Fiese Schufa-Tricks stoppen

Bald könnte die Schufa alles wissen - über Dein Gehalt, Deine Miete und Deine Konsumgewohnheiten. Der private Konzern will die Kontoauszüge von Millionen Menschen durchleuchten - mit fatalen Folgen. Durch öffentlichen Druck wollen wir die Schufa von ihrem perfiden Plan abbringen. Schütze Deine Daten und unterzeichne jetzt unseren Appell.

Ob Wohnung, Kredit oder Mobilfunkvertrag: Das alles ist mit schlechter Schufa-Bewertung kaum zu bekommen. Das Unternehmen ist mächtig, denn es sammelt Informationen über die vermeintliche Zahlungsfähigkeit von Verbraucher*innen. Diese Macht will es nun ausnutzen: Bei einer schlechten Bewertung bietet die Schufa an, die Kontoauszüge der Betroffenen zu scannen. Und verspricht danach ein neues Ergebnis. Mit diesem Trick will der Konzern auf die sensiblen Daten von Millionen Menschen zugreifen – um damit dann Geschäfte zu machen.

Der perfide Schufa-Plan

Datenschützer*innen und Verbraucherzentralen sind entsetzt: “Ich mache mich da wirklich nackig, wenn ich den Einwilligungsbutton bestätige”, so der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Die Schnüffelei der Schufa könnte fatale Folgen haben: Schon die einmalige Teilnahme an einem Glücksspiel oder ein niedriger Kontostand würden ausreichen, um vom Konzern eine schlechte Kreditwürdigkeit unterstellt zu bekommen – obwohl das überhaupt nicht stimmt.

Die Schufa betont zwar, die Teilnahme am sogenannten Konto-Check sei freiwillig. Doch eine Vertriebsleiterin machte auf einem Branchentreffen deutlich, worauf der datenhungrige Konzern wirklich setzt: “(…) die Leute sind faul und bequem. Die haben keinen Bock auf sowas und wollen den Service haben. Und sie klicken da durch.” Dieser Plan darf nicht aufgehen!

Schütze jetzt Deine Daten

Vor einigen Jahren hat die Schufa eine ähnliche Idee verfolgt – sie wollte Facebook-Profile von Verbraucher*innen auswerten. Die öffentliche Empörung war riesig, das Unternehmen musste das Projekt stoppen. Eine solche Welle des Widerstands braucht es jetzt wieder. Beschwerden einzelner Menschen ist der Konzern gewohnt – nicht aber den geballten Protest von Zehntausend Bürger*innen. Bitte helfe mit, damit die Schufa das Ausspionieren von Konten stoppt.

Ob Hornbach, Deutsche Bank oder RWE – Campact hat sich bereits mit einigen Konzernen angelegt. Nun ist die Schufa dran. Denn es geht um viel: Kontoauszüge enthalten sehr persönliche Informationen. Einkommen, Arztrechnungen, Beiträge für die Gewerkschaft oder den Mieterverein – keine Überweisung oder Abbuchung würde verborgen bleiben. Diese Daten gehen das Unternehmen nichts an; dennoch könnte es aus ihnen umfassende Persönlichkeitsprofile erstellen.

Schon heute fließt nicht nur das tatsächliche Zahlungsverhalten von Verbraucher*innen in die Schufa-Prognosen ein. Auch Adresse und Wohnumfeld wirken sich auf die Kreditwürdigkeit aus. Wer Nachbar*innen hat, die ihre Rechnungen häufiger nicht bezahlen können, der ist wohl auch selbst weniger kreditwürdig – so zumindest die Schufa-Logik.

Intransparent und Unlogisch

Wie genau die Bewertungen zustande kommen, ist unklar. Und der Konzern verrät es auch nicht. Datenschützer*innen und Verbraucherzentralen kritisieren das seit Langem. Deshalb könnte auch niemand nachvollziehen, was die Schufa mit den sensiblen Daten anstellt, die sie beim Durchleuchten der Kontoauszüge erhält.

Gemeinsam mit unserem Kampagnenpartner digitalcourage wollen wir die Schufa jetzt dazu bringen, ihre Pläne zu beerdigen. Schütze Deine Daten und unterstütze gleich hier unseren Appell.

