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3 Fragen an Alice Soo, Personalreferentin bei Campact

Was können Arbeitgeber*innen dafür tun, damit sich Menschen der LGBTQIA*-Community im Arbeitsumfeld wohlfühlen? Wir haben mit Campact-Personalreferentin Alice Soo gesprochen.

Wie schaffen Arbeitgeber ein LGBTQIA*-freundliches Arbeitsumfeld?
Was braucht es für ein LGBTQIA*-freundliches Arbeitsumfeld?, Foto: IMAGO / Panthermedia

Jeder Mensch sollte das Recht haben, so zu sein wie er ist – ohne Angst haben zu müssen, ungleich behandelt oder diskriminiert zu werden. Doch etwa 40 Prozent der LGBTQIA*-Arbeitnehmer*innen sind gegenüber Vorgesetzten nicht geoutet oder gehen verschlossen mit ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität um. Bei 31 Prozent trifft das auch auf ihre Kolleg*innen zu. 

Alice, ist es heutzutage nicht selbstverständlich, dass ich in meinem Arbeitsumfeld auch als LGBTQIA*-Person auftreten kann? 

Im Idealfall: ja! In der Realität sieht es bisher leider anders aus. Viele LGBTQIA*-Personen haben leider berechtigte Sorgen, sich am Arbeitsplatz zu outen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergab, dass 30 Prozent queere Arbeitnehmer*innen zwischen 18 und 65 Jahren Diskriminierung am Arbeitsplatz erfahren. Das verdeutlicht, wie prekär die Lage für viele queere Angestellte ist.

Arbeiten bei Campact

Campact steht auch als Arbeitgeber für soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und eine demokratische und friedliche Gesellschaft.

Gerade im Pride-Monat stellen sich viele Unternehmen und Arbeitgeber*innen als LGBTQIA*-freundlich dar. Wie kann man herausfinden, ob das auch wirklich zutrifft und nicht bloß Bekundungen sind?

Mit dem Pinkwashing-Trend fällt es zunehmend schwer, das herauszufinden. Als queere Person lohnt es eventuell sich auf Job- und Karriereplattformen umzusehen, die eigens einen Fokus auf inklusive Arbeitgeber*innen gerichtet haben, wie zum Beispiel Proudr oder vor Ort bei Sticks&Stones, einer LGBTIQ+ Job- und Karrieremesse.

Eine weitere Möglichkeit sehe ich in der gezielten Ansprache aktueller Arbeitnehmer*innen von potenziellen Arbeitgeber*innen. Via sozialer Netzwerke wie LinkedIn oder Xing kann ganz informell ein Austausch angeregt werden. Auf diese Weise kann nicht nur das eigene Netzwerk ausgebaut werden, sondern auch wertvolle Einblicke über die Unternehmenskultur gewonnen werden.

Wie schafft man ein Arbeitsumfeld, in dem sich Personen aus der LGBTQIA*-Community wohlfühlen? 

Unser erster Schritt, um eine objektive Einschätzung zu erhalten, war die Teilnahme am PRIDE Champion Audit der Uhlala Group. Sie ist eine unabhängige Organisation, die Maßnahmen von Organisationen in Bezug auf die Diversity-Dimension „sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ beleuchtet.

Alle Beiträge rund um das Thema LGBTQIA* liest Du hier.

Ein Patentrezept haben wir nicht erhalten. Jedoch wurden zentrale Einblicke gewonnen, worauf wir in Zukunft besser achten können. Auf unserem Weg zu einem Arbeitgeber, bei dem sich queere und auch andere von Diskriminierung betroffene Personengruppen sicher und verstanden fühlen sollen, lautet nun das Credo: Mitarbeitende einbeziehen und marginalisierten Personengruppen eine Stimme geben. Wir haben unsere jährliche Befragung unserer Teammitglieder um diese Dimension erweitert, was Campact als Arbeitgeber in dieser Hinsicht unternehmen kann, und unsere Belegschaft unmittelbar dazu befragt. Das schafft eine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Von hier aus werden wir Schritt für Schritt gemeinsam weitergehen.

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