Seebrücke: Demos gegen das Sterben im Mittelmeer

Am Wochenende gehen bundesweit Menschen auf die Straße - gegen den Hass und für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten. Finde jetzt eine Demo in Deiner Nähe.

Ein rechter Mob zieht marodierend durch Chemnitz. Macht Jagd auf Menschen, zeigt den Hitlergruß – und die Polizei schaut zu. Die Bilder von Montag machen fassungslos. Der Krawall der Rechten, das Schweigen der Mehrheit, das Versagen von Politik und Polizei – sie markieren den bisherigen Tiefpunkt einer besorgniserregenden Entwicklung.

Rechtsextreme treiben mit ihrem Hass und Rassismus die Politik vor sich her. Politiker/innen gehen auf die Hetze ein, machen Zugeständnisse. So ist ein gesellschaftliches Klima entstanden, in dem ernsthaft diskutiert wird, Menschen zur Abschreckung im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Es ist ein Klima, in dem Seenotretter/innen vor Gericht stehen. Länder bauen Zäune, anstatt Leben zu retten.

Gegen den Hass – Demos in ganz Deutschland

Doch aus einer neuen Bewegung kommt Widerspruch. Ehrenamtliche, Ärzt/innen, Kulturschaffende, Menschenrechtsaktivist/innen: Etliche Gruppen versammeln sich hinter dem Banner der „Seebrücke“. Und stehen am kommenden Wochenende, am 1. und 2. September, gemeinsam auf – gegen den Hass. Für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten. Die Straßen und Plätze gehören nicht dem Mob, wir wollen dort ein friedliches Zeichen setzen: Bitte schließe Dich unserem bunten Protest an!

Im Juli legten Europas Regierungen die Schiffe der Seenotretter/innen an die Kette und schlossen die Häfen. Die Reaktion war schnell, beeindruckend und friedlich: In Berlin gingen spontan 12.000 Menschen auf die Straße. Sie machten klar: Wir sehen dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zu. Die Medien konnten nicht wegschauen. Der Protest schaffte es bis in die Tagesschau.

Seebrücke: kreative Schilder, Rettungswesten und Kleidung in orange

Unsere Antwort auf die Gewalt von Chemnitz kann jetzt noch größer werden – mit Dir. Nicht allein in Berlin, im ganzen Land wollen wir für Menschlichkeit demonstrieren. Friedlich, mit kreativen Schildern, Rettungswesten und Kleidung in orange, der Farbe der Seenotrettung. Sei dabei und bring alle mit: die Oma, den Hund, Deine Nachbar/innen und Kinder. Gemeinsam sind wir stärker als der rechte Mob!

19 Kommentare

  • von Stefan Baier

    Eine Demonstration gegen rechte Gewalt und ein Demonstration zur Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sind zwei völlig verschiedene Themen. Es ist schade, dass dies hier vermengt wird.

  • von Stefan Baier

    Der rechte Mob kotzt mich an. Gewalt gegen Menschen, nur weil sie “anders” sind, kotzt mich an.
    Auf ein Demo gegen diesen Hass wäre ich gerne gegangen.

    Aber die Demo der Aktion Seebrücke, auf der gefordert wird, weitere Flüchtlinge aufzunehmen, damit sie nicht im Mittelmeer ertrinken, hat mit einer Demo gegen rechte Gewalt in Deutschland nichts aber auch rein gar nichts zu tun.

    Schade, dass hier zwei wichtige Themen unangemessen verknüpft werden.
    Das ist nicht besser, als wenn die rechte Szene immer von Flüchtlingskriminalität spricht, obwohl Kriminalität und Herkunft nichts miteinander zu tun haben.

    • von Campact Team

      Hallo Stefan,

      wir finden, dass die beiden Themen durchaus miteinander zu tun haben. Dass Europas Politiker/innen auf Abschottung setzen und Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen, liegt auch an der momentanen gesellschaftlichen Stimmung. Ereignisse wie die von Chemnitz und die Stimmungsmache rechter Parteien suggerieren der Politik, wer auf Abschottung setze, könnte Stimmen von Wähler/innen gewinnen. Dagegen aufzustehen und deutlich zu machen, dass die Mehrheit der Menschen in diesem Land eben keine Abschottung sondern einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten will, finden wir deshalb ein wichtiges Zeichen. In diesem Sinne haben wir unseren Demonstrationsaufruf verfasst.

