Brutale Caritas

Faire Löhne für harte Arbeit - das verwehrt die Caritas Hunderttausenden Menschen, die in der Pflege arbeiten. Der katholische Wohlfahrtsverband blockiert einen dringend benötigten Tarifvertrag, pocht aber sonst auf christliche Werte und Nächstenliebe. Scheinheilig; findest Du auch? Dann unterzeichne jetzt unseren Appell.

Schuften in 12-Stunden-Schichten, Stress und Hektik, nie genug Zeit für die Patient*innen – und das Gehalt reicht trotzdem kaum zum Leben. Altenpflege ist ein Knochenjob, für den viele nur den Mindestlohn bekommen. Ein flächendeckender Tarifvertrag sollte das ändern. Doch ausgerechnet der katholische Caritasverband blockiert. Hunderttausende Beschäftigte leiden darunter. 

Tarifvertrag für faire Löhne für alle

Pflegekräfte sind unersetzlich, das zeigt die Corona-Pandemie jeden Tag. Trotzdem fehlt es noch immer an Wertschätzung. Ein Tarifvertrag hätte die Löhne in der Pflege endlich deutlich steigern können. Die Gewerkschaft und ein Arbeitgeberverband hatten sich bereits geeinigt, Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wollte den Tarifvertrag nun für alle Pflegekräfte festsetzen. Doch die Arbeitgeber in der zuständigen Kommission bei der Caritas stimmten dagegen – wohl weil sie mehr Rechte für ihre Beschäftigten fürchten. 

Scheinheilige Caritas

Auf seiner Website macht sich der Wohlfahrtsverband stark für mehr Solidarität mit Pflegekräften. Gleichzeitig verhindert er, dass Hunderttausende besser bezahlt werden. Mit Nächstenliebe und christlichen Werten hat das nichts gemein! Wenn wir die Empörung über das scheinheilige Verhalten der Caritas verstärken, muss der Kirchenverband um seinen Ruf fürchten – und könnte sein Nein zum Tarifvertrag revidieren.

Erreichen wir 100.000 Unterschriften, übergeben wir unseren Appell an die Caritas. Mache Dich jetzt stark für faire Löhne in der Pflege und unterzeichne den Appell.

Thomas Rühl und seine Kolleg*innen bei der Caritas sind geschockt über das Nein zum Tarifvertrag. Rühl ist Sprecher der Mitarbeiter*innen in der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK): “Ein allgemeinverbindlicher Tarif Altenpflege hätte für Tausende zumeist bei privaten Anbietern beschäftigte Menschen ein Ende von Dumpinglöhnen bedeutet.“ Den eigenen Pflegekräften zahlt der Verband oft mehr als im Tarifvertrag vorgesehen war. Das hätte sie mit dem Vertrag auch weiterhin tun können. So leiden nun vor allem die, die bei privaten Trägern zum Mindestlohn schuften. 

Caritas heißt Nächstenliebe

Caritas heißt übersetzt Nächstenliebe – doch die Arbeitgeber der Caritas schützen vor allem sich selbst. Offenbar fürchten die Dienstgeber, wie die Arbeitgeber bei der Caritas heißen, den Verlust ihrer Sonderrechte – den sogenannten “Dritten Weg”. Gemeint sind arbeitsrechtliche Regeln, die nur für kirchliche Einrichtungen gelten: Den Beschäftigten dort ist es untersagt zu streiken, statt Betriebsräten gibt es nur Mitarbeitervertretungen – mit weniger Einfluss- und Mitsprachemöglichkeiten. 

Nach dem Nein zum Tarifvertrag kommt Kritik von allen Seiten: Selbst der Präsident der Caritas äußert seine Enttäuschung über die vertane Chance. Mit Hunderttausenden Unterschriften können wir den Ärger um die Caritas noch verstärken – und die Tarif-Entscheidung ins Wanken bringen. Unterzeichne jetzt. 

