“Dass ich noch lebe, ist reines Glück”

Der tote Winkel ist tödlich - wenn Lastwagen abbiegen, sind Radfahrer/innen in Lebensgefahr. Janine Schulz aus Bremen überlebte nur knapp einen Abbiege-Unfall mit einem LKW. Dabei könnte eine einfache Technik Leben retten. Doch die gesetzliche Vorschrift fehlt. Janine Schulz will das ändern und braucht dazu Deine Hilfe!

Die Ampel springt auf grün, das kleine Mädchen tritt kräftig in die Pedale. Im nächsten Moment überrollt ein tonnenschwerer LKW die Neunjährige, als er an der Ampel rechts abbiegt. Er begräbt das Kind und sein blau-weißes Fahrrad unter sich. Wenig später stirbt das Mädchen in einem Münchener Krankenhaus. Das ist der jüngste Fall in einer traurigen Reihe: Abbiegende Lastwagen haben dieses Jahr in Deutschland bereits 15 Radfahrer/innen getötet.

„Dass ich noch lebe, ist reines Glück.”

„Jedes Mal, wenn ich von so einem Unfall in der Zeitung lese, kommen die Erinnerungen hoch“, sagt Janine Schulz aus Bremen. Zwei Wochen lag sie im künstlichen Koma, nachdem sie ein Laster überfahren hatte. Vier Jahre ist das jetzt her. „Dass ich noch lebe, ist reines Glück. Dabei wäre der Unfall vermeidbar gewesen!” Sogenannte Abbiege-Assistenten können Radfahrer/innen im toten Winkel in der Fahrerkabine sichtbar machen. Eingesetzt wird die Technik kaum. „Das ist verantwortungslos!“, sagt die 32-Jährige. Sie fordert mit einer Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, dass der Assistent für LKW zur Pflicht wird.

Andreas Scheuer, machen Sie Abbiege-Assistenten für LKW zur Pflicht!

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) könnte sich dafür einsetzen. Bislang hat er nichts getan. „Wie viele Neunjährige müssen denn noch sterben?“, fragt Janine Schulz. Sie ist nicht bereit, länger zu warten. „Jetzt müssen möglichst viele Menschen Verkehrsminister Andreas Scheuer zeigen, dass wir keinen einzigen Radtoten durch LKW mehr dulden.“ Du hast es in der Hand: Unterzeichne die Petition von Janine Schulz und fordere von Verkehrsminister Scheuer verpflichtende Abbiege-Assistenten für LKW!

Auch nach vier Jahren wird Janine Schulz täglich an ihren Unfall erinnert: Hinknien, schnelles Laufen, Kinder tragen – das alles geht nicht mehr. Für die Erzieherin ein Desaster. Doch sie gibt nicht auf: „Seit einigen Monaten arbeite ich wieder, und vor kurzem bin ich zum ersten Mal mit dem Fahrrad zur Kita gefahren“, erzählt sie stolz. „Sicher habe ich mich dabei allerdings nicht gefühlt.“

38 Todesfälle in 2017

Seit Jahren wächst sowohl der LKW- als auch der Radverkehr in Städten – für Radfahrer/innen ist das ein gefährliches Pflaster: 38 Menschen wurden 2017 bei Abbiegeunfällen getötet. Der ADFC befürchtet, dass die Zahl 2018 auf 40 Unfalltote steigen wird. Dabei kostet ein zuverlässiger Abbiege-Assistent nur etwa 1.500 Euro – eine geringe Summe verglichen mit den Menschenleben, die er schützt.

„Ich möchte, dass Schulkinder, ich selbst und einfach jeder ohne Angst aufs Fahrrad steigen kann“, sagt Janine Schulz. Dass sie ihre Geschichte noch erzählen kann, begreift sie als Chance. Sie können Janine Schulz dabei unterstützen: Der Abbiege-Assistent ist ein einfacher Schritt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr – sorge dafür, dass die Bundesregierung ihn jetzt geht und so das Leben von Radfahrer/innen rettet!


WeAct Logo

Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da Campact aber die Ziele der Petition unterstützt, möchten wir Dich auf die Kampagne hinweisen.

3 Kommentare

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ich habe zu diesen Thema eine Frage
    kann der Bundesverkehrsminister in
    Deutschland ein Gesetz erlassen,das
    den ein bau von Abbiegeasistenten vorscheibt?
    ich möch da rauf eine Antwort von einer kompitenten Person
    die sich mit dem Thema aus kennt oder muß erst wider die EU
    befragt werden wen ja dauert es wieder bis zum Sanktnimmerleinstag.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Jeder Abbiegeunfall ist einer zu viel das ist klar
    dan frage,ich mich warum sind die
    Abbiegeasistenten nicht schon vorgeschrieben?
    die toten Radfaher\Radfaherrinen sprechen für sich
    das sich was ändern muß es gibt doch schon
    Abbiegeasistenten die nur eingebaut werden müssen
    neue LKWs müssen Serien mesig mit einen Abbigeasisten
    ausgestatet sein und alte LKWs müssen nach gerüstet werden
    die Geräte dürfen nicht abschaltbar sein, nur unser Bundesvehrsminister
    ziert sich noch ein Gesetz zu erlassen und verweist auf die EU der
    Niedersächische Verkehrsminister Herr Althusmann CDU will sich
    im Bundesrat für die vorschrieft für die einführung der Abbieasistenten einsetzen.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Was nutzt ein Abbiegeasistent wen man ihn abschlten kan
    den mache Kraftfaher nervt der Piepton wen sich ein Radfaher
    oder Fußgänger im totem Winkel befindet,auser dem sind die
    Geräte noch nicht in jedem LKW verbaut das Gütergewerbe sagt
    das der nach trägliche einbau zu teuer werde.auch für das
    Reisebusgewerbe muß der einbau von Abbiegasistenten
    vorgeschrieben werden.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Simone Katter

Simone Katter, Jahrgang 1979, hat Soziologie mit dem Schwerpunkt Entwicklungspolitik studiert und ist ausgebildete Journalistin. Sie hat für das Deutsche Institut für Menschenrechte, Oxfam und zuletzt als Referentin für Online-Kommunikation beim INKOTA-netzwerk gearbeitet. Nach Stationen in Mexiko und Nicaragua lebt die gebürtige Ruhrgebietlerin heute in Berlin. Ob bei der Antifa, Anti-Atombewegung oder attac – gemeinsam mit anderen für Gerechtigkeit zu streiten, das treibt sie an. Bei Campact betreut sie die Petitionsplattform WeAct.