      Viele Grüße
      Das Campact-Team

  • von Dirk Boese

    Ich bin seit mehreren Jahren Campact Förderer
    und so manches mal musste ich mir auf die Lippen beißen.
    Eure extrem linke Sicht der Dinge, bin ich nicht mehr bereit, schweigend hinzunehmen.
    Ich bin gegen jede Art von Gewalt, aber es kann nicht sein, dass Gewalt die von Einwandernden ausgeübt wird, so gut wie immer verschwiegen oder klein geredet wird. Da werden in Chemnitz 3 Menschen durch Messerstiche verletzt, ein Mensch stirbt. Keine kritische Auseinandersetzung mit den Tätern, keine Mitleidsbekundungen gegenüber den Opfern und deren Angehörigen!
    Stattdessen mal wieder das verzerrte, einseitige Bild des bösen Nazi-Deutschen und des friedlichen Ausländers/Einwanderers.
    Ich muss mir überlegen, ob ich eine derart einseitige, subjektive Organisation in Zukunft weiter unterstützen möchte!

    • von Campact Team

      Lieber Dirk,

      in Tagen wie diesen müssen alle demokratischen Organisationen sich klar positionieren. Deutschland ist ein Rechtsstaat – die beiden Tatverdächtigen für den Totschlag sitzen in Untersuchungshaft. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für gewalttätige Selbstjustiz. Felix Kolb, geschäftsführender Campact-Vorstand, hat am Dienstag gesagt: “Es ist beschämend, dass ein rechter Mob mehrfach marodierend durch Chemnitz ziehen konnte. Statt zu verharmlosen, muss die Sächsische Landesregierung verhindern, dass Menschen aufgrund ihres Äußeren oder ihrer Herkunft angegriffen werden. Rassismus, Gewalt und Selbstjustiz sind völlig inakzeptabel. Wir alle sind gefordert, dagegen Stellung zu beziehen.”

      In diesem Sinne haben wir unseren Demonstrationsaufruf verfasst.

      Viele Grüße
      Das Campact-Team

    • von Stefan Baier

      Wer “Gewalt von Einwanderern” thematisieren will, stellt einen Zusammenhang her zwischen Gewalt und der Herkunft der Täter, den es nicht gibt.
      Durch diese Verleumdung wird eindeutig die Menschenwürde von Einwanderern angegriffen.
      Das entspricht m.E. dem Straftatbestand von §130 StGB, Absatz (1).

      Unser Rechtsstaat wird sich um die Aufklärung der Verbrechen von Chemnitz kümmern.
      Ich kann nicht erkennen, dass dort andere Maßstäbe angelegt werden (sollten).

  • von Kurt Pötschke

    Die Leute müssen nicht kommen. Es ist ihr Risiko, sich in u.U. ungeeigneten Wasserfahrzeugen auf das Mittelmeer zu begeben. So lang Schiffe explicit zu ihrer Aufnahme in das benützte Seegebiet einfahren, um solche Menschen zu bergen, um sie dann wieder an ihren Abreiseort zu bringen, ist nichts dagegen einzuwenden, aber auch keinesfalls ein Akt selbstverständlicher Humanität. Verbringt man sie aber an andere, insbesondere europäische Häfen, dann handelt es sich um strafbare Schlepperei. Daß sich Akademiker, von denen man in besonderem Maße eine korrekte Lebensführung erwartet, zu kriminellen Aktionen hinreissen lassen, wäre sehr bemerkenswert. Die unter dem Vorwand, Menschen zu retten oder ihnen Asyl zu gewähren, als humanitär bezeichnete Einstellung geht daran vorbei, die Belastung des eigenen Zusammenlebens und der von Allen aufgebrachten staatlichen Mittel, insbesondere der Sozialetats in eklatanter Weise arrogant zu übersehen. Hier sehen Verfassungen keine Mehrheitsbildung vor.

    • von Helene Moser

      Die so reden wie Sie, genau die ersten wären, die aufs erste Schlauchboot in einen sicheren Hafen fern der zerbombten Heimat hüpfen würden… Der Gipfel der Arroganz, dass man die Geschichte so dreht, als wären sie selbst schuld. Dass hier gerade Akademiker sich einsetzen, beweist nicht nur ihren guten Lebensstil, sondern auch ihre Intelligenz. Sie haben die Not gesehen und können sie eben gerade nicht mit ihrem sozialen Gewissen vereinbaren. Diese Menschen, die Flüchtlinge, werden als Opfer in den gierigen Schlund des kapitalistischen westlichen Monsters getrieben, den Rechtsextremismus neu zu entfachen, der Masterplan ist. Tut mir leid, aber eher verzichte ich auf so manchen Luxus als dass ich tatenlos zusehe. Ohhh, ihr Besessenen eurer Pläne, so studiert doch lieber an Lösungen, die unserem Volk wieder vermehrt Reichtum und Lebensqualität bieten. Der Rechtsextremismus ist eine billige, wiedergekaute Lösung in einem schwarz-weissen Weltbild, der nur noch bei dummen Menschen greift…

    • von Tim H.

