Griechenland-Krise: Warum die einfachen Wahrheiten nicht stimmen

Ein dramatisches Wochenende liegt hinter uns: Ein “Grexit” wurde zwar abgewendet. Griechenland soll aber einem harten Sparprogramm unterzogen werden. Viele glauben: Selber schuld. Du auch? Dann wird Dich dieses Video zum Nachdenken bringen.

von  784 Kommentare

Ein dramatisches Wochenende liegt hinter uns: Ein “Grexit” wurde zwar abgewendet. Griechenland soll aber einem harten Sparprogramm unterzogen werden. Viele glauben: Selber schuld. Du auch? Dann wird Dich dieses Video zum Nachdenken bringen:

Viele Medien zeichnen ein verzerrtes Bild

Es ist dieses Bild, mit dem weite Teile der Medien den Euro-Gipfel vom vergangenen Wochenende zeichnen: Auf der einen Seite die eiserne Angela Merkel mit ihrem knallharten Unterhändler Wolfgang Schäuble, die das Geld der deutschen Steuerzahler/innen gegen die prassenden Griechen verteidigt. Auf der anderen eine linksradikale Regierung, die Europa monatelang an der Nase herumführt und alles Vertrauen verspielt hat. Hier die Regeln, die den Euro retten. Dort die Griechen, die einfach nicht sparen, immer mehr Geld haben wollen.

Ein Bild, das zu dem Schluss verleitet: Die Griechen haben alleine selbst Schuld, dass sie fast aus dem Euro geflogen wären; dass sie nun den Gürtel noch einmal kräftig enger schnallen müssen; dass der griechische Staat faktisch unter Aufsicht von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) gestellt werden muss. Dass die Griechenland-Krise so eskaliert ist, dafür trage vor allem die griechische Regierung die Verantwortung.

Wir glauben: Dieses Bild ist falsch – und lassen Experten zu Wort kommen

Ohne Frage, viel zu lange haben sich griechische Eliten – oft in Komplizenschaft mit internationalen Banken und Konzernen – den Staat zur Beute gemacht. Griechenland braucht dringend Reformen. Doch mit ihrer kompromisslosen Haltung haben Merkel und Schäuble dem europäischen Projekt schweren Schaden zugefügt – und die Griechenland-Krise keineswegs gelöst. Mit dem Sparprogramm ist die Gefahr eines “Grexit” nur aufgeschoben – ganz sicher aber nicht aufgehoben. Und für viele Griech/innen wird sich die Situation noch einmal massiv verschärfen.

Wir haben nachgefragt, bei renommierten Wissenschaftler/innen und Journalist/innen

Wir wollten wissen: Wie konnte die Krise so eskalieren? Woher kommen die griechischen Schulden? Warum stellt Griechenland sich gegen ganz Europa? Warum spart Griechenland nicht? Und ist Sparen wirklich die richtige Antwort auf die Krise?

Diese 5 Expert/innen haben für uns die Griechenland-Krise entwirrt: Dr. Till van Treeck (Wirtschaftswissenschaftler Uni Duisburg-Essen), Margarita Tsomou (Herausgeberin Missy Magazin), Ulrike Hermann (Journalistin bei der taz), Harald Schumann (Autor und Journalist, Tagesspiegel), Prof. Dr. Gesine Schwan, (Politikwissenschaftlerin, Humboldt-Viadrina).

Wir glauben: Um sich ein fundiertes Urteil über die Griechenland-Krise zu bilden, sollte man diese Fakten kennen.

Teile jetzt dieses Video, per…

784 Kommentare

  • von Angelika Schwenke

    Vielen Dank für dieses Video. Klare und kompakte Sprache mit Kompetenz! Das trägt zur KLärung bei, deshalb teile ich es in fb.

  • von tinagel

    Das eine tun, das andere nicht lassen. Die Sparmaßnahmen sind schon korrekt. Das heist aber nicht dass man nicht auch jetzt in andere Dinge investieren muss die lukrativ sind und Gewinne bringen. Der Beitrag ist leider genauso einseitig wie die Medien die man gerade kritisiert. Zudem hat Griechenland doch schon soviel Geld bekommen. Es ist ja nicht so, dass hier diskutiert wird ob das erste mal Geld fliessen soll. Die Diskussion lautet doch, wie oft wir denn noch zahlen (oder bürgen) müssen. Man sollte jetzt lieber überlegen wie man den Grexit durchführen kann und den Menschen die dabei in Not geraten helfen kann. Den Menschen! nicht den Banken. Grexit auf Zeit wäre wirklich eine gute Lösung. Mich stört auch der letzte Satz im Video, wir würden die Griechen loswerden wollen. Das mag vielleicht auf den ersten Blick so wirken mit Grexit, aber auf auf Sicht ist das doch die beste Lösung für das griechische Volk. Stichwort: Abwertung der Drachme.

