Corona: Kollaps verhindern

Die Weltgesundheitsorganisation hat Covid-19 (Coronavirus) gerade zur Pandemie erklärt. Das Beispiel Italien zeigt: Es ist exis­ten­zi­ell, die Geschwindigkeit der Ausbreitung jetzt zu senken. Das Gesundheitssystem droht zu kollabieren, weil nicht ausreichend viele Menschen gleichzeitig behandelt werden können. Deshalb ist es wichtig, jetzt zu Hause zu bleiben, wenn es möglich ist.

Dies ist eine ungewöhnliche Nachricht von uns – denn die Zeiten erfordern ungewöhnliche und drastische Schritte. Gemeinsam wenden wir uns sonst zumeist an die Politik. Doch mit der Corona-Krise ist jetzt auch jede*r von uns ganz persönlich gefragt. Es gibt 2,3 Millionen Campact-Unterstützer*innen – wenn wir gemeinsam solidarisch handeln, können wir helfen, die schlimmsten Auswirkungen der Krise zu verhindern.

Dieses Virus kann das Gesundheitssystem lahmlegen

In italienischen Krankenhäusern zeigen sich derzeit die grausamen Folgen des Coronavirus: Ärzt*innen und Pflegekräfte können nicht mehr allen Erkrankten helfen, sondern müssen abwägen, wer behandelt wird. Die Kapazitäten genügen nicht, um alte oder schwerkranke Menschen zu betreuen. Besonders lebensrettende Beatmungsgeräte fehlen. “Diese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu überleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehen”, so drastisch beschreibt es ein italienischer Intensivmediziner.

Solche Situationen drohen auch in Deutschland – wenn wir nicht schnell handeln. Die letzten Tage und Stunden zeigen: Das Virus breitet sich in Deutschland ebenso rapide aus wie in Italien. Doch wir haben noch die Chance, es zu verlangsamen. Im Vergleich zu Italien haben wir einen Vorteil von einigen Tagen oder Wochen. Den müssen wir jetzt nutzen: indem wir die Ausbreitung des Virus bremsen, damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. So haben auch alle Schwachen in unserer Gesellschaft – ältere, einsame, arme Menschen – eine Chance auf eine Behandlung, die Leben rettet.

Jede*r kann etwas tun

Damit das gelingt, müssen Politik und Behörden handeln. Aber auch jede*r Einzelne ist gefragt. Denn wir alle können das Virus verbreiten, auch wenn wir selbst keine Symptome zeigen. Daher unsere dringende Bitte:

  • Bitte bleibe zu Hause, wann immer es möglich ist. Vermeide Reisen, Termine und Treffen. Gehe nicht in die Kneipe oder zum Sport und arbeite – wenn das bei Deiner Arbeit möglich ist – von zu Hause. So schützt Du Dich selbst, aber vor allem hilfst Du, das Virus zu bremsen. Das rät das Robert-Koch-Institut, denn diese Schritte waren in anderen Ländern besonders wirkungsvoll. Eine “soziale Distanzierung” ist weder Panik noch Egoismus – sie ist ein Akt der Solidarität mit denjenigen, die durch das Virus in Lebensgefahr geraten.
  • Bitte unterstütze durch das Virus besonders bedrohte Personen. Ältere oder bereits durch Krankheiten geschwächte Menschen müssen sich vor Ansteckung schützen. Sie sind nun auf unsere Hilfe angewiesen. Frage Bekannte, Freund*innen und Nachbar*innen, die zu diesem Kreis gehören, ob Du beim Einkauf oder anderen Besorgungen helfen kannst.
  • Bitte teile diese Informationen. Je mehr Menschen sie erhalten, desto größer ist die Chance, den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern. Die kommenden Tage entscheiden: Geht die Ansteckungsrate steil nach oben oder flacht die Kurve in Deutschland ab? Deswegen bitten wir Dich: Leite diese Mail jetzt an Deine Bekannten weiter oder teile den Aufruf in den sozialen Medien.

Um die schlimmsten Folgen der Corona-Krise zu verhindern, zählt vor allem eines: Es muss jetzt schnell gehen. Derzeit verbreitet sich das Virus bei uns exponentiell. Etwa alle drei Tage verdoppelt sich die Anzahl der Infektionen. Geht es in diesem Tempo weiter, wären in einem Monat bereits eine Million Menschen infiziert.

Gemeinsam die Kurve flach halten

Die Tageszeitung “taz” hat vorgerechnet, was dies für unser Gesundheitssystem bedeuten würde: Mindestens 50.000 Menschen müssten in diesem Fall auf Intensivstationen behandelt werden – Plätze gibt es aber in ganz Deutschland nur 28.000. Und die sind zu großen Teilen bereits mit anderen schwerkranken Menschen belegt. Gelingt es uns, das derzeitige Tempo der Corona-Ausbreitung zu halbieren, gäbe es in einem Monat nicht eine Million Infizierte – sondern 32.000. Ärzt*innen, Pfleger*innen und Krankenhäuser könnten die Krise bewältigen.

Je weiter das Virus jedoch verbreitet ist, desto schwieriger wird es, die Anzahl der neuen Infektionen zu reduzieren. Daher unsere eindringliche Bitte: Lass uns die kostbare Zeit nutzen und gemeinsam Alles tun, um das Virus zu bremsen.

Das Virus ist politisch

Die Corona-Krise wirft auch politische Fragen auf: Wieso ist unser teilprivatisiertes Gesundheitssystem so auf Kante genäht, dass es für eine solche Krise nicht besser gewappnet ist? Braucht es jetzt eine finanzielle Unterstützung Italiens, damit wir nicht alle in eine Eurokrise abrutschen? Warum ist bei dieser kurzfristigen Krise ein drastisches Handeln möglich, während es bei der langfristigen Klimakrise fehlt? Und wie sieht Protest aus, wenn Demonstrationen ausfallen müssen? Über all dies denken wir gerade nach. Und wollen in einigen Tagen unsere Gedanken mit Dir teilen. Doch jetzt geht es uns erstmal um Praktisches – wir müssen alles tun, um die Krise einzudämmen.