PS: Was der Datenhunger der Schufa bedeuten kann, zeigt ein anderes Beispiel. Der Konzern plant, auch die Vertragsdaten von Strom- und Gaskund*innen zu speichern. Mit diesen Infos könnten Energieversorger sparsame, wechselwillige Kund*innen identifizieren – und sie beim nächsten Wechsel ablehnen, so die Befürchtung. Stoppe die Schnüffelei der Schufa und unterzeichne jetzt unseren Appell.

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4 Kommentare

  • von Claudia Wernicke

    sehr geehrtes Campact-Team,
    es gibt nicht nur die „Schufa“ sondern auch noch andere Unternehmen in diesem Bereich z.B.Creditreform für den explizit gewerblichen Sektor.
    Allen ist gemeinsam, dass sie ein Auftreten wie ein staatliche Organisation haben und auf diesem Weg den Klienten versuchen per se einzuschüchtern.
    Allein die Tatsache, dass solche Unternehmen existieren und den Banken in die Hände spielen, sind die Informationen auf Grund statistischern Auswertungsmethoden je nachdem stark gefärbt und daher manipulierend. Es ist unglaublich schwer sich gegen die Schufa et all zu wehren und durchzusetzen und das bei einer rein privaten Organisation mit Profit-Interesse. Wir, mein Mann und Ich haben das erlebt. Daher ist der einfachste Weg sich gegen ein solches Unternehmen durchzusetzen, der, es nicht zugebrauchen, also keine Kredite, keine Informationen. Die Schufa ist schlichtweg unnötig, wir sind doch schon gläsern. Sofern sie noch etwas erfahren wollen, kontaktieren sie uns.

  • Und zum Thema „Geschäfte machen“: Klar verdient die Schufa an ihren Dienstleistungen. Das „Geschäft“ machen aber andere: MediaMarkt & Co. wo z. B. ein neuer Fernseher gekauft wird und die Banken, die das finanzieren. Die Schufa ermöglicht das Ganze. Wer profitiert? Der Kunde, der das Gerät finanziert bekommt, ohne lange sparen zu müssen! (Sinn und Unsinn dieses Vorgehens steht auf einem ganz anderen Blatt.)

    Und nein, ich arbeite nicht bei der Schufa. ;)
    Ich stoße mich nur an der provokativen und übertriebenen Darstellung der Petition.

  • Es wird hier plakativ und wie ich finde stark übertrieben dargestellt, daß Millionen von Verbrauchern betroffen sind und ihre Kontodaten herausgeben müssen. Das erscheint mir doch so nicht richtig. Es wird dargestellt, daß diejenigen, die einen „schlechten Score“ haben und nach ursprünglicher Schufa-Auskunft keinen (z. B.) Kredit bekommen würden, das Verfahren nutzen können (nicht müssen). Da bekanntermaßen nur ein geringer Anteil der bei der Schufa gespeicherten Daten negativ sind, wird das also auch nur relativ wenige Menschen betreffen. Und die können frei entscheiden, ob sie das wollen oder nicht.
    Die Sprecherin der Schufa hat es zwar nicht sehr glücklich formuliert, trifft aber doch den Kern der Sache: Jeder will den Service, keiner liest die AGB durch und am Ende wird sich drüber aufgeregt was man unterschrieben hat. Selber schuld … sorry. Erst lesen, dann denken, dann unterschreiben.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit ist bei der Schufa
    ein ganz normaler Vorgang,das jetz auch andere Daten
    von mir erhoben werden sollen das ist alles nicht so schön
    zu mal wir in Deutschland ein Datenschutzgesetz haben,
    da ran muß sich auch die Schufa halten.

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Veröffentlicht von Yves Venedey

... ist Campaigner im Kampagnen-Team 1. Er war schon Marktforscher, Briefträger, Geschäftsführer, Journalist und Pressesprecher. Yves Venedey ist Autor des Buchs “Abschalten”, das 2011 im Fischer Verlag erschienen ist.

Veröffentlicht von Annemarie Großer

Annemarie Großer studierte Germanistik, Anglistik und Europastudien. Sie arbeitete zuvor für den BUND Sachsen und das Inkota-Netzwerk zu den Themen Kohleausstieg und Ressourcengerechtigkeit. Ehrenamtlich engagiert sie sich für die Verbesserung des Radverkehrs. Seit 2018 ist sie Campaignerin bei Campact.