· von
mal gelesen · 3 Kommentare · Artikel kommentieren

1.000 Töpfe gegen den Hunger – Campact sagt Danke!

Vielen Dank an alle, die uns einen Topf gegen den Hunger zugeschickt haben! In drei Tagen kommen die Töpfe beim großen Topf-Orchester in Berlin zum Einsatz. Zum Welternährungstag fordern wir dann von Finanzminister Schäuble, sich in Brüssel für ein Ende der Spekulation mit Nahrungsmitteln einzusetzen.

Das Ziel von 868 Töpfen, die symbolisch für die aktuelle Zahl von 868 Millionen Hungernden stehen, haben wir durch Ihre engagierten Zusendungen sogar übertroffen: Rund 1.000 Töpfe gingen per Post im Campact-Büro ein! Wunderschön und kreativ gestaltete Töpfe sind dabei. Eine kleine Auswahl haben wir für Sie abgelichtet:

Am Anfang der Aktion bangten wir, ob wir jemals genug Töpfe zugeschickt bekommen würden – denn eine Woche nach unserem ersten Aufruf waren erst 30 Töpfe eingetroffen. Wir starteten einen zweiten, dringlicheren Aufruf und diesmal brauchten wir nicht lange auf unsere Aktiven zu warten. Innerhalb kürzester Zeit stapelten sich die Pakete mit Töpfen an den Wänden unseres Büros. An manchen Tagen kamen über 50 Päckchen und brachten die Postboten ins Schwitzen. Fleißige Campact-Mitarbeiter/innen öffneten Pakete, bargen aus manchen liebe Briefe und Süßigkeiten und verstauten die Töpfe in Umzugskartons für ihren Transport zu den Aktionen in Brüssel und Berlin. Dabei verwandelten unsere Praktikanten schon mal den gesamten Flur des Gebäudes in ein Gebirge aus Töpfen:

Und wer sich alles von der Nordsee bis zu den Alpen mit einem Topf gegen den Hunger engagierte: Kirchengruppen fingen das Sammeln in ihrer Gemeinde an, wir bekamen Töpfe von einer Berufsschule aus Thüringen, schön bemalte einer Grundschulklasse und ein riesiges Paket einer Konfirmanten-Gruppe. Am schönsten aber waren die vielen Briefe, in denen sich noch mehr Topf-Geschichten verbargen.

So schreibt uns Heinz:

„Hallo liebe Campacts, ich hänge ja schon an diesem Topf, ich habe oft mit ihm gezeltet – aber jetzt weiß ich das ist für ne gute Sache. Also macht was draus und viel Lärm!“

Jutta berichtet aus dem Leben ihres Topfes:

„So endet das Leben dieses Topfes doch noch würdig, nachdem ich ihn mit „Eier hart kochen“ über eine lange Nacht ruiniert habe.“

Und hinter Bettinas Topf steht eine rührende Familiengeschichte:

„Mein alter Topf war ein Hochzeitsgeschenk für meine Eltern im Jahr 1959. Damals kannte man noch den Wert der Lebensmittel – meine Eltern hatten den 2. Weltkrieg bzw. die Nachkriegsjahre als Kinder bzw. Jugendliche erlebt. Sie waren froh über jede einigermaßen gute Mahlzeit und bauten einiges Gemüse selbst an. Jeder Halm war wertvoll und jeder Tropfen Milch oder Öl. Dieser Topf ist also sehr symbolträchtig für mich.“

Ein Kind malt seinen Wunsch nach Essen für alle:

Alle Töpfe führen nun bei uns ein würdiges zweites Leben als Aktionstopf gegen Nahrungsmittel-Spekulation. Nach der Aktion in Berlin werden wir sie noch bis Ende des Jahres für weitere Aktionen in einer Scheune einlagern. Danach werden wir die noch brauchbaren Töpfe an eine Hilfsorganisation spenden. So werden sie in ihrem dritten Topfleben dort Mahlzeiten kochen, wo sie am nötigsten gebraucht werden.  

Wenige Tage vor der großen Aktion in Berlin erlebten wir noch eine Überraschung: Vorgestern veröffentlichte die Welternährungsorganisation (FAO) die aktuelle Zahl der weltweit Unterernährten: 868 Millionen, das ist jeder 8. Mensch. Damit sank die Zahl erfreulicherweise innerhalb der letzten zwei Jahre um 57 Millionen. Der massive Anstieg der Lebensmittelpreise in den letzten vier Monaten könnte diesen Trend allerdings wieder umkehren. Entsprechend der jetzt bekannt gewordenen Zahl kommen bei der Aktion jetzt 868 Töpfe zum Einsatz.

Wenn Sie in Berlin oder Umgebung wohnen: Kommen Sie am Sonntag zum Protest-Orchester gegen Nahrungsmittel-Spekulation! Um 11 Uhr starten wir am Brandenburger Tor. Nach der Aktion werden Sie im Blog Bilder der Aktion finden – und vielleicht Ihren eigenen Topf in Aktion darunter finden. Auf diesem Bild von der Aktion in Brüssel ist Ihr Topf Teil des meterhohen Schriftzugs. Vielen Dank für Ihr tolles Engagement!

Veröffentlicht von

Astrid Goltz, Jahrgang 1983, hat Kulturwissenschaften in Lüneburg und Santiago de Chile studiert. Seit vielen Jahren ist sie ehrenamtlich in Umweltprojekten aktiv, zuletzt bei den Klimapiraten. Hauptamtlich hat sie für die BUNDjugend zum ökologischen Fußabdruck gearbeitet und für den BUND das Klimaforum Bonn 2010 mit organisiert. Ihre Schwerpunktthemen als Campaignerin bei Campact sind Gentechnik und Agrarpolitik sowie Flüchtlingspolitik.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Laut gegen Nahrungsmittel-Spekulation: Protest-Orchester schlägt auf leeren Töpfen Alarm | Campact Blog

  2. Hallo, ich finde Eure Aktion super-
    was mich gerade bewegt – zum Thema Hunger- ist, daß hier im Münsterland der Mais geerntet wird und jede Minute große Traktoren an unserem Haus vorbeirauschen , um diesen in die Biogasanlagen zu fahren, die minimal 5 km entfernt sind, d.h. sie verbrauchen schonmal den Treibstoff, den sie mit der Biogasanlage produzieren wollen, und in anderen Teilen unserer Welt verhungern Menschen- ein Irrsinn- wer sieht das endlich und stoppt diesen Quatsch ???? Zudem lese ich gerade in einem Blog, daß die Anlagen vom letzten Jahr noch voll sind und man gar nicht weiß, wohin mit dem Mais…. Kann es denn angehen, daß die Landwirte nur noch rechnen, was ihnen den größten Profit bringt?
    Wo bleibt da die Sorge für unsere Erde?

  3. Pingback: 1.000 Töpfe gegen den Hunger – Campact sagt Danke! | nuclear-disaster.info