110 Kommentare

  • von Michael

    Alles was uns hilft die Verbreitung des Virus zu verlangsamen sollte eingesetzt werden. Mund-Nasen-Schutz, kann nur helfen aber nicht Schaden.
    Ein Link zum Selbermachen:
    https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/0115_1/pressereferat/Mund-Nasen-Schutz__Naehanleitung_2020_Feuerwehr_Essen.pdf
    Das Tragen kann jedoch ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Einige vernachlässigen dadurch beispielsweise eine gute Händehygiene, darum nochmals der Hinweis: Wesentlich effektiver als ein Mundschutz ist, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen, korrekte Husten- und Niesetikette und das Einhalten eines Mindestabstands von zwei Metern.

    Zu den ökonomische Auswirkungen eine Anmerkung:
    Frage: Was macht den Wert des Geldes (einer Währung), dass ja ursachlich nur ein Stück Metall/Papier Zahl auf dem Kto.-Auszug ist, aus?
    Meine Antwort: Der Wert des Geldes drückt das Vertrauen der Menschen in das Gesellschaftssystem in dem sie Leben aus.
    Soll zum Nachdenken anregen :) .

  • von Marion

    Das der Ernst der Lage jetzt bei den meisten Menschen in unserem Land erkannt wurde, zeigen die aktuellen
    Nachrichten. Bitte, lassen wir mit unserem solidarischen Sozialverhalten nicht nach! Die nächsten Wochen werden für uns wahrscheinlich anstrengend aber wir können in Deutschland -trotz mancher Panne seitens des Gesundheitssystem-auf eine gute Versorgung hoffen. Trotz aller nationalen Befindlichkeiten sollten wir jetzt aber auch auf unsere Nachbarn in Italien und Spanien blicken. Dort herrscht große Not! Menschlich sowie finanziell. Die Staaten der Nord-EULänder müssen aufgerufen werden zu spenden. Ich spreche in Reinform von SPENDEN für diese beiden Länder , und nicht von Krediten, da sie hoch verschuldet sind und sie auch durch eine anschliessende Rezession besonders gefährdet sind. Wenn diese Pandemie mir eins klar gemacht hat, dann die Tatsache, dass wir das WIR wieder in den Mittelpunkt unseres Handeln stellen sollten. Auch Compact kann zu Spenden deutschlandweit aufrufen!

  • von linde

    Hallo Mel Hier. Sag mal, geht’s noch???? Leute, die keine Ahnung haben, sollten vielleicht besser ihre Ansichten für sich behalten!!!!

  • von Iris

    Der momentane Shutdown ist sehr radikal. Wir machen es wegen des Virus, um die Nichtbehandlung von Kranken und damit deren Tod zu verhindern. Ein nicht beabsichtigter Nebeneffekt ist auch, dass gerade bestimmte klimaschädliche Aktivitäten unterbleiben. ZB. Flugreisen, Autofahren. Auch unterbleibt ein Teil des sonstigen Konsums. Hätten wir das ohne Corona geschafft, wäre das irgendwie Wahnsinn. Ich denke, eine besondere neue Protestaktion bräuchte man daher nicht. Es wäre jedoch vielleicht gut, dass, was sich aus dem Shutdown positives für die Natur und unsere Umwelt ergibt, in einer großen Aktion heraus zu stellen. Da könnte man vielleicht wirklich Lesch ins Boot holen. Ist die Luft in den Städten gerade nicht viel besser? Lässt der Smog nach? Ist das Wasser sauberer? Vielleicht kann man sowas schon nachweisen?
    Das könnte vor Augen führen, dass wir gerade von 0 auf 100 in der vielbeschworenen Postwachstumsökonomie leben. Eigentlich krass oder?

  • von Anne Lujic

    Liebes Campact-Teem,
    die Zeit drängt, Alternativen zu finden für den nächsten weltweiten Aufruf zur Demo am 24.4. Diese müssten dann zügig weltweit angesprochen werden. Wie kann Protest in Zeiten von Quarantäne aussehen?
    Ich denke digital: Beispielsweise alle buchen und stornieren z.B. Trump Hotels, Flugtickets.. nach Zeitzonen aufgeteilt, wie eine Laola Welle. Ich denke wir bräuchten die Hilfe vom Chaos Computer Club für lustige, wirksame aber legale Aktionen. Wie könnten wir die Kohle Industrie ärgern?
    Wir müssen schnell sein, angesichts des Tempos mit dem die Regierung Hilfspakete beschließt. Die Förderung der Wirtschaft muss zukunftsweisend und klimafreundliche sein. Es ist gefährlich, wenn jetzt Milliarden an TUI oder Lufthansa gehen, dann werden wir keine Kraft mehr für den Wandel zur Klimaneutralität haben. Was ist aus der Forderung von Fridays For Future geworden nach dem täglichen Fernseh-Beitrag Klima vor Acht? Wir könnten Harald Lesch mit ins Boot holen?

  • von Radou

    An alle, die hier die nächste Weltverschwörung sehen:

    Guckt Euch die Bilder aus Italien an! Denkt ruhig nach ob ihr falsch liegen könntet und hier etwas in einer neuen Dimension auf die Menschheit zukommen könnte.

    Wenn ihr dann zum richtigen Schluß gekommen seid:

    Meldet Euch freiwillig bei RKI oder bei nächsten Krankenhaus (telefonisch oder per Mail!) und versucht Euch zur Verhinderung des Schlimmsten einzubringen. Bereitet euch auf den Sturm vor, der sich da zusammenbraut.

    Jeder kann etwas sinnvolles tun.

    Ich wünsche Jedem viel Glück und Gesundheit die nächsten Wochen lebend zu überstehen!

    Gott stehe uns bei!

  • von Kerstin Peters

    Danke Campakt!!
    Ihr sprecht mir aus der Seele! Allerdings bin ich entsetzt über die Kommentare, die ich gelesen habe, aus denen hervorgeht, daß ein großer Teil unserer Mitbürger immer noch denkt, der ganze Corona-Spuk wäre ein Komplott oder ein Angriff auf unsere Demokratischen Grundwerte… Wer schreibt, es könne ja nicht so schlimm sein, weil die Leute ja nicht röchelnd auf der Straße zusammenbrächen, hat eindeutig zu viele Zombie-Filme gesehen. Skepsis ist schon berechtigt, aber wer die Bilder aus Bergamo für Fake hält, dem kann wohl nicht mehr geholfen werden.