      Zum Glück gibt es noch Menschen wie Sie, ich lasse mich von dieser falschen Heiligkeit nicht blenden. Die Regierung sollte sich um die Wurzeln der Probleme kümmern, damit die Menschen garnicht erst übers Mittelmeer reisen müssen!

    • von Campact Team

      Hallo Kurt,

      Seenotretter/innen befolgen internationales Seerecht. Würden sie den Menschen nicht helfen, machen sie sich der unterlassenen Hilfeleistung verantwortlich. Ohne Seenotrettung gibt es nicht weniger Geflüchtete, es sterben einfach mehr.
      http://www.bpb.de/apuz/208009/fluchthilfe-und-migrantenschmuggel?p=all

      Warum die Geflüchteten nicht nach Tunesien oder Libyen zurückgebracht werden können, erklärt Quer sehr treffend in seinem Video: https://www.facebook.com/quer/videos/10155266789215728/

      Pro Asyl erklärt die rechtliche Lage zudem wie folgt: 
“Der Vorschlag, Flüchtlingsboote auf dem Weg nach Europa abzufangen und nach Nordafrika zurückzubringen, steht im Widerspruch zum Völkerrecht. Im Jahre 2012 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in seinem wegweisenden Hirsi-Urteil klargestellt, dass die Menschenrechte auch auf der Hohen See anwendbar sind. Sobald sich Flüchtlinge auf einem europäischen Schiff befinden, unterfallen sie der effektiven Kontrolle des jeweiligen Staates. Dieser muss den Flüchtlingen einen Zugang zum Asylverfahren verschaffen. Die Vorgaben aus dem Urteil gelten aber für Rückschiebungen in alle afrikanischen Transitstaaten, in denen Flüchtlingen eine erniedrigende oder unmenschliche Behandlung oder sogar Folter droht. Eine Rückschiebung in solche Staaten stellt einen Verstoß gegen Art. 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention dar.” 
Quelle: https://www.proasyl.de/news/internationales-recht-eu-muss-bootsfluechtlinge-retten-und-aufnehmen/

      Auch Amnesty International bestätigt, dass es in Tunesien und Libyen noch immer zu Folter und anderen Verstößen gegen die Menschenrechte durch Staatsdiener/innen kommt. Eine Rückführung in diese Staaten ist daher rechtlich nicht möglich.
Quelle Tunesien: https://www.amnesty.org/en/countries/middle-east-and-north-africa/tunisia/report-tunisia/
      Quelle Lybien: https://www.amnesty.de/jahresbericht/2018/libyen#section-1723480

      Viele Grüße
      Das Campact-Team

    • von Helene Moser

      Was denn für eine Heiligkeit? Seit wann denn ist Menschlichkeit Heiligkeit? Haben die Menschen dieser Erde echt so viele ihr Herz verloren? Nur weil ihr Portemonnaie nicht mehr so prall gefüllt ist? Es tut mir leid, ich verstehe diese Grausamkeit nicht, ich bleibe unversöhnlich mit ihr. Es scheint mir wie eine hypnotische Psychose, dieses Flüchtlingsthema. Ich verstehe, dass Polarisierungen Wind und Bewegung in bisher ungeklärte Fragen und das Weltgeschehen bringen können, doch diese Grausamkeit, Menschen tatenlos sterben oder leiden zu lassen, nein die verstehe ich nicht.

  • von Zoe Furrer

    Während wir um Politik streiten, sterben Menschen im Mittelmeer. Ist man fähig, die Politik in diesem Fall gedanklich auszuklammern, sterben dort ganz einfach Menschen und niemand hilft ihnen. Diese Menschen sind Opfer und wir haben zu lange weggeschaut. Ab an die Demos, zeigen wir, dass wir auch in schwierigen Zeiten nicht einfach Menschen sterben lassen und solidarisch dafür einstehen, sie zu retten. Was danach mit ihnen und ihrem Land geschieht, darüber können wir später streiten. Eventuell haben dazu auch die Flüchtlinge noch ein Wort zu sagen. Wir haben auch schon Einwanderungen von Italiern oder Schwarzafrikanern überlebt, weshalb nicht auch die einiger Syrer oder anderer?

