Billigfleisch macht Bauern platt

Das neue TTIP steht kurz vor Abschluss: Mercosur, das Handelsabkommen mit Lateinamerika. Mit ihm kommt massenhaft Billigfleisch in die EU. Kleine Höfe sterben, die EU-Landwirt/innen gehen pleite.

Tonnenweise Billigfleisch: Das Mercosur-Abkommen soll die Agrarindustrie noch stärker machen. Zölle und Einfuhrbeschränkungen auf Lebensmittel aus Lateinamerika würden schon bald fallen. Es entsteht ein drastischer Konkurrenzkampf – kleine Bauernhöfe in Deutschland müssten schließen. Sie weichen skrupellosen Großkonzernen: Produziert wird auf riesigen gerodeten Regenwaldflächen unter Einsatz von in der EU verbotenen Hormonen und indem Landarbeiter/innen wie Sklav/innen ausgebeutet werden.

Immer mehr Bauernhöfe in Deutschland schließen

Mit Mercosur machen wir uns langfristig abhängig. Unsere Ernährung liegt dann fast ausschließlich in den Händen der Agrarindustrie mit ihren Megaställen und Monokulturen. Schon jetzt machen bei uns jedes Jahr fünf Prozent der Milch- und Schweineviehhalter/innen ihren Hof dicht.

Allerdings: Peter Altmaier könnte das Abkommen noch stoppen. Ein Bauernprotest gleich zu Amtsbeginn als Wirtschaftsminister, das braucht ein CDU-Mann nicht. Schon gar nicht, wenn Hunderttausende die Landwirt/innen unterstützen. Sobald wir 200.000 Unterschriften haben, übergeben wir sie Altmaier – gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Mit ihren Traktoren fahren sie vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin vor. Mache den Protest mit Deiner Unterschrift stark!

Hin und wieder ein hochwertiges argentinisches Steak – darum geht es bei Mercosur nicht. Bei dem Abkommen geht es darum, billiges Fleisch in Massen auf den EU-Markt zu bringen. Doch wir wollen kein Fleisch von Tieren, die mit Hormonen vollgepumpt sind.

Campact streitet für die Agrarwende

Zehntausende zeigen jedes Jahr bei der “Wir haben es satt!”-Demo: Wir stehen gemeinsam gegen eine Agrarindustrie, die uns mit ungesunder Billigware abspeist und bäuerliche Existenzen vernichtet. Die industrielle Landwirtschaft verschärft den Klimawandel, vergiftet das Grundwasser, die Bienen – und bedroht damit unsere Zukunft. Mit Mercosur bleibt die dringend notwendige Agrarwende aus.

Bald entscheiden die Minister/innen der EU über das Abkommen – für uns Peter Altmaier. Ihn zu überzeugen, ist unsere Chance. Wenn wir uns als Verbraucher/innen an die Seite der Landwirt/innen stellen, können wir Mercosur kippen. Bitte mache jetzt mit: Unterzeichne unseren Appell!

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7 Kommentare

  • Es ist schade wie alles immer Industrieller wird und der Kampf auf dem Rücken der Kleinen ausgetragen wird. Heimische Erzeugnisse werden immer knapper und immer mehr auf unseren Tischen stammt aus aller Welt. Nicht das dies immer schlecht sein muss aber ich finde man sollte alles kritisch hinterfragen und nicht immer nach dem billigsten Produkt greifen.

  • Ich unterstütze Campact auch gerade bei der Kritik multilateraler Handelsabkommen. In diesem Fall greift mir der Aufruf aber deutlich zu kurz. Für mich entsteht der Eindruck, als würde sich Campact unkritisch mit einer seit Jahrzehnten hochgradig unfairen Welthandelsordnung gemein machen. Mit hohen Importzöllen und Agrarsubventionen wehrt die EU den Import gerade der Waren ab, bei denen sogenannte Entwicklungsländer konkurrenzfähig produzieren können. Mit dem Effekt, dass die EU hochsubventionierte Agrarprodukte exportiert und die lokale Produktion in vielen Ländern schwer beschädigt. Auf diese Weise wird die ökonomische Entwicklung dieser Länder gebremst. Es steht Campact nicht gut an sich dieser Art einseitiger Protektionismus anzuschließen. Aber genau das passiert, wenn dieses Problem nicht mal in einem Nebensatz erwähnt wird.
    Die Alternative wäre ein Eintreten für Handelsabkommen, die Importe zulassen, aber gleichzeitig hohe ökolog. u. soziale Mindeststandards vorschreiben.

