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Atommüll „Zurück an Absender“: Lieferung zugestellt!

Fass für Fass rollt aus dem Castor heraus. Jede/r fasst mit an: Gemeinsam werden die gelben „Atommüllfässer“ aus dem Castor ausgeladen und zu einem großen Berg aufgetürmt. Um kurz vor 16.00 Uhr ist es geschafft: siebzig „Atommüllfässer“ stehen am Rande der Reichstagswiese, im Hintergrund der Bundestag. Lieferung zugestellt.

Castor-Aktion in Berlin

Foto: Jakob Huber

Gestern war unser täuschend echt aussehender Castor-Transport im wendländischen Gorleben aufgebrochen, randvoll mit den schwarz-gelben Fässern beladen. Mit dem Ziel: Bundestag, Berlin. Denn dort startete heute der Umweltausschuss seine abschließenden Beratungen zum Atom-Deal der Bundesregierung. Die Regierung will die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängern – obwohl dadurch die Atommüllberge noch weiter wachsen und es nach wie vor kein sicheres Endlager gibt. Doch wir lassen uns das nicht gefallen – wir schicken den Atommüll „Zurück an Absender“!

Hunderte Menschen begleiteten den Transport in Berlin mit einem Demonstrationszug auf seinen letzten Metern. Startpunkt war die Konzernzentrale des Atomkonzerns Vattenfall, vorbei ging es mit lauten Pfeifkonzerten auch an den Vertretungen von EnBW und RWE. Die Atomkonzerne profitieren durch die geplanten Laufzeitverlängerungen mit Milliardengewinnen. Den Bürger/innen im Land bleibt das Risiko der immer maroder werdenden Reaktoren – und den nachfolgenden Generationen der eine Millionen Jahre strahlende Atommüll.

Castor-Aktion in Berlin

Am Donnerstag früh soll der Bundestag endgültig über den Atom-Deal entscheiden. Mit einer Protestkette vor dem Bundestag zeigen wir zu Beginn der Abstimmungsdebatte noch einmal unser NEIN zur Atomkraft! Wir nehmen nicht hin, dass die Regierenden mit den Atomkonzernen kungeln, statt auf den Willen der Bürgerinnen und Bürger zu hören. Kommen Sie auch und reihen Sie sich ein!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Endlager ungelöst!!
    Ich denke jeglicher Protest wäre ehrlicher, wenn endlich ein konkreter Vorschlag für die Realisierungsuntersuchung eines möglichen Endlagers forciert wird. Es gibt derzeit kein Endlager, auch wenn alle Kernkraftwerke morgen abgeschaltet werden!!
    Sowohl die Regierung als auch die Betreiber müssen sich zeitnah um eine funktionierende Lösung diese Problems kümmern!!
    Sinnfreie Blockaden von Transporten von Atommüll bringen zwar Pressemeldungen aber keine zielorientierte Lösung. Bitte macht doch mal einen konstruktiven Vorschlag, wie man zu einer Lösung des bestehenden Problems mit dem Atommüll kommt. Man kann ein Kraftwerk nicht einfach „zubetonieren“. Ohne neutrale wissenschaftliche Studien – unabhängig von Betreiberinteressen der 4 Großkonzerne – und frei von „ich bin gegen alles“ werden Problemlösungen ins Nirwana verschoben – zu Lasten unserer Kinder!!

  2. Habt Ihr die Ressourcen da gelassen oder meint Ihr ernsthaft, wir bräuchten sie für Gorleben noch?
    Ich bin Ungläubige im Sinne von Nietzsche.