    • von Inge Delz

      Guten Tag,

      viele afrikanische Flüchtlinge kommen hauptsächlich über das Mittelmeer, weil sie wissen, daß sie durch spezielle Rettungsschiffe gerettet werden. Sie zahlen an die Schlepper zwischen 1.000 – 8.000 Euro und auch mehr. Ja warum wohl, damit sie wie versprochen auf hoher See gerettet werden. Und in den meisten Fällen ist es ja auch so. Ich halte das ganze für eine wohl durchdachte Taktik von Mächten die wollen, daß Europa/Deutschland destabilisiert wird. Warum flüchten so viele junge Männer ? Weil deren Mütter in der Regel zwischen 5 und 8 Kinder gebären !!!!! und dann natürlich keine Perspektiven haben, ihr Leben zu gestalten. Sie könnten ja auch innerhalb ihres Kontinents bleiben. In Südafrika gibt es m.W. gute Möglichkeiten sich eine Existenz aufzubauen. Afrikaner, die von einem Reporter vor kurzem interviewt wurden sagten, sie möchten nach Deutschland um “sage und schreibe” reich zu werden oder auch ein angenehmes Leben zu führen !!!!!

  • von Tim H.

    Wir sind bereits jetzt stärker als der rechte Mob, möglicherweise sind die Linksextremen aber genauso schädlich?

    Ich finde es ebenfalls nicht gut dass die Menschen ertrinken, aber gleichzeitig finde ich das Fluten des Landes mit Menschen von anderer Kultur, ohne die Beweggründe und Identität der Einreisenden zu ermitteln, auch nicht gut.

    Es ist einfach traurig, wie wenig die hier geborene Bevölkerung zu melden hat und trotz dem lebenslangen Einzahlen in den Staat, wird man einfach ersetzt und auf die alte Kultur und Vorlieben geschissen.

    Ruhe in Frieden Europa

  • von Joel Goodday

    Wir müssen laut und farbig sein, wenn wir die Wölfe (die Nazis) vertreiben wollen! Wacht auf, lasst euch nicht manipulieren durch die rechten Propagandamaschinen, holen wir die schwarze Sonne vom Himmel; ein für alle Mal! Hier und Heute entscheidet sich die Zukunft von uns, von Deutschland, von der ganzen Welt! Es gibt einen anderen Weg als der nach der politisch Rechten, einen Weg aus den Schulden, einen Weg in die Zukunft! Deshalb stehe auch ich auf, der ich mich bisher nie für Politik interessiert habe!

    Nehmt das politische Geschehen bitte ernst, nehmt die Herausforderung ernst und lasst euch nicht von den Wölfen fressen!

  • von Alexander Strauch

    Tüte Deutsch reicht schon, Herr Hauschild. Muss nicht gleich ein Sack sein. Muss auch kein Kommentar sein, wenn man gar nicht verstanden hat, um was es geht.

    Ich finde die gesamte Aktion “Seebrücke” deshalb eine sehr gute Idee, weil sie auch den Verantwortlichen unserer Gesellschaft deutlich machen könnte, dass die Taktik “Zäune hoch und Augen zu” nicht greift, weil eine breite Basis in der Bevölkerung dies nicht duldet. Und das hat nichts mit Rechts, Links oder anderen Richtungsschubladen zu tun.

    Dank an Alle, die sich hier einbringen.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ich habe keine lust an einer Allebie Demo teil zu nehmen
    die nichts bringt Ihr seht nur die Gewalt von Rechts,aber
    die linken Kaoten sind auch nicht besser das die Polizei
    in Chemnitz nichts getan haben soll ist nicht richtig op
    ihr gegen das ertrincken im Mittelmeer demonstriert
    oder es fält ein Sack um.

    • von Klaus

      Was heißt hier Alibidemo ?
      Wer nicht demonstriert wird auch niemals etwas ändern, egal wieviel Säcke (ich denke mal Sie meinen Reis) bei ihnen noch umfallen werden.
      Es macht immer Sinn gegen das politisch geduldete sterben von Menschen zu demonstieren.
      Ihre recht/links These als auch ihr Statement zu Sachsen Polizeieinsatz scheint mir hier eher fehl am Platze.

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Veröffentlicht von Campact Team