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Grünes Licht für Klima-Killer? Diese Anzeige wird für Wirbel sorgen

Ist Klimaschutz für die Grünen nur ein brauchbares Thema für Wahlkampf- und Oppositionszeiten? Oder sind sie bereit auch für die Energiewende zu kämpfen, wenn sie Regierungsverantwortung tragen? Diese provokante Frage stellen wir der Partei in einem offenen Brief, den wir gemeinsam mit dem BUND, Greenpeace, der Deutschen Umwelthilfe, den NaturFeunden Deutschlands und urgewald heute als große Anzeige in der taz veröffentlichen. So sieht die Anzeige aus…

Anzeige taz Datteln Grüne, Ill.: Campact

Konsequenter Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende – das versprechen die Grünen in ihren Wahlprogrammen. Doch in der Regierungsverantwortung angekommen, verpufft dieses Versprechen schnell als heiße Luft. So aktuell geschehen in Nordrhein-Westfalen: Dort haben die grünen Kabinettsmitglieder gemeinsam mit der SPD dem Mega-Kohlekraftwerk Datteln IV den Weg freigeräumt – ein beispielloser Kniefall vor den Interessen der Kohlelobby.

Grünes Licht für Klima-Killer
Beim Bau des Eon-Kraftwerks Datteln IV war massiv gegen geltendes Planungsrecht verstoßen worden. 2009 stoppten Gerichte deshalb den Bau und erklärten die Baugenehmigung für ungültig. Mit der Sondererlaubnis der Landesregierung sollen die Planungsfehler nun „geheilt“ und der Schwarzbau nachträglich legalisiert werden. Die Rechtslage wurde damit aktiv zugunsten der Eon-Kraftwerksplanung geändert – eine rein politische Entscheidung für Datteln IV.

Mit bis zu 8 Millionen Tonnen klimaschädlichem Kohlendioxid würde Datteln IV – Europas größter Steinkohleblock – jedes Jahr die Atmosphäre anheizen. Damit wäre das Kraftwerk ein Klima-Killer erster Klasse. Jahrzehntelang würde es schmutzigen Kohlestrom in die Netze leiten und die Energiewende torpedieren.

nicht-die-haende-schmutzig-machen

Viele Bürger/innen aus Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus sind damit nicht einverstanden. Mehr als 18.000 Menschen, überwiegend aus NRW, unterstützten den Appell an die Landesregierung, den wir gemeinsam mit dem BUND-Landesverband, der Klima-Allianz, der Deutschen Umwelthilfe und Anwohner-Initiativen im Juli starteten. „Nicht die Hände schmutzig machen!“ forderten Aktive zum Start der Kampagne mit einer Aktion in Düsseldorf. Im September übergaben wir die Unterschriften an den grünen NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Am Ende knickten die Grünen in der Landesregierung jedoch kampflos vor ihrem Koalitionspartner ein.

Energiewende retten, statt Kniefall vor der Kohlelobby!
Mit der Entscheidung der Landesregierung beenden wir unsere Online-Aktion. Wir werden aber weiterhin für die Energiewende streiten. Die Zukunft unserer Energieversorgung wird eine der zentralen Auseinandersetzungen in den nächsten Monaten sein. Spätestens dann werden wir auch eine Antwort auf unsere Frage aus dem offenen Brief bekommen. Denn von den Grünen in den Bundesländern wird es mit abhängen, ob der schwarz-rote Frontalangriff auf die Energiewende abgewehrt werden kann. Die Große Koalition wird die Zustimmung der Länder suchen. Doch dafür dürfen die Grünen die Auseinandersetzung mit SPD, Union und den Energiekonzernen nicht scheuen!

45 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. jo
    Antworten
    23.12.13 @ 14:05

    „….. mir entgeht das verständnis für die notwendigkeit von neuen “blöcken” gänzlich.
    schon jetzt exportiert de mehr strom denn je. …“
    *************************************************

    Antwort:

    Das Fraunhofer ISE hat die ersten Zahlen zu Wind und Sonne in 2013 veröfentlicht. So sieht das traurige Ergebnis aus:

    Wind:
    installierte Leistung (Stand 16.10.2013): 32,5 GW
    Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 9% ggü 2012.
    Tatsächlich produziert wurden damit 47,2 TWh, was einem Zuwachs von etwa 3% enstpricht. Real haben wir also auch in 2013 einen Rückgang der Stromerzeugung aus WKA, wie schon in 2012. Man kann es auch anders ausdrücken: in 2013 haben wir noch mehr Technik im Lande aufgestellt, die ineffektiver war als die in 2012. Das liegt nicht an der Technik, sondern schlicht am Wetter.

    Sonne:
    installierte Leistung (Stand 16.10.2013): 35,7 GW
    Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 10% ggü 2012.
    Tatsächlich produziert wurden damit 29,7 TWh, was einem Zuwachs von etwa 7% ggü 2012 entspricht. Also auch hier real ein Rückgang der Stromerzeugung und auch hier ein Zubau von Technik, die ineffektiver arbeitete als 2012. Auch hier liegt es nicht an der Technik. Die war in ihren eigenen Kategorien wahrscheinlich sogar „besser“ als in 2012, aber das blöde Wetter… hm, kann man nichts machen.

