf Kosten der Menschen. Das was wir hier sehen ist Ölpalmenwüste.

Trotz der schlimmen Folgen werden in Indonesien weiterhin große Waldgebiete niedergebrannt, um Platz für die Ölpalmen zu schaffen. 2015 gerieten diese Brände außer Kontrolle. Schulen blieben geschlossen und viele litten unter Atemwegsproblemen, die befürchtete Auswirkung auf das Klima war riesig.

Auslaufmodell Palmöl?

Im Labor der Universität Bath wächst unterdessen die Hoffnung auf einen Stoff, der die Abhängigkeit von Palmöl verringern könnte. Mit Ernteabfällen und Hefepilzen konnten Forscher dort ein Öl herstellen, das ähnliche Eigenschaften wie das billige Palmfett hat.

Regenwaldzerstörung – mit Hilfe der Deutschen Bank

Doch bis der Ersatzstoff in ausreichender Menge produziert werden kann, brennen die unersetzbaren Wälder Indonesiens – unterstützt von der Deutschen Bank.

Sie finanziert die beiden Firmen Noble Group und First Pacific/Indofood, die Regenwälder für Palmölplantagen zerstören. Wir fordern von der Deutschen Bank, dass sie alle Geschäftsbeziehungen zu Firmen beendet, die zur Zerstörung der Urwälder in Indonesien beitragen. Hilf mit und unterzeichne unseren Appell:

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Ein Kommentar

  • von Guido Flockenhaus

    Die Verteufelung der Palmölnutzung ist nicht zielführend. Palmöl hat besondere technische Eigenschaften (Schmelzpunkt, Stabilität, Geschmacksneutralität), die bei der Herstellung vieler Lebensmittel sehr geschätzt werden. In Füllcremes für Kekse, Waffeln etc. ist es nur schwer zu ersetzen. Hier wird auch zunehmend RSPO-zertifiziertes Palmöl eingesetzt, das man zum verbindlichen Standard erheben könnte.

    Wenn wir Palmöl überall dort weglassen, wo es nur wegen seines niedrigen Preises (z. B. energetische Nutzung) und nicht wegen seiner technischen Eigenschaften eingesetzt wird, sind wir der Lösung schon viel näher. Das würde die Nachfrage um mehr als 50 % reduzieren und diese Mengen lassen sich auch unter ökologisch vertretbaren, nachhaltigen Bedingungen erzeugen.

    Die Ölpalme bietet den höchsten Flächenertrag aller Ölpflanzen. Ein Ersatz durch andere Öle könnte das Problem sogar verschärfen, da der Flächenbedarf für den Anbau entsprechend steigen würde.

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Veröffentlicht von Anne Beny