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Protest wirkt: Edeka für mehr Amazonas-Schutz

Campact-Aktive hatten mit einer Protestaktion per Facebook und E-Mail bei Edeka Erfolg: Der Lebensmittelriese hat sich deutlich gegen Bolsonaros Landraub-Gesetz positioniert - zum Schutz des Regenwalds.

Protest wirkt: Edeka für mehr Amazonas-Schutz
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Gigantische Rauchwolken, jahrhundertealte Bäume brechen zusammen, der Regenwald brennt – und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro lässt die Agrarkonzerne wüten. Im Mai 2020 legte der brasilianische Präsident ein Gesetz vor, das den Landraub durch Großgrundbesitzer nachträglich legalisieren sollte. Das Gesetz hätte die Vernichtung des Amazonas Regenwalds weiter befeuert. Davon betroffen: eine Fläche fast so groß wie Spanien und Portugal

In einem offenen Brief forderten britische Supermarktketten, dass der Amazonas-Regenwald erhalten bleibt und drohten mit einem Boykott – auch die REWE Group und Aldi Süd zählen zu den Unterzeichner*innen. Damit sich weitere deutsche Supermarktketten – wie Edeka, Aldi Nord und Lidl – anschließen, hat Campact einen Appell gestartet. Über 400.000 Menschen haben seitdem unterzeichnet. 

Campact-Protest wirkt

Unseren Appell wollten wir schon im Juni an Edeka übergeben – leider erstmal ohne Erfolg. Als dann Bolsonaro im Juli die Brandrodungen für 120 Tage aussetzen wollte, hatten wir die leise Hoffnung, die brasilianische Regierung würde einen anderen Weg einschlagen. Doch die Feuer nahmen wieder zu und die Regierung ließ den Regenwald brennen. 

Daraufhin haben Campact-Aktive mit Kommentaren unter Facebook-Posts und E-Mails Edeka aufgerufen, sich klar zu positionieren. Mit Erfolg: Schon am nächsten Tag waren wir im direkten Gespräch mit Edeka.

Edeka stellt sich gegen Landraub-Gesetz

Landraub-Gesetz

Mit dem Gesetz will Brasiliens Präsident Bolsonaro die illegale Landnahme durch Großgrundbesitzer*innen legalisieren. Damit es in Kraft treten kann, muss der Kongress zustimmen.

Gemeinsam mit anderen deutschen Supermarktketten äußerte Edeka bereits in einem Brief Besorgnis über die Situation im Amazonas. Durch unsere Aktion per Facebook und E-Mail wurde diese Position noch einmal verschärft – mit klarem Bezug zu dem Landraub-Gesetz

Derzeit ist der internationale Druck auf die brasilianische Regierung zu groß. Es ist unwahrscheinlich, dass das Gesetz in der aktuellen Situation durch den Kongress kommt. Falls doch, kann Edeka sich jetzt nicht mehr herausreden und muss handfeste Konsequenzen beim Verkauf von Waren aus Brasilien ziehen. 

Da das Landraub-Gesetz bis auf Weiteres in der Schublade verschwunden ist, beendet Campact den Appell „Rettet den Amazonas“. Wir werden uns jedoch weiterhin für den Schutz des Regenwaldes einsetzen – so auch mit unserer Kampagne zum Mercosur-Abkommen. Mit mehr als 520.000 Menschen fordern wir, das Mercosur-Abkommen nicht zu ratifizieren, solange es die Regenwaldabholzung verstärkt. 

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Autor*innen

Matthias Flieder ist studierter Geisteswissenschaftler und seit 2017 Campaigner bei Campact. Nachdem er zuvor für Greenpeace hauptsächlich für Klima- und Umweltschutz aktiv war, versucht er jetzt in allen Politikfeldern progressive Politik voranzubringen. Für den Campact-Blog schreibt er über die Freuden und Leiden des Fahrradfahrens und die deutsche Verkehrspolitik. Alle Beiträge

21 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Wieder ich. Mir ist aufgefallen, dass hier viel über EDEKA geschrieben wird. Nun ist der deutsche Vorsitz in der EU zur Hälfte abgelaufen, und immer noch höre ich nichts davon, wie sich die EU positionieren will. Für den Mercour Vertrag, oder dagegen. Ein dagegen wird es nicht geben. Ich hege da langsam den Verdacht, dass es wie so üblich bei dem Verein, ein Abkommen wird, das Bolsenaro nach wie vor die Freihheiten gibt, die er schon gefühlt, Ewig hat. Der hat doch nur noch Hohn für die EU übrig.

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