    Rechnet man die installierte Leistung mal auf 8.760 Jahresstunden hoch, erhält man bei Wind 262 TWh. Die produzierten 45,9 TWh entsprechen etwa 17,5%, das heißt wir hatten etwa 1500 Vollaststunden im Jahr. Bei Sonne kommt man auf etwa 1000 h.

    Mehr geht eben nicht. Das weiß man ja nun seit Jahren. Man kann dann eben in 1000 oder 1500 Stunden nur noch mehr Strom produzieren, der aber natürlich nicht genau in diesen Zeiten gebraucht wird, also wird einfach immer nur noch mehr Wind- und Sonnenstrom verschenkt (exportiert).

    Jeder kann sich auf

    http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-wind

    bzw.

    http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-solar

    die vierteilstündlichen Erzeugungs- und Verbrauchswerte ansehen! Wenn man darüber dann die Werte für den Stromaustausch mit unseren Nachbarn bei Entsoe legt, stellt man fest, dass wir Strom zumeist in Zeiten exportieren, wo viel Sonne und Wind im Netz ist (Wochenende eines sonnigen Frühjahrs- oder Herbsttag, sowie im Sommer).

    Nicht die Tatsache, dass wir Strom exportieren ist hier relevant, sondern, wann genau wir exportieren (und wann wir auf Importe angewiesen sind)!

    Was ist an diesem Unsinn eigentlich so schwer zu verstehen?

    Im Übrigen hat E.ON im Dezember 2013 angekündigt, knapp 2.100 MW Erzeugungsleistung (Kohle) zum 31.12.2014 stillzulegen – wenn die Bundesnetzagentur es denn genehmigt. Diese Botschaft dürfte hier im Forum wohl einige Freude auslösen… bei Physikern und Elektroingenieuren lösen solche Meldungen in den heutigen Tagen zumeist Besorgnis aus.

    hier ein interessanter Vortrag von Herrn Prof. Hans Werner Sinn zum Thema:

    http://www.youtube.com/watch?v=m2eVYWVLtwE

    Kleine Anmerkung zum Vortrag: Herr Prof Sinn spricht bei 99% Sicherheit von 1 GW als gesicherte Leistung aus Windkraft. Das würde für die Stromversorgung bedeuten: von 365 Tagen wäre bei 99 % Sicherheit im Mittel an 3,65 Tagen im Jahr die Stromversorgung ausgefallen, für eine Industrienation wie Deutschland eine Katastrophe. Wer kann sich an eine solche Ausfallrate erinnern (ok, Vereisung des RWE-Netzes im Münsterland 2009(?))… und sonst? – In der Tat ist unsere Stromversorgung in der Vergangenheit auf eine Sicherheit von 99,9999% ausgelegt!

  2. 20 km weiter ist gerade ein 750-megawatt-kohlekraftwerk ans netz gegangen: http://www.trianel-luenen.de/ mir entgeht das verständnis für die notwendigkeit von neuen „blöcken“ gänzlich.
    schon jetzt exportiert de mehr strom denn je. wer bezahlt die überkapazitäten? je mehr überschuss, desto billiger der strom an der börse, desto höher die ausgleichszahlungen für öko-strom, die die bezahlen müssen, die am wenigsten haben. denn sie haben keine eigenen dächer für photovoltaikanlagen, keine grundstücke für solche, kein kapital für beteiligungen an solchen oder an windparks und sie besitzen leider auch keine stromintensiven firmen und sie haben keine guten wirtschaftsfachanwälte und keine windigen steuerberater, sondern oft gerade mal den anspruch auf harz lV oder hoffen, dass ihr job bei RWE erhalten bleibt. der könnte nämlich wegfallen, weil das betriebsergebnis nach steuern nicht mehr 3,7 milliarden (2009), sondern nur noch 1,7 milliarden € (2012) beträgt (s. http://www.finanzen.net/bilanz_guv/RWE).

  3. Alles total normal.
    Nichts Verwunderliches.
    Das ist „Politik“ und nicht „Volksvertretung“.
    Bislang haben Kommerz und Profitstreben immer noch über Moral, Ethik, Visionen und Wahlversprechen gesiegt.
    Jeder Bruch eines jeden Versprechens von Politikern zugunsten von Bürgerinteressen ist vorhersehbar; nur Art und Weise des Herausschleichens aus den Versprechungen stehen nicht gleich fest, bilden sich erst mit der Zeit heraus.
    Da mögen sich Campact und die Unterstützer auf den Kopf stellen: Sie werden das nicht ändern.
    Denn:
    In Massen auf die Straße zu gehen wie etwa Bürger in der Ukraine, in Thailand, auch in einigen frustrierten EU-Ländern… – das ist der Deutschen Sache nicht.
    Des Michels Schlafmütze sieht man nicht mehr, doch er trägt sie noch.
    Politik in Deutschland ist längst zum Sekretariat der Plutokraten geworden.

