· von
mal gelesen · 5 Kommentare · Artikel kommentieren

76 Prozent fordern: Bundesregierung muss Atompolitik überdenken!

Nach den Castor-Protesten ist die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Atompolitik der Bundesregierung weiter gewachsen: Vor dem Hintergrund der Proteste gegen den Castor-Transport Anfang dieser Woche sind 76 Prozent der Bürger/innen der Meinung, die Bundesregierung solle ihre Atompolitik überdenken. Und nicht nur Anhänger der Oppositionsparteien denken so: Auch eine Mehrheit der Anhänger/innen von CDU/CSU – nämlich 57 Prozent – ist dieser Meinung.

Insgesamt lehnen rund zwei Drittel aller Bürger/innen die geplanten Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre ab. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag von Campact am 10. und 11. November unter 1.002 Menschen bundesweit durchgeführt hat.

Großkundgebung in Dannenberg, 6.11.2010

Am vergangenen Wochenende gingen zehntausende Menschen im Wendland gegen den Castor-Transport und die Atompolitik der Bundesregierung auf der Straße. 50.000 Menschen demonstrierten bei einer Großkundgebung in Dannenberg am Samstag – so viele wie noch nie zuvor bei einer Demonstration im Wendland. Zu den Protesten in den darauf folgenden Tagen blieben Tausende vor Ort und beteiligten sich an Demonstrationen, Aktionen und friedlichen Sitzblockaden. Die Proteste reihten sich ein in eine ganze Abfolge von Anti-Atom-Aktionen überall im ganzen Land – die Anti-Atom-Bewegung ist quicklebendig!

Die Bundesregierung muss endlich einsehen, dass sie ihre Klientelpolitik für eine Handvoll Großkonzerne nicht gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchsetzen kann. Der gesellschaftliche Großkonflikt um die Atomkraft ist wieder aufgebrochen – und dieses Mal sehen auch die eigenen Anhänger/innen den schwarz-gelben Atomkurs kritisch. Sechs Landtagswahlen muss die CDU nächstes Jahr bestehen – und dort könnte ihr der Atomkurs ordentlich auf die Füße fallen.

Veröffentlicht von

Susanne Jacoby, Jahrgang 1981, hat Umweltwissenschaften mit den Schwerpunkten Umweltpolitik und Umweltkommunikation in Lüneburg studiert. Sie war jahrelang für verschiedene Umweltorganisationen aktiv und hat u.a. den Kongress McPlanet.com 2009 mit organisiert. Bei Campact kümmert sie sich als Campaignerin um die Steuerflucht-Kampagne und Themen rings um die Energiewende.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, ja… die Mehrheit der Bevölkerung ist unzufrieden mit der herrschenden Politik.

    Weil der Unmut des Volkes gefürchtet wird, wird von eigentlichen Problemen, nämlich den sinkenden Löhnen, hoher Arbeitslosigkeit, neuerdings dem ominösen Atomdeal und dem brutalen Umgang mit den Demonstranten, da durch abgelekt, in dem die Bevölkerung gegeneinander aufgehetzt wird. Jung gegen alt, Deutsche gegen Ausländer, Erwerbsfähige gegen Erwerbslose…

    Ja, die Mehrheit ist unzufrieden mit der Politik.
    Und das wissen UNION, FDP, SPD und die GRÜNEN genau!
    Und deswegen stimmten UNION, FDP, SPD und die Grünen auch NICHT dem Gesetzesentwurf der Linken zu, bundesweite Volksentscheide einzuführen*.

