Linkspartei bleibt beim Kohleausstieg windelweich

Über 14.000 E-Mails, hunderte Tweets und Facebook-Posts: Die Postfächer der Linkspartei-Chefs quollen über. Wie die auf unseren Protest gegen die Klima-Killer in Brandenburg reagierten - und warum uns ihre Antwort nicht überzeugt.

Tausende Nachrichten an Katja Kipping, Bernd Riexinger, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: Vergangene Woche hatte Campact zum Protest gegen die Kohle-Politik der Linkspartei aufgerufen. Denn in Brandenburg könnten die Minister der Linken billigen, dass das Klimaziel aufgeweicht wird – damit die dreckigsten Kraftwerke Europas noch Jahrzehnte lang am Netz bleiben können.

Linken-Spitze sah sich zur Antwort gezwungen

Was folgte, war ein Proteststurm. Zehntausende Campact-Aktive forderten von den Linken-Chefs: Raus aus der Kohle, nicht aus dem Klimaschutz! Wer wirklich für den Kohleausstieg steht, darf nicht in Brandenburg gemeinsame Sache mit der Kohle-Lobby machen.

Die Reaktion der Linken-Spitze kam prompt: Nur Stunden nach Beginn unserer Aktion gaben Kipping, Riexinger und der Brandenburger Linken-Vorsitzende Christian Görke vor der Presse und auf Facebook ein gemeinsames Statement ab. „Mit der LINKEN gibt es kein Zurück beim Klimaschutz“, erklärten sie. Das klingt gut – doch bei näherem Hinsehen erweist sich der Satz leider als windelweich. Und zwar aus folgenden Gründen:

1. Klimaschutz ist nicht mit Absenken des Klimaziels vereinbar

In ihrem internen Strategiepapier, das vergangene Woche an die Presse gelangte, schreiben die Brandenburger Linksfraktions-Chefs: 

Mit einem möglichen Aufweichen des Klimaziels der Energiestrategie 2030 nehmen wir keineswegs Abschied vom Klimaschutz in Brandenburg.

Heißt also: In den Augen der Brandenburger Linken ist der Klimaschutz problemlos mit dem Absenken des Klimaziels vereinbar. Absurder geht es kaum. Zumal SPD und Linke mit dem Klimaziel-Manöver die brandenburgischen Kohlemeiler retten wollen – die zu den klimaschädlichsten in ganz Europa gehören. Deren Weiterbetrieb als Klimaschutz zu bezeichnen, ist blanker Hohn.  

2. Bekenntnis zu ihrem Klimaziel fehlt

Das Statement der Linken-Chefs ist wenig wert. Denn das Wichtigste fehlt: ein klares Bekenntnis der Brandenburger Linken zu ihrem Klimaziel. Zwar schrieben Kipping und Riexinger in ihrer Antwort an die Campact-Aktiven, sie wollten ein Aufweichen von Klimazielen nicht zulassen. Hier jedoch sind die Brandenburger Linken nicht Mitunterzeichner. Für das Klimaziel sind sie aber entscheidend, denn sie müssten einer Absenkung des Ziels zustimmen. Doch die wollen sich mit ihrem zweideutigen Statement um ein klares Ja zum Klimaziel herumdrücken.

3. Vage Absichten statt klarer Kante

Riexinger, Kipping und Görke schreiben in ihrem Statement: “Die im Brandenburger Koalitionsvertrag vereinbarten Zielstellungen bestimmen unser Handeln.” Und auch in der Antwort von Kipping und Riexinger an die Campact-Aktiven heißt es nur, man werde sich “entsprechend in die Diskussionen in Brandenburg einbringen”. Das ist keine klare Haltung – sondern eine wachsweiche. Wir erwarten keine vagen Absichtserklärungen, sondern ein klares Statement der Brandenburger Linken: Mit uns bleibt das Klimaziel, wie es ist!

Jetzt Klimaziel in Brandenburg retten

Diese Aussage fordern wir jetzt ein: Gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinitiativen und Umweltverbänden haben wir einen Appell an die rot-rote Regierung in Brandenburg gestartet, um den Ausstieg aus dem Klimaschutz zu stoppen.

Bereits kommende Woche wollen wir den Appell an die Minister übergeben – und dabei klare Worte von den Linken verlangen. Denn wer Klimaschutz will, muss das Klimaziel in Brandenburg retten. Doch dafür müssen ihn möglichst viele Menschen aus Brandenburg unterzeichnen.   

Du lebst in Brandenburg? Dann unterzeichne jetzt unseren Appell an die Landesregierung! 

66 Kommentare

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Bein Kohle ausstieg ist jede Partei doch gleich
    ist doch egal wen man wählt

  • von Thomas Teichmann

    Diese Kampagne gegen die Linke kann ich gar nicht verstehen.
    Noch schlimmer: Wenn ich versuche, sie rational nachzuvollziehen, lande ich bei einer üblen Interpretation: Campact unterstützt indirekt die SPD und die Grünen. Damit wird Campact unglaubwürdig. Jahrelang gegen CETA und TTIP getrommelt. Das war richtig. Denn wenn die Investitionsschutzabkommen weiter so forciert werden, dann sehe ich keine demokratische und menschenfreundliche Lösung mehr, um die katastrophalen Auswirkungen der Wachstumswirtschaft zu mildern. Glaubt Ihr, dass das Ausblenden der sozialen Aspekte den Umweltschutz fördert ? Die Grünen haben sich mit der neo-liberalen Wende längst arrangiert und wollen auch mal mit der Macht kuscheln. Baden-Württemberg ist zum abschreckenden Beispiel geworden. Braunkohle nein, Dieseldreck ja, ist das das Ziel von Campact.
    Ich muss mir die weitere Unterstützung sehr überlegen.
    Viele Grüße
    Thomas

    • von Luise Neumann-Cosel

      Hallo Thomas,

      Campact ist parteipolitisch neutral. Mit unserer Kampagne verfolgen wir weder das Ziel, einzelne Parteien zu unterstützen, noch einzelnen Parteien Schaden zuzufügen. Es geht uns hier ausschließlich um die Sache – also darum, das Aufweichen des Klimaziels zu verhindern. Unser Appell ist daher auch an beide Regierungsparteien in Brandenburg gerichtet, an die Linkspartei und die SPD. Dass wir dabei einen besonderen Fokus auf die Linkspartei richten, liegt daran, dass diese gerade im Bund Wahlkampf mit dem Kohleausstieg macht. Wer mit dieser Forderung Wählerstimmen gewinnen will, aber als Regierungspartei den Kohleausstieg verhindert, den kritisieren wir hart – unabhängig davon, welcher Partei er oder sie angehört. Nach diesem Prinzip handeln wir auch in Baden-Württemberg, wo wir die Grünen wegen ihrer Haltung zum Abgas-Skandal deutlich kritisieren. An unserer Haltung zu CETA und TTIP (und unserer Kritik an der Position der SPD dazu) hat sich im Übrigen nichts geändert.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

    • von R.Debus

      Sehr geehrter Herr Teichmann,
      wie wahr! Was Campact hier verbreitet ist vorsichtig ausgedrückt, nicht richtig. Campact ist wie ich finde parteipolitisch nicht neutral. Hier werden einzelne Parteien gefördert. Die SPD ist alles andere als sozial und die Grünen möchten endlich in die Regierungsverantwortung, ähnlich wie in Baden-Württemberg. Na toll! Wen wunder es wenn die Bevölkerung direkt das Orginal wählt. Aus diesem Grund habe ich auch meine Fördermitgliedschaft nach Erscheinen dieser Kampange gegen die Linken sofort gekündigt. Sehr ist schade, weil viele gute Aktionen gestartet wurden, aber notwendig.