  4. Wir haben in Cuba sehr gute Erfhrungen mit der Soonenenergie gemacht. Nur ist es sehr schwierig an die notwendige echnik zu kommen, wegen der US-Blocckade. Daslelys Merino Torres
    (Las Tunas z. Zt. Bochum)

  5. ALLES WAS FEHLT IST DER POLITISCHE WILLE! und
    WO EIN grüner WILLE IST, IST AUCH EIN WEG!
    Würden sich DIE GRÜNEN nur auf das zurückbesinnen, was sie einmal
    gewollt haben, dann wäre schon viel gewonnen.
    Leider sind sie inzwischen “ e t a b l i e r t “ – und nicht mehr
    wiederzuerkennen.. (incl. Jugoslawienkrieg, das haben wir Euch echt
    übelgenommen und sind spontan ausgetreten – nur ein Beispiel!) BMA/Italia

    • ….natürlich sind dies Klimakiller. Auch Autorennen und Olympiaden, FIFA und mehr.
      Die Werbung, der Laubsauger, der Elektrorasierer, etc. ! Auch Funktürme für Handys und ähnliches, dies sind Niederfrequenzbereiche, Magnetfelder, auch Solar und Photovoltaik….dürfte ebenso klar sein.
      Die Frage der Fragen ist doch….was, benötigen wir – ernsthaft? und wenn – wofür und wieviel davon. Ich denke in einem kalten Zuhause zu sitzen….ohne Strom ist Banane.
      Nichts waschen oder kochen können ebenso. Denn einerseits sollen die Deutschen gesünder leben, also kochen…..hygienisch und ordentlich Zuhause leben können. Dies setzt voraus….das Haushaltsstrom verfügbar und auch entsprechend günstig ist.
      Alles auf Elektrobetrieb umzusetzen erachte ich als völlig falsch, auch die Automobile.
      Dies könnte man mit öffentlichen noch gut machen alles andere ist Dummfug. Irgendwo gibts auch Grenzen……Energie ist notwendig, auch einordentliches solches System. Allerdings kann ich hier keine Anrechte von Vorteilnehmern gutheißen, welche die Allgemeinheit zu tragen hat !….welche hier bereits ohne Ende subventioniert. Letztendlich zahlen wir für ALLES ohne Ende, die Gewinne bekommen Aktionäre, Vorstände…..ich frage mich an der Stelle – schon, wofür ! Die Entsorgung und die Miesen erhalten dann wieder die Bürger….für mich ist dies keine Energiewende. Im übrigen wir filtern nicht für uns, dieses Wetter und die Natur bringt alles rund um den Globus…..also nur hier an einer Energiewende zu arbeiten, dafür uns Bürger extrem abzuzocken – ist völlig sinnlos. Eigentlich Blödsinn – rundherum entstehen neue AKW´s, Kraftwerke….meint ihr ernsthaft – Deutschland ist ein anderer Planet ? ….wenn wir sparen und ändern wollen, dann dürfen hier vor allem nicht so viele Bewohner rein….die solche benötigen – dann noch auf Kosten anderer, auch klar.

  6. Hallo zusammen,

    einen Gedanken vermisse ich sehr in der aktuellen Energiediskussion: die Miminierung des Primärenergieverbrauches ohne ideologischen Konservativismus.

    Ein pauschales Aus für Datteln ist genauso verkehrt, wie ein pauschalen Ein (gilt für jeden anderen Standort).

    Wir benötigen in Deutschland schnell regelbare moderne (fossile oder z.B. Bio- oder Windgas-) Reserve-Kraftwerke, die auf schwankende Einspeisungen der Solar- uns Windenergie und schwankende Verbräuche regieren können und Ihre Leistung bei hohem Wirkungsgrad anpassen können.

    An welchen Standorten diese stehen, sollte praktischen Erwägungen vorbehalten sein, nicht ideologischen.

    Außerdem benötigen wir eine Bereitschaft, wetterbedingt auf Elektroenergie zu verzichten, und hohe Verbräuche zeitlich verschieben zu können. Den Arbeitszeitpunkt meiner Waschmaschine kann ich z.B.
    um ein paar Stunden oder Tage verschieben, bis auf seltene Ausnahmen.

    Weiterhin sollte die Diskussion über NSA, Snowden und Computersicherheit unsere Sinne bzgl. Privartsphäre geschärft haben: was geht meinen Energielieferanten an, wann ich an meiner aktuellen Adresse Strom benötige und wann nicht?

    Diese Informationen müsse in große Gruppen zusammengefasst werden,
    damit nicht irgendwer sich in das Systen hacken, und eine günstige Gelegenheit für
    einen gezielten Wohnungs-Einbruch herauslesen kann.