PS: Am gleichen Tag, an dem die Caritas den Tarifvertrag abgelehnt hat, beschloss sie Lohnerhöhungen für alle 600.000 Angestellten – während Pflegekräfte bei privaten Arbeitgebern weiterhin für einen Hungerlohn ackern müssen. Von christlicher Nächstenliebe ist da nichts zu spüren. Unterzeichne jetzt, damit alle Beschäftigten in der Pflege fair bezahlt werden.

31 Kommentare

  • von Barbara Lath

    Hallo Herr Klute, wo ist das denn genau nachzulesen?

  • 20.03.2021 19:13 von Barbara Lath

    Frau Barbara Lath, sei schreiben in ihrem Kommentar: „Aber zu bedenken ist auch, dass Kirche und Caritas durchaus auch Einnahmen z.B. aus Kirchensteuern und Zuwendungen für die Erfüllung der Aufgaben nach dem Subsidiaritätsprinzip erhalten. Auch fließen den Kirchen immer noch jedes Jahr staatliche Entschädigungen für die an Frankreich verlorenen linksrheinischen Gebiete zu. Grund dafür ist der Reichsdeputationshauptschluss von 1803.“

    Sie wissen aber auch, dass diese Einnahmen der Kirchen nicht als Subventionen für die Tätigkeiten der Caritas, so weit sie in Fledern aktiv ist, die auch von privaten Anbieteren bedient werden, geneutzt werden dürfen, da das gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen würde.

  • von Doris T.

    Die Caritas kann doch nichts dafür, dass private Arbeitgeber im Pflegebereich so schlecht zahlen!
    Ein neuer Tarifvertrag hätte Unmut beim MA der Caritas zur Folge gehabt, da wesentlich schlechter.
    Der Tarifvertrag der Caritas (AVR) orientiert sich am TVöD (öffentlicher Dienst). Er gilt für Pflegekräfte, Erzieher*innen, Ärzte*innen und andere Caritasbeschäftigten (Hausmeister, Köche, Bürokräfte…)
    Die „Alt“mitarbeiter müssten mit enormen Aufwand beim Umrechnen an das aktuelle Niveau angepasst werden.
    Neue Mitarbeiter würden unter wesentlich schlechteren Konditionen anfangen, da diese keinen Besitzstand haben.
    Der AVR ist historisch gewachsen und bewertet viele Aspekte der persönlichen Lage des einzelnen Arbeitnehmers. Dies macht sich sowohl im Geldbeutel als auch bspw. bei der Work-Life-Balance (mehr Urlaub, etc.) bemerkbar u.a.
    Der Ost-West-Unterschied orientiert sich an der Lohn- bzw. Rentenhöhe sowie den Lebenshaltungskosten.

  • von Angelika Ochs

    Sehr geehrter Herr Flieder!

    Danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, auf meinen Kommentar zu antworten. Genau die Antwort zeigt aber, dass die Hintergründe des Geschehens nicht wirklich durchleuchtet wurden. Wie auch- in der Pflege ist es wie mit Schule: alle reden mit, egal ob sie involviert sind, von Pflege eine Vorstellung haben oder nicht.
    Der vorgeschlagene Tarifvertrag, an dem eine Gewerkschaft mitgearbeitet hat, ist in Teilen so schlecht- auch das kein Wunder, denn diese Gewerkschaft vertritt nur einen Minibruchteil der Pflegenden wenn überhaupt. Ich frage mich, wo die Menschen sind, die jetzt die durchgesickerte erste Version einer Pflegeversicherungsänderung diskutieren und in Teilen auch anprangern- die Veränderung für Pflegebedürftige und Angehörige
    ist teilweise gravierend verschlechternd- hier wäre ein weites Feld der Betätigung.
    Eines ist sicher: Caritaspflege ist da: 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Zum Glück, jenseits von allen Diskussionen. LG AO

  • von Barbara Lath

    Lieber Herr Sperrle, wenn die Caritas so ein vorbildlicher Arbeitgeber ist, warum sind ihr dann die Altenpflegekräfte im Osten weniger wert, als die im Westen?
    So ist es jedenfalls in der neuesten AVR-Tabelle nachzulesen.

