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Lautstarker Empfang für die Kanzlerin


Die Informationen über den Stand der Verhandlungen über die EU-Konzessionsrichtlinie können widersprüchlicher nicht sein. Während aus einigen Brüsseler Büros die Erwartung dringt, dass eine Lösung gefunden wird, die unsere kommunalen Wasserversorger vom Zwang zur Privatisierung befreit, drängen uns andere, den Druck aufrecht zu erhalten, weil die Kuh noch lange nicht vom Eis sei.

Deshalb haben Campact-Aktive Angela Merkel vor ihrer heutigen Rede auf dem Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) abgepasst. Ein Wald von Schildern gegen die Privatisierung leuchtete der Kanzlerin entgegen. Unter Sprechchören und Gesängen betrat sie das Konferenzhotel.

Fotos: Jakob Huber/Campact

Mit einer einer Satire-Aktion gegen die EU-Pläne für eine Privatisierung der Wasserversorgung haben wir zugleich die Presse und die Delegierten auf das Problem aufmerksam gemacht. Ein fiktiver Wasserkonzern „Nestolia“ bot vor dem Hotel Intercontinental den Teilnehmern des BDEW-Kongresses eine ungenießbare Brühe Brackwasser zur „Verkostung“ an. Es schmecke etwas ungewohnt, biete aber fantastische Gewinne, beteuerte dazu ein „Nestolia-Sprecher“.

Hoffen wir, dass dieser zugespitzte Einblick in das Geschäftsgebaren der Wasserkonzerne abschreckend genug wirkte, um bei den morgigen Verhandlungen in Brüssel die Wende zum Besseren zu erzwingen. Gemeinsam haben wir Campact-Aktiven der Kanzlerin heute jedenfalls versprochen, dass unser Protest so lange dauern wird, bis wir erfolgreich sind.

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Campaignerin - Maritta Strasser, Jahrgang 1964, blickt auf ein langes Arbeitsleben in und mit der Politik zurück: unter anderem arbeitete sie für eine Grüne Landtagsfraktion, die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, einen Bundestagsabgeordneten, einen Verband und eine PR-Agentur. Sie engagiert sich ehrenamtlich für eine verbraucherfreundliche Netzpolitik. Studiert hat sie Philosophie, Geschichte und Englische Literatur.

11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Begrüßenswert ist auf jeden Fall die Nichtprivatisierung der Wasserversorgung. Dies sollte man einfach nicht aus der Hand geben. Der Zusammenhalt und die Proteste der Bürger haben zum Glück etwas bewirkt.

  2. Pingback: Dieser Sieg wird Europa verändern! | Campact Blog

  3. Habe ich richtig gelesen,
    die EU-Pläne bzgl. Privatisierung der Wasserversorgung sind
    ENDLICH und ENDGÜLTIG vom Tisch?!
    Ist das nicht ein toller Erfolg, wenn wir Bürger EU-weit zusammenhalten und uns stark machen – für eine GUTE Sache … für alle, zum Wohle aller – und gewinnen!
    Es freut mich so sehr – mehr als ein 6-er im Lotto!

    • Liebe Marina, morgen ist die Trilog-Verhandlung, bei der der Vorschlag der EU-Kommission, den Bereich Wasser aus der EU-Konzessionsrichtlinie auszunehmen, beschlossen werden sollte. Morgen wird es dann endgültig endgültig sein. Wenn das klappt ist das ein enorm wichtiger Sieg für uns alle! Nicht nur, weil unser wichtigstes Lebensmittel vor dem Ausverkauf geschützt wurde, sondern auch weil der Brüsseler Lobbykratie durch eine Bürgerbewegung von Unten Einhalt geboten wurde. Die europäische Demokratie muss sich verändern, sie muss direkter, transparenter, und teilhabefreundlicher werden. Dazu haben wir zusammen einen Beitrag geleistet.

  4. Die Geschichte hat auf jeden Fall bewiesen, dass Kanzlerkandidaten zum Zeitpunkt einer Naturkatastrophe immer die besseren Karten hatten. Siehe Gerhard Schröder in Gummistiefeln…

  5. Hallo zusammen, bitte unterstützt diese Aktion gegen die Bayerische Unrechtsjustiz:
    Es schreit zum Himmel, evtl. machen wir eine eigene Campact Aktion?

    „https://www.openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-gustl-mollath“

    http://www.gustl-for-help.de/

    -> die Kommentare lesen
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/landgericht-bayreuth-mollath-muss-in-psychiatrie-bleiben-12218980.html

    #Zitat:
    Der Fall wird immer gruseliger. Man stelle sich nur mal vor, in München bildet sich spontan wie damals eine Lichterkette, wo mehrere Tausend Menschen ganz friedlich und ohne große Reden mit dem Transparent „Lasst Mollath endlich frei!“ vor der Staatskanzlei demonstrieren. Diese Bilder gehen dann durch die Welt. Auch Russen und Chinesen sehen das und erfahren dabei, dass in Deutschland offensichtlich nicht einmal das prinzipielle „Recht auf Gehör“ der Verteidigung gilt, denn der urteilende Richter brüstet sich noch damit, den Schriftsatz der Verteidigung gar nicht gelesen zu haben. Wie will denn Frau Merkel auf ihren Auslandsreisen nach Peking und Moskau dort auf „Einhaltung der Menschenrechte“ pochen ? Wir schaal wirkt auch die Kritik an der gegenwärtigen Lage in der Türkei ?
    Ist der Deutsche wirklich das bessere Wesen, der der übrigen Welt grundlegende Menschenrechte verdeutlichen will ???
    #Zitat Ende

    • Lieber Mike, im Augenblick haben wir keine Kampagne in dieser Sache in Planung. Ich persönlich habe die Petition, die Du verlinkt hast unterschrieben und freue mich über jeden und jede, der dies auch tut. Aber für mich wie für meine Kollegen/innen gilt: wir können immer nur eine bestimmte Anzahl Dinge gleichzeitig tun, und müssen andere Themen anderen überlassen, leider.

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  7. Hey ho zusammen,

    hat Spaß gemacht mit euch heut! Vielen Dank für die gute Stimmung!

    Grüßle,

    Jean

    • Jean, uns hat es auch großen Spaß gemacht mit Dir! Vielen Dank für die wirklich erhellende Verkörperung des Dr. Egidius von Brack und Wasser vom grewissenlosen Nestolia-Konzern!

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