  • von Günter bähr

    Moin
    das die Medien einseitig und reißerisch informieren ist mir schon klar.
    Nach den im Video gehörten Kommentaren, wurde von Anfang an, mit unsachlichen Argumenten,
    auf beiden Seiten gespielt.
    Ich bin kein Fachmann und es fehlen mir auch die richtigen Zahlen und auch die entsprechenden
    Belege.
    Anfangs habe ich nur gehört, das Griechenland seine Zahlen verschönt hat.
    Ich sehe jetzt das Ganze nur noch als ein Spekulationsobjekt, Machtkämpfe zwischen Kapital, Politik, Spekulanten und anderen Sauereien.
    Was daraus entsteht, weiß ich nicht.
    Mir fehlen Informationen über Kredite für Investitionen, nur über Sparen oder privatisieren von Staalichen Eigentum
    das ist ein Ausverkauf, wie es ja auch teil weise von Deutschen, Gemeinden, Städten, Länder gemacht wurde. Die ehemalige DDR wurde ja auch ähnlich behandelt.
    Es ist allerdings unsere Schule, die das aus uns gemacht hat. Kämpfer, Hart im Nehmen und hart im Geben usw.

  • von Christian Schmidt

    Sehr geehrte Damen,
    sehr geehrte Herrn,
    meiner Meinung nach ist es für mich völlig unverständlich, mit einer derart rigiden Sparpolitik das Problem anzugehen. Sparen ja, aber nicht die Kaufkraft der Menschen im Land zu schwächen. Es ist aber auch klar, dass die griechischen Regierenden über viele viele Jahre das Land kaputt regiert haben und haupsächlich zum Eigennutz gehandelt haben.
    Es gäbe zur Analyse noch so vieles.
    Mich quält die Frage, wer ist der oder die großen Gewinner von den Rettungspaketen? Das griechische Volk sicherlich nicht.
    Dies ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem Gedankengut.

  • von Jürgen Brügge

    Es hätte ein guter Ansatz werden können und es werden sicherlich auch wichtige Argumente gegen die Sparauflagen genannt. Aber was sind das z.T. für Argumente, wenn man sich nur darauf beruft, dass andere anderer Meinung sind.

    Die Frage ist doch, wenn man Griechenland jetzt die Kredite erlassen werden, ob dann Strukturen geschaffen werden, die zukunftsfähig sind. Da würde ich gern überzeugende Beispiele der griechischen Politik (und auch Plattformen wie dieser) sehen und nicht nur Bilder von Armen Leuten, mit denen man Mitleid haben muss.

    Die geforderte Umschuldung kommt doch eh – nur durch die Hintertür (über den IWF), damit es nicht jeder merkt. Letzte Ansätze soweit ich weiß: Rückzahlung der Kredite in 30 oder 40 Jahren (wer weiß, was bis dahin ist) und Senkung der Zinsen.

  • von Heiko

    Das Video hat mir gut gefallen, sehr klar und kompetent haben die Fachleute Ihre Sichtweise erläutert. Und mir ist stets äußerst mulmig zumute, wenn gerade wir in unserem Land schnell dabei sind, eine Meinung zu schmieden, die ein anderes Land abwertet und Vorurteile entstehen lässt. Deutschland ist dann stets das „Gute“ – und oft mit einer geradezu unerträglichen Arroganz ausgestattet. Haben wir uns diesbezüglich in den letzten 70 Jahren wirklich gewandelt – oder nur an der Peripherie…?

  • von Kristina Nels

    Ich will aus meiner Sicht ein paar Punkte erwähnen, die ich für sehr störend empfinde:
    a) das Auftreten der deutschen Regierungsvertreter (z.T. beschämend)
    b) Europa hat nichts aber auch garnichts gemeinsam außer diesem €
    c) Griechenland hätte seinerzeit nicht aufgenommen werden dürfen, denn es war hinreichend bekannt, wie schlecht verwaltet das Land ist
    d) Es sollten Fachleute helfen, in Griechenland eine nicht korrupte und fähige Verwaltung einzurichten, um Steuern zu generieren
    e) Renteneintritt nicht vor 60 J.
    f) sobald diese Reformen eingerichtet sind, sollte dem Land ein Großteil der Schulden erlassen werden, damit eine funktionierende Wirtschaft aufgebaut werden kann.
    g) aber mich fragt ja keiner…..!!
    h) Volksbefragungen scheut unsere Regierung wie der Teufel das Weihwasser: man muß sich nicht wundern, wenn immer weniger Menschen zur Wahl gehem.