  • von Barbara Lath

    Vergütungsverhandlungen mit den Pflegekassen zeigen, dass die Sorge der Träger der Caritas-Altenheime leider absolut real ist.
    Aber zu bedenken ist auch, dass Kirche und Caritas durchaus auch Einnahmen z.B. aus Kirchensteuern und Zuwendungen für die Erfüllung der Aufgaben nach dem Subsidiaritätsprinzip erhalten. Auch fließen den Kirchen immer noch jedes Jahr staatliche Entschädigungen für die an Frankreich verlorenen linksrheinischen Gebiete zu. Grund dafür ist der Reichsdeputationshauptschluss von 1803.
    Die Caritas könnte echte Menschlichkeit beweisen, indem sie selbst Mittel aus diesen Quellen einsetzt um ihren eigenen Altenpflegekräften weiterhin gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen und durch Zustimmung zum Abschluss eines Flächentarifvertrages auch anderen Mitarbeitenden einen Weg zur besseren Entlohnung zu bahnen.

  • von Johannes Maurer

    Sehr geehrtes Campact Team,

    gesellschaftliches Engagement begrüße ich sehr, allerdings mit der Projektion von Feindbildern kommen Sie da nicht weiter. Wenn ein so wichtiges Thema wie die Löhne von Pflegenden diskutiert wird, gehören im Vorfeld alle Beteiligten an den Tisch. Das ist nicht erfolgt! Allein das reicht schon aus, um die Zustimmung zu verweigern.
    Gleiches Geld für gleiche Arbeit muss das gewerkschaftliche Ziel sein und dabei muss sie sich an den guten Beispielen orientieren. Wie kann es eigentlich sein, dass Verdi im TVÖD die gleichen Löhne für die Pflege vereinbart, die auch die Kirchen zahlen und sich mit dem BVAP auf Dumpinglöhne einlässt? Mein Tipp: Mitglieder in der Pflege werben und dann verhandeln (dazu gehört dann auch der Streik!).

    Herzliche Grüße
    Johannes Maurer

    • von Matthias Flieder

      Lieber Johannes Maurer,
      wir erzeugen keine Feindbilder, sondern wollen die Caritas dazu bewegen, ihre Entscheidung zu ändern.
      Die Caritas hat die Verhandlungen zum Tarifvertrag aus der Ferne begleitet, wollte aber nicht mitverhandeln.
      Durch den Tarifvertrag werden nicht alle Probleme gelöst, aber er hätte die Löhne für Hunderttausende Pflegekräfte verbessert – und wäre dadurch ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.
      Herzliche Grüße

  • von Paul Meister

    Na zum Glück hat der Präsident der Caritas seine 600.000 Beschäftigten persönlich angeschrieben, um gegen sich gegen die Petition zu stellen. Sieht man schön in den Kommentaren. Kennt ihr den Streisand-Effekt?

  • von Georg Sperrle

    Nicht die Caritas trägt die Verantwortung für das niedrige Lohnniveau bei privaten Arbeitgebern, sondern diese selbst! Bitte die Kritik dahin adressieren, wo sie auch berechtigt ist, nämlich bei all denjenigen die Dumpinglöhne bezahlen!! Die Caritas ist ein vorbildlicher Arbeitgeber und setzt dies mit einer überdurchschnittlichen Entlohnung für die Mitarbeiter auch authentisch um. Bis zum 1.4.2022 erhöht sich der Lohn im Durchschnitt um weitere 8,5%!! Bei der Caritas erhalten die Mitarbeiter die Wertschätzung, die sie auch verdienen. Wenn die Caritas diesem Tarifvertrag zugestimmt hätte, wäre dieses Lohnniveau gefährdet gewesen. Es war schlicht anzunehmen, dass sich die Kostenträger angesichts klammer Sozialkassen künftig am Tarifvertrag Altenpflege als Norm orientiert hätten. Damit hätten am Ende die Caritas-Mitarbeiter das Nachsehen, deren Lohn hätte abgesenkt werden müssen! Da kann die Caritas diesem Tarifvertrag doch nicht ernsthaft zustimmen!

