CDU Feminismus Demokratie Klimakrise Verkehr Campact WeAct AfD Medien Montagslächeln

Liebe Grüne, Kohleausstieg – oder lasst Jamaika sein!

Mit unserem Offenen Brief in der taz machen wir den Grünen klar: die rote Linie bei Jamaika ist erreicht!

Jamaika nur mit Kohleausstieg. Campact-Protest in Berlin. / Foto: Ruben Neugebauer, Campact e.V. [CC BY-NC 2.0]
Teilen
E-Mail senden

Liebe Katrin Göring-Eckardt, lieber Cem Özdemir, liebe grüne Sondierungsgruppe,

auch uns ist klar, dass Ihr bei den Sondierungen an diesem Wochenende schmerzliche Kompromisse machen müsst. Doch beim Klima, der Zukunftsfrage der Menschheit und dieses Planeten, liegt jetzt schon von Eurer Seite viel zu wenig auf dem Tisch. Weitere Zugeständnisse können wir uns nicht leisten.

Die rote Linie für Jamaika: das Klimaschutz-Ziel von minus 40 Prozent CO2-Ausstoß bis 2020. Dieses Ziel duldet keine Kompromisse. Entweder man schafft es – oder nicht. Derzeit fehlen uns gut 12 Prozentpunkte. Diese innerhalb von drei Jahren einzusparen, kann funktionieren – aber nur mit einem sehr beherzten Kohleausstieg.

Gebäude sanieren, Heizungen austauschen, beim Verkehr einsparen, Moore schützen – all das schlagt Ihr vor, und es ist richtig und wichtig. Aber bis Häuslebauer ihre Gebäude sanieren, bis Menschen auf andere Verkehrsmittel umsteigen und Moore wieder CO2 speichern, vergeht viel Zeit. Nur bei der Kohle lässt sich bis 2020 genug erreichen. Indem abgeschaltet wird.

Die taz-Anzeige als PDF

20 Gigawatt Kohlekraft müssten bis 2020 vom Netz, um das Klimaziel zu erreichen. 10 Gigawatt fordert Ihr – und seid Union und FDP damit schon viel zu weit entgegengekommen. Nun bietet Angela Merkel Euch 7 Gigawatt. Ein solches Geschacher zerstört die deutsche Klimapolitik. Wir verlangen von Euch: Bleibt hart! 10 Gigawatt sind das absolute Minimum. Mit weniger führt kein Weg nach Jamaika.

Fast alle unserer Nachbarn sowie etliche weitere Staaten haben sich auf der Weltklimakonferenz zu einer mutigen Koalition gegen die Kohle zusammengeschlossen. Nur Deutschland fehlt. Das ist ein katastrophales Signal. Wir verlangen von Euch: Bleibt auch hier hart. Ein Ausstieg bis 2030 ist das Maximum. Dafür braucht es einen verbindlichen Ausstiegsfahrplan – etwa mit einem CO2-Budget.

Die taz-Anzeige als PDF

Kein Jamaika ohne konsequenten Kohleausstieg

Das Klima verhandelt nicht. Die Folgen des Klimawandels bringen schon jetzt Elend und Tod, besonders den Ärmsten auf unserem Planeten. Und er kann das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier auslösen. Deshalb wollen wir Euch an diesem Wochenende kämpfen sehen. Wenn Ihr aber nichtmal einen konsequenten Kohleausstieg durchsetzt, dann lasst Jamaika Jamaika sein – und macht da nicht mit!  

Teilen
E-Mail senden
TEILEN

Autor*innen

Dr. Felix Kolb ist Politikwissenschaftler. Er promovierte zwischen 2002 und 2005 an der FU Berlin über die politischen Auswirkungen sozialer Bewegungen. Seine Dissertation erschien im Campus-Verlag. Nach dem Studium war er Pressesprecher von Attac. Zusammen mit Christoph Bautz stieß er die Bewegungsstiftung an und initiierte mit ihm und Günter Metzges Campact. Er ist seit April 2008 Geschäftsführender Vorstand. Auf Twitter findet man ihn unter @felixkolb Alle Beiträge

26 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Wie ihr wist hat sich Jameika schon erledigt
    die Partein konten sich nicht einigen desnalb
    wird es so schnell kein Kohleausstieg geben
    weil wir nur eine amtierende Regierung haben
    wird sich an dieser Politig nichts Ändern