  • Sehr gut. Hoffentlich wird dieses Video auch von richtig vielen Menschen gesehen.

  • Verehrte Campact-Freunde,
    Ihr Engagement unterstütze ich von Anfang an mit allem Respekt. Die TTIP-Angelegenheit hat zentrale Bedeutung für unsere Zukunft. Leider muss ich aber feststellen, dass auch bei Campact über die grundsätzliche Schieflage unserer Gesellschaften zu wenig oder gar nicht diskutiert wird. Die Absprachen der „Atlantik-Brücke“ greifen leider (logischerweise) auch bis in Ihren Film, der daher nur scheinbar die wirklichen Ursachen der Krise beschreibt, die im eigentlichen keine Griechenland- sondern eine globale Gesellschafts-Krise ist. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass in den Beiträgen kein Wort über unser verheerendes Finanzsystem, die Erfindung des Euro (der von Anfang an nur als eine vorübergehende, man könnte auch sagen eine zersetzende Währung geplant war und den geistigen Vätern des geeinten Europa gegen ihren Willen übergestülpt wurde), die Ukraine und alle anderen geostrategischen Angriffe auf Europa und Russland gesprochen wird. – Mehr Mut zum Denken!

  • von mania

    warum verlassen sich alle auf merkel.wenn ökononomen das besser wissen?

  • von Inge Mertes

    Sehr geehrte Campact-Mitglieder,

    vielen Dank für das ausgezeichnete Video.
    Wo bleiben die Aufrufe zu Demos? Wo bleiben Plaketten für Jacken und Aufkleber für Autos, damit wir so demonstrieren können, wie wir unsere deutsche Regierung emfpinden?
    Ich schäme mich, Deutsche zu sein!!!

  • von Reiner Gros

    Antwort 2-teilig, Teil 2
    Hallo,
    Ist die Mindestbedarfsdeckung bekannt, ist der Finanzbedarf bekannt.
    -Befristete, langjährige Aussetzung der Schuldenrückzahlung
    -Schuldentilgung nach Leistungskraft (Haushaltsüberschuß) mit max. Festsetzung (z.B. 2% BIP)
    -Fest-Zinszahlung zum EZB-Satz mit langfristiger Bindung (50 Jahre)
    -Verfassungsmäßges Verbot der Neuverschuldung.
    Sind die Maßnahmen durchgeführt, dürften 100.000 tausende unproduktive Arbeitnehmer freigesetzt worden sein. Die Vermögen (Reicher…) stehen zur Neuinvestion zur Verfügung. Die wirtschaftliche Entwicklung wird verwaltungsmäßig maximal gefördert. EU-Hilfen überbrücken rückzahlungsfrei Notstände. Staatseigentum zur Daseinsvorsorge bleibt Staatseigentum. Private (bevorzugt inländische) Investoren erhalten ungehinderten Zugang zum Wirtschaftsaufbau.
    Durch die Abwertung der Drachme/EUR in Verbindung niedriger Steuersätze wird GR in kürzester Zeit im EURO-Raum mehr als wettbewerbsfähig.
    Nur: wer will eine starke Nation?

  • Ich lebe und arbeite in Italien. Klein- und Mittelbetriebe zahlen bei uns „real*“ durch direkte und indirekte Steuern zirka 73% an den Staat; d.h. von Januar bis Ende August geht der gesamte Umsatz an den Fiskus. Die Arbeitslosigkeit bei 18-35 jaehrigen liegt ueber 30%*, die der anderen bei 22%*. Seit die viel gepriesene Austeritätspolitik im Jahr 2010 in Italien angewendet wurde, ist in meinem Wohnort (zirka 13000 Einwohner) die Arbeitslosigkeit von 0% auf 22% bei den Jungen und auf 14% bei den Aelteren gestiegen – und das im reichen Nord-Italien.
    So stolz wie ich damals war als G. Schroeder ein klares „NEIN“ sagte zur Teilnahme am Jugoslavienkrieg, so schaeme ich mich heute fuer diese Art entwuerdigender, respekt- und gnadenloser deutscher Wirtschaftspolitik. Griechenland braucht uns, Deutschland hat eine besondere moralische Verpflichtung gegenueber Europa !!!
    *= echte und keine staatlich/statistisch bereinigten Zahlen.

