SOS – Tod auf dem Meer

Täglich ertrinken Menschen im Mittelmeer. Die Regierungen von Malta und Italien verbieten, sie aus Seenot zu retten. Jetzt muss sogar das Such-Flugzeug der Hilfsorganisation Sea-Watch am Boden bleiben. Co-Pilot Ruben Neugebauer fordert Außenminister Maas auf, dem Sterben nicht länger zuzusehen.

Drei winzige Körper treiben im Mittelmeer: Es sind Babys. Sie sind tot – ertrunken. Alle an einem einzigen Tag. Der Grund: Europäische Regierungen halten Seenotretter vom Retten ab. Insgesamt starben in den letzten zwei Wochen mindestens 483 Menschen im Mittelmeer. Malta und Italien erlauben den Booten der Hilfsorganisationen nicht mehr, den Hafen zu verlassen. Seit vorgestern darf auch das Flugzeug von Sea-Watch nicht starten – die Besatzung muss dem Sterben tatenlos zusehen.

„Es ist zum Verzweifeln. Dort draußen sterben Menschen. Wir haben alles da, um sie zu retten. Doch wir dürfen nicht.“ (Ruben Neugebauer, Sea-Watch)

Ruben Neugebauer kann es nicht fassen. Als Co-Pilot navigierte er immer wieder das kleine Such-Flugzeug – die Moonbird – über das Mittelmeer. Schon 20.000 Menschen in Seenot hat die Moonbird aufgespürt und 1.000 vor dem sicheren Tod gerettet. Jetzt bleibt sie am Boden. „Weil Europas radikale Rechte die Regierungen vor sich her treibt und keine Zeugen für das Sterben will“, sagt Neugebauer.

Menschen sterben und die deutsche Regierung schweigt

Die deutsche Regierung schweigt zu diesem Sterben. Dabei sollte besonders einer jetzt das Wort ergreifen: Heiko Maas. Als Außenminister betont er immer wieder, dass ihm eine menschliche Asylpolitik wichtig sei. Ruben Neugebauer fordert ihn deshalb ganz direkt mit einer Petition auf, bei seinen Amtskollegen in Malta und Italien die Freigabe der Rettungsboote und Flugzeuge zu verlangen. Er nutzt dafür WeAct, die Petitionsplattform von Campact. „Jetzt hilft nur noch, wenn wir Bürger/innen Europas gegen das fürchterliche Unrecht gemeinsam aufstehen“, betont Neugebauer.

Neugebauers Plan: Er will Maas 100.000 Unterschriften übergeben, so schnell wie irgend möglich – bevor noch mehr Menschen sterben. Dafür braucht er jetzt Dich! Unterzeichne auch Du, damit wir Maas überzeugen.

Europas radikale Rechte hat die Debatte im Griff. Regierungen opfern für sie Menschenrechte. Das eiskalte Kalkül: Wenn Flüchtende bei der Überfahrt zu Hunderten sterben, schreckt das weitere ab, Schutz vor Krieg und Verfolgung in Europa zu suchen. Sie ertrinken zu lassen, ist abscheulich.

Es gibt keine einfachen Antworten

Das Recht auf Asyl wird in diesen Wochen und Monaten quer durch Europa ausgehöhlt. Ein Recht, das unser Land sehr bewusst nach den Gräueltaten der Nationalsozialisten einführte. Denn damals fanden viele Menschen keinen Schutz. Jetzt erstarkt die Rechte erneut – und verunsichert Bürger/innen, die sich fragen, wie Europa mit Flüchtenden umgehen soll. Es ist ein schwieriges Thema, einfache Antworten gibt es nicht. Doch eins ist klar: Bis eine politische Lösung steht, müssen Ruben Neugebauer und die anderen Helfer/innen weiter Menschenleben retten dürfen.

Damit Retter weiter retten dürfen

In diesen Tagen müssen wir alle beweisen, dass wir noch auf der Seite der Menschenrechte stehen. Allen voran die SPD, die die Debatte um „Transitzentren“ und Abschottung nicht allein CSU-Innenminister Horst Seehofer überlassen darf. Für SPD-Außenminister Maas gilt eine klare Botschaft: Lassen Sie die Retterinnen und Retter weiter helfen. Damit diese Nachricht ankommt, brauchen wir Dich jetzt!


WeAct Logo

Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da Campact aber die Ziele der Petition unterstützt, möchten wir Dich auf die Kampagne hinweisen.

1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Menschen aus Seenot zu retten da zu sind wir laut Seerecht verflichtet
    ich frage mich wo hin mit den Menschen die man geretet hat,in der EU
    gibt es Länder die keine Flüchtlinge auf nehmen wir können nicht die
    ganze Welt retten man muß auch mal die Fluchtursache bekämpfen
    den nicht alle Flüchlinge flihen vor einen Krieg und Verfolgung sondern
    vor Hunger da muß man an setzen.

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Veröffentlicht von Lisa Reichmann