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Erfolg: Das Recht auf Reparatur kommt

Die EU beschließt, mit dem "Recht auf Reparatur" die Nachhaltigkeit zu fördern. Ein erster Erfolg! Jetzt muss die Bundesregierung nachziehen: Das INKOTA-Netzwerk bleibt dran und fordert einen bundesweiten Reparaturbonus.

Die Initiatoren der Petition "Ressourcen schonen muss sich lohnen" (unter anderem Mitglieder der Organisation INKOTA-netzwerk e.V.) zusammen mit WeAct bei der Übergabe der Petition in Berlin.
Die Initiatoren der Petition "Ressourcen schonen muss sich lohnen" (unter anderem Mitglieder der Organisation INKOTA-netzwerk e.V.) zusammen mit WeAct bei der Übergabe der Petition in Berlin. Foto: Chris Grodotzki / Campact

Das Handy kaputt, der Laptop veraltet: Elektrogeräte verschleißen immer schneller und landen dann auf dem Müll. Ob Smartphones, Kleidung, Kühlschränke – die lächerlich kurze Lebensdauer unserer alltäglichen Begleiter zeigt sich in riesigen Abfallbergen, die unsere Gesellschaft produziert. Was dagegen hilft? Reparieren.

Das Problem: Reparieren ist oft teurer als ein billiges Gerät neu zu kaufen. Deswegen hat Julius Neu vom entwicklungspolitischen INKOTA-netzwerk e.V. (kurz INKOTA) auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, eine Petition gestartet – und forderte von Umweltministerin Steffi Lemke das Recht auf Reparatur und einen bundesweiten Reparaturbonus. Österreich und Frankreich machen es vor: Dort gibt es bereits einen ordentlichen Zuschuss für Reparaturen.

Petition: Ressourcen schonen muss sich lohnen

Fast 75.000 Menschen forderten auf WeAct das Recht auf Reparatur und die Einführung eines Reparaturbonus.

Für ein Ende der Wegwerfgesellschaft

Ob neue Kaffeemaschine oder kaputter Staubsauger: Jede Person in Deutschland produziert knapp 20 Kilogramm Elektroschrott pro Jahr. Und das ist teuer: Schätzungsweise zwölf Milliarden Euro gehen Verbraucher*innen jedes Jahr verloren, weil sie sich für neue Produkte entscheiden, statt ihre alten zur Reparatur zu bringen. 

Im Juni 2023 forderte die Konferenz der Verbraucherschutzminister*innen die Umweltministerin auf, einen bundesweiten Reparaturbonus zu prüfen. Das heißt konkret: Wer ein defektes Elektrogerät reparieren lässt, soll so künftig einen Teil der Kosten erstattet bekommen. Denn obwohl sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt hat, den Rohstoffverbrauch zu senken und ein Recht auf Reparatur umzusetzen, hat sie es bisher versäumt, Reparaturen konsequent zu fördern!

Um endlich Druck zu machen, starteten INKOTA und der Runde Tisch für Reparatur eine Kampagne und wandten sich mit drei Forderungen an Umweltministerin Steffi Lemke:

  1. Bundesweiten Reparaturbonus einführen: Der Staat muss 50 Prozent der Reparaturkosten bis zu 200 Euro übernehmen.
  2. Das Aktions- und Förderprogramm „Reparieren statt Wegwerfen“, das Anfang 2022 angekündigt wurde, muss endlich starten.
  3. Sich auf EU-Ebene für ein herstellerunabhängiges Recht auf Reparatur einsetzen, das auf dem Zugang zu Ersatzteilen für alle, reparaturfreundlichem Design und Informationen für Verbraucher*innen basiert.

WeAct-Petition für Reparaturbonus erreicht knapp 75.000 Unterschriften

Knapp 75.000 Menschen haben diese Forderungen unterstützt. Mit so viel Rückenwind und großem Medienecho konnte INKOTA die Unterschriften am 17. Oktober 2023 an die Bundesumweltministerin Steffi Lemke übergeben. Hier kannst Du Dir ein YouTube-Video der Übergabe anschauen. Mit großen Werkzeugen aus Pappe und einem Werkzeugkasten mit den Unterschriften hat das Netzwerk Eindruck hinterlassen. Nach dem Gespräch konnte INKOTA den ersten Erfolg verbuchen: Teile des Aktionsprogramms „Reparieren statt Wegwerfen“ gingen im Januar 2024 an den Start und fördern so Reparatur-Initiativen.

Anfang Februar dann der zweite Erfolg – die EU hat das Recht auf Reparatur beschlossen. Für die Verbraucher*innen heißt das: längere Garantiezeiten von Geräten, günstigere Reparaturen und dass Ersatzteile einfacher verfügbar sind. Das Recht auf Reparatur soll vor allem für Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Staubsauger und Smartphones gelten und nimmt damit die Hersteller in die Pflicht, die Geräte künftig auf Wunsch zu reparieren. „Exorbitante Willkürpreise für Ersatzteile gehören nun hoffentlich bald der Vergangenheit an“, freut sich Katrin Meyer vom Runden Tisch Reparatur. Sie ist Mit-Initiatorin der Petition.

Und jetzt? Reparaturbonus einführen!

Ist es mit dem EU-Beschluss nun getan? Noch nicht. Das EU-Recht auf Reparatur ist ein echter Erfolg für Klima- und Ressourcenschutz. Und auch wir Verbraucher*innen und das lokale Handwerk können die gute Nachricht feiern. Um den Weg für echte Nachhaltigkeit und einfaches Reparieren für alle zu ebenen, braucht es aber noch mehr:

Mit der Entscheidung auf EU-Ebene hat die Bundesregierung keine Ausreden mehr und muss endlich ihr lange angekündigtes Reparaturgesetz vorlegen.

Petitionsstarter Julius Neu vom INKOTA-netzwerk e.V. 

Damit würden Hersteller verpflichtet, für mehr als die neun Produktkategorien, die auf EU-Ebene genannt werden, Ersatzteile zu angemessenen Preisen sowie Reparaturinformationen bereitzustellen.

Drei Gründe, die für WeAct sprechen

WeAct unterstützt Dich, zeigt Haltung und ist für Dich kostenlos. WeAct ist die Petitionsplattform von Campact e.V. Mit über 3 Millionen Unterstützer*innen ist Campact Deutschlands größte Bürgerbewegung. Lies hier, warum WeAct der beste Ort für Deine Petition ist.

Ganz wichtig: Für Rechtspopulist*innen oder andere Demokratie-Feinde hat WeAct keinen Platz. Wir unterstützen Petitionen, die sozialen, ökologischen und demokratischen Fortschritt vorantreiben. Reichweite und Beratung kann man bei WeAct nicht kaufen – wir arbeiten mit Deiner Petition aus Überzeugung!

Wofür INKOTA in Zukunft noch weiter kämpft?

🔧 Einen bundesweiten Reparaturbonus – nach dem Vorbild Österreichs! Hier würde der Staat 50 Prozent der Reparaturkosten (mit bis zu 200 Euro) übernehmen.

🔧Wie in Thüringen müssen neben gewerblichen Reparaturen damit auch Reparaturen in Repair-Cafés gefördert werden.


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