  • von Niclas

    Ich versuch noch mal meinen Kommentar los zu kriegen, leider ist er das erste Mal nach ein paar Stunden verschwunden…

    Mich überzeugt die Reaktion von Campact auf die Antwort der Linkspartei nicht so recht.

    Vielleicht ist Campact doch nicht ganz so unabhängig wie behauptet, siehe
    http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/bundestagswahl/alle-schlagzeilen/gemeinnuetzig-und-parteiisch-unkonventionelle-wahlhilfe/20302330.html

    Ganz neu dazu: „Campact-Kampagne für Karlchen Überall – das hat schon ein Gschmäckle“
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=40168

  • von Ronny Kretschmer

    Hallo Campact-Team,

    neben Fake-News und weiterer unseriöse einseitige Wahlkampfhilfe für die SPD und die Grünen, greift ihr nun auch noch auf AFD-Methoden im laufenden Bundestagswahlkampf zurück. Ihr ruft auf, Wahlveranstaltungen der LINKEN in Frankfurt/ Oder und in Potsdam gezielt zu stören. Gleiches muss Frau Merkel ja auf Wahlveranstaltungen der CDU erleben, wenn der Wutbürgermob tobt.
    Auf der einen Seite betreibt ihr offensichtlich Wahlkampf für die SPD und die Grünen. Auf der anderen Seite greift ihr zu unlauteren Methoden. Ach ja: Die von Campact unterstützte Wahlkampagne für Uwe Kelber (SPD) wird ja begründet, mit der Tatsache, dass Herr Kelber zwar zu einer „Kohlepartei“ gehört und für diese kandidiert, er selbst (also Uwe Kelber) aber gegen die Kohleverstromung auftritt. Komisch nur: Uwe Kelber hat in der namentlichen Abstimmung im Bundestag über den grünen Kohleausstiegsplan gegen diesen Plan gestimmt. Bleibt nur ein Schluss: Campact betreibt Wahlkampf und ist unglaubwürdig

    • von Luise Neumann-Cosel

      Hallo Ronny,

      Campact ist und bleibt parteipolitisch neutral. In unserem Blogbeitrag zur Erststimmen-Kampagne für Ulrich Kelber findest Du viele Argumente, warum diese explizit kein Wahlkampf für die SPD ist.
      Bei unseren Aktionen in Potsdam und Frankfurt/Oder haben wir die Wahlkampf-Veranstaltung der Linkspartei übrigens nicht „gestört“, wie Du schreibst. Wir haben dort z.B. keine Sprechchöre gerufen und die Reden unterbrochen. Wir haben mit unseren Schildern klar Stellung bezogen und unsere Meinung geäußert – und die Diskussion mit den Mitgliedern und Anhänger/innen der Linkspartei gesucht. In beiden Städten haben sich gute Gespräche ergeben.

      Schöne Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

    • von Ronny Kretschmer

      Hallo Luise,

      in Euer Mail an die Campact Mitglieder in Potsdam ruft ihr auf zu Popcorn und Protest. Das Popcorn käme von der LINKEN, der Protest von Campact. Du forderst dazu auf zahlreich vor Ort zu sein. Nun ja, zahlreich war das ja nicht gerade, 10 Personen vielleicht und darunter noch bekannte JUSO-Mitglieder aus Potsdam. Selbstverständlich parteipolitisch neutral! Richtig ist, diese 10 haben keine Sprechchöre angestimmt, sieht man mal vom Sirenengeheul ab, dass immer mal wieder erklang. Festzustellen bleibt, dass Du mit der Aktion der Sache nichts genützt hast. In der Sache muss ein Kohleausstieg so schnell wie möglich und sozial verträglich erfolgen. Die Wahlkampfmanöver die Campact dazu gegen die LINKE fährt sind und bleiben durchsichtig und haben sicherlich nichts damit zu tun, dass Du liebe Luise, in der Vergangenheit als referentin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus gearbeitet hast.

      Schöne Grüße,
      Ronny Kretschmer

  • von Albert Andreas Reetz von Marenbach

    Grüß euch…!

    Nichts gegen eine ökologischere Welt, aber mit den Kohlekraftwerken übertreibt ihr ein wenig..! Es gibt in Deutschland keine 20 Stück mehr..! Aber tausende Heizkraftwerke, die täglich über die Müllverbrennung Tonnen an CO² in die Luft pusten!
    Was denkt ihr, wo euer Strom herkommt- aus der Steckdose..?!

    Habt ihr auch mal daran gedacht, dass an der Kohle eine ganze Region hängt!? Das ein Großteil der technologischen Forschung, auch aus diesen Töpfen finanziert wurde, die Kohle aus der Grube gefördert haben?!
    Besser wäre es, vorhandene Technik biologischer, umweltfreundlicher zu machen und nicht zu verteufeln. Thema: Dieselmotor und Verbrennung!
    Wäre die Menschheit durch eine Etikkommission, nach ihren Taten beurteilt worden- sicherlich wäre auch auf uns schon längst der Deckel..!

    Mit freundlichem Gruß,

    Andreas Reetz

  • von Robert

    In Berlin fragen sich immer noch viele, wie und warum der Volksentscheid Energie scheitern konnte, während vergleichbare Volksentscheide, besonders zum Wasser, das Quorum glatt erreichten.
    Die übliche Antwort lautet, weil Luise Cosel-Neumanns „BürgerEnergie“ die soziale Frage sträflich ignoriert und ausgeklammert hat. „BürgerEnergie“ glaubte es sich leisten zu können, größere Wählerschichten für den Volksentscheid NICHT zu mobilisieren. Vor der Abstimmung habe ich entsprechende Fragen sowohl an den Infotischen als auch per Mail gestellt, und konnte mich über die naiven Antworten nur wundern.

    Wer nun das aktuelle Nachtreten bei Campact gegen eine bestimmte Partei während des Bundestagswahlkampfs betrachtet, während andere Parteien von Campact geschont werden, muss zu Luise Cosel-Neumann feststellen: gar nix gelernt?!
    Plakatiert etwa die Linke „Zwischen Umwelt und Wirtschaft gehört kein oder“? Sowohl Luise Neumann-Cosel als auch Campact machen sich da unglaubwürdig.

