Das sind Eure Forderungen

Kurz vor der Wahl wollten wir wissen: Wie stehen die Deutschen eigentlich zu wichtigen Themen wie Massentierhaltung oder Lobbyismus? Wir haben eine Umfrage in Auftrag gegeben - die Ergebnisse sind überraschend.

Ja, es gibt Fragen, die werden kontrovers diskutiert – gerade jetzt, wenige Tage vor der Bundestagswahl. Und es gibt Fragen, die werden gar nicht diskutiert. Und das, obwohl die Mehrheit der Deutschen hier eine eindeutige Meinung hat. Wir wollten wissen: Wie steht Deutschland zu Massentierhaltung, Lobbyismus, Erneuerbaren Energien und Kohleausstieg? 

Die Ergebnisse sind eindeutig

Das Forschungsinstitut Emnid hat vom 14. bis 18. September im Auftrag von Campact rund 1.000 Menschen befragt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Jeweils mehr als 70 Prozent der Befragten fordern eine ganz andere Politik. Und das ist überraschend! Denn die meisten der befragten Wählerinnen und Wähler stimmten in den vergangenen Jahren immer wieder für Angela Merkels CDU – eine Partei, die seit Jahren regiert und trotzdem diese vier Forderungen nicht umgesetzt hat und teilweise systematisch blockiert. 

Das hat das Forschungsinstitut Emnid herausgefunden:

  • 72 Prozent der Deutschen befürwortet die Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters. Denn ein öffentlich einsehbares Lobbyregister schafft Transparenz: Es macht ersichtlich, wer auf welchem Weg versucht, demokratische Entscheidungen zu beeinflussen.
  • 77 Prozent der Deutschen fordern strengere Regeln für die Nutztierhaltung, um Massentierhaltung einzuschränken. Denn die bäuerliche Landwirtschaft schwindet. Die Tiere leiden. Die Lösung: Die Massentierhaltung muss mit scharfen Auflagen drastisch eingeschränkt werden.
  • 82 Prozent der Deutschten fordern, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Die Energiewende wird international bestaunt. Wir müssen sie schnell und entschlossen zu Ende bringen – indem wir Wasser, Wind und Sonne wieder stärker fördern.
  • 75 Prozent der Deutschen wollen, dass die ältesten und klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz genommen werden. Um den Klimawandel aufzuhalten, müssen wir fossile Energien im Boden lassen. Für Deutschland heißt das: bis 2030 raus aus der Kohlekraft.

Hier findest Du die Ergebnisse im Detail.

Unser Kompass für progressive Politik

Den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv beschleunigen, einen schnellen Ausstieg aus der Kohle verankern, Massentierhaltung einschränken und Lobbyismus bekämpfen – diese Forderungen sind auch Teil unseres Kompasses für progressive Politik.

In bundesweit 1.200 Diskussionsrunden haben Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Monaten Ideen gegen den Stillstand entwickelt. 75.000 Menschen haben über ihre Ergebnisse online abgestimmt. Aus den 10 Forderungen, die am häufigsten genannt wurden, ist ein Kompass für progressive Politik entstanden.

Massentierhaltung, Erneuerbare Energien, Lobbyismus und Kohleausstieg: Die nächste Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass diese vier Punkte konsequent umgesetzt werden.

Bitte teile diesen Beitrag mit Deinen Freundinnen und Freunden!

3 Kommentare

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Die einschräkung der Massentier haltung wird mit
    keiner Regierung zum Ervollk führen den in den
    Parteien ist sich jeder selbst der Nähste und dan
    kann man eine progressive Politik schon vergessen
    wie will man den das ales kontrolieren bei den Behörden
    herscht Personalmangel man kann ja viel fordern aber
    es ist nicht einfach zu machen die Kliemawende wird
    schwer den es gibt im Rainland und in der Lausitz eine
    starke Kohlelobby die auch von den Landesregierungen
    unterstüzt werden es geht ihnen um den erhalt der Arbeitsplätze
    genau so ist es mit der Massentier haltung und dem Lobbyregister
    wer das ändern will mus mal vorschläge machen wie das gehen soll

    • HALLO HANS-JOACHIM HAUSCHILD,
      will Dir einen Vorschlag machen, wie das gehen kann.
      Es braucht mehr Menschen, die sich unabhängig machen vom Zwanghaften Wunsch nach Macht und Einfluss.

      Wer dabei mit dem Finger auf die Politiker zeigt darf einmal seine Hand genauer betrachten, ob da nicht ein paar Finger auf ihn zurück zeigen.

      Es braucht Wahlerinnen und Wähler die bereit sind die Partei zu wählen, die ihren Idealen am meisten entspricht, auch wenn sie nicht an die „Macht“ kommen.

      Die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) ist so zu meiner Partei geworden.

      Ohne Firmenspenden und ohne große Aussicht auf die Macht, sammelt sie Überzeugungswähler die mit ihrer Stimme ausdrücken wollen, was sie gut finden.

      Mit dieser Stimme werden die Aktiven ermutigt, ab 0,5% Wahlkostenerstattung ermöglicht und letztlich wirksame außerparlamentarische Oppositionsarbeit gefördert.

      Nur mal so als Vorschlag. :-)

      Andreas

  • Hey Maria,

    ein kontroverser Artikel den du da verfasst hast. Wie du schon sagst kann der Anlass nicht passender sein, da die Bundestagswahl ansteht. Nur weiter so und viel Erfolg weiterhin!

    Viele Grüße
    Michael

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Maria Lohbeck

Trainee Campaigning – Maria Lohbeck, Jahrgang 1989, hat Kulturwissenschaften und Friedensforschung in den Niederlanden, Frankreich und Schottland studiert. Nach Ende ihres Studiums arbeitete sie im Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH) sowie anschließend in der Politischen Vertretung von Greenpeace Deutschland e.V. Vor zwei Jahren gründete sie zusammen mit einem kleinen Team den deutschen Zweig der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons e.V. (ICAN) in Berlin, für die sie als Campaignerin tätig war.