  • Da alle Dr. Wodarg zitieren , sollte man sich die Frage stellen, warum alle dieselbe Quelle angeben müssen…Vielleicht bestätigt er auch nur das, was man sowieso hören wollte, weil er die eigenen Verdrängungsphanstien erlaubt. Kritisch denken, heißt nicht Schwarz-weiß-Malerei und nachzuplappern, was gut ins eigene Weltbild passt, sondern verschiedene Quellen und Meinungen gegenüberzustellen:

    https://www.medico.de/eine-politik-der-kaempfe-in-zeiten-der-pandemie-17674/
    https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/coronavirus-die-wucht-der-grossen-zahl-e575082/
    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-03/christian-drosten-coronavirus-pandemie-deutschland-virologe-charite/komplettansicht
    https://www.mdr.de/wissen/wolfgang-wodarg-corona-uebertrieben-faktencheck-100.h
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-welt-nach-corona-wird-jetzt-ausgehandelt

    Wer antworten möchte sollte bitte vorher zumindest alles s.o. gelesen haben.

  • von Bea

    Diejenigen, die jetzt noch ihre persönlichen Milch-Mädchen-Rechnungen auf allen Ebenen proklamieren – die nachplappernden Mitläufer- & Verschwörer*innen in den Kommentarspalten – sollten sich mal die Augen reiben. Ihr wollt in einem Jahr hoffentlich in den Spiegel schauen können oder nehmt ihr es wirklich bewusst in Kauf, wenn alte und schwache Menschen sterben und Zwangsmaßnahmen her müssen – wegen eures Wohlstandstrotzes und dem „Recht auf Eisessen“, damit ihr am Ende sagen könnt, der Staat hat „wieder mal“ versagt? Ein ganz schön hoher Preis und eine perfide Strategie.
    Macht euch die Mühe und prüft verschiedene Quellen und nicht nur dass was bei Google, YouTube usw. nach Höckes, Sellners, Bannon & Co als nächster Treffer angeboten wird. Ihr habt nicht die Wahrheit mit Löffeln gefressen, sondern schwimmt in eurer eigenen Suppe. Eigenverantwortung ist das Stichwort in einer Demokratie:
    Selbst denken, Quellen prüfen und selbstbestimmt aus Vernunft, nicht Zwang entscheiden!

  • von Lina Graser

    Ich bin auch absolut enttäuscht von eurem Artikel, der das Kapitel Corona überhaupt nicht differenziert beleuchtet. Für mich habt ihr dadurch eure Glaubwürdigkeit eingebüßt.

  • von Gigi Piekut

    Viiiielen Dank an alle, die noch n Gehirn haben dachte, bin fasr allein aaaber es gibt euch noch.. Die Kernfrage ist aber was wollen ‚Die‘ wirklich. Ich wette es wird sich garnix i. d. n. Wochen ändern nixxxx, also was zur Hölle ist der eigentliche Masterplan???

  • von Marianne Höppner

    Bisher benehmen sich noch viele Menschen, als wenn alles normal wäre.
    Gestern lagen bei dem schönen Wetter viele Menschen an der Isar. So ein Irrsinn.
    Ich fordere deshalb die Bundesregierung auf, für ganz Deutschland eine Ausgangssperre zu verhängen. Jetzt. Sofort. Nicht warten, wie in Italien. Jeder Tag zählt. Zum Schutz für uns alle.

  • von Annette Kimmig

    Den Aufruf von Campact finde ich sehr gut.
    Ich habe ihn an fast alle meine Menschen verteilt.
    Meine Tochter war 8 1/2 Jahre Lungenkrank bis sie mit 27 Jahren starb. Unser behinderter Sohn (36 jahre)ist in einer Behinderteneinrichtung(ca. 1.000 Menschen mit den gesunden Mitarbeitern). Seit Montag ist er bei uns zu Hause. Die Werkstatt schließt morgen. In der Einrichtung sind u.a. etl. junge Menschen mit Atem-,Herzproblemen etc., die auch mit Ihren Erkrankungen gern leben, jedoch an dem Virus sterben könnten. Es gibt auch junge Menschen die daran sterben können bzw. auf Intensivstationen müssen, weil sie bestimmte Vor-Erkrankungen haben wie Diabeties; Bronchial-Asthma durch Allergien (gerade bei dieser Blütenzeit) etc.
    Also nicht nur die älteren Menschen sind betroffen, sondern auch junge Menschen, die zu den Risikogruppen zählen! Deshalb sollte unsere Rücksicht auch diesen Menschen gelten!
    Ich möchte mich nicht schuldig fühlen müssen, dass ich leichtsinnig den Virus verbreite!!

  • von Adrian

    Nur mal angenommen, der Blödsinn den Herr Wodarg in dem Youtube Video erzählt würde stimmen, also es würde jedes Jahr ca. 2-3 tsd Tote geben die an einem Corona Virus gestorben sind und dieses Jahr nicht sonderlich von bisherigen Jahren abweicht, dann frage ich mich, wie hat man bisher die völlig überfüllten Krankenhäuser/Intensivstationen in Italien nicht wahrgenommen? Wie kann es sein, dass der Umstand das Ärzte entscheiden müssen wer noch behandelt werden kann und wer in einem Zelt zum sterben liegen gelassen wird, in den vergangenen Jahren keiner bemerkt hat?? Es gibt nur eine logische Antwort: Es ist eben nicht so, dass sich dieses Jahr nicht von den Anderen unterscheidet, sondern das wir in diesem Jahr eine Pandemie erfahren, ausgelöst durch das Coronavirus SARS-CoV-2.

  • von Klaus Wilhelm

    Zum Grippe-Vergleich:
    Es kommt nicht darauf an, wieviele Menschen an COVID 19 sterben WERDEN, sondern wie viele sterben WÜRDEN, wenn man nichts TÄTE. Da scheint COVID 19 die Grippe durch ihre hohe Übertragbarkeit und lange Inkubationszeit ziemlich locker zu schlagen. Wer nur die Zahl der Toten vergleicht, wird zwangsläufig jede erfolgreiche Maßnahme im Nachhinein als Bestätigung für panische Überreaktion sehen. „War doch gar nicht so schlimm“. Ich höre lieber auf erfahrene Statistiker als auf besserwissende Statisten, denn komplexe Statistik entzieht sich jeder menschlichen Intuition. So ganz nebenbei ist auch jeder Grippetoter ein Toter zuviel, vielleicht hätte man auch da schon mehr unternehmen sollen. Ist es in Zeiten sozialer Medien wirklich so schwer, sich einfach mal ein paar Wochen physisch weitestgehend zurückzuziehen, wenn der Job es erlaubt, und den Wiederaufbau für die zu organisieren, deren Existenz gerade zusammenbricht, statt Viren und dumme Sprüche zu verbreiten?