    • von Luise Neumann-Cosel

      Hallo Robert,

      wir haben 2013 mit der BürgerEnergie Berlin für den Energie-Volksentscheid in Berlin mobilisiert und dazu aufgerufen, mit „Ja“ zu stimmen. Informationen dazu findest Du unter anderem hier. Ich finde es sehr schade, dass Du unsere (und speziell meine persönliche) Position offenbar anders wahrgenommen hast.

      Völlig unabhängig davon jedoch meinen wir bei Campact, dass ein Absenken der Klimaziele in Brandenburg einen großen Rückschritt beim Klimaschutz und dem Umbau unserer Energieversorgung hin zu nachhaltigen Energieträgern bedeuten würde – und dass das Verhalten der Linkspartei kritikwürdig ist. Auch andere Parteien schonen wir nicht, wenn es nötig ist: In Baden-Württemberg kritisieren wir derzeit die Grünen für ihre Haltung im Dieselskandal. Unser Ziel ist es dabei nicht, einzelnen Parteien im Wahlkampf Schaden zuzufügen (oder andere zu stärken); für uns geht es allein um die Sache, hier also um den Schutz des Klimas.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

  • von Joerg Westhaus

    Wo ist die Alternative für alle,welche vom Bergbau leben?Auch die Rauchwolken.Das ist Wasserdampf.Vor d. BTW kann ich dieses als Mitglied d. Linken nicht teilen.Schließlich gibt es in B.Burg auch andere Parteien,welche für den Abbau der B.Kohle stehen.Bitte kein Wahlkampf pro Grüne.Sozialistische Grüße J.Westhaus

  • von thomas

    Vorab: ich halte Atomkraft und Kohle für keine gute Energieform, auf die wir unsere Zukunft aufbauen sollten.
    Ich vermisse aber in der Diskussion über die Alternativen. Ohne Atomkraft und Kohle wird es dünn für die Grundlast. Gaskraftwerke sind zwar weniger umweltschädlich und gut zu betreiben, aber dann sind wir völlig abhängig von russischem Gas und politisch erpressbar. Und die erzeugen auch CO2. Und die Sonne scheint nicht immer und WInd weht nicht ewig…
    Solaranlagen in Verbindung mit Wasserstoff in Nordafrika wären versorgungstechnisch eine der Lösungen des Energieproblems der Welt. Aber ist das politisch und wirtschaftlich realistisch?
    Andere Ideen?
    Die beste Energieerzeugung ist das Energiesparen. Und da fängt es an uns selber zu betreffen. Wer von uns ist bereit, seinen Elektroherd auf Gas umzustellen, seinen SUV gegen ein vernünftiges Auto zu tauschen etc…
    In einer Demokratie haben nicht die Politiker und die Lobby das Sagen, sondern wir. Aber nur..oops,kein Platz mehr…

  • Es wäre schön, campact würde sich in sachlicher Wortwahl üben,
    nicht nur in Wahlkampfzeiten und insbesondere gegen „Die Linke“.

    Ein wenig Demut und Dankbarkeit wäre hier durchaus angebracht, stattdessen:
    „Die Linken sahen sich angesichts dieser Protest-Flut genötigt, sofort zu reagieren.“

    Wir empfehlen eine „gewaltsame Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg
    und die Gleichbehandlung in der Sache zu Parteien, Personen und Programmen.

    In diesem Sinne, solidarische Grüße von Herzen.

  • von Jochen Böhme-gingold

    Dazu die Worte von Dietmar Bartsch(DIE LINKE) gerichtet an Karin Döring Eckhard (Grüne) im Schlagabtausch im zdf am 04.09. zu den Vorwürfen bzgl. Brandenburg:

    „ Wissen Sie, was sie alles behaupten ist schlicht falsch. Sie lügen glatt. Es gibt keinerlei Entscheidung in der Landesregierung irgend etwas zu verändern. Es gibt ein Papier von 2 Menschen . Dieses Papier ist überhaupt kein Regierungshandeln. Es gibt nirgends etwas,ob was an den Zielen des Koalitionsvertrages, den SPD und Linke dort abgeschlossen haben verändert wird. Es gibt ein Arbeitspapier, dieses Arbeitspapier wir das Licht der Welt nie erblicken. Brandenburgs stellvertretender Ministerpräsident und der Parteivorstrand der Linken haben sich ganz klar dazu geäußert. Das ist eine schöne Kampagne die sie da machen.“

    https://www.zdf.de/politik/wahlen/schlagabtausch-der-tv-dreikampf-100.html

  • von Gerhard Schultheiß

    Vor langer Zeit las ich auf einem Kalenderblatt folgenden Satz eines Franzosen (Name vergessen): Demokratie heißt nicht, die beste Partei in die Regierung zu wählen; Demokratie heißt, bei Unzufriedenheit eine Regierung abzuwählen. Ich jetzt: Eine beste Partei gibt es nicht. Darf sie regieren, wird sie wie alle. Es sei denn: Siehe oben!

    • von Thomas Teichmann

      Kalenderblätter, Herr Schultheiss, verbreiten nicht immer Weisheiten, und in diesem Falle ist es eine einfache faule Ausrede, sich vor der Qual der Wahl zu schützen. Dies ist jedenfalls die Aussage, die sie hier verbreiten.
      Eine Partei wähle ich nicht, um Geborgenheit zu erleben. Eine Partei wähle ich nicht, weil die zu Wählenden Heilige sind, oder ganz besonders tugendhafte Menschen. Und ich nehme auch an, das klingt jetzt an ihre Kalenderblatt-Binsendummheit an, dass Menschen in tatsächlichen oder geglaubten Machtpositionen Druck und Verlockungen ausgesetzt sind, die zu Fehlern führen.
      Also wähle ich die Partei, die am nachhaltigsten und durch verschiedene Personen den Eindruck erweckt, dass ihre Leute ernsthaft daran gehen, mit dem von mir verliehenen Anteil an der Macht Ziele zu erreichen, die ich mir für die Gesellschaft und mich wünsche. Dazu gehört auch, dass ich mir überlege, welche Kompromisse ich denn eingehen würde.
      Da bleibt für mich aktuell die Linke übrig.

  • von Jochen Böhme-gingold

    Es ist schon auffällig wie campact hier Stimmung macht:
    „Die Linke verhindert Kohleausstieg in Brandenburg.“
    „Klimakiller stoppen.“
    „Die Koalition der Wortbrüchigen“
    „Politik für Kohlekonzerne“ „Dominoeffekt dank Trump“…..
    So die Wortwahl wenn es gegen die Linke geht.

