Kein Jamaika mit Glyphosat

Weitere zehn Jahre Glyphosat auf unseren Feldern? Darüber entscheidet die EU bereits am Mittwoch. Es sieht so aus, als wolle die Kanzlerin das Ackergift nicht verbieten. Doch mit den Jamaika-Verhandlungen haben die Grünen ein Ass im Ärmel – jetzt müssen wir sie dazu bringen, es auch zu ziehen. Damit Merkel Nein sagt zu Glyphosat. Bitte unterzeichne jetzt unseren Eil-Appell.

Noch schnell Glyphosat durchwinken, bevor die Grünen mit am Kabinettstisch sitzen: Das könnte Kanzlerin Angela Merkel schon am Mittwoch machen. Dann geht es in Brüssel um die Zukunft des Ackergiftes. Die EU will, dass Monsanto seinen Bestseller weitere zehn Jahre verkaufen darf. Und wirbt dafür mit einem Gutachten, das Glyphosat vom Krebsverdacht befreien soll. Doch gerade kam heraus: Entscheidende Stellen sind abgeschrieben – aus Studien von Monsanto.

Spritzt Jamaika Glyphosat?

Zehn weitere Jahre Glyphosat – für die Grünen ein Desaster. Während Jamaika verhandelt, ermöglicht Merkel das Ackergift: Jamaika wäre von Beginn an wie Schwarz-Gelb mit grüner Zierleiste. Eine Koalition der Konzernlobbyisten. 

Jetzt zu Beginn der Treffen wollen sich die Jamaika-Verhandler/innen harmonisch zeigen. Damit die Grünen trotzdem für den Glyphosat-Ausstieg den ersten Krach riskieren, müssen wir sie antreiben.

Noch vor Mittwoch wollen wir den Verhandler/innen eine riesige Glyphosat-Flasche vor die Tür stellen – zusammen mit 200.000 Unterschriften unter unserem Appell: “Kein Jamaika mit Glyphosat!” Dann müssen die Grünen Glyphosat zur Sprache bringen – und können Merkel noch zu einem Nein zwingen. Wir müssen aber alle richtig schnell sein: Bitte unterzeichne gleich jetzt unseren Eil-Appell!

Dr. Stefan Weber prüft, ob Doktor- und Diplomarbeiten irgendwo abgeschrieben wurden. Als er das Gutachten über die Unbedenklichkeit von Glyphosat des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in die Finger bekommt, stellt er fest: „Über zahlreiche Seiten hinweg wurden Textpassagen praktisch wörtlich übernommen” – aus Studien, die von Monsanto stammen. Quellenangaben gibt es keine, Hinweise auf die eigentlichen Verfasser/innen wurden entfernt. Eine “bewusste Verschleierung”, sagt Weber.

Drückt Merkel Glyphosat noch durch?

Das Gutachten ist die Basis dafür, dass die EU-Kommission Glyphosat weiter zulassen will. Ein solches Plagiat darf der Kanzlerin nicht egal sein. Im Gegenteil: Es muss sie dazu bringen, das Unkrautgift zu stoppen. Alles andere gefährdet unsere Gesundheit. Damit Europas Äcker glyphosatfrei werden, muss Deutschlands Nein her.

Die Grünen haben jetzt ein starkes Druckmittel. Sie können das Glyphosat-Aus zur Jamaika-Bedingung machen. Das würde auch zeigen: Die Partei ist nicht nur Jamaika-Zierde – für grüne Inhalte legt sie sich auch mit Union und FDP an.

Seit Jahren kämpfen wir gegen Glyphosat und sind sehr weit gekommen. Ohne das Engagement hunderttausender Campact-Aktiver und das unserer Bündnispartner wäre die Gefahr durch das Pflanzengift in der Öffentlichkeit noch immer nicht bekannt. Am Mittwoch fällt die Entscheidung: Lasst uns jetzt noch einmal alles geben. Es bleiben nur noch wenige Stunden. Bitte unterzeichne sofort unseren Appell für das Glyphosat-Nein.

PS: „Die Zeit ist reif für den Glyphosat-Ausstieg“, sagte Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt im Juli. Kanzlerin Merkel müsse „endlich ihre besondere Verantwortung anerkennen“. Wir sagen: Nun liegt die Verantwortung auch bei Ihnen, Frau Göring-Eckardt! Das müssen wir ihr jetzt zeigen – bitte unterzeichnen Sie unseren Eil-Appell.

Du hast bereits unterzeichnet? Dann teile jetzt diesen Beitrag mit Deinen Freundinnen und Freunden!

12 Kommentare

  • von Hans-L. Heidecke

    Was nicht mehr in das vorgeschriebene Textformat passte, aber sehr viel mehr die Menschen in Ängste versetzen sollte. 30% der Rachen- Kopfkarzinome gehen auf Oralsex zurück und das betrifft ca.8 von 100 000 Menschen in D. Jedes Jahr. Ausgelöst durch das HP- Virus.

