Leerflüge der Lufthansa: EU im Irrflug

Tausende Sinnlos-Flüge alleine bei der Lufthansa: Jeden Tag heben Maschinen ab, in denen wegen Corona kaum Passagier*innen sitzen. Die EU kann das ändern, ist aber bisher untätig. FDP-Verkehrsminister Wissing trifft sich nun mit der zuständigen Brüsseler Kommissarin. Unterzeichne jetzt unseren Appell und fordere die EU-Kommission auf, die klimaschädlichen Leerflüge zu stoppen!

Zwei Quadratmeter – so viel Arktis-Eis schmilzt bei jedem Flug nach Mallorca. Fliegen schadet dem Klima, keine Frage. Umso schlimmer, wenn die Maschinen fast leer unterwegs sind. Doch genau das passiert gerade. Mehr als 20.000 Leerflüge wollen Fluglinien wie die Lufthansa in diesem Winter starten. Der Grund ist eine Regel der EU: Unternehmen verlieren ihre Zeitslots für Starts und Landungen, wenn sie diese nicht nutzen. Deshalb lassen Lufthansa und Co. ihre Maschinen auch mit leeren Sitzplätzen starten.

Strenge EU-Regeln mitverantwortlich

Die EU-Kommission könnte diese Klima-Sauerei stoppen. So wie im letzten Corona-Winter: Damals hat sie die Slot-Regel gelockert, damit nicht so viele Flieger sinnlos abheben. Jetzt gelten wieder strengere Vorgaben. Doch die EU weist jede Verantwortung von sich – sie sei nicht Schuld an den aktuellen Geisterflügen.

Nun hat sich Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) eingeschaltet. In den nächsten Tagen will er mit EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean über das Problem sprechen. Bevor sich der Minister auf den Weg nach Brüssel macht, möchten wir ihm etwas mitgeben: den Protest Tausender Menschen, die einen Stopp der klimaschädlichen Flüge fordern. Kommen 100.000 Unterschriften zusammen, wollen wir sie Wissing vor seiner Abreise überreichen. Dann kann er der Kommissarin zeigen, wie groß die Wut der Bürger*innen ist. Mach mit und unterzeichne den Appell.
Fliegen ist die klimaschädlichste Art zu reisen. Die Emissionen der Flugzeuge landen weit oben in der Atmosphäre, das verdreifacht ihre Wirkung. Wer das Klima schützen will, muss deshalb den Flugverkehr drastisch reduzieren. Vor allem da, wo es die Bahn als Alternative gibt. Das Problem: Oft ist ein Flug – etwa von Berlin nach Warschau oder von Köln nach Brüssel – billiger als eine Bahnfahrt. Denn hier sind sowohl die Flugtickets als auch das Kerosin von Steuern befreit.

Kerosinsteuer ist ein Muss

Zwar plant die EU-Kommission, dass Fluggesellschaften ab 2024 genauso Mineralölsteuer zahlen müssen wie Autofahrer*innen an der Tankstelle. Doch ob das klappt, ist ungewiss – bisher ist der Vorschlag an den Mitgliedstaaten gescheitert. Bei seinem Termin in Brüssel kann Verkehrsminister Wissing klar machen: Die Kerosinsteuer muss kommen, damit sich Leerflüge nicht mehr lohnen.

Frankfurt, München, Berlin – in diesen Minuten heben hier wieder Flugzeuge ohne Passagier*innen ab; der Klimaschaden ist riesig. Doch während inmitten von Klimakrise und Pandemie immer mehr Menschen aufs Fliegen verzichten, ist Lufthansa und Co. die eigene Wettbewerbsfähigkeit wichtiger als die Umwelt. Stoppe diesen Irrsinn jetzt und unterzeichne auch Du den Appell.

PS: Berlin zeigt gerne auf Brüssel, wenn es Verzögerungen beim Klimaschutz gibt. Dabei kann die Bundesregierung recht einfach selbst etwas gegen Sinnlos-Flüge unternehmen. Etwa indem sie die Abgaben erhöht, die Airlines zahlen, wenn sie von einem deutschen Flughafen aus starten. Unterzeichne jetzt den Appell und fordere vom Verkehrsminister: Leere Flugzeuge müssen auf dem Boden bleiben!

1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Das Flugzeuge lehr in der Luft sind ist ein Skandal und ein
    wirtschaftlicher Schwachsinn, es hilf der Umwelt auch nicht
    weiter wenn man die Flugzeuge fliegen lässt, ich bin da für
    das es für Kerosin eine Steuer erhoben wird wie bei der
    KFZ Steuer auserdem finde ich das Flugreisen teuer werden
    müssen aber da für muss die Bahn ausgebaut werden, und
    pünktlicher werden.

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Veröffentlicht von Lara Eckstein

Lara Eckstein hat ihre Masterarbeit über Auswirkungen der Klimakrise in Bangladesch geschrieben und setzt seitdem alles daran, globale Ungerechtigkeiten zu stoppen. Dafür blockiert sie mit Ende Gelände Braunkohlebagger, gibt Workshops und schreibt Artikel. Bevor sie 2019 zu Campact kam, hat sie beim ADFC Fahrradpolitik gemacht.