    Und es ist ebenso auffällig, wie zurückhaltend Herr Kretschmann behandelt wird:
    „Ministerpräsident Winfried Kretschmann zaudert und will sich nicht festlegen.“
    „Wir wollen von ihm klare Worte hören.“
    „Geben Sie dem Druck der Autokonzerne nicht nach und legen Sie gegen das Urteil keine Berufung ein!“
    Und die Aktion zu Herrn Kretschmann ist auch schon von der campact Startseite verschwunden.

    Und das soll parteipolitisch neutral sein?

    • von Luise Neumann-Cosel

      Lieber Jochen,

      sowohl der Appell zum Dieselskandal, der Winfried Kretschmann adressiert, als auch der zu den Brandenburger Klimazielen ist nicht dauerhaft auf unserer Startseite zu finden – weil es sich dabei um regional begrenzte Kampagnen handelt. Anders als die bundesweiten Kampagnen wie z.B. die zum Thema Plastikmüll bewerben wir diese regionalen Appelle nicht oder nur zeitlich begrenzt auf unserer Startseite. Dabei geht es also nicht um parteipolitische Vorlieben, wie Du vermutest.
      Dass wir gegen die Linkspartei so deutliche Worte wie die von Dir zitierten finden, hat gute Gründe: In Brandenburg gibt es ein internes Papier der Linken-Parteispitze, aus dem hervorgeht, dass die Partei dem Aufweichen der Klimaziele zustimmen will. Das benennen und kritisieren wir deutlich. In Baden-Württemberg hingegen gibt es so ein Papier oder andere vergleichbare Hinweise darauf, dass Ministerpräsident Kretschmann vor der Autolobby einknicken könnte, nicht. Also fordern wir klare Worte von Kretschmann ein. Unsere Wortwahl hat also nichts mit parteipolitischer Stimmungsmache zu tun, sondern orientiert sich immer an der Sachlage.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

    • von Ronny Kretschmer

      Liebe Frau Neumann-Cosel,

      in Ihrer Antwort schreiben Sie leider schlicht die Unwahrheit. Bewusst oder unbewusst, sei mal dahingestellt. Sie schreiben: „In Brandenburg gibt es ein internes Papier der Linken-Parteispitze, aus dem hervorgeht, dass die Partei dem Aufweichen der Klimaziele zustimmen will.“ Falsch!!!
      Es gibt kein Papier der Parteispitze der brandenburgischen LINKEN!
      Wer so etwas wahrheitswidrig behauptet betreibt leider parteipolitische Stimmungsmache.
      Wahr ist, dass es ein Diskussionspapier von 3 Abgeordneten der brandenburgischen Landtagsfraktion gibt. (Darunter der Fraktionsvorsitzende.) Weder er noch die beiden anderen Abgeordneten gehören dem Vorstand des Landesverbandes an, der die „Spitze der Landespartei“ darstellt. Im übrigen hat auch die Landtagsfraktion keinen diesbezüglichen Beschluss oder ähnliches gefasst.
      Sie betreiben ein leicht durchschaubares – aber schlecht gemachtes – Wahlkampfmanöver.

      Beste Grüße
      Ronny Kretschmer

    • von Luise Neumann-Cosel

      Hallo Ronny,

      ich denke, dass man ein Papier, dass sowohl der Fraktionsvorsitzenden als auch der parlamentarische Geschäftsführer unterzeichnet haben, durchaus aus Papier als der „Spitze“ bezeichnen kann, ohne zu übertreiben. Du hast allerdings recht mit Deiner Beobachtung, dass es kein Papier der Partei, sondern eines der Fraktion ist. In der Sache macht dies allerdings wenig Unterschied, denke ich: Es ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass führende Politiker in der Linkspartei in Brandenburg das Aufweichen der Klimaziele billigen wollen. Mittlerweile gibt es übrigens den Entwurf der neuen Energiestrategie, in der das abgesenkte Klimaziel aufgeführt ist. Dieser Entwurf ist mit den verschiedenen Ministerien, also auch denen unter der Führung der Linkspartei, abgestimmt worden. Auch das deutet darauf hin, dass die Linke bereit ist, das Klimaziel zu opfern.

      Mit unserer Aktion machen wir keinen Wahlkampf – weder für noch gegen eine bestimmte Partei. Es geht uns einzig um die Sache. Denn für das Klima wäre das Aufweichen der Klimaziele ein Desaster.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

    • von Ronny Kretschmer

      Hallo Luise,

      schön das sie erkennen, dass ihre vorherigen Wortmeldungen nicht der Wahrheit entsprechen. Leider scheinen sie daraus nur nicht zu lernen. Wie kommen sie dazu wahrheitswidrig zu behaupten, dass der Entwurf des SPD geführten Wirtschaftsministeriums in Brandenburg mit den verschiedenen Ministerien unter der Führung der Linkspartei abgestimmt wurde. Dies ist eine – und diesmal kann man es nicht anders ausdrücken – glatte Lüge!!!
      Selbst die TAZ, die dazu in der vergangenen Woche berichtete, hat dies deutlich gemacht. Der linke Landesvorsitzende und als Finanzminister stellv. Mininisterpräsident, Christian Görke, hat dies in besagtem Artikel auch deutlich artikuliert.
      Fake news hatte ich bisher eher politisch rechts verortet. Das campact zu solch fragwürdigen Mitteln greift enttäuscht mich und bestätigt eher meinen Verdacht, dass hier Wahlkampf gemacht werden soll.

    • von Jochen Böhme-Gingold

      Liebe Frau Neumann Kosel

      ES STIMMT NICHT, wenn Sie behaupten „In Baden-Württemberg hingegen gibt es so ein Papier oder andere vergleichbare Hinweise darauf, dass Ministerpräsident Kretschmann vor der Autolobby einknicken könnte, nicht.

      FAKT IST: Auf ihrem eigenen Blog: https://www.campact.de/dieselabgase/appell/teilnehmen/

      Schreiben Sie:
      „Autolobby und CDU wollen das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart kippen. Es zwingt die Autoindustrie, für saubere Diesel-Fahrzeuge zu sorgen, wenn sie Fahrverbote vermeiden will. Ministerpräsident Winfried Kretschmann zaudert und will sich nicht festlegen….

      Das ist doch ein ganz klarer Hinweis, dass Ministerpräsident Kretschmann vor der Autolobby einknicken könnte. Ansonsten würde campact diese Aktion nicht starten -oder ??

