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SOS: Retter/innen in Not!

Lebensretter/innen vor Gericht - Rettungsschiffe in Ketten: Die private Seenotrettung im Mittelmeer steht vor dem Aus. Was genau die Festsetzung der Schiffe bedeutet, zeigt das ARD-Polit-Magazin Monitor. Achtung: Dieser Beitrag enthält verstörende Bilder.

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Schiffe an die Kette gelegt

Zuerst irrten die Rettungsschiffe von privaten Hilfsorganisationen tagelang auf dem Mittelmeer umher: Kein europäischer Staat erlaubte ihnen, einen Hafen anzulaufen. Jetzt verhindert man, dass sie wieder in See stechen. Und warum? Weil sie Menschen retten, die in den Wellen um ihr Überleben kämpfen. Weil sie diese Menschen ans sichere Land bringen: Und das soll nicht Europa sein.

Auch das Sea-Watch-Flugzeug Moonbird wurde von den Behörden festgesetzt und kann nun nicht mehr nach Ertrinkenden suchen. Italien und Malta gehen kompromisslos gegen die Retter/innen vor. Seit einigen Tagen ist daher kein privates Rettungsschiff mehr im zentralen Mittelmeer unterwegs.

Jan Schill, Einsatzleiter der Sea-Watch 3 macht deutlich, was das für die Menschen in Not bedeutet:

Ein Großteil der Rettungseinsätze in den letzten Monaten, aber auch Jahren, wurde ja von privaten Rettungsschiffen gefahren und es wurden Menschen aufgenommen, die aus dem Wasser geborgen wurden in vielen Fällen. Und diese Menschen werden in vielen Fällen jetzt sterben.“ – Jan Schill, Einsatzleiter der Sea-Watch 3

Im Juni ertranken 629 Menschen im Mittelmeer. Er war damit der tödlichste Monat des Jahres.

Fordern Sie von Außenminister Maas: Kein Sterben im Mittelmeer!

Retter werden zu Verbrechern erklärt

Den Retter/innen wird nicht nur verboten, Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren. Jetzt werden sie auch noch von den Behörden kriminalisiert. In Malta wird dem Kapitän der Lifeline jetzt der Prozess gemacht. Sein Schiff irrte tagelang bei teilweise stürmischem Wetter durchs Mittelmeer, weil es keinen Hafen anlaufen durfte. Der Grund: An Bord waren 234 gerettete Menschen. Kein Land wollte sie aufnehmen.

Wir sind an einem traurigen Moment der europäischen Geschichte angelangt, indem man wahrscheinlich sagen kann, dass wir unsere Humanität verloren haben.“ – Lotte Leicht, Human Rights Watch

Diese Zustände müssen ein Ende haben. Außenminister Maas muss sich bei seinen Amtskolleg/innen aus Italien und Malta dafür einsetzen, dass die Schiffe und Flugzeuge der Helfer/innen wieder Menschen retten dürfen.

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Machen Sie mit: Sammeln Sie selbst Unterschriften

Sie möchten mehr tun, als die Petition zu unterschreiben? Dann laden Sie sich hier die Unterschriftenliste zur Petition „Beenden Sie das Sterben im Mittelmeer – Seenotrettung ist kein Verbrechen!“ herunter und sammeln Sie selbst Unterschriften – in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, bei Nachbarn, Kolleg/innen oder im Sportverein. Sie können die Listen auch in Kitas, Schulen, Ihrem Lieblings-Café oder im Biomarkt auslegen (aber vergessen Sie nicht, sie wieder einzusammeln). Senden Sie die Unterschriftenlisten anschließend an:

Campact e.V.
Artilleriestr. 6
27283 Verden / Aller

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Autor*innen

Matthias Flieder ist studierter Geisteswissenschaftler und seit 2017 Campaigner bei Campact. Nachdem er zuvor für Greenpeace hauptsächlich für Klima- und Umweltschutz aktiv war, versucht er jetzt in allen Politikfeldern progressive Politik voranzubringen. Für den Campact-Blog schreibt er über die Freuden und Leiden des Fahrradfahrens und die deutsche Verkehrspolitik. Alle Beiträge

26 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Solange es weiter einen Irren im Weißen Haus gibt und senile, rassistische Innenminister und „Staatsmänner“ in Europa, solange die Mehrheit der Bevölkerung sich zurück hält und dazu schweigt, wird es immer so weiter gehen, dass großes Unrecht geschieht.
    Erst wenn es
    Otto/ Otthilie Normalverbraucher auch betrifft, mit dem Einschränken der Freiheit wird er / sie, wach werden doch dann wird es zu spät sein

  2. Nur mal so ein Gedanke:

    Auf 1000 Deutsche kommen 13 geflüchtete Menschen.
    Auf 1000 Deutsche kommen 150 AfD-Wähler.

