Gefährliche Pestizid-Cocktails – Jetzt muss die Bundesregierung Roundup und Co. verbieten

Die EU hat Glyphosat europaweit für fünf Jahre zugelassen hat. Doch jetzt laufen in Deutschland die Zulassungen für Produkte wie Roundup und Co. aus. Warum diese Pestizidcocktails eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen – und selbst die EU davor warnt...

Zweite Runde im Glyphosat-Streit

Der Konflikt um das Ackergift Glyphosat geht in die zweite Runde. Ende letzten Jahres hat die EU den reinen Wirkstoff Glyphosat europaweit für fünf weitere Jahre zugelassen. Doch die nun laufen die Zulassungen für glyphosathaltige Pestizide wie Roundup in Deutschland aus. Bis zum 16. März hatten Monsanto und Co. Zeit, neue Zulassungen zu beantragen.

In Deutschland sind derzeit 37 glyphosathaltige Pestizide von zwölf Herstellerfirmen auf dem Markt. Wie viele Anträge zur Wiederzulassung beim zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingegangen sind, ist bisher nicht bekannt.

EU warnt vor möglichen Gesundheitsgefahren von Roundup und Co.

Für Pestizide wie Roundup wird Glyphosat mit weiteren Chemikalien gemischt. Diese Chemikalien sollen die toxische Wirkung von Glyphosat verstärken, oder sie sind selbst giftig. Selbst der frühere Monsanto-Wissenschaftler Mark Martens warnte vor dem Pestizidcocktail: “(…) der Schaden wird nicht durch Glyphosat verursacht, sondern durch die anderen Chemikalien in Roundup.”

Auf EU-Ebene wurde bisher nur der reine Wirkstoff Glyphosat untersucht. Die Prüfung von Wirkstoffmischungen hingegen, ist Sache der nationalen Behörden. Die EU-Kommission forderte nun die Mitgliedsstaaten auf, genau zu prüfen, ob Pestizide mit Glyphosat die Gesundheit schädigen können. Laut EU gibt es Hinweise, dass die Pestizid-Mischungen in diesen Produkten die DNA schädigen können (Genotoxizität). Dies gilt als einer der Mechanismen, wie beim Menschen Krebs ausgelöst werden kann.

Letzte Chance für den Glyphosat-Ausstieg

In Deutschland entscheidet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), ob Roundup und Co. zugelassen bleiben. Die Behörde muss der Öffentlichkeit darlegen, für welche Pestizide Anträge eingegangen sind und welche Studien die Hersteller dazu eingereicht haben.

Angesichts der zahlreichen Hinweise, dass Pestizide mit Glyphosat Krebs verursachen oder die DNA schädigen können, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Das BVL muss Roundup und Co. die weitere Zulassung verweigern.

Das ist die letzte Chance für die Bundesregierung, den angekündigten Glyphosat-Ausstieg durchzusetzen. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) müssen verhindern, dass Pestizide mit Glyphosat weitere fünf Jahre erlaubt bleiben.

8 Kommentare

  • Es ist unglaublich,dass über das Verbot solcher Giftcocktails überhaupt noch diskutiert werden muss. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, diese so schnell wie möglich zu verbieten um Natur, Tiere und Menschen zu schützen.

  • von Wolfgang Morscheck

    Unser Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, der scheint wohl unser Agrarminister zu sein, ein Peter Hauk, sieht keine Probleme mit Pestiziden, trotz überdurchschnittliche Mengen Ausbringung in Baden- Württemberg.
    Siehe Artikel in der Badischen Zeitung von heute dem 23.03.18.

  • von H. Schewerda

    Als erstes müssste im Zusammenhang mit Pestiziden, Düngern und anderem, das Agrarministerium, dem Gesundheitsminiterium unterstellt werden. Zweitens sollten verdächtige Produkte umgehend aus dem Verkehr genommen werden, bis das Gegenteil bewiesen ist. Hierzu darf nicht auf externe Berater zugegriffen werden, sondern nur auf Staatliche Stellen, bzw. Universitäten usw. Und abschließend, muss der Hersteller vorab beweisen das sein Produkt nicht Umweltschädigend, bzw. Schädigend im allgemeinen Umgang ist, oder sonstwie gefärdend.
    Bei späteren Erkenntnissen, das ein Produkt gefährdend ist, muss dies umgehend ohne Zeitverzögerung vom Markt genommen oder gesperrt werden, bis der Hersteller oder die Behörde nach Prüfung, ein enstprechendes Ergebnis (Positiv bzw. Negativ) nach Prüfung vorliegt. Die Gesundheit und Unversehrtheit der Menschen, Tiere und der Umwelt sind Grundsätzlich vor Monetären und anderen Interessen zu Stellen.

  • von Johannes Richter

    Was wird hier immerzu auf Krebs “herumgeritten” ? Krebs ist bei allen Umweltgiften eine Erkrankungsvariante !
    Alle Pestizide aber sind G I F T E !!!
    Erst recht, die aus mehreren Giften hergestellten Cocktails. Deren Krankheitsfolgen sind überhaupt nicht getestet und damit auch nicht bekannt!
    Sarkastisch könnte man meinen, daß die ständig wachsende Weltbevölkerung doch irgendwie reduziert werden muß!

  • von Hans_ Joachim Hauschild

    Wen Pestizide so gefärlich sind,warum sind sie den
    zu gelassen? Ihr fordert von der Umweltministerin
    und der Agrarministerin das sie sich für ein verbot
    von glyphosat haltigen Pestizide einsetzen gibt es
    beweise dafür das die glyphosat haltige Mittel
    kerpserregend sind und die DNA schädigen können?
    wen die EU die Mittgliedstaaten auffordert diese Mittel
    zu über prüfen warum wurde Glyphosat für weitere
    fünf Jahre zugelassen?

    • von S. Sturm

      Weil der (Lobbyminister) Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Alleingang für Glyphosat vor der EU gestimmt hat. Er hat laut eigener Aussage “rein sachorientiert Gehandelt”. Soll wohl heißen, dass er die eine oder andere Million von der Chemielobby bekommen hat? Nachzulesen hier: https://www.tagesschau.de/inland/glyphosat-schmidt-merkel-103.html

    • von Martina Heidland-Hoppe

      Außerdem sollte bei diesen Mitteln die Beweislast genau umgekehrt sein. Bevor man sie auf dem Markt zulässt, müsste erst eindeutig belegt werden, dass sie für Mensch, Tier und Umwelt unschädlich sind. Es wäre hier an den Chemiekonzernen zu beweisen, dass sie nicht krebserregend sind und nicht umgekehrt.

  • von Nicole Achten

    Stoppt diesen Wahnsinn! Wir werden alle Vergiftet und die Tiere so wie die Insekten auch

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Veröffentlicht von Gerald Neubauer

Campaigner – Gerald Neubauer, Jahrgang 1975, ist seit über zwanzig Jahren aktiv in Protestbewegungen. Er organisierte gewaltfreie Aktionen gegen Castortransporte und war einer der Gründungsstifter der Bewegungsstiftung. Nach einem Studium der Politik, Philosophie und Soziologie arbeitete er im Sonderforschungsbereich Staatlichkeit im Wandel zum Thema internationaler Verrechtlichung. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit zivilem Ungehorsam in der internationalen Politik. Von 2012-2014 arbeitete Gerald als Campaigner für Greenpeace zum Thema Kohleausstieg.