      Mit kritischen Grüßen
      Jochen

  • von Peter Drescher

    Ich bitte doch darum, den Schaum vor dem Mund, wenn es gegen Kohle und Linke geht, weitgehend zu mildern. An erste Stelle bei dieser Diskussion geht es mir um Arbeitsplätze. Wenn das zufriedenstellende geklärt ist, möge man über Nachfolgendes reden. Ich bin ein Älterer, komme aus einer einstigen Bergbaugemeinde (Brieske/Senftenberg), wenn man in Brieske die Kohleindustrie damals vernichtet hätte,, hätte es im Ort 90% Arbeitslose gegeben. Das darf nicht passieren.
    Peter Drescher, jetzt Thüringen

    • von Erik Butter

      Selbstverständlich ist die Kohleindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für eine Region (ich komme aus dem Mitteldeutschen Revier). Trotzdem darf nicht einseitig nur der Erhalt der Arbeitsplätze gefordert werden, denn die Kohleförderung und – verstromung stellt ebenso eine Gefährdung der Lebensgrundlagen jetziger und zukünftiger Generationen dar. Es muss also der Ausstieg aus der Braunkohle und der damit verbundene Strukturwandel unterstützt werden. Dies ist aber nur dann sinnvoll politisch und wirtschaftlich umsetzbar, wenn sich die zuständigen Landesregierungen zu einem konkreten Zeitplan bekennen. Dies versucht die SPD/Linke-Regierung in Brandenburg und auch die CDU/SPD-Regierung in Sachsen jeoch im utopischen Glauben an eine ewige Kohlezukunft zu vermeiden. Die deutschen Braunkohlevorkommen reichen noch bis zum Jahr 2040, also wird Deutschland in diesem Jahr spätestens aus der Kohle aussteigen müssen. Das muss auch eine rot-rote Landesregierung akzeptieren.

  • von Robert

    Den ersten Aufruf hatte ich unterstützt, den zweiten nicht, weil der Widerspruch in Brandenburg jetzt einseitig zur Stimmungsmache gegen DIE LINKE insgesamt inszeniert wird. Warum nicht ebenso bei anderen Parteien?! Sehr traurig für Campact.

    • von Luise Neumann-Cosel

      Hallo Robert,

      es geht uns mit dem Appell nicht um Stimmungsmache gegen die Linkspartei. Wir richten den Appell ja an beide Regierungsparteien in Brandenburg. Anders als die SPD macht die Linkspartei jedoch im Moment Wahlwerbung mit dem Kohleausstieg. Das steht im krassen Widerspruch zur Politik, die sie in Brandenburg betreibt – und genau diesen Widerspruch sprechen wir an. Unser Ziel ist dabei weder, die Linkspartei zu schädigen, noch Werbung für eine andere Partei zu machen. Es geht uns einzig um die Sache: Wenn die Klimaziele in Brandenburg gesenkt werden, damit die Kohlekraftwerke länger laufen dürfen, wäre das fatal für den Klimaschutz. Übrigens kritisieren wir auch alle anderen Parteien, wenn es nötig ist: Etwa die Grünen in Baden-Württemberg für ihre Haltung zum Dieselskandal, die SPD für ihre Position zu CETA und TTIP und FDP und CDU in NRW für den Versuch, Studiengebühren einzuführen.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

  • von Manfred Kofler

    Auch ich möchte eigentlich die LINKE wählen, weil sie sich an die Reichen ran traut. Warum das die wenigsten so sehen, ist mir schleierhaft. Anscheinend geht es der Mehrheit noch zu gut. Allerdings muss es weiterhin heißen: „Raus aus der Kohle“!

  • von Paul Bauer

    Ich habe der Linken Parteispitze gemailt, daß ich sie nicht wählen kann und werde, wenn sie sich nicht für fortschrittliche Klima- und Energieziele einsetzt. Denn auch mit diesen Themen läßt sich schließlich auf breiter Basis soziale Politik machen. Wo ist denn das Problem? Die Linke ist doch wohl keiner Lobby verpflichtet. Oder geht es wieder einmal nur darum, mit einer windelweichen Haltung unbedingt mit an der Regierung zu bleiben…? Ich bin im Moment ( noch) SPD- Mitglied, aber bei deren Programmatik erwarte ich mir nix mehr. Dann kann ich doch gleich Frau Merkels Partei wählen, da weiß ich schon vorneweg, wies kommt. Trotzdem ist für mich die LInke derzeit die vernünftigste Partei. Also werde ich in den nächsten Tagen die SPD verlassen.
    Venceremos.

    • von Thomas Teichmann

      Hallo Herr Bauer,

      wieso lassen Sie sich von dieser billigen Campagne von Campact ins Bockshorn jagen ?
      Ich halte es für richtig, die Linke zu wählen.
      Es ist richtig, dass diese Partei die Soziale Frage sehr hoch bewertet, und das ist für mich der gewichtigste Grund, sie zu wählen. Diese Partei ist auch die einzige der im (nächsten) Bundestag vertretenen Parteien, die sich eindeutig und nachhaltig gegen die Investitionsschutzabkommen stellt. Nur wenn diese Abkommen verhindert werden, wird es auch gelingen, die Braunkohle aus der Energiegewinnung raus zu bekommen.
      Die sozialen Folgen für die Lausitz stellen ganz logisch eine solche Partei vor ein Dilemma. Damit muss man sich aber ernsthaft befassen und Lösungswege aufzeigen für die Betroffenen.
      Was Campact hier macht ist dagegen simple Schmutzkampagne.
      Eine Bundestagswahl ist m.E. schlicht jenseits der Kompetenz einer effektiven Kampagnenorganisation.

      viele Grüße
      Thomas Teichmann

  • von Robert Rabenalt

    Die Antwort-Mail habe ich anders gelesen als Sie, Frau Neumann-Cosel. Für den Moment war die Antwort der Linken ok! Wenn Sie weniger spitz rangehen würden, würde Ihnen auffallen, dass eine Antwort wie Sie Ihnen vorschwebt, wiederum unglaubwürdig erschiene – Versprechungen statt Auseinandersetzng und Diskussion innerhalb der Partei.
    Dass Sie die Geschichte aufgreifen ist gut, aber dass Sie sich so festbeißen, kommt mir unangemessen vor angesichts der vielen Fragen und Themen, die es noch gibt.
    Und 2 Dinge bitte: Die Aufmachung ist reißerisch. Die Zitate sind zu kurz und schwach. Sie wiederholten sich, statt Fakten zu bringen. Das passt nicht zu Campact! Bisher hat Campact immer deutlich Stellung bezogen, ohne parteipolitisch zu werden. Lassen Sie uns Mitdenken und nicht Mitwettern!
    Ich sage das als Fördermitglied und werde bei weiteren tendenziösen Aktionen mein Engagement verringern oder beenden. Campact soll seinen bisherigen hervorragenden Stil bitte behalten!

    • von Gerhard Schellmann

      Und 2 Dinge bitte: Die Aufmachung ist reißerisch. Die Zitate sind zu kurz und schwach.

      Sie wiederholten sich, statt Fakten zu bringen. Das passt nicht zu Campact! Bisher hat Campact immer deutlich Stellung bezogen, ohne parteipolitisch zu werden. Lassen Sie uns Mitdenken und nicht Mitwettern!