    Wir haben hier eher eine Nazikriese als eine Flüchtlingskriese.

  3. Es gibt in einem solcher Situation zwei Extreme. Erstens keine Rettungsschiffe, um die Bootsinsassen zu retten . (Es ist keine Seenot, wenn sich 100 Mann absichtlich in ein kleines Boot setzen, das nur Sprit, Essen ,Wasser für ein paar Km hat, aber damit nie Italien erreiche könnte). Diese Menschen „erpressen“ Europa und hoffen auf Schlepper.
    Das andere Extrem wäre, möglichst viele Schiffe vor Afrika zu schicken, um möglichst viele Menschen „abzuholen“. Wenn die Menschen wissen, dass genug Boote auf sie warten, werden auch viele Menschen die Boote besteigen. Anscheinend wollen ca. 500 000 000 Afrikaner auswandern. Wie viele bringen wir mit dem Boot nach Europa? Jedes Jahr 1 Mio? Oder 5 oder 50 Mio? Können wir damit Afrika helfen? Afrika wächst jedes Jahr um etwa 50 Mio Menschen? Wie viele davon sollen wir jedes Jahr retten? Und wann sagen wir, dass wir jetzt keinen mehr retten können?
    Bin ich sozial und ein guter Mensch, wenn ich einen Obdachlose beim Nachbarn einquartiere?

    • Man macht es sich aber verdammt einfach, wenn man diese Länder erst ausbeutet um auf deren Kosten ein sorgenfreies Leben zu führen und ihnen dann jede Hilfe versagt.
      Es steht völlig außer Frage, dass die Fluchtursachen angegangen werden müssen.
      Aber dabei müssen wir bei uns und unserem Konsumverhalten anfangen und so lange niemand hier bereit ist zu verzichten werden weiterhin Menschen in anderen Ländern ihre Existenz einbüßen !!!

      >>(Es ist keine Seenot, wenn sich 100 Mann absichtlich in ein kleines Boot setzen, das nur Sprit, Essen ,Wasser für ein paar Km hat, aber damit nie Italien erreiche könnte). Diese Menschen “erpressen” Europa und hoffen auf Schlepper.<<
      Ernsthaft? Kein Mensch setzt sein eigenes Kind aus einer solchen "Berechnung" heraus einem solchen Risiko aus. Das tut man nur, wenn die Not die hinter einem liegt größer ist, als das was man zu erwarten hat. Und dass diese Fahrt tödlich enden kann ist vermutlich jedem einelnen dort durchaus bewusst.

    • Es lässt sich leicht reden, wenn man nicht vor Ort ist. Richtig wäre, BEiDES. Fluchtursachen bekämpfen und Leben retten.

  4. Eines Tages könnte jeden zur Flüchtling werden. Doch wohin, wann alle entschieden haben, daß man nicht flüchten darf? Das Meer als selbstschußanlage mag als Schutz vor Verantwortung erscheinen, aber man darf keiner den Irrtum unterlegen, daß es nicht gemerkt oder vergessen wird, nur weil es schon ein paar mal geklappt hat.

  5. Einfach nur beschämend, was hier mit echten Helden passiert. Wenn ich das zu verantworten hätte könnte ich nicht mehr ruhig schlafen.
    Danke für eure mutige Arbeit Ulli

  6. Bitte Lasst dir Seenotretter wieder auf See!
    Hört auf Mitmenschlichkeit zu verurteilen!
    Helft Asylzentren vor Ort zu bauen damit Anträge dort gestellt werden können !
    Und so lange Deutschland Waffen An die Kriegstreiber in aller Welt liefert ist es. Verpflichtet sich den Folgen zu stellen!

  7. Retter zu Verbrechern zu Erklären ist das Letzte! Anstatt die Ursachen der Flüchlingskrise zu beeinflussen einfach untätig und anscheinend auch unfähig zusehen wie Menschen auf der Flucht ertrinken! Arme Welt, armes Deutschland.
    Den Rettern gehört mein Respekt.
    Sie sind Helden.

    Jutta Krämer

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