    Das alte System mit zwei Zählern für Tag- und Nachtstrom könnte leicht modifiziert eine praktikable
    Lösung sein: geordnet nach Gut- und Schlechtwetterstrom (aus Sicht der Energierausbeute) werden
    zwei verschiedene Tarife abgerechnet.

    Dies sollten die regionalen Energielieferanten dann unter Priorisierung von Datenminimierung regeln.
    Eine durch den Abfrager gestartete Abfrage der einzelnen Zähler über IP-Technik erübrigt sich dann – und somit die Gefahr gezielter Einbrüche und Ausspionierung der Privatssphäre, wenn in längeren Intervallen (z.B. Halbjahr) die Meßwerte übermittelt werden.

    Am besten:
    1. Brief vom Energierversorger: bitte Messerte durchgeben,
    2. Erlaubnis der Übergabe durch den Verbraucher (ggf. elektronisch).
    3. Brief an Verbraucher mit den Messwerten und Abrechnung.
    Intervall: nur bei Wohnungswechsel öfter als jährlich!

    Dies ist nicht komplett durchdacht und nur ein Beispiel. Es sollte unter Berücksichtigung der Interessen
    aller Beteiligten komplett duchdiskutiert und erst anschließend verabschiedet werden.

    Schöne Feiertage wünscht

    Martin Rosnau (Diplom – Ingenieur Energie- und Verfahrenstechnik und sehr IT- interessiert)

  7. Alles richtig. Nur vergesst bei allem nicht, auch die enorme, die beschlosse Ausweitung von Kriegen, die Produktion und Einsatz von Munition sind enorme Klimakiller . Das gilt insbesbesondere für uranangereicherte Waffen. Wir haben nun mit grßen Koalition den größten Rüstungsetatin der Nachkriegsgeschichte. .Die Rduzierung der Militärausgaben zur Durchsetzung sozialer und okoligischer Forderungen sowie die Stärkung der Friedensbewegung ist lnotwendig. Ich wünsche Mut, Kraft, Energie für das neue Jahr! Falk Moldenhauer, Bochum

  8. Hallo Zusammen….
    1. Ich begrüsse Euren Offenen Brief in der TAZ…
    Ich hatte die Gelegenheit, als Umweltschützer dort in Datteln mit zu demonstieren
    und konnte mir damals ein eigenes Bild von dem neuen Kohlekraftwerk machen..
    2. Auch ich habe mich als Mitglied dieser Grünen Partei masslos geärgert.
    Das gebe ich hiermit offen zu.Bereits vor einiger Zeit habe ich auf einer
    Mitgliederversammlung Kritik an Datteln geübt…
    Ich hoffe, dass diese Entscheidung zu den letzten Fehlentscheidungen
    der Düsseldorfer Koalition gehört.
    Ihr könnt sicher sein, dass ich weiter gegen die Kohle und für die Erneuerbaren
    Kämpfen werde….

  9. Weshalb spricht der HIER gezeigte Anzeigentext NICHT EINMAL HIER die Wahrheit offen aus (bzw ,an‘ , wie es ja inzwischen allenthalben u. besonders im Fähnseespräch immer heißt)??? Wieso stellt auch IHR nicht die schlichte Tatsache klar und recherchiert nicht und legt nicht dar, daß die erwähnten Knierutscher korrupte Schw . . (nix gegen Borstentiere) sind. IST DAS jetzt auch wieder ’n Kniefall?? Euer ganz eigener? Vor der ja auch so tollen Partei der Grühhünen? Ich glaub‘, ich muß kotzen.

  10. Pingback: Campact u. a.: Umweltschützer kritisieren Kniefall der Grünen vor Kohlelobby - Ostfalen-Spiegel

  11. Fredolin
    Antworten
    14.12.13 @ 19:46

    “Drei alte ineffiziente Kohleblöcke in Datteln sollen durch einen neuen, modernen Kohleblock ersetzt werden,..”
    Stimmt leider nicht komplett. Es gibt bisher keine Verpflichtungen oder Anreize, die alten gewinnbringenden Dreckschleudern in entsprechender Höhe abschalten zu müssen (ca 70% hat man wenig verbindlich und zeitweise vor).

    Antwort:
    Keine Verpflichtung zur Abschaltung von Datteln 1-3? – E.ON hat Datteln 1 – 3 zum (urspünglichen) Inbetriebnahmetermin von Datteln 4 zur Stilllegung angemeldet. Die Genehmigungsbehörde hat dem entsprochen. Als sich aufgrund der Klage des Landwirts Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von Datteln 4 abzeichneten, wollte man den Stilllegungsbeschluss widerrufen und den Stilllegungstermin an das Inbetriebnahmedatum von Datteln 4 knüpfen. Aber dies hat die Genehmigungsbehörde abgelehnt. Seit 31.12.2012 lauft Datteln ohne offizielle Betriebsgenehmigung, allerdings mit einer Ausnahmegenehmigung wegen des Bahnstrom- und Fernwärmeproblems!