      Den ersten Aufruf hatte ich unterstützt, den zweiten nicht, weil der Widerspruch in Brandenburg jetzt zur Stimmungsmache gegen DIE LINKE insgesamt inszeniert wird
      Ich bei weiteren tendenziösen Aktionen mein Engagement verringern oder beenden. Campact soll seinen bisherigen hervorragenden Stil bitte behalten!

    • von Luise Neumann-Cosel

      Lieber Robert Rabenalt,

      grundsätzlich finde ich Auseinandersetzung und Diskussion immer gut, an diesem Punkt verstehe ich allerdings nicht, was die Linkspartei so ausführlich diskutieren möchte. Die Position der Partei zum Kohleausstieg ist eindeutig, die Brandenburger Linken haben sogar per Mitgliedervotum über das Klimaziel abgestimmt. Wenn nun die Kohle-Industrie ihre Kraftwerke länger als bisher geplant betreiben will und dies den Klimaschutz gefährdet, erwarte ich von der Linkspartei eine klares Votum dagegen – entsprechend ihrer Position.
      Ich befürchte, dass die Linkspartei mit dem Argument, man wolle nun erst einmal in der Partei diskutieren, auf Zeit spielt. Die Landesspitze der Brandenburger Linken will eine klare Aussage vor der Bundestagswahl vermeiden, um Stimmenverluste zu verhindern. Wir lassen uns aber hier nicht austricksen, sondern schauen ganz genau hin.
      Dass wir dir Linkspartei hier so deutlich kritisieren, verstehe ich übrigens ganz genau als die deutliche Stellungnahme, die Du von Campact gewohnt bist. Wer mit dem Kohleausstieg Werbung macht, aber in Regierungsverantwortung die Kraftwerke retten will, muss sich unserer harten Kritik stellen! Das gilt für jede Partei; an anderer Stelle kritisieren wir etwa die Grünen für ihrer Haltung im Dieselskandal, die SPD für ihren Umgang mit TTIP und CETA, die CDU und die FDP für ihre Pläne, Studiengebühren einzuführen.
      Wenn Dir eine bestimmte Formulierung von mir zu reißerisch erscheint oder Du ein Argument vermisst, bin ich dankbar für einen konkreten Hinweis, damit ich das in Zukunft mit aufnehmen kann.

      Beste Grüße und herzlichen Dank,
      Luise Neumann-Cosel

  • von Martin Holnburger

    Zwar wähle ich nicht die Linke, obwohl sie einige wählbare Ziele und Grundsätze hat. Aber ich kann nicht hinter allen Forderungen stehen und bin zu sehr Pragmatiker, der nach vielen Jahrzehnten als Wähler gelernt hat, es geht nicht ohne Kompromisse. Es sei denn ich gründe mir eine eigene Partei. So geht es ja vielen, wenn nicht gar den meisten Wählern. Eine freie Wahl ist das freilich nicht, wenn man nur die Wahl für das vermeintlich kleinere Übel hat. Doch anderes bleibt hier nicht übrig.

    • von Thomas Teichmann

      Hallo Herr Holnburger,
      „es geht nicht ohne Kompromisse“ – richtig. Bei ca. 50 Mio stimmberechtigten Rechthabern (ich bin einer davon) sind Kompromisse erforderlich – dann, wenn es um konkrete Einigung geht.
      Befreien Sie sich doch von der Idee des „kleineren Übels“, ein alter undemokratischer Begriff, aus der Zeit, als „Kompromiss“ auch als Schimpfwort genutzt wurde.

      Wenn ich mir die Grundsätze von Campact wieder mal vornehme, so komme ich zu dem Schluss, dass die Linke seit Jahre die Partei der Wahl ist, denn hier finden sich die meisten Forderungen wieder und ihre Vertreter bringen diese immer wieder in das Aushandeln der praktischen Politik ein.
      Man kann dieser Partei vorwerfen, die Umwelt hinter die sozialen Aspekte zu stellen. Aber das eine geht nicht ohne das andere, und auch diese Erkenntnis finde ich am ehesten, wenn auch nicht durchgängig bei allen Sprechern, in dieser Partei wieder.
      Viele Grüße
      Thomas Teichmann

  • von Rainer Knirsch

    Den ersten Aufruf hatte ich unterstützt, den zweiten nicht, weil der Widerspruch in Brandenburg jetzt zur Stimmungsmache gegen DIE LINKE insgesamt inszeniert wird. Denn sowas könnte auch zwischen anderen Parteien, ihren Programmen und ihren Politikern in Landesregierungen skandalisiert werden, aber hallo, gerade von CSU, CDU, SPD, GRÜNEN – wird aber nicht.
    Das Problem der Glaubwürdigkeit fände ich bei folgenden Themen wichtiger: Gegen Privatisierungen wie der von Autobahnen, die der Öffentlichkeit verschwiegen, hintenrum gesetzlich beschlossen werden und von denen dann keiner etwas gewusst haben will. Oder bei der Friedensfrage, wo von Verhandlungen geredet aber gegen die USA-geführte NATO-Einkreisung und ständigen Manövern an den Grenzen zu Russland nicht Stellung bezogen wird. Wann gibt es dagegen eine Campagne zur politischen Glaubwürdigkeit der Parteien, für den Erhalt des öffentlichen Eigentums oder für den Erhalt des Friedens? Erst nach der Bundestagswahl am 24. September?

  • von Hannelore Böhme

    Ich bin dem Aufruf zur Unterschrift nicht gefolgt.
    Hier geht es nicht um Klimaschutz, sondern um Stimmungsmache gegen die Linke.
    Liest man die bisherigen Kommentare, scheint dieses Ziel aufzugehen. Es ist bitter.

    • von Luise Neumann-Cosel

      Liebe Hannelore Böhme,

      schade, dass Du nicht unterzeichnet hast. Wenn die Linkspartei in ihrem Wahlprogramm den Kohleausstieg fordert, diesen aber als Regierungspartei ausbremst und damit das Klima in Gefahr bringt, dann muss sie sich unserer Kritik stellen. Das hat mit Stimmungsmache gegen die Linke nichts zu tun. Uns geht es allein um die Sache – und auch jede andere Partei, die wie die Linkspartei handelt, würden wir ebenso hart angehen.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

  • von Adelheid-Yasmin

    Was ist eigentlich daran so schwer den Kohlekumpels bezahlte Umschulungsangebote für andere Arbeitsfelder zu machen?. Es gab doch immer schon Strukturveränderungen in der Wirtschaft und Fachkräfte in anderen Bereichen werden doch gesucht? Ich verstehe die Politik nicht! Es muss doch endlich mal Bewegung ins Denken kommen! Und wenn die LINKE jetzt auch zur Interessenvertreterin der Industrie wird habe auch ich ein Problem mit dem Kreuz bei der Wahl.

    • von Gisela Staack

      Ich gebe Adelheid völlig Recht !