  • von Adrian

    Nur mal angenommen, der Blödsinn den Herr Wodarg in dem Youtube Video erzählt würde stimmen, also es würde jedes Jahr ca. 2-3 tsd Tote geben die an einem Corona Virus gestorben sind und dieses Jahr nicht sonderlich von bisherigen Jahren abweicht, dann frage ich mich, wie hat man bisher die völlig überfüllten Krankenhäuser/Intensivstationen in Italien nicht wahrgenommen? Wie kann es sein, dass der Umstand das Ärzte entscheiden müssen wer noch behandelt werden kann und wer in einem Zelt zum sterben liegen gelassen wird, in den vergangenen Jahren keiner bemerkt hat?? Es gibt nur eine logische Antwort: Es ist eben nicht so, dass sich dieses Jahr nicht von den Anderen unterscheidet, sondern das wir in diesem Jahr eine Pandemie erfahren, ausgelöst durch das Coronavirus SARS-CoV-2. Alles Andere sind Fake News.

  • von Tulio Schmid

    Dachte ihr kapiert die grundsätzlichen Regeln und Systeme einer Marktwirtschaft. Scheint nicht so. Einer der es kapiert hat:
    https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/der-grosse-kollaps-li.78807

    Aber vielleicht ist es ja genau das, was ihr wollt?

    • von Jutta Sundermann

      Lieber Tulio,
      ja, der Shutdown beeinträchtigt die Wirtschaft massiv und ja, das wird Folgen haben. Aber erinnerst Du Dich an die Folgen der HIV/Aids-Epidemie in vielen Ländern des südlichen Afrikas? In vielen Regionen fehlte fast eine ganze Generation. Damit Wirtschaft funktioniert, muss es Menschen geben, die produzieren bzw. Dienstleistungen erbringen können und es muss Menschen geben, die konsumieren können.
      In dieser Krise musst Du das Wissen über Epidemien/Pandemien und das über wirtschaftliche Notwendigkeiten zusammenbringen.
      Ersteres zeigt deutlich: Ein schnelles und konsequentes Bremsen der Ausbreitung von Corona erlaubt eine zeitnahe Rückkehr zu soetwas wie Normalität. Wenn das nicht gelingt, wird es richtig grausam. Lesetipp: https://medium.com/tomas-pueyo/coronavirus-der-hammer-und-der-tanz-abf9015cb2af

  • von BLiller

    Die RKI-Statistiken sind jederman zugänglich. Da kann man selbst die Prozente ausrechnen, wie hoch bestätigte Influenzainfektionen und deren Sterblichkeiten die letzten Jahre und in der aktuellen Saison waren bzw. sind. Die bestätigten Infektionszahlen sind nur ein Bruchteil der tatsächlichen Influenza-Infekte, die in der Masse ohne medizinische Hilfen zu Hause auskuriert werden. Die Influenzazahlen stammen von den Wächterpraxen und den Todesfall-Meldungen. – Nun, die Covid19-Zahlen stammen von den Gesundheitsämtern ans RKI übermittelt, dabei werden aber andere Meldekriterien als bei der Influenza angewandt, nämlich alle Verdachtsfälle aufgrund von evtl. oder tatsächlichen KOntakten oder Risikoregionsbesucher-Kontakten, dazu die tatsächlich positiv getesteten Symptomlosen, leichte und schwer erkrankte plus Verstorbene. Jeder normale Mensch merkt, dass da „Äpfel mit Birnen“ in der Statistischen ERfassung verglichen werden. Einzig sicher ist, dass Covid19 deutlich schneller ansteckt.

  • von Beate Moskorz

    Ich finde eure Kampagne gut und denke, lieber zuviel Sorge als zu wenig, heißt: ich befürworte alle Maßnahmen, sie dienen nämlich nicht nur zu meinem Schutz, sondern ganz besonders dem Schutz anderer. Und vielleicht ist jetzt und hier auch mal der Ort allen, die da draußen sind und uns medizinisch, mit Nahrung, Strom, Wasser, Müllentsorgung und noch vielen anderen lebenswichtigen Dingen versorgen, mal ein riesengroßes Danke auszusprechen! Das fände ich in diesen Zeiten eine schöne Kampagne, ich persönlich bedanke mich bei diesen Menschen wo ich nur kann. Nur mit gemeinsamen Mut, Kraft und einer positiven Einstellung können wir Krisen überwinden und für eine bessere solidarische (für Mensch, Tier, Pflanze und unseren Planeten) Zukunft sorgen, und das kann jede/r Einzelne von uns.

  • von Elisabeth

    Im Moment ist es das wichtigste, das eigene Immunsystem zu stärken, um diesem Virus gewachsen zu sein.
    Hier rächt sich die Natur in einer bitteren Form, welche wir nur mit unserer eigenen Stärke und Konsequenz begegnen können.
    Hoffentlich lernen viele daraus, nach überstandener Pandemie mehr auf ihre eigene Gesundheit und die des Planeten zu achten.

  • von B.Dittmer

    Solange die Lehrer in einer großen Förderschule noch Anwesenheitspflicht haben, kann man da nicht viel zur Vermeidung tun.

  • von Mertens

    Alles richtig was so empfohlen wird, aber ist denn eigentlich Defender Europe 2020 auch abgesagt ? Soweit ich mich informiert habe,muss Germany Unterkunft, Verpflegung , Betankung der US-Truppen realisieren. 20000 bis 35000 Soldaten sind nicht wenig….Die werden jetzt mitten ins Corona-Krisengebiet geschickt ???? Für eine mich überzeugende Antwort auf meine Fragen wäre ich dankbar. Bleibt alle gesund !