  • von Melanie Müller von Klingspor

    Kostenträger, die Pflegesätze zu drücken, so dass die, die gute Löhne zahlen, bei einem so niedrigen Tarif, wie er da ausgehandelt wurde, für die Zukunft erst recht fürchten müssen, dass sie ihre Tarifstruktur nicht halten können. Wieso sollten die Kostenträger dann die höheren Löhne der Kirchen noch refinanzieren, wenn der Flächentarifvertrag zeigen würde, dass es auch billiger geht? Ja, das Thema ist komplex. Muss man sich richtig einlesen. Das macht halt mehr Mühe, als undifferenziertes Draufschlagen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum seit Wochen ausgerechnet die am Pranger stehen, die ihre Leute gut bezahlen! Warum nicht anprangern, dass mit der Einführung der Pflegeversicherung dummerweise der „Pflegemarkt“ für gewerbliche Anbieter geöffnet wurde, wo jetzt mit dem Geld der Beitragszahler und Kostenträger Rendite rausgeholt werden soll!? Das funktioniert natürlich nur, wenn Leute schlecht bezahlt werden. Die freigemeinnützigen Träger tun das nicht.

  • von Melanie Müller von Klingspor

    Ist es wirklich so schwer, sich vernünftig und umfassend mit dem Thema zu befassen? Was soll denn dieses populistische Eindreschen ausgerechnet auf die Träger, die die besten Löhne in der Pflege zahlen? 1. Der Tarifvertrag, der im übrigen gar keiner ist, wurde ausgehandelt von Verdi und einem Arbeitgeberverband, der gerade mal 6% der Beschäftigten in der Pflege vertritt. Bei Verdi sind kaum Pflegekräfte Mitglieder. Wie repräsentativ ist das denn? Da soll dann per Rechtsverordnung des Arbeitsministers den 300.000 Beschäftigten der Träger, die gar nicht mitverhandelt haben, ein Tarif übergestülpt werden. Und es ist kein Tarifvertrag, weil da nichts drin steht über Überstunden, Urlaub, Altersvorsorge und all die Dinge, die in einen vernünftigen Tarifvertrag gehören. Und: es ist politisch nicht geklärt, wie das refinanziert werden soll. Derzeit geht das (bei Caritas, Diakonie und TVÖD) nur über höhere Eigenbeteiligung der Heimbewohner. Bei den Pflegesatzverhandlungen versuchen deshalb die

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ich kenne mich nicht mit dem Tariefen
    in der Pflege aus,und weiss auch nich was
    eine Pflegefachkraft verdient des halb finde
    ich es zu einfach wenn man die Fakten nicht
    kennt auf die eine Seite ein zu schlagen,wenn
    man schon so eine Kampanie veröffentlicht dan
    solte man sich mit denn Leuten erst mal sprechen
    die es Betrieft.

  • von Dagmar Wulf

    Es ist doch lächerlich die Verbände, die tariflich gute Konditionen für ihre Mitarbeiter vereinbart haben, an den Pranger zu stellen und in den Medien zu verunglimpfen. Hier geht es auch nicht um einen Tarifvertrag! Welche Konditionen gibt es hier für unsere Pflegekräfte außer den Mindestlohn? Der Ansatz ist, meiner Meinung nach, grundsätzlich falsch. Hier müsste da angesetzt werden, wo die Dumpinglöhne gezahlt werden; also da wo die Probleme tatsächlich liegen.