  • von Hans Pagel

    Ich bin dankbar für die klare Stellungnahme des Bundesvorstands. Wenn die Brandenburger aus der Reihe tanzen, werden sie schon sehen, was sie davon haben. Schon die letzte Landtagswahl sollte ihnen zu denken geben. Auch, wenn die Aussage der Brandenburger Linken nicht ganz klar ist, was ist denn mit der SPD? Auch die Grünen sind da nicht ganz klar. Besonders deren Bundesvorstand eiert inzwischen bei allen möglichen Umweltfragen rum.

  • von Thomas

    Die Linke ist nicht die einzige Partei, bei der ein Landesverband aus der Reihe tanzt (siehe CDU und Bayern :).

    Das Problem mit Brandenburg ist ja nicht neu und für mich als Mitglied schon immer ein Dorn im Auge. Andererseits: Was soll die Bundeslinke tun? Ein Parteiausschlussverfahren für den ganzen Landesverband? Man sollte auch die Grünen nicht für Winfried Kretschmann verdammen, finde ich.

    ( Lustig, dass sich Wahlkampfbots sogar auf diese Seite verirren :D )

    • von Luise Neumann-Cosel

      Hallo Thomas,

      natürlich fordern wir kein Parteiausschluss-Verfahren. Sondern ein klares Statement von den Linkspartei-Vorsitzenden – und zwar sowohl von den Bundes-, als auch dem Brandenburger Landesvorsitzenden: Die Klimaziele bleiben, wie sie sind! Bis jetzt drucksen vor allem die Brandenburger Linken herum und wollen eine klare Aussage vermeiden. Diese Aussage kann auch die Bundespartei einfordern.

      Beste Grüße,
      Luise Neumann-Cosel

  • von Cyrano

    Aus einem Autoauspuff kommt wohl frische Luft raus,und Zitronenfalter, falten Zitronen, wenn man den Ausführungen einiger Kommentatoren hier fogt.Tatsache ist Das Braunkohlekraftwerke in Deutschland die größten Dreckschleudern sindWürde man in Deutschland amerikanische Maßstäbe in Sachen Umweltschutz anlegen müßten3/4 aller Kraftwerke zumachenDie größten Quecksilber-Mengen stießen den Angaben zufolge zuletzt das Vattenfall-Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde mit 505 Kilogramm aus – Quelle: http://www.ksta.de/22436538 ©2017

  • von Danielle

    Aus meinem Wohnzimmerfenster sehe ich zwei Steinkohleblöcke mit zusammen etwa 1.300 MW, die meist bei Windstille laufen. Sie haben Entschwefelungs- und Entstickungs*-Anlagen (*=Katalysatoren zur Reduktion der Stickoxide zu Stickstoff). Sollen die auch stillgesetzt werden? Dass Braunkohle mehr Schadstoffe enthält als Steinkohle, ist mir natürlich klar. Mir ist auch klar, dass aus einem Kühlturm normalerweise Wasserdampf kommt, da man zum Herunterkühlen des Wasserdampfes hinter der Turbine Wasser benötigt, das im Kühlturm zum Teil verdampft.
    Aus physikalischen Gründen ist bei thermischen Kraftwerken nur ein Wirkungsgrad von etwa 40% möglich, der Rest von ca. 60% entweicht immer in Form von Dampf, wenn keine Frischwasserkühlung durch einen Fluss erfolgen kann. Aber auch da entweichen ca. 60% der zugeführten Energie als Wärme.
    Das Dilemma bei ökologischer Stromerzeugung – mit Ausnahme von Flusskraftwerken – ist ja leider, dass nachts bei Windstille die Ökologie versagt.

  • von g. langendorf

    Die DIB kann vielleicht in Zukunft was werden. Aber wir haben Bundestagswahl j e t z t. Das Schlimmste, was passieren kann ist, dass die progressiven Kräfte sich noch weiter zersplittern . Ja, die Linke muss zur konsequenten Einhaltung der Klomaziele gedrückt werden. Aber das ist nicht alles. Sie ist auch die einzige Antikriegspartei, die offiziell zur Kenntnis genommen wird.In der jetzigen Weltsituation brauchern wir sie so stark wie möglich auch im Bundestag. Wenn eine H- Bombe fällt, sind Klimaziele leider zweitangig oder obsolet. Und soll etwa die AfD als möglicherweise drittstärkste Partei die Oppositionsführung im Bundestag übernehmen? Also bitte nicht einspurig denken, trotz Vorbehalte ( die ich auch in anderen Fragen habe.) !

  • von Volker Bethge M. A. Lübeck

    Viele der Kommentatoren beschreiben das Dilemma, in dem alle die stecken, die bisher gute Gründe hatten, die Linkspartei zu wählen. Wo sind die Friedenskräfte sonst parteipolitisch zu greifen? Auch die Linke müsste doch begreifen, dass die geforderte Friedenslogik die Fragen nach Klima, Umwelt, Landwirtschaft und Artenvielfalt umgreift. Es gibt da kein Entweder/Oder.
    Das macht die Wahl dieser Partei so schwer: auf halbem Wege bleibt sie stehen; will das eine ohne das andere. Der Opportunismus der Regierungsfähigkeit zerstört das letzte Vertrauen. Es ist ein Elend.

    • von Thomas Teichmann

      Ich sehe in dem Verhalten der Linken in Brandenburg keinen Opportunismus, sondern einen Kompromiss mit den sozialen Verhältnissen vor Ort. Das tut weh, und es lässt mich auch überlegen, ob mein Votum für diese Partei richtig ist. Aber ich komme zu dem Schluss, dass es richtig ist. Wie würde ich mich an ihrer Stelle entscheiden ?
      Wenn die soziale Absicherung wesentlich verbessert würde, kann man den Kollegen in der Lausitz auch zumuten, dass sie neue Beschäftigungen aufbauen müssen. Wahrscheinlich brauchen wir allgemein die Abkehr von der Wachstumswirtschaft, um die ökologische Katastrophe zu mildern (abzuwenden ist sie nicht mehr), und ob die Linke das schafft, erscheint mir noch sehr unsicher. Zumindest sind aber ein paar kluge und energische Köpfe in dieser Partei, die das zumindest zu denken wagen.

  • von Harald

    Was soll die Wahlwerbung für die DiB hier? Ich habe mir ihr Programm angesehen. Klingt alles gut, so wie bei der LINKEN auch. Wie sich die DiB in der Praxis verhalten würde, wissen wir nicht. Sie wird wohl auch keine Chance haben. Ich hate schon mal auf die PIRATEN gehofft.
    Die LINKE kann verändern, sonst willoder kann es keiner.
    Man muss der LINKEN zeigen, wo’s lang geht. Die Aktionen von Campact haben Wirkung. Deshalb LINKE wählen, Campact stärken!

  • von j

    Energiesparen, Kraft-Wärme-Kopplung, Solar- und Windenergie, Biogas aus Abwässern

  • von Nick Riedel

    DiB !!!

