Diese Bilder sollten nie an die Öffentlichkeit

Ausgerechnet ein gelernter Metzger kehrt geschockt vom Schlachthof Düren zurück - mit eindeutigen Filmaufnahmen im Gepäck. Was McDonald's mit dem Fall zu tun hat, zeigt dieser Beitrag von Report München.

Ein Metzger ist geschockt

Dass die Bilder aus dem Schlachthof Düren an die Öffentlichkeit kamen, haben wir auch Philipp Hörmann zu verdanken. Er bewarb sich in dem Betrieb um einen Job – und wurde zum Probearbeiten eingeladen. Eine Woche lang sieht Hörmann mit eigenen Augen, wie hier geschlachtet wird. 

Er muss miterleben, wie Tiere, die am Haken an der Decke hängen, noch heftig und verzweifelt mit den Beinen rudern. Eigentlich sollten sie jetzt vollständig betäubt sein. Doch das Betäuben scheint nicht richtig zu klappen: Die Mitarbeiter müssen mehrmals ansetzten – ein Höllenschmerz für das Tier.

Der Tierschutz-Aktivist ist einiges gewöhnt, er ist selbst gelernter Metzger. Doch die Szenen aus dem Schlachthof Düren haben auch bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen:

Ich habe sehr viele schlimme Dinge innerhalb dieses Schlachthofs gesehen und es wird noch sehr lange dauern, bis da wieder richtig Gras drüber gewachsen ist – Philipp Hörmann

Mittlerweile hat nicht nur er, sondern ganz Deutschland diese Dinge gesehen. Denn Philipp Hörmann hat gefilmt – heimlich. Zusammen mit SOKO Tierschutz lieferte er die Aufnahmen an die Presse. 

Tierschützer sind alarmiert

Das Filmmaterial erreicht auch das Institut für Tierschutz und Tierhaltung. Selbst der Stellvertretende Leiter zeigt sich erschrocken über die Zustände im Schlachthof Düren:

Derartig unqualifiziertes Handeln habe ich bisher in noch keinem Schlachthof gesehen“ –
Dr. Michael Marahrens, Institut für Tierschutz und Tierhaltung

Das Schlachten von Tieren ist nie schön, aber genau deshalb gibt es dafür genau festgelegte Tierschutzbestimmungen, die in diesem konkreten Fall eindeutig missachtet wurden.

Die Qual muss enden

Nach Veröffentlichung der Aufnahmen stellte einer der großen Abnehmer die Zusammenarbeit mit den Schlachthof ein – und zwar der Fastfood-Riese McDonald’s. 

SOKO Tierschutz hat die Missstände auch zur Anzeige gebracht. Doch bis jetzt geht das Töten weiter. 

Das darf nicht sein! Es muss schon viel passieren, dass ein Metzger die Bilder von einem Schlachthof kaum ertragen kann. Es darf nicht ignoriert werden, wenn Experten von schweren Verstößen gegen den Tierschutz sprechen. Ist beides der Fall, muss der Schlachthof sofort schließen. Genau das ist unser Ziel. Hilf mit, die Grausamkeiten in Düren zu beenden.

Unterzeichne jetzt die WeAct-Petition gegen den Schlachthof.

10 Kommentare

  • Wow ich habe den Artikel erst heute gelesen und bin schockiert!
    Sowas habe ich noch nie gesehen. Habe den Beitrag im Facebook geteilt.
    Das benötigt eine viel größere Reichweite!
    :(

  • von H.Eggensberger

    Das endet erst wenn die Mehrzahl der Menschen begreift, dass nicht dreimal jeden Tag 2 cm Fleisch /Wurst mit 2 mm Brot belegt werden muss.
    Die Marktmacht der Handelsketten beendet wird.
    Die z.T. kriminelle FleischIndustrie zerschlagen wird.

  • von Hans_joachim Hauschild

    Das fängt schon da mit an, das die Tiere
    durch die ganze Repoblik zum schlachten gekart werden
    an statt vor Ort zu schlachten was früher üblich war das erspart den Tieren,
    unnötigen Stress es gibt leider kaum noch Schlachtereien die selber schlachten,
    meistens bekommen sie das Fleisch von Großbetrieben geliefert was in den
    Kommentaren steh kann ich mir vor stellen,das in den Großbetrieben
    Ausländische Arbeiter im Arccord für wenig Lohn schuften müssen ist bekant
    ob die Arbeiter wiklich ein gewiesen werden weis keiner es müste mehr
    Kontrollen geben aber da für gibt es beim den Veterneramt und beim Zoll
    nicht genug Personal

