Schlachtfeld Kohle: Klimakrieger gegen Großkonzerne

Ob im Hambacher Wald oder in den USA: Die Dokumentation „Climate Warriors. Der Kampf um die Zukunft unseres Planeten“ zeigt, der Kampf um die Erde ist ein Kampf ums Überleben.

„Meine Regierung beendet den Krieg um Kohle. Wir werden saubere Kohle haben, wirklich saubere Kohle.“ Mit diesen Worten stieg US-Präsident Donald Trump 2017 aus dem Pariser Klimaabkommen aus. Für Trump geht es nur um eins: „Jobs, Jobs, Jobs“. Dass er den USA damit einen Gefallen tut, ist ein Trugschluss – wie so viele seiner Entscheidungen.

Schon jetzt arbeiten mehr Menschen in den USA in der Solarbranche, als in Kohle-, Öl- und Erdgasindustrie zusammen. Das erklärt die Wissenschaftlerin Joylette Portlock, die auf der Videoplattform YouTube als Superheldin verkleidet zu nachhaltigem Handeln aufruft. Portlock ist eine der Klimaheldinnen, die Regisseur Carl-A. Fechner in seiner Dokumentation „Climate Warriors“ porträtiert.

Klimasünder > Gesundheitswesen

Es gibt immer mehr Erneuerbare Energien. Die Bewegung wächst, allerdings zu langsam. Noch immer zahlen Regierungen mehr für klimaschädliche Energieträger als für das gesamte Gesundheitswesen. Und das auf Kosten der Gesundheit: Kyla Peck leidet an Asthma. Eine Krankheit, die durch Luftverschmutzung immer mehr Menschen betrifft. Zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Moms Clean Air Force setzt sie sich für saubere Luft und die Gesundheit nachfolgender Generationen ein.
Lobbyisten versuchen alles, um die Erneuerbaren schlechtzureden. Ihr Ziel: Die Energiewende aufhalten, damit sich die großen Konzerne weiter bereichern.

Dabei rechnet sich das wirtschaftlich nicht, wie Prof. Claudia Kemfert erklärt. Die Abteilungsleiterin Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält fest: „Deutschland zahlt pro Jahr rund 100 Milliarden Euro nur zur Begleitung fossiler Energie. Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien haben wir jetzt schon Einsparungen von 12 Milliarden Euro.

„Wenn Sie sich anschauen, was Deutschland ohne Energiewende tatsächlich bezahlt hat, wird es teuer. Ohne Energiewende zahlen wir immer mehr für Öl und Gas.“ (Prof. Claudia Kemfert)

Ihr Fazit: Ohne Energiewende wird es teuer. Trotzdem kämpfen in Deutschland Stromanbieter wie RWE vehement gegen den schnellen Ausstieg aus der Kohle. Für Prof. Kemfert gleicht der Kampf um den Strom einem Schlachtfeld.

Kampf ums Überleben

Für Filmemacher Carl-A. Fechner ist der Kampf um die Erde sogar ein Kampf ums Überleben. In seiner Dokumentation „Climate Warriors“, die ab dem 6. Dezember in den Kinos läuft, macht er sich auf die Suche nach Kämpferinnen und Kämpfern weltweit, die nach neuen Lösungen für ein besseres Leben suchen.

Die Energiewende ist etwas Schönes

Weltweit streiten mutige Menschen für die Energiewende – ob im Hambacher Wald oder in den USA. Xiuhtezcatl Martinez ist Umweltaktivist, Hip-Hop-Künstler und Teil der Naturschutzorganisation Earth Guardians. Gemeinsam mit 21 Jugendlichen hat Martinez die Vereinigten Staaten verklagt, weil sie nicht genug gegen den Klimawandel tun.

Xiuhtezcatl Martinez ist Klimakrieger. Er will eine ganze Generation dazu ermutigen, aufzustehen und sich für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Klimagerechtigkeit einzusetzen.