    • von Matthias Flieder

      Liebe Dagmar Wulff,
      mit dem Tarifvertrag sollte ja gerade durch Lohnerhöhungen gegen die Dumpinglöhnen vorgehen. Die Caritas verhindert hat das mit ihrem Nein jetzt verhindert, während sie gleichzeitig behauptet, die Situation in der Pflege insgesamt verbessern zu wollen. Die guten Löhne für die eigenen Pflegekräfte helfen aber den vielen anderen nicht.
      Herzliche Grüße

  • von Weber, Dieter

    Sehr geehrter Herr Matthias Flieder,

    ich finde Ihre Bewertung leider etwas allzu schief geraten.
    Würden Sie als Arbeitgeber, der seine Angestellten bisher viel besser bezahlt hat als die privat-wirtschaftliche Konkurrenz, schlechter stellen wollen, damit alle ein klein bisschen mehr Lohn erhalten und keinesfalls den Lohn in der Höhe, den Sie bisher Ihren Angestellten schon bezahlt haben? Gibt es nicht auch eine Verpflichtung den eigenen Angestellten gegenüber und eine Solidarität mit ihnen?
    Keine Frage: die Bezahlung der Pflegekräfte muss insgesamt wesentlich verbessert werden, aber da muss man andere Wege suchen.
    Auf konfessionelle Träger zu schimpfen, kommt oft gut an in der Öffentlichkeit. Aber dass damit alles besser wird, glaube ich nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dieter Weber

    • von Matthias Flieder

      Lieber Dieter Weber,
      wir glauben nicht, dass die Caritas ihre Pflegekräfte schlechter behandeln muss, wenn es den Tarifvertrag gibt. Sie hat weiterhin die Möglichkeit, höhere Löhne zu bezahlen. Wir behaupten nicht, dass mit dem Tarifvertrag alles super wird, aber er ist ein Schritt in die richtige Richtung und würde sehr vielen Menschen höhere Löhne ermöglichen.
      Herzliche Grüße

  • von Wich

    Dieser Aufruf geht am Kern des Problems vorbei. Arbeitnehmer*innen der Caritas und des katholischen Wohlfahrtsvereins unterliegen nicht dem allgemeinen deutschen Arbeitsrecht. Sie werden auch nicht von ihren sogenannten Arbeitgebern bezahlt, sondern zu fast 100 Prozent von der öffentlichen Hand.
    Dieses staatlich subventionierte Lohndumping muss bekämpft werden!
    Antje Wich, Stuttgart

  • von Schuhmacher Gerhard

    Hallo,

    jetzt versuchen eine Institution in den Dreck zu ziehen, die viele Jahre bereits den Mitarbeiter/innen einen fairen Lohn nebst weiterer Zusatzleistungen bezahl, kann nur eine Verzweiflung und Hilflosigkeit sein. Der Fehler liegt mit hundert Prozent nicht bei den Wohlfahrtsverbänden, insbesondere bei der Caritas, sondern an der Tatsache, dass insbesondere private Anbieter mit bis zu 20% Rendite gerechnet haben. Die müssen sich verurteilen lassen und nicht die Caritas.
    Ich bin grundsätzlich für die Gewerkschaften, jedoch nicht, um ein angemessenes System, das viele Jahre bereits positiv und mit Zufriedenheit funktioniert, zu zerstören. Die privaten Anbieter müssen sich an der Caritas ausrichten und nicht umgekehrt.
    Herzliche Grüße aus Unterfranken
    Gerhard Schuhmacher

    • von Matthias Flieder

      Lieber Gerhard Schuhmacher,
      die Caritas hat mit ihrer Entscheidung verhindert, dass private Anbieter höhere Löhne zahlen müssen. Die Beschäftigten dieser Anbieter müssen jetzt weiterhin für den Mindestlohn arbeiten, währen die Caritas sich damit rühmen kann, gute Löhne zu bezahlen. Wir finden das nicht richtig und sind auch der Meinung, dass sich die Caritas der Kritik stellen muss.
      Herzliche Grüße

  • von Angelika Ochs

    Tja, leider schlagen Sie hier mal auf den Falschen/ die Falsche ein.
    Es wäre schön gewesen, wenn Sie die Problematik differenzierter dargestellt hätten, denn das ist sie. Mit schnellen Schlagworten oder gar Verunglimpfungen erreicht man in der Pflege gar nichts- was soll Ihre Aktion bewirken?

