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Sandsack-Aktion: Spekulation eindämmen!

Mit einem riesigen Wall aus Sandsäcken haben wir mit rund 200 Menschen vor der Frankfurter Börse symbolisch die Finanzspekulation eingedämmt und forderten von der Bundesregierung, Konsequenzen aus der Finanzkrise zu ziehen. Ende Juni ringen die EU-Finanzminister um die Finanztransaktionssteuer. Wir fordern: Spekulation endlich eindämmen – Finanztransaktionssteuer jetzt! Über 4.000 Aktive spendeten vorab Geld für die Sandsäcke und ermöglichten damit die Aktion.

Zum Fotos-Schauen klicken Sie auf das Play-Symbol.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mit geholfen haben: Die Plakate und Flyer verteilt, die Veranstaltung im Internet verbreitet, für die Sandsäcke und die Aktion an sich gespendet, vor Ort angepackt oder auf andere Art und Weise geholfen haben!!!

Die Aktion hat Campact gemeinsam mit Attac, Oxfam Deutschland und lokalen Gruppen organisiert, die Veranstaltung ist Teil des Bündnisses „Steuer gegen Armut“.

Wir haben für Euch notiert, was bisher geschah – Ihr könnt von ganz unten anfangen zu lesen und Euch chronologisch nach oben arbeiten:

13:09 Uhr Campaignerin Astrid und Boris von Attac bedanken sich bei allen Aktiven. Niemand hatte damit gerechnet dass schon früh morgens so viele Menschen kommen und dann in einer Geschwindigkeit arbeiten würden, die selbst Feuerwehrmännern alle Ehre gemacht hätte. So ein Sandsack wiegt 12 Kilo und es waren insgesamt 4.000 Stück, die für den Damm benötigt wurden. Jetzt werden sie an einen Tierschutzhof geliefert, der den Sand gut gebrauchen kann.

12:45 Uhr Rapper Holger Burner nochmal mit einem Lied für die Engagierten und Menschen, die für die gute Sache streiten und nicht den Mund halten: „Macht Euch bewusst, was für schöne Menschen ihr seid!“

12:13 Uhr Finale: Der Abbau beginnt – alle packen mit an! Campaignerin Astrid staunt: „Wir haben den Abbau in einer halben Stunde geschafft!“

11:54 Uhr Live Musik von Holger Burner, kapitalismuskritischer Rapper.

11:25 Uhr Es gibt heiße Suppe von Aktionskoch Wam Kat und seinem Team in den Pavillons. Die Sonne scheint.

11:15 Uhr Die verkleideten Spekulanten kommen auf die Bühne und jonglieren u.a. mit Geldsäcken. Das Publikum weiß nicht, ob es buhen oder Beifall spenden soll. :oD Campaignerin Astrid ruft zum Abschluss zum Beifall für die Jongleure auf.

11:00 Uhr Christoph von Campact und weitere Redner informieren über den aktuellen Stand des Politikprozesses zur Finanztransaktionssteuer. Christoph widerlegt die Gegenargumente zur Einführung der Finanztransaktionssteuer und meint „Selbst Pinocchio würde sich schämen bei manchen Lügen der Politiker“.

10:52 Uhr Countdown mit enormer Medienbegleitung: Spekulanten jonglieren mit Geldsäcken, werfen mit Geld um sich, während Bürger den Schutzwall selbst in Hand nehmen. Der letzte Sandsack füllt die Lücke! „Das Spiel Bürger gegen Banker ist heute 1 zu 0 für die Bürger ausgegangen!“ ruft Campaignerin Astrid. Die Menge jubelt.

10:30 Uhr Jetzt werden die letzten Lücken des Dammes gefüllt. Es sind bestimmt 10 Kamerateams hier, unter anderem Reuters und RTL, dazu um die 150 Aktive. Einer von Occupy Frankfurt startet spontan eine Rede der Empörung.

9:40 Uhr Dem Bären wird die Schnauze poliert. Wahrscheinlich für Journalisten, die Nahaufnahmen von der Skulptur machen wollen.

9:28 Uhr Filmer Thorsten wird von Bauarbeitern auf einer Leiter, die als Trage umfunktioniert wurde, am Damm entlang getragen, damit er den Wall von oben filmen kann.

9:00 Uhr Fotoshooting: Attac-Leute als Bauarbeiter verkleidet. Das gibt geniale Fotos für die Presse!