Strom und Wärme aus Abfall

Weltweit forschen, entwickeln, designen Menschen Techniken, die die Energiewende vorantreiben. Einer der Protagonisten der Dokumentation ist Edy Kraus. Er hat eine mobile Pelletieranlage entwickelt, die Reststoffe der Landwirtschaft zu Pellets verarbeiten kann und somit als Lieferant für grünen Strom und Wärme dient.

Energiekonzerne gegen die Menschheit

Die Fakten: Die Menschheit verfeuert knapp 16 Milliarden Liter Öl pro Tag. Der Verbrauch wächst. Gleichzeitig steigt der Wasserspiegel. Im Jahr 2017 irren 25 Millionen Klimaflüchtlinge durch die Welt. Sind wir jetzt schon im Krieg? Für Regisseur Fechner ist es ein Krieg zwischen skrupellosen Energiekonzernen und der Menschheit.

Seine Dokumentation macht klar: Strom, Wärme, Gebäudeenergie, Verkehrswende – alles gehört zusammen. Für Protagonist und Student Martin Randelholf ist die Energiewende untrennbar verknüpft mit der Verkehrswende:

„Es gibt keine Verkehrswende ohne Energiewende und es gibt keine Energiewende ohne Verkehrswende.“ (Martin Randelholf)

Ein Auto steht durchschnittlich 23 Stunden am Tag. Seine Vision: eine vernetzte Mobilitätswelt, in der Autos und Fahrräder geteilt und in der vor allem ein zuverlässiger und komfortabler öffentlicher Personennahverkehr entsteht.

Fechner, der auch bei „Die 4. Revolution“ und „Power to Change“ Regie geführt hat, beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit dem Thema Energie und Nachhaltigkeit. Eins sei ihm in den Jahren klar geworden: „Die Erneuerbaren sind nicht nur gut und wichtig für den Kampf um die Klima-Erwärmung. Sie erschüttern die gesamte Wertschöpfung der Energiebranche. Und wir alle können und dürfen daran teilhaben – weltweit!“

Du willst einen ersten Anfang machen? Dann unterzeichne hier unseren Appell für einen schnellen Kohleausstieg!

4 Kommentare

  • von Lisa Weber

    Werde das mal bei Google checken

  • von Hana-Joachim Hauschild

    Ihr fordert den schnellen Kohleausstieg aber ohne Konzept
    es gibt ja auch schon Leute die gegen Windenergie sind weil
    diese Anlagen die Landschaft verschanden,auser der Kohle
    gibt es noch andere Drekschleudern wie zb Kreutzfahrschiffe
    gegen die hat noch keiner demonstriert,das ist doch eine
    doppel Moral die ich nicht verstehe selbst wenn wir aus der
    Kohle aussteigen wirt das Klima auch nicht besser weil andere
    Länder weiter machen wie bis her.

  • Auch wenn der Kampf aussichtslos erscheint ist er dennoch wichtig geführt zu werden.

    Anders wird es kaum möglich sein die Erde für die nächsten Generationen zu erhalten.

  • Ein Kampf gegen Mühlen…. für jeden Kilmakiller den wir zb. entfernen entstehen irgendwo auf der Welt ein neuer.

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Veröffentlicht von Vera Kuchler

Redakteurin Newsletter/Online – Vera Kuchler, Jahrgang 1988, studierte Sozialwissenschaften und Soziologie mit Fokus auf Sozialpsychologie und „Arbeit und Geschlecht“ in Marburg und Frankfurt. Nach Stationen in der Öffentlichkeitsarbeit und der Programm- und Kulturarbeit absolvierte sie ein Volontariat beim „Journal Frankfurt“ und arbeitete danach als Online-Redakteurin. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte: nachhaltiger Konsum, Geschlechtergerechtigkeit sowie soziale Ungerechtigkeit. Bei Campact ist sie seit April 2017.