  2. Wer verdient eigentlich am CO2 ausstieg?
    Wer bekommt die Erlöse des Zertifikat Handels? (die Münze in dem Beutel klingt das Klima sich besinnt!)?
    Nun meiner Meinung nach sind das doch genau die Gruppen welche auch an unserer Umweltvergiftung mit der ChemiePest verdienen.
    Siehe „Glyphosat-Zulassung um weitere fünf Jahre“
    Und genau die selben Gruppen erzählen uns mit ihren Medien dass Glyphosat ungefährlich ist, sie erzälen uns dass TTip toll ist, sie gründen einen IPPC, der nichts zu beweisen hat als dass der Klimawandel vom Menschen gemacht ist und das macht der auch, der wird ja dafür bezahlt.
    Es ist sinnvol Energie zu sparen, es ist sinnvol die Umwelt zu schützen, es ist sinnvol eine gesunde chemiefreie Landwirtschaft zu Betreiben.
    Nur uns wird immer viel erzählt und wenn frau dann mal nachschaut, wird genau das Gegenteil davon gemacht.
    Mit intoleranten Toleranzgesetzen wird die Freiheit eingeschränkt, wer nicht politisch korekt ist (Selbstdenker) wird ausgegrenzt und denunziert.

  3. Wem hat denn der Co2 Reduzierungswahn bisher genützt?
    Der Umwelt jedenfalls nicht.
    Erneuerbare Energien wie Mais, PalmÖL usw haben bislang großere Verwüstungen angerichtet als die Kohle.
    Quadratkilometer tropischer Regenwald sind abgeholzt worden um Palmöl zu erzeugen, dabei sind Torfböden in einer stärke von bis zu 2 Meter dicke trokengelegt worden, dadurch alein wurde mehr CO2 freigesetzt als die Plantage in der Zeit ihrer Nutzung einsparen kann, und dann bleibt eine Wüste zurück.
    Die mit Styrol gedämmten Fasaden kommen nicht ohne mit Pestiziden Algiziden usw. volgestopften Farben aus.
    Diese Gifte werden ausgewaschen und vergiften unser Grundwassser die Flüsse und die dort Spielenden Kinder.
    Die Menge der Gifte aus unserer Dämmung ist mitlerweile schon höher als der eintrag der Landwirtschaft.
    Der Zertifikatshandel macht die Umwelt nicht besser, aber die Reichen reicher.
    Ein Ausstieg aus der Kernenergie kann nur gelingen wenn saubere Erdgas Kraftwerke Sonne und Windenergie ergänzen.

  4. Und was habt ihr jetzt?
    Das Kohlenstoffatom aus der Braun- und Steinkohle und aus dem Erdgas gibt auch nur ein CO2-Molekül.
    So rettet ihr die Welt nicht. Wenn nicht wir hier mit sauberen, effizienten Technologien Energie gewinnen und anwenden, werden andere es uneffektiever und dreckiger tun. Rechte Tasche, linke Tasche funktionieren nicht, nur Täuschung und Tricks.
    Wir müssen unsere Lebensweise und Ansprüche ändern, oder wie wollt ihr sonst den Menschen in den unterentwickelten Ländern das Menschenrecht und Teilhabe an unseren Wohlstand verbieten?

  5. 19.11.20187
    Versehendlich …in Eile …in meinem Kommentar das Gift „Metasystox“ mit dem Umweltgift „Glyphosat“ verwechselt.
    Bitte Glyphosat in meinem Kommentar von heute abend einzusezten. Danke W.H.Krefeld

  6. Schon seit der Veröffentlichung des Berichts des „Club of Rome“ im Jahre 1960 (!) war klar, wohin die „Reise bei gleichbleibendem Verhalten der Weltbevölkerung ( v.a. hoher Energie-Verbrauch der Industrie-Nationen) bei Anwachsen der globalen Bevölkerung geht: ….“Wir gefährden unseren irdischen Planeten !“

    Wenn die GRÜNEN jetzt nicht hart bleiben, auch in Bezug des Umweltgifts Glyphosat, und ihr ursprüngliches Versprechen zur Aufgabe der Energiegewinnung aus Braunkohle aufgeben, kann man sie nicht mehr wählen !

    Anderen das politische Feld überlassen ? ….. Werner H. Jagdpächter aus Krefeld

  7. Schon seit der Veröffentlichung des Berichts des „Club of Rome“ im Jahre 1960 (!) war klar, wohin die „Reise bei gleichbleibendem Verhalten der Weltbevölkerung ( v.a. hoher Energie-Verbrauch der Industrie-Nationen) bei Anwachsen der globalen Bevölkerung geht: ….“Wir gefährden unseren irdischen Planeten !“

    Wenn die GRÜNEN jetzt nicht hart bleiben, auch in Bezug des Umweltgifts Metasystox, und ihr ursprüngliches Versprechen zur Aufgabe der Energiegewinnung aus Braunkohle aufgeben, kann man sie nicht mehr wählen !

