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Skrupelloser Profit: Siemens setzt auf Fracking statt auf Haushaltswaren

Der Konzern verhält sich skrupellos und will mit einer Hochrisiko-Technologie Geld machen. Mehr Hintergrund im Blog.

Mal ehrlich, was braucht die Welt eher: Energiesparende Kühlschränke oder fossile Energien? Effiziente Staubsauger oder Fracking? Keine Frage, finden Sie? Ich auch. Aber fragen Sie mal Siemens! Da scheint man sich mit sowas ernsthaft zu beschäftigen – und kommt dann auch noch zu den falschen Schlüssen.

Anders ist es kaum zu erklären, dass der Technologiekonzern am Dienstag verkündete, seine Haushaltsgeräte-Sparte an Bosch verkaufen und dafür ein Fracking-Unternehmen erwerben zu wollen. Man hätte meinen können, dass Siemens aus seinem PR-Debakel mit der Atomkraft gelernt hat. Doch offenbar hat der Konzern kein Interesse an einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Image – und investiert in eine Branche, die verantwortlich ist für massive Risiken für Mensch, Natur und Trinkwasser. Statt Technologie in den Dienst des Menschen zu stellen, macht der Konzern lieber skrupellos Profit auf Kosten von Umwelt und Gesundheit. Jetzt mit dafür sorgen, dass diese Information sich verbreitet – hier klicken:

Siemens setzt auf Fracking

Denn Fracking ist, wie jüngst das Umweltbundesamt feststellte, eine Risiko-Technologie. Sie ist eine Gefahr für Trinkwasser und Klima. Ihr einziger Nutzen: Die Taschen der fossilen Konzerne zu füllen. Und nun auch die von Siemens. Doch womöglich hat der Konzern sich gehörig verrechnet. Denn in den Medien ist der Schritt von Siemens vor allem kritisch kommentiert worden. Der Grund: Analysten sind der Meinung, dass der Fracking-Boom in den USA bald an seine Grenzen stößt – ein weiteres Indiz dafür, dass Fracking alles andere als eine nachhaltige Fördertechnik ist. Der von Siemens eingeschlagene Weg führt vor allem: direkt in die fossile Sackgasse.

Dazu kommt: Fracking trifft auf beiden Seiten des Atlantiks auf massiven gesellschaftlichen Widerstand. Und der ist auch nötig, so lange Konzerne wie Siemens rücksichtlos Geschäfte machen wollen. Nur mit einem gesetzlichen Verbot können wir sicher sein, dass nicht noch mehr Konzerne in die fossile Sackgasse einschwenken.

PS Am gleichen Tag wurde bekannt, dass die Rockefeller-Stiftung ihre Investitionen von rund 50 Mrd. US-Dollar aus fossilen Energien abziehen und fortan in Erneuerbare investieren will. Siemens hingegen biegt in die fossile Sackgasse ein – als Geisterfahrer!

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Autor*innen

Chris Methmann

Chris Methmann

Dr. Chris Methmann ist Geschäftsführer von foodwatch Deutschland. Vorher hat er bei Campact Kampagnen geleitet. Als langjähriger Aktivist und Campaigner in der Klimabewegung streitet er für ein Ernährungssystem, das die Grenzen unseres Planeten endlich respektiert – und setzt sich dafür ein, dass nur ehrliches, gesundes und zukunftsfähiges Essen auf unseren Tellern landet.

10 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Auf der Webseite von Siemens heißt es in der Meldung vom 22.09.2014 (München): Siemens plant die Übernahme von Dresser-Rand … Diese Nachricht war nur ganz am Rande zu vernehmen.
    Also rechnet Siemens wohl damit, dass Fracking auch hier in Deutschland oder sonst wo in Europa (?) erlaubt werden wird, sonst würde man nicht ganz groß in dieses Geschäft einsteigen wollen?

    • Siemens setzt scheinbar nicht nur auf das gefährliche Fracking, sondern wohl auch auf TTIP und CETA. Wie sonst ist eine solche Handlungsweise erklärbar???
      Hofft Siemens mit TTIP und CETA den deutschen Staat und/oder andere EU-Staaten verklagen zu können, wenn diese Fracking nicht erlauben???
      Ein weiterer Grund in die EBI einzutreten – siehe weitere Beiträge auf Campact.

  2. Hallo Chris,
    ein Blick auf die Homepage von Dressler Rand würde Dir zeigen, dass die Anlagen zwar auch fürs Fracking verwendet werden kann, aber eben auch viele andere interessante Produkte und Anwendungsbereiche umfaßt. So ist Rand in Europa einer der größten Kompressorhersteller – und das ist gesamtenergetisch vielleicht sogar noch wichtiger als Haushaltsgeräte, die Bosch der neue Alleiniger sicher auch gut weiterentwickeln kann. Also ich finde das Geschäft ohne den Kaufpreis zu beurteilen einmal eher als positiv denn als negativ unabhängig von der ganzen Frackingdiskussion auf keinen Fall als Sackgasse. Vielleicht entsteht ja aus dem Energieknowhow von Siemens und der Expertise von Rand neue Produkte wie hocheffiziente Kompressoren oder Dampfkompressoren zur Wiederaufbereitung von Niederdruckdampf, etc. Hätte da viele Ideen und eine Sackgasse sieht für mich anders aus.

  3. „Denn Fracking ist, wie jüngst das Umweltbundesamt feststellte, eine Risiko-Technologie. “

    Und dieser Feststellung wurde vehement vom Studienleiter des UBA-Gutachtens widersprochen!

  4. Fracking muss unbedingt gestoppt werden.
    Gestern Abend in den späten ZDF-Nachrichten wurde auch über die Gefahr von Fracking berichtet, dass es wohl der Grund für Erdbeben in Oklahoma war.
    Heute Erdbeben in Alaska, leichtes bei Hannover, Karlsruhe…..! In Deutschland darf es kein weiteres Fracking geben! Schon deshalb, weil wir hier auch noch Atomkraftwerke haben.
    Die wirklichen Gefahren sind überhaupt nicht kalkulierbar.
    Stattdessen sollten diese Leute lieber alle Möglichkeiten ausloten und erforschen, wie man Sonnenenergie, Wasserkraft und Windenergie speichern könnte. Diese würde ausreichen um alle Energieprobleme zu lösen.

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