  • von Tom

    Ich denke die Stilllegung des Schlachthofes ist nicht die Lösung! Was wäre die Konsequenz!?! In verbleibenden Schlachthöfen werden noch mehr Tiere geschlachtet…. Viel wichtiger ist eine regelmäßige Kontrolle und ein ordentliches Bußgeld bei solchen Verstößen.
    Ich bin da bei Herrn Brandl – es gibt (noch) Metzgereien die selbst schlachten und Bauernhöfe mit Selbstvermarktung. Wer also auf Fleisch nicht verzichten will, sollte sich vom “Billigfleisch” distanzieren und bereit sein dafür ein paar Euro mehr auszugeben. Bei den Fleischpreisen im Discounter braucht sich doch niemand wundern, dass die “Hersteller und Verarbeiter” gezwungen sind und werden immer billiger bzw. schneller zu “produzieren. Immer größere Massentierhaltungen, Einsatz von Anibiotika, Hormonpräparat, billige Futtermittel, usw. und nicht zuletzt Schlamperei und (Zeit-) Druck beim Schlachten sind die Folgen!!!
    Wer sich für Fleisch entscheidet, sollte am Preis nicht sparen!

  • Interessant wäre ja schon zu wissen, was das so ist, ein “McDonalds-Qualitätsaudit” von OSI…

  • Bevor hier eine Handwerkszunft niedergemacht wird, sollte man feststellen in den meisten Schlachthöfen arbeiten keine Metzger oder Fleischer es sind in der Regel Anlernkräfte die kommen erheblicher billiger als die Fachkräfte obwohl der Verdienst eines Metzgers oder Fleischers nicht berauschend ist. Ein Hilfsarbeiter am Baugewerbe verdient mehr, als ein Metzger, das sollte ebenfalls zu denken geben.
    Es gibt noch viele Metzgereien die selbst noch schlachten und dort werden in der Regel nur ausgeruhte Tiere geschlachtet, hat was mit Fleischqualität zu tun.
    Und im übrigen werden die Schlachtiere auch durch den Bolzenschussapparat nur betäubt, und nicht erschossen.

  • von Tina

    Wer nach so einem Bericht noch Fleisch essen kann, unbegreiflich.
    Wer glaubt es gehe in anderen großen Schlachthöfen besser zu, der macht sich etwas vor um sein Gewissen zu beruhigen.
    Die einzige richtige Konsequenz:
    Verzicht auf Fleischverzehr!

  • von Birgit

    Wie sind doch kein Entwicklungsland was Ausbildungen und Tierschutz angeht.
    Aber Nacheinend doch!!!!! Die schlachthöfe haben mafiöse Strukturen.
    .es geht nur um Geld Geld Geld.
    Kein Mitleid keine Professionalität kein Tierschutz Menschen werden gezwungen unter Zeitpunkt zu töten ..das hört sich an wie im Krieg!!!!!
    Die Technik ist so weit fortgeschritten….wieso muss noch mit Hand-bolzenschuss getötet werden????
    Schliesst dies grausamen Anlagen!!!!!!!

    • von Börner Christian

      Ich sehe nicht das Problem im verwendenden eines Bolzenschussgerätes, sondern in der Größe der Schlachthöfe. Kleine Metzgereien wurden per Gesetzgeber gegängelt bis sie Aufgaben. Doch diese Metzger arbeiteten mit Herzblut und auch mit Tierliebe. Es wurde sich zeit gelassen und auch den Tieren. Ohne große Panik und Gewalt in den Schlachtraum bedeutete weniger Stress und so mehr Qualität.
      Politische Gleichschaltungsfehler müssen angeprangerten werden und die verbliebenen kleinen Produzenten gestärkt werden.

  • von Pier Luigi Ermacora

    Diese Zustände müssen doch irgendwie zu beenden sein . Zuerst Fürstenfeldbruck dann tauberbischofsheim und jetzt Düren. Das sind keine Ausnahme fällte wie man immer beschwichtigen will. Das ist eher die Regel. Arbeiten im Accord ungelernte Arbeiter aus Osteuropa die übrigens auch ausgebeutet werden. Zu erst muss das alles aufhören Schlachten im Accord und jeder der im schlachtbetrieb arbeitet muss fundierte Kenntnisse nachweisen dann könnten es besser werden.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Maria Lohbeck

Trainee Campaigning – Maria Lohbeck, Jahrgang 1989, hat Kulturwissenschaften und Friedensforschung in den Niederlanden, Frankreich und Schottland studiert. Nach Ende ihres Studiums arbeitete sie im Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH) sowie anschließend in der Politischen Vertretung von Greenpeace Deutschland e.V. Vor zwei Jahren gründete sie zusammen mit einem kleinen Team den deutschen Zweig der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons e.V. (ICAN) in Berlin, für die sie als Campaignerin tätig war.