Normale Leute gegen radikale Überwachung

„Das Geht gar nicht!“ diesen Spruch trug ein Mann im Anzug auf einem Schild vor sich her. Rund 6500 Menschen gingen Am Samstag unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ in Berlin auf die Straße.

„Das Geht gar nicht!“ – diesen Spruch trägt ein Mann im Anzug auf einem Schild vor sich her. Darüber ein verfremdetes Plakat eines James Bond Streifens auf dem sich Obama und Merkel in den Armen liegen. Auf der Demonstration Freiheit statt Angst gingen an diesem Samstag rund 6500 Menschen unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ in Berlin auf die Straße und forderten härtere Konsequenzen aus dem Überwachungsskandal.


Aus der Menge stachen gerade viele Ideen für kreativen Protest heraus. „Normale Leute gegen radikale Überwachung“ stand auf einem Banner vor einem Block mit Anzugträger und Frauen im Business-Look. „Holt den Snowden her“, trugen andere vor sich her. Ein Demo-Teilnehmer parodierte im Geheimdienst-Look die Überwacher von NSA und Co., andere nahmen mit Merkel-Maske und Fernrohr den Datenhunger der Bundesregierung aufs Korn.

Ein Paar nachdenklicher Augen sticht auf dem Demozug hervor. Es ist auf vielen Schildern, T-Shirts, Aufklebern und Demo-Wagen zu sehen. Edward Snowden läuft gefühlt auf dieser Demo mit. Es wird deutlich: Viele Menschen stehen hinter dem Mann, der im letzten Jahr eine Lawine von Enthüllungen losgetreten hat. Und auch bei den Rednern auf der Bühne wurde immer wieder Bezug genommen auf seinen Mut.


Christoph Bautz von Campact las in seiner Rede der Bundesregierung die Leviten:
„Liebe Frau Merkel, bei diesem Skandal geht es nicht um Ihr Handy, bei diesem Skandal geht es auch nicht um einen Spion, bei diesem Skandal geht es darum, dass unser aller Handys überwacht, wir alle ausspioniert werden. Ihr Drumrumreden und Herunterspielen, Ihr Aussitzen und sich vor Konsequenzen drücken, das haben wir gewaltig satt!

Astrid Goltz von der Humanistischen Union nahm in ihrer Rede die Rolle der Geheimdienste ins Visier: „Merkel und de Maizière machen keinen Finger krumm, um uns vor der massiven Überwachung unserer Privatsphäre zu schützen. Nein, sie päppeln ihre Geheimdienste mit Millionen an Steuergeldern und wir Bürger/innen bezahlen für unsere eigene Überwachung. Das ist absurd!

3 Kommentare

Kommentare sind geschlossen.

Kahtarina Nocun
Veröffentlicht von Katharina Nocun

Katharina Nocun ist studierte Ökonomin und beschäftigte sie sich mit den Auswirkungen der technologischen Revolution auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie engagiert sich in der digitalen Bürgerrechtsbewegung für eine lebenswerte vernetzte Welt. Sie war 2013 Politische Geschäftsführerin und Themenbeauftragte für Datenschutz der Piratenpartei Deutschland und arbeitete als Referentin und Campaignerin u.a. für den Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Campact e.V. und Wikimedia Deutschland e.V.. Katharina Nocun ist Botschafterin für die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen und Mitglied im Beirat des Whistleblower-Netzwerks und bloggt regelmäßig unter http://www.kattascha.de. Folge Katharina auf Twitter: https://twitter.com/kattascha