Danke, München!

München stimmt für den Kohleausstieg: Das Kohlekraftwerk München Nord muss stillgelegt werden. Das könnte der Einstieg in den bundesweiten Ausstieg sein - wenn Jamaika mitmacht.

Knapp. Das ist die einsilbige Zusammenfassung von Münchens Steinkohle-Bürgerentscheid. Schon die ersten Zwischenergebnisse am Sonntag zeigten: Die Mehrheit der Wähler/innen will den Kohleausstieg. Doch würde das Bündnis „Raus aus der Steinkohle“ auch das notwendige Quorum von zehn Prozent Ja-Stimmen schaffen? 

Über 111.000 Ja-Stimmen!

Über eine Stunde bangen – dann die Erlösung: über 111.000 Ja-Stimmen. Der Bürgerentscheid ist gewonnen. Das Kohlekraftwerk München Nord muss stillgelegt werden. Dieser Erfolg ist auch Dein Erfolg.

Das enge Münchner Ergebnis macht deutlich: Bei Wahlen und Abstimmungen kann es auf jede einzelne Stimme ankommen. Auch deswegen ist der Einsatz jeder und jedes Campact-Aktiven so wertvoll. Ihr Tun zeigt Wirkung – nicht nur in München.

25.000 Menschen demonstrieren gegen die Kohle

Der feste Glauben an die Kohle bröckelt. Auch anderswo. Am Montag startete in Bonn die 23. Weltklimakonferenz. Bereits am Samstag versammelten sich 25.000 Protestierende zur größten je dagewesenen Anti-Kohle-Demo.

Das zeigt ebenso wie der gewonnene Bürgerentscheid: Die Menschen wollen den Kohleausstieg jetzt! In Berlin ist das durchaus angekommen. Bei den Jamaika-Verhandlungen sind die Energiewende und der Kohleausstieg Reizthemen.

Von München bis Hamburg

In Hamburg plant derweil Energiesenator Jens Kerstan (Grüne) den Kohleausstieg bis 2025. Doch seine Pläne müssen im Senat noch genehmigt werden. Der erfolgreiche Bürgerentscheid in München, die Mammut-Demo in Bonn: Das wird auch im Norden ordentlich wirken.

Die Entscheidung der Münchner/innen bringt die Energiewende in der ganzen Republik in Bewegung. Jetzt sind die Lokalpolitiker dran, zu handeln.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach haben angekündigt, das Ergebnis des Bürgerentscheids zu akzeptieren. Doch es gibt auch trotzige Reaktionen. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl überlegt laut, sich am Bürgervotum vorbeizumogeln. Sein Trick: die rechtliche Bindungsfrist des Bürgerentscheids von einem Jahr abwarten und den Ausstieg aussitzen.

Von wegen! Gemeinsam mit Euch und unseren Bündnispartnern werden wir ihn daran erinnern: Der Kohleausstieg wird nicht vertagt!

Mach den Kohleausstieg bekannt und teile den Beitrag mit Deinen Freundinnen und Freunden!

3 Kommentare

  • von Jochen Böhme-Gngold

    Sehr schön, der Bürgerentscheid gegen das Kohlekraftwerk in München.

    Aber das ist nur ein kleiner Schritt.

    Was zurzeit in Berlin bei den Jamaika Sondierungsgesprächen abläuft, ist ein gewaltiger Schritt zurück:
    „Jamaika ist dabei, sich endgültig vom Klimaschutz zu verabschieden“, sagt der Klimaexperte von Greenpeace Tobias Münchmeyer „Mit lächerlichen 50 Millionen Tonnen würden Kohlekraftwerke gerade die Hälfte des Nötigen zum Schutz des Klimas beisteuern. …..So wird Deutschland seine Klimaziele krachend verfehlen.“

    Und campact?

    campact schweigt zu den Klimakillern der Jamaika Expedition

    Warum ?

    Woher kommt die plötzliche Beißhemmung bei campact ??

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ich halte die Demo von Bonn für nicht hilfreich den
    die Energiekonzerne wollen nicht aussteigen und
    in den Regierrungsverhandlungen kann man schon
    sehen das der Kohlenaustieg weich gespült wird sebst
    die Grünen sind zum kompromiß in der Frage bereit
    einer seitz wird gesagt wir müssen sofort aus der Kohle raus
    aber was kommt dann wolt ihr die ganze Landschaft mit
    Windräder voll stellen gegen die auch schon Demonstriert wird
    oder sollen auf jedes Haus Solaranlagen gebaut werden in Bayern
    hat man zwar für den Kohleaustieg gestimmt ich glaube nicht das
    Abstimmung bindent ist da rüber werden wider die Gerichte entscheiden müssen
    und gegen die Verkabellung sind Menschen auf dei Straße gegangen es sind
    einige Atomkraftwerke abgeschaltet aber man weis immer noch nich wo hin
    mit dem Müll so jetz will ich mal von euch wissen wie ihr mir die Energiewede
    Verkaufen wollt und macht mal brauch bare Vorschläge die man auch umsetzen kann

  • von Konrad Hell

    Der Klimawandel ist nicht durch den CO2 Ausstoß bedingt, sondern nur durch Sonnenzyklen und die einzigen menschengemachten Ursachen sind die Abholzung der Regenwälder und die Verschmutzung der Ozeane. Wenn sie etwas anderes glauben, dann erklären Sie mir bitte, wieso Gärtner CO2 in ihre Gewächshäuser leiten, um das Pflanzenwachstum anzuregen. Pflanzen brauchen CO2 um zu überleben!
    Es gab schon immer Schwankungen in der Erdtemperatur, auch vor der Industrialisierung, aber durch Sonnenzyklen.

    Ich halte es außerdem für keine gute Idee, alle Kohlekraftwerke (und auch Atomkraftwerke) sofort abzuschalten, da wir mit den Windkraftanlagen ganze Naturstriche verhässlichen und tausende Vögel töten. Ein anderer Punkt ist, dass unser gesamtes Stromnetzwerk in Deutschland nicht für 100% Ökostrom ausgelegt ist, mal ganz abgesehen davon, dass man sich nicht auf Wind und Sonne verlassen kann.

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Veröffentlicht von Michael Stanglmaier

Campaigner - Dr. Michael Stanglmaier, Jahrgang 1963, ist seit über 25 Jahren aktiv im Umwelt-, Energie - und Verkehrsbereich. Neben seinem kommunalpolitischen Engagement gründete und leitete Michael mehrere Bürgerinitiativen. Darüber hinaus ist er Mitbegründer und ehrenamtlicher Aufsichtsrat einer Bürgerenergiegenossenschaft. Michael studierte Chemie und promovierte am Genzentrum München. Seit 2015 ist er als Campaigner bei Campact zuständig für die TTIP/CETA Kampagne in Bayern.