    Fakt ist doch, dass von privaten Anbietern Dumpinglöhne gezahlt werden, seit vielen Jahren: das ist nicht in Ordnung.
    Aber auch die Bedingungen für Pflegende und die Würdigung der Arbeit von Pflegenden brauchen positive Veränderungen.
    Politik muss Pflege endlich ernst nehmen und sich für diese Veränderungen einsetzen.

    • von Matthias Flieder

      Liebe Angelika Ochs,
      ein Tarifvertrag hätte die Dumpinglöhne abgeschafft – die Caritas das verhindert. Wir hoffen, dass wir die Caritas noch davon überzeugen können, ihre Haltung zu ändern und damit Hunderttausenden Pflegekräften zu helfen. Sicher sind noch weitere Schritte möglich und nötig, um die Bedingungen im Pflegeberuf zu verbessern, ein erster könnte aber der Tarifvertrag sein.
      Herzliche Grüße

  • von M. Fischer

    Dieses Caritas-Bashing geht hoffentlich nach hinten los, denn warum sollen diejenigen bestraft oder beschuldigt werden, die jetzt schon fairere Löhne zahlen? Nicht alle Mindest-Standards sind auch ausreichend, wie wir in vielen anderen Bereichen sehen, und dann einen Standard wieder zu ändern, noch komplizierter.

    Ich befürworte die Aufmerksamkeit die das Thema bekommt, aber diesmal ist es die falsche Petition. Warum versucht Herr Fliedner nicht dafür zu sorgen, daß der angestrebte Tarifvertrag auf Höhe der Caritas-Löhne auskommt? Damit wäre denen, die jetzt jammern, sicher noch mehr geholfen. Aber dann sähe man auch wer wirklich blockiert…

    • von Matthias Flieder

      Liebe*r M.Fischer,
      die Caritas verhindert ganz konkret mit ihrer Entscheidung höhere Löhne für Hunderttausende Pflegekräfte. Bei dem Tarifvertrag handelt es sich um einen Kompromiss zwischen Politik, Gewerkschaften und Arbeitgebern. Ein Tarifniveau auf Höhe der Caritas-Löhne zu erzielen, ist bei den unterschiedlichen Interessen nicht einfach möglich. Gerade darum sind die deutlichen Lohnerhöhungen in dem Tarifvertrag ein Erfolg, der sehr vielen Menschen geholfen hätte. Weitere Verbesserungen in der Zukunft hätte das nicht ausgeschlossen.
      Herzliche Grüße

  • von Oliver Hug

    Die undifferenzierte Darstellung ärgert mich wirklich. Mit der Kampagne stellen sie sich auf die Seite derjenigen, die den Tarifvertrag bisher nicht wollten, den privaten Arbeitgebern, die bisher nicht an Tarifverträgen und besserer Bezahlung interessiert waren. Die sind jetzt froh, dass die Caritas oder die kirchlichen Träger in den Fokus kommen. Neben den privaten Arbeitgebern geht es auch Machtspiele der Gewerkschaften. Diese Kampagne werde ich nicht unterstützen und auch meine grundsätzliche Förderung von Campact einstellen und nur ausgewählte Kampagnen unterstützen. Schade, dass ist nicht progressiv sondern einäugig.

