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Kein Anschluss unter dieser Nummer… – Umweltministerium ist für Bürger/innen nicht zu erreichen

Während sich die Chefs der Energiekonzerne regelmäßig mit Kanzlerin Merkel und ihrem halben Kabinett zusammensetzen, um über Energiefragen zu beraten, wird es den Bürger/innen schwer gemacht, ihre Meinung kundzutun. Am Donnerstag startete unsere Fax-Aktion an Umweltminister Röttgen und Wirtschaftsminister Brüderle. Damit haben inzwischen über 22.000 Bürger/innen die Minister aufgefordert, beim Energiekonzept (pdf) nachzubessern. Denn nicht nur längere AKW-Laufzeiten sieht das Konzept vor, sondern auch noch den Weiterbetrieb alter, schmutziger Kohlekraftwerke und sogar die finanzielle Förderung neuer Klima-Killer!

Doch seit dem Wochenende kommen die Faxe der Menschen nicht mehr im Ministerium von Norbert Röttgen an. „Versand gescheitert“ lautet das Ergebnis im Versandprotokoll bei nahezu allen Nummern im Umweltministerium. Die Vertreter/innen der Konzerne werden gerne empfangen – die Stimmen der Bürger/innen landen im Nirvana des Telefonnetzes: Dabei richtet sich der Protest gerade dagegen, dass den Energiekonzernen noch mehr Geld zugeschanzt wird. Selbst die ältesten und schmutzigsten Kohlekraftwerke sollen am Netz bleiben dürfen und für die neuesten Klima-Killer werden sogar noch Subventionen bezahlt!

Damit die Meinung der Menschen trotzdem ankommt, haben wir den Versand an das Umweltministerium von Fax auf Email umgestellt – im Wirtschaftsministerium kommen die Faxe weiter auf den Bildschirmen der Beamt/innen an, denn richtige Papierfaxe gibt es dort kaum noch. Dabei war das Umweltministerium in den Verhandlungen zum Energiekonzept längst weiter: In einem internen Eckpunktepapier (pdf) forderte es Mindestwirkungsgrade, um alte Klima-Killer nach und nach aus dem Markt zu drängen. Dahinter ist der Minister aber längst zurückgefallen.

Nach außen soll das Energiekonzept ökologisch aussehen, aber hinter dem Rücken der Minister qualmen die Schornsteine ordentlich weiter.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: CampAct Blog | Fast 23.000 Faxe fordern: Klimaschutz ins Energiekonzept

  2. Geht mal davon aus, dass die Ministerialbeamten ihren Chef nicht fragen werden. Denen ist das doch egal wer da Chef ist. Die bekommen alle paar Jahre einen neuen vorgesetzt und tanzen dann nach dessen Pfeiffe. Aber immerhin habt ihr die Beamten mal geweckt.

  3. Ich finde die Aktion von der Sache her ja unterstützenswert aber Faxe verschicken ist echt von gestern. Es ist doch naiv zu glauben, die im Umweltministerium legen den ganzen Tag eine Papierrolle nach der anderen ein nur damit die ganzen Faxe auch alle ankommen. Warum man die Sache nicht gleich auf Email hat laufen lassen ist mir unerklärlich, allein schon wegen der Umwelt, die Faxe verbrauchen ne Menge Papier und um die Umwelt geht’s ja hier schließlich, oder?

    • Lieber Christian P.,

      wenn es denn Papierfaxe wären, die dort ankommen… Die Bundesministerien sind zum allergrößten Teil schon lange auf elektronische Faxe umgestiegen und bekommen die dann direkt auf den Bildschirm über ihr elektronisches Dokumentensystem. Und es ist schon richitg, dass Faxe „von gestern“ sind, aber so kommt die Nachricht bei einem viel größeren Teil des Ministeriums an und nicht nur beim Chef. Denn anders als seine Leute, die in ihrem Eckpunktepapier die Mindestwirkungsgrade für alte Kraftwerken noch wollten, will Röttgen diese klimafreundliche Maßnahme offenbar nicht – oder zumindest nicht genug, um dafür die Debatte mit seinen Kabinettskollegen zu suchen. Da sollten seine Mitarbeiter/innen doch noch einmal kritisch beim Chef nachfragen!

      Herzliche Grüße!

  4. Wie immer skandalös, dass der Klimaschutz der Profitsucht einiger Unternehmen untergeordnet wird. Sowas müsste mal in der Tagesschau um 20 Uhr gesendet werden.

    Was ist eigentlich aus dem Rot-Grünen Energiegesetz in NRW geworden? Wird da auch munter weiter auf Kohlekraftwerke gesetzt?

    Forscht mal bitte nach liebes Campact-Team. Danke!