  12. Liebes Team von campact
    ich unterstütze Euch ja wirklich gern, auch BUND und urgewald dürfen mit mir rechnen. Umso bedauerlicher ist es, dass meine Spendengelder jetzt in eine Anzeige gesteckt werden, die eher dazu führen wird, dass die Partei, die als Einzige den Einsatz für den Ausstieg aus der Kohle per Parteitagsbeschluss auf ihre Fahnen geschrieben hat, noch weniger Stimmen bekommen wird als bei der letzten Bundestagswahl. Was soll das?!
    Ich war auch nicht glücklich mit der entsprechenden Passage im Koalitionsvertrag NRW. Aber mit der SPD war leider nichts anderes möglich. Die Grünen im Zweckverband haben gegen das Zielabweichungsverfahren für den Weiterbau des Schwarzbaus Datteln gestimmt. Die Landes-Grünen haben zähneknirschend festgestellt, dass rein rechtlich der Einleitung eines Zielabweichungsverfahrens nichts im Wege steht. Alle hoffen auf das BImSch-Verfahren mit der naturschutzrechtlichen Prüfung.
    Mir wäre es deutlich lieber gewesen, wenn Ihr Euch für die Rettung der Energiewende auf Bundesebene eingesetzt hättet. Was im GroKo-Vertrag steht, ist ziemlich katastrophal.

    • Ich frage mich auch wie weit das Abschalten von Datteln abgesichert ist mit wahren Alternativen aus erneuerbarer Energie. E.ON als britisches Unternehmen wird darauf spekulieren shale gas an den Mann zu bringen, was als Alternative zur schmutzigen Kohle europaweit Furore machen soll. Blick auf die Strategien multinationalen player muss gewahrt sein, Widerstand muss international gestuetzt sein und im Endeffekt in internationale Kooperation muenden. Momentan liefern sich alle nur das Rennen fuer ‚cheap energy‘ um wettbewerbsfaehig zu bleiben und Grossbritannien mit den US im Ruecken treiben uns zurueck..

    • Tja, es reicht nicht aus, sich etwas auf die Fahne zu schreiben, sondern man sollte auch danach handeln.

    • nicht die anzeige, sondern ihre politik kostet die grünen stimmen, insbesondere meine.

  13. Mit der Verbrennung von Kohle werden auch tonnenweise radioaktives Thorium und Uran freigesetzt. Diese Elemente sind in der Kohle enthalten. Weltweit werden mit der Kohleförderung mehr radioaktive Stoffe an die Erdoberfläche geholt als für Kernkraftwerke. – Kernkraftwerke produzieren auch radioaktive Abfälle, diese werden aber nicht gleichmäßig über das Land verteilt.
    (Quelle: Paul G. Hewitt: Conceputal Physical Science, p. 335, Addison Wesley Longman, 1999)

    • Sehr geehrter Herr Haase,

      es ist schön zu lesen, dass man nicht alleine ist. Es ist schade, dass CAMPACT diese schwarze weiße Ansicht verteidigte, dass Kernenergie gleich Teufelszeug sei. Im Endeffekt wird nun wieder die Kohlekraft gefördert und der CO2 Ausstoss steigt wieder an.
      Warum ist es noch nicht einmal möglich, den schon vorhandenen Müll zur Energiegewinnung zu nutzen? Man würde die Halbwertszeit reduzieren und „saubere“ Energie fördern. Stattdessen hängen alle in ihren Ideologien fest und verbauen so diese Möglichkeit.
      Siehe http://newenergyandfuel.com/http:/newenergyandfuel/com/2012/04/03/nuclear-waste-has-new-best-friends/
      Das von den Grünen hier nicht viel zu erwarten ist, haben wir bereits zur Schröder Regierung gelernt.
      Bevor wir neue Kohlekraftwerke bauen, sollte man zu prüfen, wie der vorhandene Müll genutzt werden kann. Kohle ist schlimmer als Atom, sowohl in den Strahlenwerten (guckt aber keiner nach) und beim CO2.

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  28. Vielleicht haben einige Leute bei den Gruenen erkannt, dass sie nur der Anti-CO2-Propaganda der Kernenergie-Lobby aufgesessen sind.

    Es war naemlich die Kernenergie-Lobby, die das Maerchen vom anthropogen erzeugten Klimawandel durch CO2 fuer ihre Zwecke verwendet hat. Quelle dieser Anti-CO2-Propaganda war das Projekt Energiesysteme bei der IIASA, was von Wolf Haefele, dem Vater des deutschen Schnellen Brueters, ab 1973 geleitet wurde, bis er 1980 auf den Stuhl des Vorstandsvorsitzenden der KFA Juelich wechselte. Es war das Ziel von Haefele und Mitarbeiter, die Angst vor einer „anthropogen erzeugten Klimakatastrophe“ zu schueren, um die Angst in der Bevoelkerung vor der Nutzung der Kernenergie zu relativieren, denn es sollte fossile Energie durch nukleare Energie „optimal“ ersetzt werden, wie im sog. Haefele-Manne-Modell (siehe Anlage) und seinen Modellnachfolgern wie MESSAGE avisiert.