  • von Johannes Wollbold

    Zu 15.03.2020 21:13 von Krautfelder:

    Gut dass hier zur freiwilligen Beschränkung von Kontakten aufgerufen wird. Der „kollektive Wahn“ scheint aber möglich zu machen, dass autoritäre und nationalistische Maßnahmen einfach durchgewunken werden.
    Beispiel: Bei einem Gespräch von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit den Parlamentarischen Geschäftsführern der Fraktionen wurde gestern „eine Grundgesetzänderung [angesprochen], um die Handlungsfähigkeit auch dann zu erhalten, wenn das Parlament wegen der Corona-Epidemie nicht zusammentreten kann.“ Braucht man die etwa, um per Videokonferenz abstimmen zu können? Oder sollen Notsatndsgesetze verschärft werden?
    Ebenso Grenzkontrollen und ab heute Mittag ein fast kompletter Enreisestopp in die EU: Was soll das, wenn der Virus überall ungefähr gleich stark verbreitet ist? Höchstens könnte z.b. Frankreich seine stark betroffenen Gebiete im Elsass gegenüber der gesamten Region abriegeln oder den Verkehr kontrollieren.

  • von Renate Sprissler

    Hallo an alle Interessierten;
    gerade habe ich eine Sendung in Phoenix gesehen, die Ihr unter :
    https://www.zdf.de/politik/phoenix-plus/viren—die-unsichtbare-gefahr-100.html
    ansehen könnt; was mich besonders ärgert ist, dass um das zig-fache mehr an der Grippe erkranken und sterben!! Auch hier bei uns in Deutschland und weltweit. Dies wird eindrucksvoll im Video, das Ihr unter der obigen „Adresse“ sehen könnt, von Menschen, die tagtäglich damit zu tun haben, erklärt.
    Es wäre schön und vor allem sehr sinnvoll, wenn sich die Damen und Herren Politiker eben mit jenen Kennern unterhalten, die wirklich was davon verstehen und nicht gleich Panik verbreiten. Wenn das bei der weit größeren Anzahl der Grippekranken geschehen würde – die Reaktion möchte ich mir gar nicht vorstellen.

    Bleibt gesund, bewahrt kühlen Kopf, handelt vernünftig, sich mit Fakten zu beschäftigen hilft dabei. Sehenswert im gleichen Sender: Der Medikamentenskandal ,von den Verantwortlichen seit Jahren „geduldet“

    • von Jutta Sundermann

      Die Phönix-Dokumentation ist am 6. Februar ausgestrahlt worden, also deutlich bevor die WHO Covid19 zu einer Pandemie erklärte und bevor in Italien und Spanien das Gesundheitssystem so massiv in die Knie gegangen ist. Es ist eine allgemeine Information über Viren und deren tückische Ausbreitungsmöglichkeiten. Selbstverständlich warnt die Sendung deshalb auch davor, die Grippe zu verharmlosen. Inzwischen ist deutlich mehr über das neuartige Corona-Virus bekannt. Es ist deutlich infektiöser als das in der Sendung beschriebene Sars-Virus, das zur Pandemie 2002/2003 führte, denn es breitet sich im Rachenraum von Infizierten aus und ist so beim Husten und Atmen viel intensiver in der Umgebungsluft. Außerdem ist die Sterberate bei Covid 19 höher.
      Es geht weiterhin nicht darum, Panik zu verbreiten, sondern besonnen das Richtige zu tun. Für Einzelpersonen heißt das, Kontakte zu minimieren und Abstand zu halten, für politisch Verantwortliche, das Tempo der Ansteckungen zu reduzieren, die Folgen des Shut-Downs abzufedern und die Chance zu eröffnen, dass wir möglichst bald und möglichst gesund aus dieser Krise herausfinden.

  • von sven lund

    einige hier scheinen den ernst der Lage nicht sehen zu wollen was wohl auch daran liegt daß unser verschlafenes gesundheitsministerium das Ganze bisher als normale Grippe abgetan hat und ind den Medien anfangs nur davon berichtet wurde wie „gut“ es den infizierten geht.
    IN DEN EPIZENTREN VON NORDITALIEN LIEGT DIE LETALITÄT BEI NAHE 10 PROZENT
    in china haben die Behörden mit einem gigantischen Krankenhausintensivbettenausbau in Rekordzeit die Sterblichkeit unter 4 % gehalten.
    ich halte die Maßnahmen unserer Regierung keinesfalls für überzogen sondern für völlig verspätet.
    heute!! hat die Bundesregierung bei Dräger 10 000 Beatmungsgeräte bestellt. die liegen da vermutlich nicht unbegrenzt im regal.
    der Zeitliche Vorsprung wurde leider verschlafen, ein Blick nach China, ein weiterer nach Italien hätten genügen müssen um früher aktiv zu werden

  • von JörgFrömke

    Ich sehe immer noch viel ältere Menschen die lustvoll durch die Stadt flanieren. Wenn wir uns schon alle zurücknehmen sollten auch die alten sich daran beteiligen. Gleiches gilt für die Jungen Menschen die den Ernst noch nicht begriffen haben. Bitte mehr Aufklärung.

  • von Ingrid

    Lt RKI gibt es zur Zeit 157.000 Erkrankte weltweit. Wie viele sind genesen?? Wie viele sind gestorben und ist die Ausbreitung tatsächlich exponentiell?? Haben Sie das überprüft und auch andere Virologen nach ihrer Einschätzung befragt. Ich kenne andere Meinungen. Bisher haben wir in Deutschland knapp 4.900 Fälle mit 8 Toten, was sehr bedauerlich ist, aber rechtfertigt das die Existenzbedrohung von Millionen Menschen?? Lasst die Kinder doch bitte in die Schule gehen und die Menschen arbeiten und ihr Leben leben!! Viele Ihrer Aufrufe habe ich unterstützt, bei diesem befürchte ich, dass er nicht hinreichend recherchiert ist. Überprüfen Sie bitte wie hoch die Mortalitätsrate tatsächlich ist. Dazu muss man hochrechnen, wieviele Personen sich infiziert haben könnten, deren Krankheitsverläufe aber sehr schwach sind, so dass die Menschen gar nicht merken, dass sie krank sind.
    Wenn das alles geprüft wurde und es einen Austausch unter Virologen gab, dann wird Ihr Aufruf evtl. ein anderer sein!