    Anderen das politische Feld überlassen ? ….. Werner H. Jagdpächter aus Krefeld

    • „Club of Rome“?
      Wer ist das?
      Wer hat den Gegründet?
      Zu welchem Zweck?
      Warum soll ich den Aussagen glauben?
      Sind die Aussagen mit der Realität vereinbar?
      Wem haben die Aussagen genützt?
      Ich hatte einen Freund der hat das alles geglaubt was dort gesagt wurde.
      Er hatte Tonnen von Vorräten gebunkert, aber die Katastrophe kam nicht.
      Er ist an seiner Angst gestorben.
      Ich denke das dient viel zur Ablenkung dass wir die wichtigen Themen nicht erkennen, Themen bei denen wir wirklich etwas tun könnten.
      Z.B. soziale Ungerechtigkeit, Kinderarmut, Griegstreiberei, Destabelisierung des nahen Ostens und damit Produktion von Flüchtlingselend,
      wer Frieden will darf keine Waffen exportieren das sind wir unserer geschichtlichen Verantwortung schuldig. Usw.
      Die Diktaturen im letzten Jahrhundert haben sich aus der Unfähigkeit der demokratischen Parteien gespeist, die unfähig oder unwillens waren
      die Verarmung der Massen zu beseitigen.
      Die Erfahrung zeigt dass die Linksdiktaturen die blutigsten waren.

  8. Jetzt einen Deal machen! Es wäre für Grüne ein einfaches, 20 Gigawatt bis 2020 und den Kohleausstieg bis 2030 zu erreichen. Auch ein Verbot von Glyphosat / Neonicotinoiden wäre erreichbar. Dafür braucht es einen Deal: Die Union bekommt Ihre Obergrenze, die FDP die Abschaffung des ungerechten Solis. In einer parlamentarischen Demokratie müssen sich alle Parteien wiederfinden und nicht nur die Grünen. Daran scheint aber Göring- Eck(h)ardt nicht interessiert zu sein. Anstatt die historische Chance zu nutzen & das Klima und die Insekten als Lebensgrundlage aller Menschen zu retten, ist sie diejenige die bei Thema Flüchtlinge schachert und ihr Ego über die Rettung des Planeten stellt. Vor dem „größte(n) Artensterben seit dem Aussterben der“ Dinos, wird es allerdings Völkerwanderungen nie dagewesenen Ausmaßes geben. Nicht Millionen sondern Milliarden Menschen werden sich auf den Weg machen und nichts übriglassen. Gute Klimapolitik bedeudet Rückkehrperspektive für Flüchtlinge in ihre Heimat.

  9. die Weld Klimakonferrenz war ein Schuss in den Offen
    es wurde wieder nur heiße Luft geredet und wo war
    Deutschland in Berlin wird über eine Regierrungsbildung
    verhandelt und sie kommen nicht voran das ist lagsam
    Zeit das es los geht was die Grünen betrift glaube ich
    nicht das sie ihre Forderung nach dem Kohleausstieg
    vollständig durch setzen können

Auch interessant

Klimakrise, Kohle, Poesie Limerick zu Lützerath (✝️) Klimakrise, Kohle, Montagslächeln Montagslächeln: Lützerath Klimakrise, Klimawandel Greta Thunberg sollte nicht hier sein CDU, Energie, Kohle, WeAct Einzug bei der CDU Energie, Klimawahl, Kohle Menschenkette am Tagebau Garzweiler: Laschet geht hoch Klimakrise, Klimawandel Laschet lügt Kohle, WeAct Marita am Abgrund Bundestagswahl, Klimawandel Verfassungswidrig Bundestagswahl, Klimawandel Laschet im Sturzflug Klimakrise, Klimawandel Bunt, bunter, Klimastreik!
Campact ist eine Kampagnen-Organisation, mit der über 3 Millionen Menschen entschlossen für progressive Politik eintreten und unsere Demokratie verteidigen. Wenn wichtige politische Entscheidungen anstehen, starten wir Kampagnen - digital und auf der Straße. Wir schmieden breite Bündnisse und mobilisieren eine starke Bewegung für die gemeinsame Sache. NewsletterHilfe und FAQKontaktDatenschutzImpressumCookie Einstellungen