    Am 11. August 1986 erschien der Spiegel mit dem im Wasser stehenden Koelner Dom als Titelbild (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13519133.html). Der Artikel dazu ist Journalismus in seiner miesesten Form. Was hatte eigentlich der Anlass zu diesem Artikel, naemlich eine Antarktik-Expedition zur Erforschung der Ozonverteilung in der Stratosphaere, mit einer „Klimakatastrophe“ zu tun? Da wurden Leute wie Molina und Rowlands als Klimaforscher bezeichnet, obwohl die ueberhaupt nicht wussten, was Klima bedeutet. Zum sog. atmosphaerischen Treibhauseffekt wurde folgender Unsinn in die Welt gesetzt:

    „Der zarte Gasschleicher, bestehend aus Kohlendioxid (CO2), dazu aus kleineren Anteilen anderer Substanzen wie etwa Ozon, Methan oder Stickstoffoxid, wirkt auf zweifache Weise als Strahlenfilter: Er laesst die von der Sonne kommenden, kurzwelligen Lichstrahlen passieren, haelt aber die von der Erde reflektierten, langwelligen Waermestrahlen zurueck – es kommt, wie unter einem glaesernen Treibhausdach, in Erdnaehe zu einem Waermestau (siehe Graphik auf Seite 126).“

    Dieser physikalische Unsinn, der mit dem Stralungstransfer in der Atmosphaere nun wirklich nichts zu tun hat, wurde seit der Zeit immer wieder in aehnlicher Form wiederholt, und zwar nicht nur vom Spiegel, sondern auch von allen anderen fuehrenden Zeitschriften der deutschen Medienlandschaft.

    Was war die Ursache, die eine solch bornierte Attacke auf den deutschen Zeitungsleser ausloeste? Am 26. April 1986 war es zum Kernkraftwerksunfall in Tschernobyl gekommen. Nicht nur die Mehrheit der deutschen Bevoelkerung, sondern auch die Kernenergie-Lobby war schockiert. Gerade vor dem Hintergrund der Demonstrationen und Krawalle, die in Zusammenhang mit dem KKW Brokdorf zu verzeichnen waren, geriet die Kernenergie-Lobby in Panik und suchte ihr Heil in der Flucht nach vorn. Mit dem duemmliche Spiegel-Artikel wurden eine Reihe von Aktionen in Gang gesetzt. Hierzu gehoerte auch der gemeinsame Aufruf der DPG und der DMG von 1987. Gleichungzeitig wurde die Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphaere“ vom Deutschen Bundestag aus der Taufe gehoben. Mit Grassl und Heinloth sassen dann ja auch zwei der Unterzeichner des DPG/DMG-Aufrufs in der Enquete-Kommission.

    All diese Aktionen dienten nur einem Ziel, naemlich die Angst der Bevoelkerung vor der Nutzung der Kernenergie zu relativieren. Nach Zeugenaussagen aus dem Jahre 2005 berief sich Haefele darauf, den Gruenen das CO2 ins Gehirn gesch…. zu haben.

    Nur ging die Sache schief. Bereits Ende der 1960er Jahre hatte sich die Anti-Atomkraft-Bewegung gegruendet, die mehrheitlich von linksextremen Kraeften getragen wurde. Etliche der heute im Deutschen Bundestag sitzenden Abgeordneten der Gruenen haben darin ihren Ursprung. Da die Sowjetunion einer der Traegerstaaten der IIASA war, hatte sie alle Information, die von dem Projekt Energiesysteme ausging. Also brauchte sie nur die Anti-Atomkraft-Bewegung zu unterstuetzen, um ein Chaos in der deutschen Energieversorgung zu erzeugen, getreu dem Lenischen Motto, dass die Entwicklung eines Landes von seiner Energieerzeugung abhaengt und man diese nur entsprechend lahmlegen muss, um dem Land zu schaden. Das Ergebnis laesst sich heute sehen, obwohl die Sowjetunion schon laengst nicht mehr existiert.

    Deutschland sorgt fuer den Umbau seiner Energieversorgung.

    Im Falle der Kernenergie-Lobby, die auch heute noch mit Klimaschutz wirbt (siehe http://www.kernenergie.de/kernenergie/themen/klimaschutz/lebenszyklusanalyse.php):

    Kernenergie: Klimaschutz „vom Anfang bis zum Ende“
    Kernkraftwerke sind Klimaschützer vom Anfang der Urangewinnung, über den Bau und Betrieb bis hin zu Entsorgung und Rückbau der Anlagen zur „Grünen Wiese“.

    kann man nach dem vom Deutschen Bundestag mit grossser Mehrheit beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie wohl nur noch vom betrogenen Betrueger sprechen.