  • von Hans-L. Heidecke

    Diese Aufregung um Glyphosat hier im Netz ist der Sache nicht dienlich. Man kann die Verhältnisse in Südamerika nicht mit Europa vergleichen. Bei uns wird der Umgang mit den Spritzmitteln restriktiv, verantwortlich und qualifiziert gehandhabt. Dies ist eben leider in anderen Ländern nicht gegeben, schon weil den Arbeitern dort Voraussetzungen wie Lesen und Schreiben fehlen und ein angelernter Selbstschutz im Umgang mit gefährlichen Stoffen nicht beigebracht wird . Allein, das ist schlimm, ist natürlich nicht Schuld der Arbeiter.
    Im Film wird schnell von Glyphosat auf andere Planzenschutzmittel umgeschwenkt und alle Schäden aber unter Glyphosat subsummiert. Das ist einfach nicht fair, zudem sind praktisch alle anderen Planzenschutzmittel in der Regel wesentlich prekärer.
    Würde man in Europa Glyphosat austauschen, käme das dem Austreiben des Teufels mit dem Belzebub gleich.
    Im Übrigen gibt es nicht einen einzigen Fall einer Krebserkrankung in Deutschland durch Glyphosat.

    • Ich kann diese Geisteshaltung in keinem Fall nachvollziehen. Es geht nicht um Fairneß gegen Glyphosat. Es geht darum, dass Gift in der Erde – egal durch welchen Stoff – letzendlich in den Körpern von Mensch und Tier landet. Es geht auch nicht um den Nachweis, das das Gift Krebs verursacht. Es ist eher der Nachweis zu bringen, dass es total unschädlich für die Umwelt ist. Und daran hapert es gewaltig. Gerade diese Art von Verharmlosung ist genau so gefährlich, wie die Einbringung selbst

    • von k.

      ich will heinz elflein nur zustimmen.
      es geht auch nicht allein um krebs. es gibt viele, außergewöhnlich viele und jeweils ähnliche fälle von fehlbildungen bei neugeborenen, und wie der film „roundup – der prozess“ zeigt, nicht nur in argentinien oder sonstwo weit weg, sondern zum beispiel auch in frankreich. und gerade speiseröhren-aträsien werden gehäuft gemeldet.
      mein enkel hatte bei der geburt eine analaträsie, also keinen darmausgang. er musste 3 tage nach der geburt eine komplizierte operation über sich ergehen lassen und leidet immer noch an erheblichen darmfehlfunktionen.
      selbstverständlich hieß es bis zur geburt und (wegen des nicht-bemerkens des fehlenden darmausgangs durch die ärztin) noch einen tag danach, das kind sei rundum gesund und in ordnung.
      bis vor einigen jahrzehnten wurde auch noch munter mit E605 und DDT gespritzt. inzwischen gottseidank verboten. (auch dagegen gab es großen widerstand der hersteller) nun gibt es eben glyphosat, und auch das muss verboten werden.

    • von Anja

      Dieser Kommentar von Herrn Heidecke ist absolut falsch. Glyphosat und andere Pestizide sind mit Sicherheit krebserregend. Jeder der aus der Landwirtschaft (ja aus Deutschland) kommt weiß das. Mein Vater und mein Onkel kommen aus in der Landwirtschaft und sind beide an Krebs gestorben. Und viele andere. Die Regierung muß handeln sonst macht sie sich meiner Meinung sogar strafbar. Es ist auch einfach von Frau Merkel zu sagen, daß es nicht nachzuweisen ist. Klar wenn das Bundesregierung kein Geld für unabhängige Forschunginstitute zu Verfügung gestellt werden. Wir nehmen Glyphosat und andere Pestizide alle in unsere Nahrung auf. Ich weiß welches biologisches Gemüse ich nehme. Das ist keine Lösung. Frau Merkel muß handeln dafür müssen wir kämpfen, für unsere Gesundheit, für unsere Familien.

  • von Heffi
    • von Daniela Antons

      Hallo Heffi,

      vielen Dank für den Hinweis.

