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Tiefseebohrung womöglich schon in erster Augusthälfte

BP will offensichtlich schnell Fakten schaffen: „Vielleicht noch in der ersten Hälfte des Augusts“ will der Mineralölkonzern nach Recherchen der Mailänder Zeitung Panorama mit seiner Tiefseebohrungen im Mittelmeer unweit der libyschen Küste beginnen. Rechtliche Hürden stehen den Plänen nicht mehr im Weg. Für 900 Millionen Dollar hat BP die Rechte an dem Ölfeld bereits 2007 von der libyschen Regierung erworben – die bis dato größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte.

Die Pläne von BP sind an Dreistigkeit kaum zu überbieten: Wochenlang demonstriert der Konzern der Welt, wie wenig er Tiefseebohrungen im Griff hat und gelobt tiefgreifende Konsequenzen. Und jetzt macht der Konzern im Mittelmeer weiter, als sei nichts geschehen und will in noch größerer Tiefe bohren.

Mit den Auswirkungen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor Augen, wächst in der EU und besonders in Italien die Sorge vor einem ähnlichen Unglück im Mittelmeer. Denn die Bohrung befindet sich nur 500 Kilometer von der Küste Italiens entfernt. Dessen Umweltministerin Stefania Prestigiacomo tritt deshalb vehement für einen Stopp von Öl-Bohrungen im ganzen Mittelmeerraum ein, ebenso EU-Energiekommisar Günther Oettinger. Angesichts der mittlerweile engen Beziehungen zwischen Rom und Tripolis ist es nicht auszuschließen, dass Libyens Staatschef Gaddafi zumindest die Bohrung zumindest vorerst stoppt.

Doch vor allem gibt es einen Hebel, um den Öl-Multi zu einem Verzicht auf die Bohrung zu zwingen: Die Macht der Konsument/innen. In Deutschland hat BP einen Marktanteil von fast 25 Prozent, hauptsächlich durch die Tochtergesellschaft Aral. Fast 2.400 mal erleuchten bundesweit Tankstellen im Blau der Marke. Schon jetzt kämpft der Öl-Multi mit seinem völlig ramponierten Image – auf den Protest hiesiger Konsument/innen dürfte BP daher sensibel reagieren.

Über 25.000 Menschen haben sich in den ersten 48 Stunden bereits unserem Online-Appell an den Vorstandsvorsitzenden von BP-Deutschland, Uwe Franke, angeschlossen. Unterstützen auch Sie den Appell – und informieren Sie Freunde und Bekannte über die Aktion.

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Freundinnen und Freunde,
    was da unser Herr „Unbekannt“ schreibt “ Leute, hört doch auf mit dem ständigen dagegensein.“ heißt doch nichts anderes als die Umweltzerstörung weiter zu zulassen, auf dem warmen A.. sitzenbleiben wenn 1 Mrd von Menschen auf der Welt hungert, nichts gegen Arbeitslosigkeit und Hartz 4 zu unternehmen, den Kriegen und ihrer brutalen Zerstörung zuzuschauen oder noch fördern. Also alles das was unter der Rubrik „Menschenverachtung“ zusammengefasst werden kann. Richtig ist nur ARAL zu boykotieren und stattdessen bei Shell oder Esso zu tanken ist natürlich daneben. Auch die Beschimpfung der Autofahrer bringt nichts es sind die großen Monopole die aus Profitineressen umweltfreundliche Entwicklungen mit ihren Leuten in der Regierung bewust blockieren.Deshalb positiv ausgedrückt.
    Gleichzeitig für eine System ohne Ausbeutung und Unterdrückung einzutreten, indem der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht
    herzliche Grüße
    Einer der Übermorgen bei der Kette gegen den sofortigen Atomausstieg dabei ist
    Mamamue

  2. Hallo Bloguser;

    Harald hat vollkommen Recht, diese ständige grüne Hypokritie…

    Scheißt doch auf die Regenwälder, wenn ihr gleichzeitig Feuer unterm Hintern haben wollt..

    Meine Güte, BP ist ein Konzern und will Geld, sie haben sich Genehmigungen gekauft und bohren..
    UND JETZT…

    Leute, hört doch auf mit dem ständigen dagegensein.

    MfG
    Unbekannt

  3. Das bringt doch nichts, solange wir die Energie benötigen.
    Fahrt doch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit oder einkaufen oder mit den Kindern zum Kindergarten oder zur Schule. Ruft doch mal dazu auf, 2 Tage lang abends kein Licht ( und vor allen Dingen keinen Fernseher oder Laptop ) einzuschalten, kürzere Zeiten bringen nur einen Lacherfolg.

  4. Auch ich habe den Beitrag gesehen, über die verschwiegene Ölkatastrophe von Nigeria und den dort absterbenden Mangrovenwäldern. Es ist ganz einfach entsetzlich. Diese Konzerne sie plündern die Welt und hinterlassen Tod und Zerstörung. Für diese Preise, die wir an den Tankstellen zahlen, sollte man schon verlangen können, daß diese Plünderer die von Ihnen verursachten Schäden wieder beseitigen. Wir haben nur diese eine Erde und schon deshalb darf man deren zerstörerisches Treiben nicht hinnehmen.

  5. Was soll die Aufregung? Tiefseebohrungen sind inzwischen weltweit Standard, und die Wahrscheinlichkeit, dass nochmal so etwas wie im GvM passiert, extrem gering, und zwar insbesondere bei Bohrungen unter Beteiligung von BP, das ist doch logisch. Also konzentrieren wir uns lieber auf die möglichst schnelle Abschaltung der AKWs, deren Gefährdungspotenzial um ein Vielfaches höher liegt als das der Erdölförderung!

  6. Nicht nur im Golf von Mexiko, nicht nur durch BP geschieht dieses; im Nigerdelta geschieht es seit Jahrzehnten durchgehend; dort sind Milliarden Liter Öl ausgelaufen. Die Ölmultis (hier ist es zum großen Teil Shell) haben wohl keine Veranlassung, die undichten (teils nicht mehr genutzten) Bohrstellen abzubauen oder zu reparieren.

    http://www.tagesschau.de/ausland/oelpest370.html

    Außerdem reicht es nicht aus, wenn man nicht mehr bei BP/Aral tankt; freie Tankstellen kaufen auch bei denen und bei der Herstellung vieler alltäglicher Gegenstände wurde ebenfalls Öl verwendet.

  7. Ich boikottiere Aral schon recht lange und werde auch weiterhin alle darauf hinweisen dass sie zu BP gehören und wir es in der Hand haben ob die Wirtschaft so kriminell weiter verfahren darf.
    Sie sind letztendlich auf den Verbraucher angewiesen, dieser Macht sollte sich das Volk langsam bewusst werden. Um die Wirtschftsbosse in die Knie zu zwingen, müssen wir ihnen zeigen von wem sie leben!!!! Wir könnten zur Abwechslung ihnen mal immensen Schaden zufügen, so wie sie der Natur, und mit ihr dem Menschen. Lassen wir sie einfach mal spüren wo ihr Reichtum herkommt!!!

  8. Etwas läuft falsch im System. Ein globaler Martkteilnehmer (hier BP) glaubt wirklich allen Ernstes, er kann sich alle natürlichen Güter (hier die Meere) nach globaler Gutsherrenart einverleiben und zerstören. Zu große Marktmacht führt hier überdeutlich zu unverantwortlichem Handeln. Dem muss mit internationaler koordinierter Macht entgegen gesteuert werden. An jeder BP-Tankstelle und bei jedem BP-Tochterunternehmen kann diese Macht zur Geltung kommen.