8:54 Uhr Die 2. Frühstückspause wird eingeleitet.

8:45 Uhr Eine Gruppe aus China hat unseren Damm als Fotomotiv entdeckt. Sie informieren sich über die Aktion.

8:35 Uhr Wir sind dabei, den 2. Laster zu entleeren. Die Menschenkette reicht vom Laster bis zum Damm, so werden die Sandsäcke von einem zum anderen weitergereicht.

8:15 Uhr Boris von Attac bedankt sich und freut sich, dass soviele Helfer/innen gekommen sind: „Es ist richtig super, dass ihr alle da seid!“

8:07 Uhr Leichter Nieselregen beginnt, doch es ist nur ein kurzer Schauer.

8:00 Uhr Bühnentechnik ist fertig und getestet, mit politischen Widerstandsliedern geht die Arbeit gleich noch besser von der Hand.

7:50 Uhr „Keine Macht den Banken, Zocker in die Schranken!“ tönt es lautstark über den Platz. Astrid von Campact und Boris von Attac rufen den Slogan durch ihre Megaphone.

7:38 Uhr Gabelstapler ade, jetzt wird eine Menschen-Kette gebildet. Campaignerin Astrid ruft auf, „schön langsam zu stapeln“ oder gleich Frühstückspause zu machen – der Damm steht ja schon fast zur Hälfte. Die Journalisten kommen aber erst um 10:30 Uhr und wollen Bilder von Leuten, die noch mitten in Arbeit stecken. Wer hätte gedacht, dass es so schnell geht!

7:32 Uhr Wir sind mittlerweile um die 80-90 Personen, die hier anpacken.

7:27 Uhr Die Folie von einer neuen Palette Sandsäcke wird gemeinschaftlich zerissen. Da steckt ordentlich Energie hinter!

7:26 Uhr Die Tische mit dem Biofrühstück und der ganze Pavillon werden ein Stück weggerückt. Die Aktiven lassen sich nicht aus dem Konzept bringen. Sie stapeln munter weiter, obwohl der frisch gebrühte Kaffee lockt.

7:14 Uhr Die Sandsäcke werden in 15 Schichten gestapelt. Doch nun sind die ersten Paletten Sandsäcke schon verbraucht. Kurze Wartezeit und gleich geht’s weiter. Währenddessen wird der Infostand an der Fußgängerzone aufgebaut. Hier können wir Neugierigen den Hintergrund zur Aktion erklären und sie einladen, mitzumachen. Wer noch nie in seinem Leben einen Damm aus Sandsäcken gebaut hat, kann das gleich mal nachholen.

6:55 Uhr Die Aktiven vor Ort sind nicht zu stoppen. Die Aktion sollte um 7 Uhr beginnen, doch es werden schon fleißig Sandsäcke gestapelt. Thorsten macht erste Aufnahmen.

6:48 Uhr Hartmut hat jetzt schon knapp eine Tonne Sandsäcke mit den Gabelstapler rangekarrt.

6:38 Uhr Unser Kameramann Thorsten von Leftvision hat ein Problem. So wie der Damm verlaufen soll, wird er nur den Hintern des Bären, statt den Kopf des Bullen mit dem Damm und dem Börsen-Gebäude aufs Bild bekommen. Bulle und Bär sind die zwei Metall-Skulpturen die vor der Frankfurter Börse stehen. Besprechung mit Campaignerin Astrid. Und siehe da, der Metall-Kasten vor dem Kiosk könnte ein guter Aussichtspunkt sein.

6:20 Uhr Es werden immer mehr Sandsäcke gebracht. Auf einer Palette sind 80 Sandsäcke a 12 Kilo. Währenddessen baut ein weiteres Team schon die 4×3 Meter große Bühne auf. Denn ab 10:30 Uhr soll es Reden, Live Musik mit dem politischen Rapper Holger Burner und „Finanz-Jonglage“ geben – was auch immer das sein mag. Wir können gespannt sein.

6:18 Uhr Campaignerin Astrid und Anne malen bereits mit Kreide den Verlauf des Dammes auf. Geschlafen haben die Campact-Mitarbeiter/innen teilweise im Attac-Büro und bei einer BUND-Ehrenamtlichen, die uns – ohne uns zu kennen – bei sich Willkommen geheißen hat.

