Klima-Koalition jetzt!

Das zweite Mal innerhalb weniger Wochen strömten wir in Berlin zum Klimastreik auf die Straßen. Während SPD, Grüne und FDP begannen über unsere Zukunft zu verhandeln, machten wir ihnen laut und deutlich klar: 1,5 Grad ist die Grenze.

Ein beeindruckendes Bild: Nur vier Wochen nach dem letzten großen Klimastreik zogen trotz Sturmwarnung 20.000 Menschen heute in einem langen Demozug an der Parteizentrale der SPD in Berlin vorbei. Sie forderten von den verhandelnden Parteien, Wort zu halten beim versprochenen Neustart für den Klimaschutz nach der Wahl.

Denn selten gibt es einen Moment wie diesen Freitag, wo Protest so viel Unterschied machen kann: SPD, Grüne und FDP nahmen am Vorabend die Koalitionsverhandlungen auf. Deshalb streikten wir für eine Klima-Koalition – direkt in Berlin, wo auch die Parteien verhandeln.

Unverhandelbar: 1,5 Grad

Denn: Das Sondierungspapier der Ampelparteien reicht noch nicht für eine 1,5-Grad-Politik. Zwar stehen Kohleausstieg 2030 und der Ausbau der Erneuerbaren drin, aber fast alles andere ist noch offen: Kommt ein Stop für neue Autobahnen und mehr öffentlicher Nahverkehr? Gibt es eine Agrarwende und einen sozial gerechteren CO2-Preis? Mutigen Klimaschutz kriegen wir nur, wenn wir die Verhandler*innen der potentiellen Klima-Koalition dazu antreiben.

Im Video des Tages siehst Du, wie der Klimastreik in Berlin angekommen ist.

Aus allen Teilen Deutschlands reisten Menschen nach Berlin, Tausende Berliner*innen waren auf den Beinen. Gemeinsam kämpften sie für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten. Unser Protest war bunt und laut – sieh selbst und stöbere durch die schönsten Bilder des Streiks:
Der Klimastreik ist erst der Anfang: Während die Parteispitzen über die Politik der nächsten vier Jahre und unsere Zukunft verhandeln, werden wir ihnen genau auf die Finger schauen. Denn es bleiben nur noch wenige Jahre, um die Klimakrise und das Artensterben aufzuhalten. Die neue Regierung muss Klimaschutz im Koalitionsvertrag festschreiben, bevor es zu spät ist.

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3 Kommentare

  • von Anita Goy

    Auch ich war beim Klimastreik am 24.09. (Koblenz) und wäre gerne in Berlin dabei gewesen. Leider verkrafte ich weder gesundheitlich noch finanziell so große Aktionen. Bei der großen Friedensdemo 1982 (Bonn) war ich auch schon dabei. Ich glaube an unsere gemeinsamen Ziele. Wie Frank Schätzing so gut in seinem Buch „Was, wenn wir einfach die Welt retten“ darlegt: Neue Technologien haben sich immer gefunden und werden sich immer finden, wenn sie dringend gebraucht werden.
    WEITER SO!!!!

  • von Horst Zimmermann

    Ihr solltet euch mal unbedingt Robert Habeck in Bericht aus Berlin vom 17.10.21 ansehen.

    Übernahme von vollständigen Heizkosten für Hartz IVler und niedrige Renten.
    Robert Habeck sinngemäß: Würde dazu führen: Heizung auf – Fenster auf.

    Protest von Umweltverbänden gegen Sondierungspapier.

    Robert Habeck: Es gab auch Applaus.

    Ich glaube inzwischen – ein Ministerposten ist im wichtiger, als der Inhalt der Politik.

    Ich habe übrigens Grün gewählt bei der Bundestagswahl. War wohl falsch.
    War beim Klimastreik am 24.9.21 in Mönchengladbach.
    Macht weiter. Kann nicht überall hin, bin 66 Jahre alt und Niedrigrentner.

    Mach jetzt die Fenster auf und die Heizung hoch.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Es ist schon viel zu spät,wenn Ihr glaubt
    das man jetzt noch mit Demos die Politig
    ändern kann seit Ihr auf dem Holzweg, die
    Parteien haben bis her vor der Wahl schon
    immer viel versprochen und nichts gehalten
    wieso soll es dies mal anders sein?es wird noch
    nicht ein mal gesagt woher das Geld für die ganzen
    Aufgaben die sie in denn Vier Jahren machen wollen
    her kommen sollen zu mal keine Steuern erhöt werden
    sollen.

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Veröffentlicht von Annemarie Großer

Annemarie Großer studierte Germanistik, Anglistik und Europastudien. Sie arbeitete zuvor für den BUND Sachsen und das Inkota-Netzwerk zu den Themen Kohleausstieg und Ressourcengerechtigkeit. Ehrenamtlich engagiert sie sich für die Verbesserung des Radverkehrs. Seit 2018 ist sie Campaignerin bei Campact.