  • von Sönke Paulsen

    Die guten alten Europäischen Werte hoch halten….
    Kleinbäuerlich Strukturen werden zerstört….
    Hormone im Fleisch…

    Nun, ich lobe mir den Einwand, aber er ist deutlich zu kurz gegriffen fürchte ich…!
    Natürlich mag viel davon wahr sein, und befürworteten würde ich es so nicht
    Aber sollten wir uns nicht erstmal wirklich um unsere heimische Agrarindustrie kümmern!?

    Mit nichten ist alles idyllisch in der EU..!! wenn überhaupt auf den Verkaufsverpackungen, welche eine Idylle dem Verbraucher vor gaukeln..!

    riesige industrielle Strukturen giebt es längst auch bei uns hier in der EU!!!
    Vom Riesen mega Stall bis hin zur Schlachtfabrik ist, ist alles bis aufs kleinste detail auf Produktions Optimierung, einhergehend mit dem Verständnis jedes Jahr größeren Profit zu generieren…
    Durch solche Riesen Strukturen ist es medizinisch leider schon Alltag, unser “Vieh” mit Hormonen und Medikamenten zu versorgen, welches weitere Probleme (siehe Multi Resistenzen) nach sich zieht.

    • von Sönke Paulsen

      Kleiner Nachtrag…

      “Landarbeiter/innen wie Sklav/innen ausgebeutet werden.”

      Komischer weise kommen mir bei dieser Begrifflichkeit leider sofort Bilder aus Spanien oder Italien in den Sinn, wo Menschen pervertiert in der Landwirtschaft ausgenutzt werden…
      und auch hier in Deutschland giebt vor allem aber gab es vielerlei Verstöße gegen die Ausnutzung von leih/lohn/ Landarbeiter… zb gern mal zur spargel oder erdbeer Zeit…
      Weil wir uns für die schwere körperliche und teilweise erniedrigend schlecht bezahlen arbeiten…

  • Hallo zusammen,

    ich habe bis vor einigen Jahren auch immer das günstigste Fleisch gekauft.
    Seit knapp 24 Monaten bin ich jedoch auf Bioware vom Metzger umgestiegen.
    Es ist um ein vielfaches teurer geworden, dafür esse ich auch bewusster Fleisch als vorher.

    Hoffentlich wird sich das generell in den nächsten Jahren ändern.
    Ganz auf Fleisch verzichten möchte ich nicht.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Große Megastelle gibt es auch schon bei uns,
    auserdem wird bei den groß Betrieben genug
    Antibiotika in der Tiermast ein gesetzt,und
    jede Menge Düngemittel,Pflanzenschutzmittel
    so wie Pestizide zur Schädlings bekämpfung
    benutzt,es ligt doch an uns Verbraucher ob wir
    billig Fleisch wollen oder nicht es gibt ebent
    Leute die sich teuer nicht leisten können natürlich
    möchte ich auch kein Fleisch mit Homonen in Deutschland
    auf dem Teller haben, ich möchte wissen was die Demo gebracht hat

    • von Sönke Paulsen

      Das ist leider die Realität!!!
      Durch die Industrialisierung und den schon zu langen Fokus, auf riesige Strukturen und deren Subventionierung durch die EU, machen es auch ohne Südamerika schwer für kleinere, insbesondere aber für ökologischen und Nachhaltigen Landwirtschaftsbetriebe.
      Ich hörte mal bei der DW, die Bundesregierung möchte den Anteil nachhaltiger Landwirtschaft nun bis 2030 auf 20% steigern…
      In dem Bericht wird bemängelt, dass kleineren Bauern es unglaublich schwer haben, geeignete Ackerflächen zu pachten oder zu kaufen, da sie mit ihrem überschaubaren kapital gegen Investoren ankommen… (thema langrabbing in deutschland!? :D )
      Auch wird eine zu kurze Förderung vom Umstieg von konventionellen hinzu ökologisch Nachhaltigen Betrieben (5Jahre) bemängelt.
      Lest euch doch gerne mal ein in die Thematik und bildet euch erneut ein Meinung!
      Vielen Dank :-)

      Ps: blöd mit diesen 1000 Zeichen, aber villeicht auch gut, um jemanden zu stoppen, zu weit aus zu holen :-)

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Maritta Strasser

Campaignerin - Maritta Strasser, Jahrgang 1964, blickt auf ein langes Arbeitsleben in und mit der Politik zurück: unter anderem arbeitete sie für eine Grüne Landtagsfraktion, die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, einen Bundestagsabgeordneten, einen Verband und eine PR-Agentur. Sie engagiert sich ehrenamtlich für eine verbraucherfreundliche Netzpolitik. Studiert hat sie Philosophie, Geschichte und Englische Literatur.