    Es ist ein Unding, dass SPD und die Grünen als bürgernah gelten.
    Die SPD und die Grünen haben mit der Agenda 2010 ihr wahres Gesicht gezeigt.
    Sie haben mit der Senkung des Spitzensteuersatzes, mit der Lockerung des Kündigungsschutzes, der Senkung der Lohnsstückkosten und Hartz IV bewiesen, wie bürgernah sie sind.
    Die jetzigen Umfragewerte für die Grünen kann ich nur mit Demenz erklären – liegt wohl an dem angeblichen „demopgrahischen Wandel“… oder so ähnlich

    Nach mir die Sintflut

    * hier das Wahlverhalten und die Begründung des Wahlverhaltens. Das ‚Argument‘ der SPD ist wirklich köstlich: http://www.abgeordnetenwatch.de/einfuehrung_bundesweiter_volksentscheide-605-326.html

  2. Übrigens —-

    der link oben geht nicht, hier ein(hoffentlich) funktionierender:

    http://beta.greenaction.de/aktivist/tomput

    Außerdem ist auf meiner wkw- Seite der gleiche Text mit dem link zur Kampange bei Greenpeace. Bei BUND und bei den „Grünen“ habe ich schon mal versucht zu intervenieren aber hoffentlich schließen sich auch von euch noch ein paar mehr an das Selbe, auch wo anders zu tun. Wünschenswert wären doch auch eigene Texte mit anderen Ideen für Aktivitäten (oder auch Passivitäten) in der „Strahlendämmerstunde“. Wie z.B. : Oma erzählt den Enkeln mal was anstatt Glotze oder PC Spiel, oder Yoga oder was unter dem Motto: „jetzt wird´s kuschelig“ für Pärchen usw., usw. Das geht doch sicher auch ganz Privat über euren eigenen e-mail Verteiler, oder auch über kostenlose SMS und bestimmt am Besten einfach durch Mund zu Mund Propaganda denn da kann man doch auch gleich diskutieren und neue Ideen haben.

    Meint —- tom.

  3. Hallo,
    ich möchte das Alle, aber auch wiirklich „Alle“, denen es irgendwie möglich, ist jeden Sonntag von 18.00 – 20.00 Uhr möglichst viel Strom vom Netz abschalten.
    Damit können wir gemeinsam, anonym und effektiv ein politisches Zeichen setzen und zwar gegen die allgemeine Energieverschwendung und die daraus resultierende Laufzeitverlängerung der AKW`s.
    Unterstützt meine Kampange bei

    >http://beta.greenaction.de/node/37365<

    Bis dann —- tom

  4. Warum denkt man nur national? Atompolitik geht doch alle an, auch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Warum wird nicht ein europaweiter Zustandsbericht der AKWs/KKWs durch die EU-Kommission als Hüterin der Verträge gefordert und danach entschieden, welches AKW/KKW vom Netz kommt und welches dran bleiben darf?! Das Gleiche gilt für die Laufzeiten. Warum dieses rein nationale Denken? Alle Mitgliedstaaten, die ebenfalls Atomstrom produzieren, müssen doch mit einbezogen werden. Es nutzt doch überhaupt nichts, wenn Deutschland aussteigt. Dann gibts den Atomstrom über die Strombörse. Und woher der kommt, kann man unschwer erahnen. Nein danke!

    Leute, denkt nach, denkt um, denkt wie cenjur, denkt europäisch, nicht national. Betrieb und Entsorgung ist ein europaweites Thema, kein nationales. Ihr macht es den Politikern nach und das Europa-Thema zu einem rein nationalen. Gudrun Seidl, Europa-Journalistin, cenjur

  5. Täuscht Euch nicht, die Bundesregierung kriegt es fertig, sich über das Mehrheitsinteresse geradezu eiskalt hinwegzusetzen, als wüßte sie hauptsächlich die Wählerschaft ihrer Klientel und deren Anhänger hinter sich … Jedenfalls – so ist es mein Eindruck.
    Auch wenn laut obiger, jetziger Umfrage die Mehrheit u.a. gegen die Atompolitik eingestellt ist, heißt es – noch lange nicht -, daß die kommenden Wahlen dementsprechend ausfallen müssen! Ich habe leider den Eindruck gewinnen müssen, daß sich dann nicht wenige Wähler bei der Stimmab-gabe anders verhalten haben – trotz besseren Wissens …
    Viele lassen sich ja täuschen oder denken nur bis zum Tellerrand oder sie denken, was kümmert´s mich: Nach mir die
    Sintflut, Hauptsache, mir geht es jetzt gut … was interessieren mich schon künftige Generationen – so oder so ähnlich …