  29. @ Dirk Kaiser:
    „Drei alte ineffiziente Kohleblöcke in Datteln sollen durch einen neuen, modernen Kohleblock ersetzt werden,..“
    Stimmt leider nicht komplett. Es gibt bisher keine Verpflichtungen oder Anreize, die alten gewinnbringenden Dreckschleudern in entsprechender Höhe abschalten zu müssen (ca 70% hat man wenig verbindlich und zeitweise vor). Das wäre vielleicht ein Kompromiss: 100% Abschalten alter Kohlekraftwerke der Datteln-Kapazität oder sogar etwas mehr um für die nächste Kraftwerkserneuerung ein Zeichen zu setzen.

    „3.) Große Teile des Ruhrgebiets hängen mit ihrer Fernwärmeversorgung an Datteln“. Ein Scherz?: 45% Haushalte der 35 000 Einwohnerstadt Datteln sollen mit Fernwärme versorgt werden und dazu ca 5 % des Energieumsatzes aus Datteln genutzt werden.

    Das mit der fehlenden Absetzmöglichkeit der Fernwärme ist auch das Problem von Riesenkraftwerken in der Pampa: Wie will man auf die 80% Gesamtwirkungsgrad eines KWK-Kraftwerks in Großstadtlagen kommen? Gibt es da ein Konzept und Standards für zukünftige Vorhaben? Das wäre nämlich das langfristig Wichtigste – da sollte Campact seine Optionen prüfen.

    Gruß
    Freeed

  30. Wir brauchen nicht Datteln IV & Co …
    Warum sein Herz an olle Kamellen hängen? Das tun doch im Grunde nur Leute, die sich selbst wie auch etwas anderes beileibe nicht ändern wollen – worum auch immer. Vielleicht auch, weil sie nicht kreativ sein wollen oder auch tatsächlich nicht sind. Ich dachte, Not macht
    erfinderisch? … Also, Politiker sind wohl eine Spezies, die wahrscheinlich nicht zu den Kreativen gehört, sonst würde man doch die Energierwende weitaus entschlossener angehen und würde ohne weiteres neue, zukunftsweisende Schritte wagen!
    Und von der „GroKo“ – was ist da demnächst zu erwarten?
    Nun, solange sie nicht aus Kroko ist und nicht so alte Ansichten vertritt – so ewig alt nämlich, wie diese Reptilien schon seit wie lange schon auf Erden existieren, mag es wohl angehen … ;-) Spaß beiseite …
    Nein, im Ernst … Der Koalitionsvertrag lässt wohl in mancher Hinsicht leider nicht viel Gutes erahnen,
    da ist schon echte Skepsis angebracht.
    Für die kleine und vielleicht auch schwache (?) parlamentarische Opposition bedeutet es,
    besonders gut aufzupassen und agil zu sein, wenn es notwendig und berechtigt ist –
    aber wir Bürger – jeder Einzelne von uns -, ob in NGO organisiert oder nicht, haben es doch selbst in der Hand, der Politik Rot-Schwarz – und damit bereits unserem Hier und Jetzt wie auch der Zukunft von künftigen Generationen die erforderliche Richtung zu geben.
    Lassen wir jedoch alles so laufen und greifen nicht mit demokratischen Möglichkeiten ein, werden wir schon sehen, was wir davon haben! Von nichts kommt nichts …
    Eine wahre Demokratie will gelebt werden und bedarf eben der nötigen aktiven Mitarbeit aus dem Volk – und dies nicht nur zu Wahlzeiten!
    M.E. und überhaupt:
    Besser jetzt die Energiewende – je früher, desto besser -,
    als erst, wenn es gar nicht mehr anders geht, weil die fossilen Energien (Kohle, Gas, Öl) eben endgültig zur Neige gegangen sind …
    Von daher also – keine Kohlekraftwerke, Braunkohletagebau mehr wie auch schon gar kein Fracking!
    Und Atomkraft – ohnehin nicht …

  31. Warum wird so eine Anzeige in der taz. geschaltet? Nicht, dass ich etwas gegen die taz. an sich einzuwenden hätte aber es wäre doch viel sinnvoller so eine Anzeige z.B. in einem rechten Schmierblatt wie der Rheinischen Post zu veröffentlichen, da erreicht sie nämlich die Richtigen!

  32. Das wollen die doch auch gar nicht. Die Wende ist doch schon lange vorbereitet, dafür haben sie schon genug gebaut, der Strom dagegen wird billig verschleudert an das Ausland. Weil hier können sie gut die Leute abzocken. Man muss sich nur die Werbung von EON im Fernsehen ansehen. Ich könnte dann immer den Fernseher zerkloppen, obwohl er mir ja nichts getan hat. So eine Lügerei, so dass sich die Balken biegen und die Menschen glauben das noch.

  33. Hallo,
    Ich dachte eigentlich immer das die Grünen sich für die Umwelt einsetzen, aber das Gegenteil ist es gerade der fall und somit genauso unglaubwürdig wie alle anderen auch. Steht bitte wieder zu euren Grundwurzeln und verhindert das es neue Kohlekraftwerke gibt und alte abgebaut oder wieder reaktiviert werden für eine bessere Umwelt. Wir, unsere Enkel und Urenkel
    würden begrüßen das endlich was getan wird.