    • von Matthias Flieder

      Lieber Oliver Hug,
      die Caritas hat mit ihrer konkreten Entscheidung den privaten Arbeitgebern einen Gefallen getan. Wir sind im Gegensatz zu den privaten Arbeitgebern für den Tarifvertrag, der Hunderttausenden Pflegekräften höhere Löhne beschert hätte.
      Wir finden es schade, dass Sie Ihre Förderung von dieser einen Kampagne abhängig machen wollen, aber freuen uns, wenn Sie andere Kampagnen von uns in der Zukunft wieder unterstützen.
      Herzliche Grüße

  • von Gerhard Stranz

    Da die Anzahl der Zeichen nicht ausreichte – hier eine Ergänzung.
    Daher müsste sich eine Petition gegen die Gewerkschaften richten, die einer Regelung vor allem mit den kommunalen Arbeitgebern zugestimmt haben, die deren Beschäftigte schlechter als Beschäftigte bei konfessionellen Träger stellen würden.

    Insofern sind die konfessionellen Träger sogar „Antreiber“ für eine bessere Vergütung von Pflegekräften und nicht die „Buhmänner“!

    • von Matthias Flieder

      Lieber Gerhard Stranz,
      wir halten diese Befürchtung für unberechtigt und gehen davon aus, dass die Caritas auch mit einem Tarifvertrag weiter höhere Löhne zahlen kann.
      Herzliche Grüße

  • von Gerhard Stranz

    Der Eigener dieser Petition geht doch von völlig falschen Voraussetzungen aus. Die konfessionellen Träger werden völlig zu Unrecht angeprangert.
    Die Petition müsste sich gegen die Gewerkschaften richten, die den Tarifvertrag für die Pflege ausgehandelt haben.
    Caritas und Diakonie wenden sich doch gegen den Tarifvertrag, der „allgemeingültig“ erklärt werden soll, deswegen,weil im Bereich der kath. Einrichtungen bereits besser Vergütungsregelungen bestehen, als die von den Gewerkschaften mit den Kommunen und z.B. der AWO Regelungen.Ich war auch erst erstaunt über das Nein der konfessionellen Verbände. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass diese ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht schlechter vergüten wollten. Wenn nämlich die Allgemeingültigkeit bestätigt worden wäre, wären auch die Vergütungsregelungen auf diese Höhe beschränkt worden, so dass für die konfessionellen Träger finanzielle Einbußen und die Beschäftigten evtl. Kürzungen der Vergütung – auf Dauer – die Folge wären.

  • von Ludwig Künzler

    Liebe Leute vom Campact-Team!

    Leider ist es nicht so einfach. Die Caritas selbst zahlt bessere Löhne und befürchtet, bei dieser Vereinbarung in einen Wettbewerbs-Abwärtsstrudel gerissen zu werden. Aus Sicht der Caritas ging die Vereinbarung nicht weit genug.

    Bitte die Sache etwas differenzierter darstellen und keine Feindbilder produzieren. Mit Feindbilder zerstören wir die Gesellschaft!

    Herzliche Grüße und Trotzdem Danke für Ihr Engagement
    Ludwig Künzler

    • von Matthias Flieder

      Lieber Ludwig Künzler,
      die Caritas kann weiter höhere Löhne zahlen, auch wenn sie einen flächendeckenden Tarifvertrag ermöglicht, von dem Hunderttausende Menschen profitiert hätten. Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten und auch die Notwendigkeit, die Situation in der Pflege zu verbessern, der Tarifvertrag hätte aber sehr vielen Menschen geholfen und das hat die Caritas verhindert.
      Herzliche Grüße!

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Veröffentlicht von Matthias Flieder

Matthias Flieder studierte Regionalwissenschaften Nordamerika, Politikwissenschaften und Neuere Geschichte. Nachdem er bereits seit 2010 ehrenamtlich für Greenpeace aktiv war, wurde er dort 2015 Campaigner und arbeitete zu Arktisschutz, Fracking und den Handelsabkommen TTIP und CETA. Seit 2017 ist er Campaigner bei Campact.