      Viele Grüße, das Campact Team

  • von Sönke

    Pispers fragte es schon – nennen sie mir irgendwas, was in den letzten 30 Jahren besser geworden ist …
    …seit Jahrzehnten versprechen alle Parteien vor der Wahl bessere Löhne, bessere Renten, bezahlbare Mieten und mehr Umweltschutz …
    Und nach der Wahl sitzen die sich ihre Hintern im Bundestag platt und Nocken ab, was Lobbyisten vorgeben.
    Die Grünen ? … Tobias Mann sang es in seinem Song Abschiedslied – die Grünen sind gegen Alles, aber machen ALLES mit !
    Traurig aber leider nur allzu wahr …
    Die Veganer drängen halt zuerst zu den Fleischtöpfen … Aber FDP CDU CSU SPD …selbst Linke und AfD sind da kein Deut besser !
    Hört doch auf zu glauben, das ihr mit Appellen und Unterschriften irgendwas ändern könnt !
    Bringt 80 Mio Menschen auf die Straße !
    Egal ob sie „links“ oder „rechts“ sind ! Kümmert Euch nicht um solche Details – es geht um Themen die verbinden sollten – und nicht teilen – es geht um gesundes Essen und Trinken !
    Da wäre Bio selbstverständlich ! Keine Geldfrage !

    • von Daniela Antons

      Hallo Sönke,
      Campact-Aktive konnten bereits etliche wichtige Veränderungen bewirken. Zum Beispiel haben sie entscheiden dazu beigetragen, dass:

      der Gen-Mais MON 810 im Jahr 2009 verboten wurde
      die Nebeneinkommen von Bundestagsabgeordneten immer weiter offen gelegt werden
      die atomkritische Haltung der Bevölkerung massiv sichtbar und so der Atomausstieg befördert wurde.

      Mit unseren Kampagnen treiben wir sozialen, ökologischen und demokratischen Fortschritt voran – für eine Welt, in der alle Menschen ihre Freiheit gleichermaßen verwirklichen können. Progressiv nennen wir Politik, die unsere Umwelt schützt und Frieden schafft, die demokratische Teilhabe stärkt und gleiche Bildungschancen gewährleistet, die Bürgerrechte verteidigt und Flüchtlinge willkommen heißt, die für soziale Gerechtigkeit sorgt und für eine solidarische Steuerpolitik eintritt, die Diskriminierung abbaut und Gleichberechtigung herstellt. Gemeinsam können wir Veränderung bewirken.

      Viele Grüße,
      das Campact-Team

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Frau Merkel wird ihre Politik weiter so machen wie bis her
    da ran wird sich nichts ändern die Grünen und die FDP werden es
    schwer haben sich durch zu setzen in der EU ist Glyphosat umstritten
    die Einen sagen es ist Krebs erregent die Anderen sagen es ist nicht Krebs erregent
    ich weis nicht was man noch glauben soll ich denke mal das die EU Glyphosat weiter
    genehmmigen wird für ein Volksentscheit gibt es keine Mehrheit im Bundestag und Bundesrat
    auserdem müst das Grudgesetz geendert werden das Zietat seher geerter Herr Brandl ist nicht
    von Altbundeskanzler Schröder sondern von Altbundeskanzler Konrad Adenauer

    • Sie haben recht Hr. Hauschild der diesen Satz als erster in Deutschland verwendet hat, war womöglich der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer.
      Nur die wenigsten wissen, in welchen Kontext das damals Adenauer sagte, wissen Sie es?
      Es geht hier um das Tagesgeschäft in der Politik, und eines möchte ich mal klarstellen wollten die Parteien wirklich, das Volksentscheide nach Schweizer oder Irischem Modell einzuführen, wäre ein Grundgesetzänderung von allen Parteien im Bundestag determiniert.
      Und im übrigen sollten sie sich mal den Vortrag von Carlo Schmid: Rede zum GrundGesetz (08.09.1948) anhören auf youtube.
      Und achten Sie wieviele diese Rede sich dies seit Einstellung des Beitrages angehört haben, ist beschämend.

  • Die Grünen wollen mitregieren da werden sie sich moderat verhalten, und Merkel bekommt ihr Glyphosat durch. Genauso verhält es sich mit Volksentscheiden bundesweit. Man kennt doch den gesprochenen Satz vom Altbundeskanzler Schröder – „Was interessiert mich das Geschwätz von gestern“!
    Diesen Satz wird wohl keiner mehr widerholen, aber danach handeln, werden Sie sehr wohl!
    Sollte es trotzdem anders kommen, wäre ich mehr als überrascht!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

1000 Zeichen verbleiben

Veröffentlicht von Gerald Neubauer

Campaigner – Gerald Neubauer, Jahrgang 1975, ist seit über zwanzig Jahren aktiv in Protestbewegungen. Er organisierte gewaltfreie Aktionen gegen Castortransporte und war einer der Gründungsstifter der Bewegungsstiftung. Nach einem Studium der Politik, Philosophie und Soziologie arbeitete er im Sonderforschungsbereich Staatlichkeit im Wandel zum Thema internationaler Verrechtlichung. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit zivilem Ungehorsam in der internationalen Politik. Von 2012-2014 arbeitete Gerald als Campaigner für Greenpeace zum Thema Kohleausstieg.

Veröffentlicht von Daniela Antons