    Alles andere sind nur Heuchler!!!

    • von Thomas Teichmann

      Vorsicht, Ent-Täuschung folgt.
      Das ist schmerzhaft, aber nicht schlimm.
      Bitte mal drüber nachdenken, wie die Entscheidungsfindung in einer Gesellschaft (das ist ein Teil der Polititk) funktionieren kann.

  • von Cato-Irmela Diez

    Ich wähle auf jeden Fall DIE LINKE! SIE SIND GEGEN WAFFENEXPORTE UND FÜR DEN FRIEDEN!SIE HABEN EIN SEHR SOZIALES WAHLPROGRAMM!SIE SOLLTEN IHRE CHANCE HABEN!!!

  • Bisher habe ich GRÜN gewählt. Da aber unser Landesvater Winfried mit den schwäbischen Autoherstellern sympathisiert und ihm diese wichtiger sind als die stickoxydatmende Bürger, wollte ich zu den LINKEN wechseln. Aber offenbar verkackeiern die auch das Volk. Bleibt wohl nur die ÖDP.

    • von Hermine

      Ich bin bei Frau Diez
      Die Grünen regieren ja schon lange mit auf Landes- u. Bundesebene! Sie haben sich auf ökologische Theman spezialisiert! Früher hab ich die auch mal gewählt. Schon lange fühle ich mich von denen “ vergackeiert“.was haben Sie f. Öffentlichen Nahverkehr erreicht in Jahren u.haben Sie sich f. eine Preispolitik eingesetzt, die es Geringverdienern ermöglicht S- u. U-Bahnen zu nutzen oder Hartz-IV Empfängern?
      Man hätte den Menschen auch mal deutlich sagen können, dass nicht jeder Haushalt 2 Kühlschränke oder 3 Autos braucht!
      Schulen sind marode etc. Dazu höre ich von den Grünen nicht viel!
      Sie sind eine bürgerliche Partei wie viele andere auch! ÖDP oder Xy oder weiss nicht was führt zur weiteren Zersplitterung linker, fortschrittlicher Ansätze.Das ist sehr Comod Wenn wir das mit unseren Stimmen schon vorher erledigen!
      Vor’m Kommunismus brauchen wir uns nicht fürchten! Er ist bisher utopisch! Was sich so nannte, ist ja nunmal gescheitert. Die Zeit läuft weiter!

  • von Haus Petrarca

    Soweit ich als Franke lese, muss doch ein Regierungs Neuanfang stattfinden u. eine Ablösung erfolgen. Gruß v. HR. GRIFF

  • von Peter Booß

    Seit Jahren wähle ich dIE LINKE. Nicht, weil ich mit allen Zielen übereinstimme sondern weil mir generell daran liegt, dass Politik zukunftsorientiert statt marktwirtschaftlich gedacht wird und weil Glaubwürdigkeit die Wähler zu Recht fordern.
    Welche Partei oder Gruppe kann ich jetzt wählen, wenn selbst DIE LINKE ihre Ziele verrät?
    Bin zwar ein Rentner aus dem bürgerlichen Lager, aber Glaubwürdigkeit zählt nicht nur für mich zu den wichtigsten Wahlkriterien.
    Peter Gooß, DARMSTADT

    • von Gerda Mertig

      Hallo,
      Schauen Sie bitte mal auf die Seite von Demokratie in Bewegung = DiB.

      Mit hoffnungsvollen Grüssen
      Gerda Mertig aus Franken

    • von Karl-Heinz Ziegler

      Lieber Herr Gooß!
      Sie sprechen mir aus dem Herzen.
      Leider ist es so bei allen Parteien.
      Aber wählbar sind dieParteien, welche wir selber gründen würden.
      Die Grünen waren das mal.
      Immerhin haben sie die großen Parteien mächtig ins Schwitzen gebracht.
      Die Roten sollten mal echt ne Chance bekommen, auch wenn nicht alles was im Programm steht, schnell erreichbar sein wird.
      Oder sollen wir fortschrittlich denkenden Menschen der AFD zur Stärkung verhelfen?
      Nie und nimmer.

    • von Thomas Teichmann

      Ja, auch ich wähle seit Jahren meist die Linke.
      Manchmal auch anders. Bei lokalen Gemeindewahlen schaue ich mir alle Kandidaten und ihre Positionen offen an. Da ist Parteizugehörigkeit doch irrelevant.
      Aber im Bund sind die Linken die einzig spürbare Kraft, die eine Besserung in der sozialen Frage bewirkt, und die auch ökologische Ziele verfolgt. Dazu ist sie nach meiner Beobachtung erst auf Verlangen ihrer Unterstützer gekommen, und das sehe ich positiv.
      Deshalb diesmal wieder.
      viele Grüße
      Thomas Teichmann

  • von Claus-Gerd Hoes

    Die LINKE wäre als Wahlalternative interessant.
    Aber OHNE klares bundesweites Bekenntnis gegen Klimakiller geht da gar nichts mit Kreuz bei der Wahl!!!

  • von Oliver

    Danke für die diese Aktualisierung. Es wäre das erste mal gewesen, dass ich die Linken gewählt hätte (Gut, dass ich gestern doch noch kein Kreuzchen gemacht habe).

    Wie ich es der Linken angekündigt habe, ist es mit damit vorbei. Ich wähle DiB

    • von Gerda Mertig

      DiB ist die Zukunft!

      Danke

  • von Peter Tobschall

    Das Bild ist etwas irreführend.
    Für mich sind das Kühltürme aus denen Wasserdampf aufsteigt und keine Schornsteine aus denen Abgase aufsteigen

    • von Oliver

      Wasserdampf, der nur deshalb da oben raus kommt, weil 70% der Energie, die in der Braunkohle steckt, sinnlos als Abwärme in die Luft geblasen wird. zusätzlich zum C02.

    • von Erik Butter

      Dem Wasserdampf, den die Kühltürme abgeben werden die Abgase (also im Idealfall CO2, leider auch noch andere Umweltgifte wie Quecksilber) beigemischt. Dies ist die effizienteste Lösung. Dass aus einem Kraftwerk nur weiße Wölkchen kommen, heißt also nicht ,dass es auch sauber ist.
      Leider sind die deutschen Braunkohlekraftwerke nicht nur schmutzig (was Klimagase und Schwermetalle betrifft), sondern auch inefizient, sodass die Abgase mit mehr Wasserdampf „verdünnt“ werden. Insbesondere die lausitzer Braunkohlekraftwerke belasten jedoch nicht nur unsere Luft, sondern durch die anfallende Asche und den im Tagebau anfallenden Abraum auch unsere Böden und Gewässer. Deshalb kann das Problem Kohleverstromung nicht nur auf die Abgase reduziert werden.

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Veröffentlicht von Luise Neumann-Cosel