  • von Wagner, Ingrid

    Liebes Campact Team,
    ich finde es ist Zeit ein wenig zu recherchieren. Wie viele Personen wurde am 01.03. getestet und wie viele Personen am 15.03. . Wie viele Virologen wurden zu dem Thema angehört? Haben tatsächlich alle nur auf EINEN Virologen gehört?? Ich kenne eine Virologin, die mir bestätigt hat, dass Corona nicht gefährlicher ist, als die Grippe und sie ist sehr erfahren. Wie hoch ist die Zahl der inzwischen Genesenen, ich kann beim RKI keine Zahlen finden. Wer hat Interesse daran, dass unsere Wirtschaft zusammenbricht?? Profitiert DER EINE Virologe tatsächlich davon, dass er die Tests entwickelt hat, wie behauptet wird und sagen die Tests genau das aus, was sie aussagen sollen?? Wie ist die tatsächliche Situation in Italien, ist es schlimmer als bei einem Influenza Ausbruch? Und können wir mal die Einwohnerzahlen und die Zahl der Infizierten, Todesfälle und auch GENESENEN nebeneinander stellen um eine klare Aussage zu bekommen. Es ist an der Zeit, der Panik entgegenzutreten!

    • von Jutta Sundermann

      Wir empfehlen neben den Daten des Robert-Koch-Institutes, die keinesfalls durch eine Person, sondern durch eine bundessweite Zusammenarbeit von Gesundheitsämtern und Mediziner*innen, Virolog*innen und Epidemolog*innen zusammen getragen werden auch einen Besuch der Seite der US-Universität Rob Hobkins. Nach Ländern lassen sich dort schnell Infizierten-Zahlen, Zahlen zu Genesungen und Todesfällen betrachten.
      Beide Darstellungen weichen etwas voneinander ab, weil die Datenabfrage und Quellen nicht identisch sind. Für beide Datensätze gilt, dass sie eigentlich widerspiegeln, was vor 5-10 Tagen passiert ist. Denn so lange dauert es, bis aus Infektionen Symptome und Testergebnisse werden. So viel Geduld müssen wir auch haben, um zum Beispiel die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Schulschließungen oder Kontaktsperren bewerten zu können.
      https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html
      https://coronavirus.jhu.edu/map.html

  • von Krautfelder

    Laut „Deutsche Apothekerzeitung“ waren die 25.100 Todesfälle der Grippesaison 2017/18 auf Infektionen mit „Influenza B Yamagata“ zurückzuführen. Ich kann mich nicht erinnern, daß damals nur annähernd eine solche Welle gemacht worden wäre, trotz der besonders hohen Sterblichkeit 2017/18. Nach Ende der Grippesaison wurden die Zahlen bekanntgegeben, verbunden mit den üblichen Ratschlägen, sonst nichts. Die bisherige Corona-Sterblichkeit liegt im Rahmen gewöhnlicher Grippewellen, aber hier wird jeder Infektionsfall, sogar Verdachtsfälle, von den Medien gezählt. Ein Mediendrama von völlig neuer Qualität, ebenso die Regulierung des öffentlichen Lebens. Wozu?!

  • von Florencia

    Was es mir am meisten Angst macht, ist es zu sehen wie viele Ignorante Menschen in Deutschland gibt, die sich gegen der Quarantänezeit rebellieren aber statt sich vernünftig zu verhalten, lieber in Verschwörungstheorien glauben. Zum kotzen.

  • von KHA

    Erst dann, wenn jemand einen „Covid 19“-Fall in der eigenen Familie hat, wird selbst der Dümmste den Ernst der Lage verstehen.

  • von KHA

    „Covid 19“ DARF MAN NICHT UNTERSCHÄTZEN !!
    NIEMAND kann ein Interesse daran haben die Weltwirtschaft durch Warnungen vor „Covid 19“ zu ruinieren !!

  • von Daniel

    Man schiebt uns Bürgern die Schuld an der Verbreitung in die Schuhe, weil die Finanzkrise und ihre Auswirkungen mit großen Einschnitten folgen wird. Jede Epidemie wirkt sich weltweit sehr viel stärker aus, aber Covid 19 dient nur als Mittel zum Zweck. Und es klappt doch – jeder Bürger hat nur dieses Thema im Kopf und viele tragen sogar Schuldgefühle in sich, das sie den Erreger an Verwandte und Bekannte weitergeben könnten, wenn sie weiterhin ein normales Leben führen würden.

    Augen offen halten, eine eigene Meinung bilden und alles sachlich hinterfragen! Es gerät alles gerade weltweit aus den Fugen!

  • von Brankica Dukic

    Leicht gesagt, es gibt Berufe da ist mann immer unter menschen. Naja, die dummen gehen arbeiten, damit die intelligenten home Office betreiben können ‍♀️

    • von Jutta Sundermann

      Liebe Brankica, es stimmt natürlich, dass nicht alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, zuhause zu bleiben. Wir alle sind auch darauf angewiesen, dass Kassierer*innen und Pflegekräfte, Ärzt*innen, viele Handwerker*innen und andere weiter arbeiten. Und sie verdienen mehr als den Applaus von uns allen (Wobei das auch eine schöne Aktionsform ist: Allabendlich beklatschen um 21.00 Uhr Menschen von Fenstern und Balkonen aus die Held*innen in den Krankenhäusern und Arztpraxen).
      Deshalb haben wir zum Bespiel einen Appell gestartet zur besseren Bezahlung der Menschen im Gesundheitssystem: https://www.campact.de/klinikpersonal/
      Hilf mit, diesen Solidaritätsappell zu verbreiten!

  • von Dagmar Tonn

    Ich verstehe nicht warum manche bzw. viele Medien das Thema noch ausschlachten um noch mehr Verunsicherung und Panik zu schüren.Die Medien tragen eine große Verantwortung und sollten diese nicht missbrauchen für ihre Schlagzeilen, sondern seriös und sachbezogen informieren.Mich kotzt das langsam an, was ich jeden Tag lesen muss von angeblichen Szenarien.

  • von Sabine Gebert

    Hallo,was ist zu tun wenn die Behauptung aus diesem Artikel stimmt. Gibt es dann wieder ein Losverfahren wie bei dem Medikament der Erbkrankheit Muskelatrophie kosten 2,1 Millionen Dollar?

    https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/trump-soll-deutsche-corona-forscher-fuer-sein-land-abwerben_aid-49558423?utm_source=mail&utm_medium=referral&utm_campaign=share?utm_source=mail&utm_medium=referral&utm_campaign=share

    • von Jutta Sundermann

      Die in dem Artikel genannte Tübinger Forschungsfirma bestreitet, dass es dieses Angebot ernsthaft gegeben hat. Auf jeden Fall gibt es hier wohl keine furchtbare Fortsetzung der Geschichte.

