· von
mal gelesen · 2 Kommentare · Artikel kommentieren

Merkel – Atomtod exportiert man nicht!

Die Merkel-Figur wedelt mit ihren Geld-Scheinen. Vier Skelette, die ein Atomkraftwerk tragen, stehen ihr zu Diensten. Die „Kanzlerin“ fühlt sich sicher, sie weiß eine Reihe von maskierten Atom-Lobbyisten an ihrer Seite. Es ist Freitag, der 9. März, zwei Tage vor dem Fukushima-Jahrestag. Was unsere Angela Merkel noch nicht weiß: Sie freut sich zu früh.

Während in Deutschland die ersten AKWs stillgelegt wurden, will die Bundesregierung den Bau des AKWs Angra 3 in Brasilien mit einer Milliardenbu?rgschaft fördern. Weitere Länder wie Indien, China, aber auch Großbritannien und Finnland stehen schon auf der Anwärterliste für weitere Bürgschaften.

Aktive ausgerüstet mit Vuvuzelas, Trillerpfeifen, Atomsonnen-T-Shirts und Bannern sind zum Kanzleramt gekommen, um dies zu verhindern. Um 10 Uhr sind es 100 Aktivisten – darunter viele junge Leute. Im Laufe der Aktion strömen immer mehr hinzu, bis es rund 150 Menschen sind. Fest entschlossen, Merkel und den Atom-Lobbyisten die Stirn zu bieten. Zu den Protest haben Campact, die Umweltorganisation Urgewald und das Netzwerk Attac aufgerufen.

Atomtod-Aktion gegen das AKW Angra 3 – Fotos: Jakob Huber/Campact

Wie erklärt die Regierung ihr skandalöses Vorhaben, mit Steuergeldern den Bau von Atomkraftwerken in anderen Ländern zu fördern? Mit dem Geld wolle man dem Schwellenland Brasilien nur helfen, das AKW Angra 3 auch sicher zu bauen. Es ginge darum, Umweltschutz zu ermöglichen, so heißt es in einem Brief eines Abgeordneten, aus dem auf der Demonstration vorgelesen wird. Oje, diese Erklärung hätte sich die Regierung besser sparen sollen. Atomkraftgegner sind zu gut informiert, um auf solche Lügen hereinzufallen. Ganz im Gegenteil, hatte doch das Gutachten im Auftrag unserer Partnerorganisation Urgewald zu Tage gebracht, dass Angra 3 ein Katastrophen-Potential mitbringt, dass sogar Fukushima übertreffen könnte.

Die Genehmigung des Atomkraftwerkes Angra 3 erfolgte aufgrund einer fehlerhaften Sicherheitsanalyse. Der Standort ist für ein Atomkraftwerk ungeeignet. Er darf nicht in einer erdrutschgefährdeten Region oder in der Nähe größerer Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern liegen. Beides ist bei Angra 3 jedoch der Fall. Im Falle eines Tsunami wäre der Reaktor schutzlos ausgeliefert.

Ein Aktivist mit Sonnenbrille hält Angela sein Schild mit der Schrift „Heuchler“ unter die Nase. „Für Atomkraft büüürgen, finden wir zum wüürgen!“ und „Atomtod exportiiieren, Wählerschaft verliiieren!“ rufen die Demonstranten und gehen auf die Atomtod-Fraktion zu. Es wird unübersichtlich. In der Masse verliert Merkel den Kontakt zu ihren Lobbyisten. Allein versucht sie, sich bei den Skeletten bemerkbar zu machen und sie mit dem Geld zu locken. Sie sollen ihr Richtung der Länder bzw. Flaggen folgen, denen sie beim Bau von Atomkraftwerken helfen will.

Doch es ist vergeblich, sie kommt nicht durch: Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich ihr in den Weg. Durch die Sitzblockade ist sie abgeschnitten. Christoph von Campact sagt: „ Die Bundesregierung macht wohl gerade gemütlich Pause vom Atomausstieg – das tödliche Risiko kennt aber keine Pause!“ Und weiter wirft er der Regierung vor. „Merkel kann nicht so tun, als hätte es Fukushima nie gegeben!“ Weitere Statements von Attac und Urgewald folgen: „In Deutschland abschalten, aber in aller Welt exportieren? Das ist doch kein Atomausstieg!“

Einige Atomkraftgegner/innen kämpfen sich durch die Menge zu den Todes-Gesellen, die den AKW tragen. Die Menge feuert sie an: „Ab-schal-ten! Ab-schal-ten! Ab-schal-ten!“ Unter Jubeln und Pfeifen lassen sie beim Reaktor die Luft heraus, langsam fällt Angra 3 in sich zusammen – und damit auch Merkels Plan, Atomtod ins Ausland zu exportieren.

Bei den Demonstrant/innen ist aber noch lange nicht die Luft raus. Für sie geht es am Sonntag mit den großen Fukushima-Demos weiter. Dort werden tausende Atomkraftgegner erwartet.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Frau Merkel:
    ich lebe seit vielen Jahren in Spanien und versuche durchaus die deutschen Positionen und Aktionen hier zu verteidigen und ein gewisses Verständnis dafür zu erlangen. Den Atomausstieg und die Energiewende des letzen Jahres haben es mir dabei leichter gemacht, weil es ein glaubwürdiges Konzept zu sein schien. Insbesondere eines, wofür ich seit Jahzehnten selbst lebe und kämpfe. Nach den eklatanten Solarkürzungen und gar diesen Machenschaften im finanziellen Graubereich sehe ich allerdings ein, dass es wohl doch nur ein wahlpolitisches Manöver war. Man heuchelt eben ein wenig, dass man wirklich auf die Stimme des Volkes höre. Naja, eingentlich hatte ich der CDU/CSU auch nichts anderes zugetraut. Aber schade ist es doch, wo ich mich doch so gefreut hatte, endlich eine KanzlerIN zu haben … und dann noch aus dem unterrepräsentierten Osten. Aber der Einfluss des Geldes, der Lobbies und „das politische Tagesgeschäft“ sind wohl einfach zu mächtig, um standhaft zu sein. Irgendwie schade, oder?
    Beste Grüsse aus dem sonnigen und windigen und krisengebeutelten Spanien, Karin Hoffmann

  2. Für eine solche Bürgschaft hat die Bundesregierung Geld, was von den Steuereinnahmen kommt! 1,3 Milliarden Euro genau, die an anderer Stelle weitaus besser angebracht wären, z.B. als Sozialleistungen o. dgl.!
    Und zweitens: Wollte die Bundesregierung nicht von Atomkraft weg und zu alternativen, erneuerbaren Energien hin?!
    Dann kann man doch nicht so und quasi im gleichen Atemzug anders sagen. Dies geht wirklich nicht … Da ist die Bundesregierung längst nicht mehr glaubwürdig.
    Und ich finde, solange sie nicht klare Position zum Atomausstieg bezieht und nicht dementsprechend handelt, indem sie nämlich gegen Export von Atomstrom und gegen finanzielle Förderung von Atomanlagen im Ausland ist o. dgl. –
    und indem sie weiterhin die Energiewende im Schneckentempo fortführt oder sogar behindert, ja – solange dies so ist, sollte und muss die Bewegung gegen Atomenergie und für EE weitergehen!
    Wir dürfen auf keinen Fall nach- und aufgeben.
    Tun wir dies letztlich nicht für die nachfolgenden Generationen?
    Ich denke, wir stehen in deren Verantwortung, die hier und heute noch nicht unter uns leben …
    So weit müssen wir denken, und so weit geht auch unsere Verantwortung. – – –