6:10 Uhr Alex von Campact, der die Aktion hier unter widrigen Bedingungen und mit viel Liebe organisiert hat, spricht mit der Polizei. Der Polizist lässt sich erklären, wo der Damm aufgebaut werden soll. „Wenn nachher die Sonne raus kommt, werden sie ganz schön ins Schwitzen geraten“, sagt er. „In welcher Stadt wird die Aktion denn noch durchgeführt?“ fragt er und Alex erklärt, dass es eine einmalige Aktion wird. Wer heute nicht dabei ist, hat was verpasst!

6:05 Uhr Die Sandsäcke kommen vor der Frankfurter Börse in Frankfurt an! Ein Lastwagen fährt vor und bislang unentdeckte Kompetenzen kommen ans Licht: Hartmut, Buchhalter bei Campact, fährt gekonnt die Paletten mit dem Gabelstapler zu ihrem Bestimmungsort.

Presseberichte:

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich fand das eine tolle Aktion, deren Unterstützung mir viel Spaß gemacht hat. Interessant waren für mich auch die vielen Kontakte und teilweise sehr intensiven Gespräche wärend der Aktion. Der ganze Ablauf war gut vorbereitet und das frische, aufgeschlossene Rangehen der eigentlichen Organisatoren war prima und Gemeinschaft stiftend. Jetzt ist Campact für mich nicht nur ein Netzwerk unter vielen, ich habe jetzt einen Bezug zu den Mitstreiterinnen und Mitstreitern dahinter. Klasse, weiter so und vielen Dank an alle Beteiligten der Aktion, hoffend auch, dass eine positive Presse unser Anliegen unterstützt.
    Gruß Rüdiger

  2. Ein Video zur Sandsack-Aktion von Quer-TV bei Youtube mit Interviews, Athmos und Musik von Holger Burner:
    http://youtu.be/BqeuCcxSq-s
    Es war eine Tolle Aktion und ein Riesen Spektakel! Und war ja auch ein Fest. Dass die Finanztransaktionssteuer in der großen Politik angekommen ist musste gefeiert werden!

  3. Vielen Dank für diese wundervolle Aktion! Ich wäre auch gern dabei gewesen, aber meine Kräfte sind begrenzt. Vielleicht bin ich bei der nächsten Aktion gegen bürgerfeindliches Spekulantentum wieder dabei, wenn sie weniger weit entfernt stattfindet.
    Viele Grüße,
    Volker Sperlich

  4. vielen dank an alle, die hier aktiv waren. ein beeindruckender Protest, dem ich mich gerne anschließe.

  5. Eine gute Idee und eine sehr gelungene Aktion!

    Steht der Wall noch?

    Schade, dass die Presse-Resonanz bisher so gering ist.

    Andere Themen verbreiten sich wie ein Lauffeuer in jedem Dorfblatt. Zum Beispiel am Samstag, 16. Juni, „100 Leute kaufen nackt in neuem Supermarkt ein“ (Priss, kostenlos im Wert von 2000 dänischen Kronen). Das kopieren fast alle fleißig von DPA. Da steckt irgendwie System dahinter, die Leute am Nachdenken zu hindern. Für die einfachen Instikte ist immer Platz und Kapazität – selbst am Wochenende.

    Na ja.

  6. Freue mich über Eure eindruckvolle Aktion, Ihr sorgt dafür, dass die Hoffnung nicht stirbt!
    „Es darf keine Freiheit geben zur Beseitung der Freiheit“! Karl Japers

    Weiter so! Solidarische Grüße Horst Ihssen, Seelze/Hannover

  7. Das ist eine sehr gute Aktion.
    Eure Initiativen sind wirklich brandaktuell und werden mit tollen Ideen umgesetzt.
    Ich hoffe die Campact wird noch eine richtiges Schwergewicht.
    Es kann nicht so weitergehen wie bisher.
    Ich bin selbständiger Unternehmer, und bekomme sehr viel mit was alles schief läuft.
    Es darf nicht sein, daß sich Konzerne und Milliardäre diese Welt wieder unterjochen.
    Ein Euro Jobs sind Menschenunwürdig, Millionengehälter für sog. Manager ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler.
    Weiter so und vielen Dank sendet euch
    Karl Jehle

  8. Die Aktion – einfach super!
    Hoffentlich wachen endlich die maßgeblichen, politischen Verantwortlichen endlich auf und tun das Richtige, nämlich sich für die
    Finanztransaktionssteuer zu entscheiden!
    – – –