      Aber tatsächlich steckt in Deiner Frage ein weiterer Grund, jetzt die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen: In der Vergangenheit ist schon mehrmals die Solidarität unter die Räder gekommen, wenn viele Menschen einen Bedarf an Medikamenten oder Impfstoffen hatten und die Produktion nicht für alle ausreichte oder sogar Patent-Rechte zu Ausschluss-Mitteln für arme Menschen oder ganze arme Länder wurden.

  • von Matthias Klipp

    Das Virus ist politisch: „Warum ist bei dieser kurzfristigen Krise ein drastisches Handeln möglich, während es bei der langfristigen Klimakrise fehlt?“ Ich glaube da müssen wir ansetzen. Und deutlich machen dass ein Leben ohne (verbotene!!) Flugreisen und Kreuzfahrten kein schlechtes Leben sein muss. Insofern muss es darum gehen dass nach dem Virus nicht einfach zum „alten“ Leben zurückgekehrt wird…

    • von Jutta Sundermann

      Lieber Matthias,
      das ist eine Frage, die sich uns auch aufdrängt. Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren wirksame Klimapolitik geradezu verweigert.
      Jetzt, wo sie viel Geld in die Hand nimmt, um die Folgen der Corona-Krise einzudämmen, ist es wichtig, diese Maßnahmen auf ihre Auswirkungen auf das Klima zu überprüfen. Wir brauchen Weichenstellungen, die unsere Zukunft sichern und auf keinen Fall welche, die die alten und klimaschädlichen Energie-Gewinnungsstrategien oder Mobilitätskonzepte fortschreiben!

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wir haben zwar eine weltweit ansteckene Krankheit
    mit der man nicht auf die leichte Schulter nehmen soll
    nicht alles was zur Zeit in den Sozialmedien steht ist
    kein guter Ratgeber,wer Angst und Panik verbreitet
    hat nur die Absicht die Menschen zu verunsichern,
    was ich in den letzten Tagen beim einkaufen erlebt
    habe ist nicht normal die Regale von manchen Produkten
    waren ausverkauft die Menschen glauben das sie sich
    bevorraten müssen da bei wirt gesagt das Hamsterkäufe
    nicht nötig sind.

    • von Jutta Sundermann

      Lieber Hans-Joachim!
      Für mich passt Beides unter die wichtige Überschrift Solidarität: Wir müssen jetzt durch unser tägliches Verhalten dazu beitragen, dass wir die Ausbreitung des Virus gemeinsam in Grenzen halten. Das ist praktische Solidarität mit denen, vorerkrankt oder älter sind. Ich brauche dafür keine Panik. In der Tat schafft die neue Probleme.
      Solidarität ist auch, Hamsterkäufe bleiben zu lassen. Einige Vorräte daheim zu haben, ist klug und richtig, massenweise Konserven oder Toilettenpapier aus den Märkten weg zu schleppen ist unsozial. Gerade weniger mobile Menschen, die meistens auch zu den Risikogruppen zählen, sind dann von Lebensmitteln oder Dingen ihres täglichen Bedarfs abgeschnitten.
      Das können wir alle besser!

  • von Martina

    Wollte da mal bitte fragen ich bin mit copd vorbelastet spricht bronchial Asthma,muss ich mir Gedanken machen

    • von Jutta Sundermann

      Liebe Martina,
      mit Deiner Vorerkrankung gehörst Du zu den Risikogruppen, die wir mit unserem Appell schützen möchten und die auch selbst besonders gut darauf achten müssen, sich nicht zu infizieren.
      Es gibt in immer mehr Städten tolle Nachbarschaftshilfeprojekte und Hilfsnetzwerke. Erkundige Dich im Internet oder telefonisch beim Bürgerbüro der Stadt! Viele Freiwillige unterstützen, indem sie zum Beispiel Einkäufe mitbringen oder Haustiere mit versorgen helfen.

  • von Dr. M. Sablofski

    Diese Corona-Krise ist zu einem weltweiten Problem geworden, zu einem Problem, das nun Milliarden von Menschen betrifft. Hier ist es dennoch wertvoll, wenn „jedes kleine menschliche Individuum“ sich solchen Appellen wie hier anschließt in dem Sinne, dass nicht „ein einziger Tropfen den Stein höhlt sondern viele und noch mehr Tropfen endlich den unbeweglichen Stein höhlen werden“. Anderenfalls ist unser schöner Planet bald nur noch so was wie eine tote Wüste.
    Nein, wir wollen nicht still halten und wortlos akzeptieren, wenn es um die Menschen dieser Welt heute und in der Zukunft geht sowie um die herrliche Natur, die ohnehin schon stark beschädigt ist.

  • von Alex Bauert

    Hier die korrekte Version zu «keine Behandlung in Italiens Spitälern»
    Versucht es bitte mit recherchieren!

    https://www.bazonline.ch/ausland/europa/covid19stress-stuerzt-italiens-aerzte-ins-dilemma/story/17499723

    • von Jutta Sundermann

      Lieber Alex,

      es gibt aufgrund der dramatischen Lage in Italien in verschiedenen Zeitungen Berichte über das furchtbare Dilemma der Ärzte dort. Ich kann nicht erkennen, dass die von Dir zitierte Zeitung „korrekter“ berichtet als der von uns zitierte Tagesspiegel.
      Beide Artikel unterstreichen die Dringlichkeit, die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus überall so niedrig wie möglich zu halten.
      Auch in Spanien sind die Überlastungsgrenzen vielfach schon erreicht. Dort führt die Virus-Krise zum Beispiel zu furchtbarem Leid in Pflegeheimen: https://www.sueddeutsche.de/panorama/coronavirus-spanien-altenheime-1.4855906

  • von lupus

    Unser Gesundheitssystem wurde in den letzten Jahrzehnten systematisch kaputt gespart: durch Fallpauschalen, Bettenabbau, Privatisierung und Renditeerwartungen, zuletzt die Bertelsmann-Studie zur Schließung der Hälfte der Krankenhäuser. So schnell wie möglich müssen die politisch Verantwortlichen wirksam eine Umkehr einleiten, z.B. Personal einstellen (tariflich vereinbarte Personalbemessung einhalten!) und ordentlich bezahlen, soweit es kurzfristig auf dem Arbeitsmarkt verfügbar ist.

