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Grüße von Sylvia Löhrmann aus NRW

Mit „Energiepaketen“ und Briefen hatten wir im letzten Monat den SPD- und Grünen-Politiker/innen aus Nordrhein-Westfalen zum Regierungsstart gratuliert. Zugleich enthielten die Schreiben die Aufforderung, in den nächsten fünf Jahren aber auch nicht locker zu lassen mit dem Klimaschutz, d.h. keine neuen Kohlekraftwerke, weg mit dem Schwarzbau in Datteln, den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben usw.!

Nach einer wohlverdienten Sommerpause haben wir nun Post von der ehemals Grünen Spitzenkandidatin und jetzigen stellvertretenden Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann erhalten: In ihrem Brief bedankt sie sich sehr herzlich für unsere Glückwünsche zur Regierungsbeteiligung und versichert:

„Ich bin mir sicher, dass Sie genau beobachten, ob wir den Koalitionsvertrag umsetzen – und das ist auch Ihre Aufgabe als verantwortungsvolle, aktive und starke NGO.“

Das hören wir natürlich gerne – und geben Frau Löhrmann absolut recht: Selbstverständlich werden wir sehr genau beobachten, wie es nun weitergeht in Nordrhein-Westfalen, und ob die rot-grüne Regierung tatsächlich etwas dafür tut, für mehr Klimaschutz in NRW zu sorgen. Aber das wird Frau Löhrmann und ihren Kolleg/innen sicherlich schon klar sein, dass sie ansonsten wieder mit uns rechnen kann. Schließlich schreibt sie:

„Es freut mich, Ihrem Brief entnehmen zu können, dass Sie unsere Ziele teilen. Es ist auch für einen Regierungspartner, wichtig, Unterstützung aus der Zivilgesellschaft zu bekommen, damit die politischen Ziele auch erreicht werden können. Deshalb danke ich Ihnen für Ihr Engagement […].“

Na dann wollen wir doch mal sehen, wie es in NRW weitergeht! Wir bleiben auf jeden Fall dran!

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  1. Liebe Frau Löhrmann! Die Zeit drängt, denn nun kommt wohlmöglich die zweite Gefährdung aus Tschernobyl als radioaktive Wolke auf uns zu. Der Brand – d.h. die Klimakatastrophe (Verbrennung von Fossilien) und die Gefahr der KKW’s potenzieren sich. Ich schrieb an Herrn Röttgen:
    Sie wissen und ich weiß, daß es keine Grenzwerte in dem Sinne gibt, daß unterhalb derselben keine Schädigungen zu erwarten sind. Grenzwerte sind doch lediglich Toleranzwerte, d.h. man toleriert innerhalb dieser Toleranzwerte alle vorkommenden Schädigungen an Gesundheit und Leben der betroffenen Personen in einem Gebiet. Also sind auch die kleinsten radioaktiven Partikelkonzentrationen letztendlich schädigend und insbesondere auf Grund der Tatsache, daß diese Partikel ja nicht „verwesen“ oder „abgebaut“ werden, sondern im Boden, in den Pflanzen und in der Nahrungskette gespeichert und z.T. angereichert werden. Hiermit kommt also erneut aus Rußland eine radioaktive Gefährdung auf uns zu. Mir scheint, es genügt nicht, diese Gefahren zu messen und über Maßnahmen nachzudenken, wie wichtig diese auch im Moment sind. Nein, nun müßte es doch selbst jedem klar geworden sein, daß die fossile Kohlenstoffverbrennung (ebenso wie das Brennen oberflächlicher Kohlenstoffverbindungen (Wälder, Torf, Möbel, Dachstühle) mit der Gefahr der CO2-Anreicherung sowie dem Klimakollaps) und die Kernkraftgewinnung in ihrer Gefährlichkeit zusammenwirken und sich verstärken. Der Umstieg auf die Regenerativen ist unvermeidlich.
    Nun hat diese Energiewirtschaft die Katze aus dem Sack gelassen, als bekannt wurde, daß z. B. Philipsburg im Falle der Möglichkeit eines terroristischen Angriffes eingenebelt werden soll. Das ist zum einen frech, sagt man doch damit: ätsch , das was ihr uns immer vorgehalten habt, die Möglichkeit eines terroristischen Angriffs, können wir Euch nun bestätigen, wir glauben daran seit dem 11.9. 2001. Es ist zum zweiten entlarvend, denn mit dieser Nebelaktion gesteht man auch ein, daß man nicht daran denkt KK nur als Brückentechnologie anzusehen, sondern daß man mit der Gefahr leben will, so wie ein Herr Güldner dieser Tage sagte: “Laßt doch die Anlagen solange laufen, wie sie sicher sind.” Nun zeigt sich aber, sie sind eben nicht sicher! Und drittens ist die Nebelaktion nutzlos: Man wird doch nicht irgendein Feld in der Nähe des AKW einnebeln, und auch nicht ganz Baden Württemberg, sondern direkt das Werk selbst. Also braucht das terroristische Flugzeug doch nur auf die Mitte des Nebelflecks zu zielen und man trifft den Reaktor, oder bestenfalls die Stromversorgung, dann fallen die Kühlpumpen aus und Tschernobyl läßt grüßen. Also nutzlos, oder will man tatsächlich ganz Baden-Würtenberg einnebeln? Der Vergleich mit Hitlers Weltkrieg drängt sich mir auf. Hitler baute Hochbunker und nebelte Städte und wichtige Werke (ich lebte damals in Leuna!) bei Angriffen ein. Trotzdem wurden sowohl Werke als auch die Zivilbevölkerung geschädigt. Mein Kalkül: Wer solche Sicherungen einbaut, weiß und will, daß das gefährdete Unternehmen (damals der Krieg, heute die Kernenergie) weitergeht. Also keine Brückentechnologie, sondern bewußt über lange Zeit in Kauf genommene Gefährdung der Bevölkerung zum Zwecke der Renditemaximierung. Es ist für mich unvorstellbar!!!!
    Ich möchte meine 4 Enkelkinder nicht verstrahlt wissen. Ich habe Tschernobyl in der DDR erlebt, das war körpernäher als bei Ihnen im Westen. Es gab keine Warnungen vor bestimmten Lebensmitteln, keine Jodtabletten, Kitakinder durften in den Regenpfützen aus Tschernobyl (Regenwolken von dort!) spielen. Plötzlich konnten wir keinen Salat, keine Petersilie aus dem Garten mehr essen. Der Salat im Konsum kam aus der Ukraine, plötzlich gab es überhaupt Salat. Sie hatten sicherlich Gemüse und Obst aus südlichen Ländern, wir nicht. Daher unsere höhere Verunsicherung, wir waren an den Gefahren dichter dran.
    Noch ein Wort zu den umliegenden europäischen Ländern mit AKW’s. Wenn Deutschland vormachen würde, daß es auch ohne AKW’s geht, ohne daß die Lichter ausgehen, dann wäre das ein unvorstellbar wichtiger Beitrag für eine europäische, ja globale neue Zivilisationsentwicklung. Packen wir’s an.
    Gerhard Loettel Pfarrer i. R.