    • Die Grünen haben vor einigen Jahren ein vergleichbares Ei in Hamburg gelegt: Vor der Wahl war ihr zentrales Wahlversprechen, den Neubau des VattenfallKohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg zu stoppen. Nach der Wahl haben sie es im Hamburger Senat mit durchgewunken. Sie haben seit dem für Viele in Hamburg die Glaubwürdigkeit der FDP erreicht.
      Grüne Realpolitik ist… ach, es kommt nur noch Grün hoch.

  34. Weiter so liebe Politiker von SPD+CDU, irgendwie schafft IHR – die „GroKo“
    – es schon – die Erde in Schutt und Asche zu legen !! Gratuliere Ihr armen Geschöpfe.

    • Genau, wir erfinden jetzt einfach eine Möglichkeit, Strom in großen mengen bezahlbar zu speichern!

      Genauso machen wir das ganz einfach mit einem Mittel gegen Krebs! – Nichts leichter als das, man muss es nur fordern und dafür demonstrieren!

      … und wenn es dann doch nicht klappt und in den nächsten drei Jahren kein Mittel gegen Krebs gefunden wird, dann ist irgendeine Lobby daran Schuld! – So einfach ist die Welt! :-)

      • praktikable speichertechniken gibt es mehr als genug. nur leider gibt es noch mehr zauderer und schlechtreder. darunter (soziale?, weltverbessernde?, faire?, das gemeinwohl im blick habende?, …) lobbyisten und solche, die deren geschwafel glauben und sich berufen fühlen es weiter zu verbreiten

  35. Natürlich sind Sie dagegen! Was denn auch sonst?

    Ein reißerischer Artikel, gespickt mit Reizworten wie „Lobby…“ und schon sind alle „Berufsgegner“ auf den Barrikaden.

    Warum berichten Sie eigentlich nicht darüber, dass das bayerische Umweltministerium vor kurzem die für größere Investitionen vorgeschriebene artenschutzrechtliche Prüfung so weit reduziert hat, dass jetzt beinahe überall Windparks genehmigt werden können. Statt 386 Vogel- und 24 Fledermausarten müssen jetzt nur noch 26 Vogel- und acht Fledermausarten bei der Prüfung berücksichtigt werden. Ein Kniefall vor der Windlobby zulasten des Tierschutzes – eine bodenlose Frechtheit!

    Campact bitte übernehmen Sie!!!
    Oder werden Forderungen nach mehr Umweltschutz bei Campact nur bei Kohlekraftwerken erhoben?

    Schauen wir uns doch mal an, was in Datteln genau passiert ist:

    Drei alte ineffiziente Kohleblöcke in Datteln sollen durch einen neuen, modernen Kohleblock ersetzt werden, der weniger CO2 pro erzeugter MWh Strom emittiert, als die alten Blöcke (wenn man dem dem antropogenen CO2 eine so bedeutungsschwere Rolle beimessen möchte).

    Der Bau wurde damals im Rahmen eines Planfestellungsverfahrens genehmigt worden. Es erging ein wirksamer Baubeschluss, auf dessen Basis E.ON mit dem Bau begonnen hat. Dann wurde festgestellt, dass auf Behördenseite ein Verfahrensfehler begangen wurde, eine offene Flanke, die Umweltschützer ausgenutzt haben, das Projekt lahmzulegen – Gratulation!

    Folge:
    1.) Die alten ineffizienten Blöcke in Dattel laufen nun länger, die Umweltbelastung ist also höher als sie es mit dem neuen Block wäre.
    2.) Der halbe Westen hängt an der Bahnstrommaschine in Datteln, kommt der neue Block nicht, ist also erstmal Schluss mit Bahnfahren!!! Radfahren ist eh viel umweltfreundlicher.
    3.) Große Teile des Ruhrgebiets hängen mit ihrer Fernwärmeversorgung an Datteln… die würden dann also auch erstmal im Kalten sitzen… Naja, ein wesentliches Standbein der Energiewende ist ja das Einsparen von Energie, ich finde, dass Campact den Leuten dort auch gleichmal erklären kann, welchen enormen Beitrag sie künftig zur Klimarettung beitragen sollen!
    4.) Wenn Datteln iV nicht kommt, hat E.ON möglicherweise einen Schadensersatzanspruch gegenüber der Planfeststellungsbehörde, da die bisherigen Bauaktivitäten auf der Grundlage gültiger Genehmigungen erfolgte. So’n Kraftwerk kostet etwa 2 Mrd. Euro… wieviel Schadensersatz wird es wohl geben – 1,5 Mrd? – Ups, dann gehört Datteln wohl bald E.ON?

    Schonmal darüber nachgedacht?

    Freundliche Grüße
    Dirk Kaiser