    Was die Corona-Epidemie anbetrifft: Da bleibt uns jetzt nichts anderes, als uns mit den empfohlenen Maßnahmen irgendwie durchzuwursteln und darauf zu hoffen, dass die Beschäftigten den auf sie zukommenden Arbeitsdruck durchstehen.

  • von Jürgen Sasse

    Italien ist etwa 1 Woche voraus (D 4200 Infizierte, I 15000), hat aber seit 1 Woche sehr drastische Maßnahmen, als hier etwa die aktuelle deutsche Infektzahl. In Rom ist seit 1 Woche kaum 1 Mensch auf der Straße, an Supermärkten wird kontigentiert, immer Minimum 1m Abstand, Apotheken offen, sonst ALLES zu. Keiner, jung oder alt, beschwert sich. Denn, wie Premier Conte im TV sagte, wenn wir das, was wir am meisten lieben- also unsere Eltern u Großeltern- schützen wollen, müssen wir zu Hause bleiben. I jetzt am Anschlag, Intensivbetten reichen kaum noch, aber die Kurve flacht sich ab. Maßnahmen zeigen Effekt. Menschen können gerettet werden. Dann höre ich aus D, alle Cafés,Bars,Märkte voll. Mensch, ragazzi, seid ihr wahnsinnig? Wollt ihr die alte Generation auslöschen? In D gibt’s etwa 40000Intensivplätze, ohne EINSCHRÄNKUNG braucht’s 1,6Mio. Seid solidarisch, seid menschlich, bleibt zu Hause! Oder wir machen’s wie in GB: die rechnen mit 400000 Toten, +Wirtschaft+Vergnügen -Menschen

  • von waltraut Boschen

    Zu Hause bleiben – alles schön und gut , doch wir alten Menschen müssen auch mal einkaufen : Mundschutz ist überall ausverkauft , reichen Einmalhandschuhe und ein Schal vor dem Mund ?

    • von Jutta Sundermann

      Liebe Waltraut,
      wie der derzeit allgegenwärtige Virologe Christian Drosten in diesem Podcast anschaulich erläutert, hilft ein Mundschutz vor allem dann, wenn ein infizierter Mensch ihn trägt, um beim Husten weniger Viren in die Gegen zu versprühen.
      https://www.ndr.de/nachrichten/info/19-Coronavirus-Update-Masken-koennen-andere-schuetzen,podcastcoronavirus150.html
      Er sagt darin auch, dass ein Schal oder Tuch um den Mund eine ähnliche Wirkung hat.
      Die eigene Ansteckungsgefahr kann er nur geringfügig reduzieren.
      Am besten bleibt wohl:
      Wo wenig wie möglich rausgehen. Dabei dann so viel Abstand wie möglich halten.
      Einmal-Handschuhe sind eine Option, um z.B. beim Einkauf die Ansteckungsgefahr zu senken. Sie helfen auch dabei, sich selbst weniger häufig ins Gesicht zu fassen. Denn das machen die meisten von uns unbewusst. Und über Augen, Nase und Mund hat das Virus gefährlich guten Zugang zu unserem Organismus.
      Ansonsten gilt weiterhin: Hände waschen, Geräte oder Türklinken, die mit ungewaschenen Händen oder den Einmalhandschuhen angefasst wurden, desinfizieren.
      Bleib gesund!

  • von Petra Kern

    Hallo zusammen. Was soll ich tun. Mein Mann ist Schlaganfall Patient. Fahren 3 mal die Woche zur Therapie. Er hat Mitte Januar eine Lungenentzündung. 5 Tage Krankenhaus. Gehören nicht zu den Menschen die jetzt die Panik machen. Da jetzt auch bei uns alle Schulen und Kitas geschlossen sind, habe ich ein wenig Bauchschmerzen. Danke

    • von Jutta Sundermann

      Liebe Petra,
      für Menschen mit chronischen Erkankungen und der Notwendigkeit für Therapien etc. hilft ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt, der behandelnden Ärztin, denn die können am besten entscheiden, ob in der aktuellen Lage der Gesundheitsnutzen größer ist als die Gefährdung durch eine Ansteckung. So wie derzeit auch viele nicht so zeitkritische Operationen verschoben werden.
      Ich wünsche Euch alles Gute!

  • von ebs

    Ich finde euren Aufruf unheimlich wichtig da ich es sehr schlimm finden würde wenn wir bei uns in Deutschland solche Verhältnisse bekommen würden wie in der Lombardei,
    Ein grosser Fehler dort war es, daß die Menschen den Virus nicht ernst genommen haben und trotz Warnungen soziale Kontakte hatten. Jetzt herrscht in den Krankenhäusern Kriegs ähnliche Zustände und man muss alte kranke Menschen zum sterben nach Hause schicken, da keine Behandlungskapazitäten mehr da sind.

  • von Ina

    Würde gerne zu Hause bleiben, bin aber medizinisches Personal … Der Letzte macht das Licht aus !? Wäre schon toll wenn wieder etwas mehr Freundlichkeit uns gegenüber und Wertschätzung unserer Arbeit dabei raus kommt… Passt auf Euch auf !!!

    • von Jutta Sundermann

      Liebe Ina,
      Deine Arbeit für Menschen, die Hilfe brauchen, ist so wichtig!
      Weil wir wissen, dass ein Dankeschön zwar gut tut, aber zentrale Probleme unseres in vielen Bereichen kleingesparten Gesundheitswesens nicht lösen kann, haben wir einen Appell gestartet:
      https://www.campact.de/klinikpersonal/ Vielleicht verbreitest Du ihn auch mit?

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Veröffentlicht von Luise Neumann-Cosel

Luise Neumann-Cosel organisierte gewaltfreien Widerstand gegen Atommüll-Transporte, war Referentin für Energiepolitik und Campaignerin bei der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. Bevor sie im Mai 2017 zu Campact kam, hat die studierte Geoökologin die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin gegründet, um das Stromnetz zu kaufen.

Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Er gründete 2002 gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand. Zudem ist er Mitglied des Aufsichtsrats von WeMove, der europaweiten Schwesterorganisation von Campact, sowie der Bürgerbewegung Finanzwende.