  • von hans

    wer kein flash-plugin verwendet
    hier der link zu youtube dann funzt auch der html5-viewer
    https://www.youtube.com/watch?v=mi8RmbPAX6s

  • von Reiner Gros

    Antwort 2-teilig -Teil 1
    Hallo,
    hier werden keine Lösungen angeboten, es erfolgt keine Analyse der Entstehung und Entwicklung der Probleme Griechenlands. Die Souveränität des Staates beruht auf der jederzeit möglichen Eigenversorgung. Min. Eigenversorgung umfasst: Energie, Nahrung, med. Versorgung, Bildung, Infrastruktur, Sozialversicherung, soziales Verhalten. Alle Staaten in der EU-Zone über den landeseigenen materiellen Verhältnissen.
    Die Sache ist grundsätzlich simpel.
    1. Einnahmen = Ausgaben
    2. Rücklagen sind Teil der Ausgaben.
    Die Situation in GR ist rückführbar auf
    1.Kreditaufnahmen in unzulässiger Höhe
    Verantwortlich: Griechenland.
    2.Kreditvergaben in unzulässiger Höhe.
    Verantwortlich: Frankreich/Deutschland -Geldgeber.
    Einfrieren aller Vermögen/Kassensturz. Restrukturierung zur Eigenversorgung.
    Bedarfsplan für Kosten des Staates, Auflösung der Verwaltung -Neugründung nach o.a. Mindestbedarf, Grexit, Verbleib in der Eurozone, Drachme.
    Ende Teil 1

  • von Reinhard Neubronner

    Ohne Frage, viel zu lange haben sich griechische Eliten – oft in Komplizenschaft mit internationalen Banken und Konzernen – den Staat zur Beute gemacht. Griechenland braucht dringend Reformen. – Ja, klar, aber welche denn? Man müsste, man sollte, man hätte sollen müssen können? Experten sind Leute, die immer genau erklären können, warum ihre Prognosen nicht eingetroffen sind. Also, wer erklärt uns mal für alle einleuchtend und zweifelsfrei, was jetzt wirklich zu tun ist und was das die Griechen und Europa kosten würde. Es gibt ja auch namhafte Experten, die einen Grexit oder Grexit light als Lösung vorschlagen. Wer hat denn nun Recht? Anscheinend jedenfalls nicht die bösen Deutschen und die anderen Europäer, die hinter ihnen stehen! Hier stehe ich, ich armer Tor …

  • von Holger Martin

    Hallo, die Griechen sollten endlich mal anfangen, ordentlich Steuern zu zahlen und so wie die meisten Deutschen bis 65 arbeiten. In Ihrem Video stellen Sie Griechenland als Opfer verfehlter Europapolitik dar und vor allem, das es keine Steuergelder sind, die Griechenland bekommt. Natürlich sind das unsere Steuergelder, oder glauben Sie im Ernst, das Griechenland die bis jetzt
    80 Mrd.?Euro (sind schon viel mehr) jemals zurückzahlen wird oder kann? Die Banken werden dann nicht zahlen! Dieses Kartenhaus Europa soll auf Krampf zusammengehalten werden, damit die Großindustrie (die Milliardäre), die die Welt regieren, noch mehr Milliarden scheffeln und dabei das einfache Volk immer mehr geschröpft wird. Wofür sind wir `89 auf die Straße gegangen, für diesen Krampf Europa bestimmt nicht. Hoffentlich wachen die Europäer endlich aus ihrer Lethargie auf und begreifen, was für ein Spiel mit uns getrieben wird. Kommt endlich auf die Straße und zeigt, wer die Macht hat – WIR – das Volk!!! -HM-

  • von Adolf Groebl

    Am 29. Juli 2015 wird der bekannteste griechische Komponist 90 Jahre alt. Mikis Theodorakis würde sicher mit OXI stimmen. Auch ein Alexis Sorbas würde das tun, auch Odysseas Elytis. Aber auch Menschen in Deutschland sind für OXI. Ich bedauere sehr, dass einige unserer Medien offensichtlich nicht neutral sind und das griechische Drama nur als eine Story aufbereiten – dumm und beleidigend auch auf den Titeln von Bild, Spiegel, Focus u.a.
    Nachfolgend hier meine Übereinstimmung mit etwa 30 Nobelpreisträgern und Wirtschaftswissenschaftlern (mit Ausnahme von Herrn Sinn).
    “Ein groteskes Spiel, bei dem Inkompetenz, Überheblichkeit, Arroganz und Unwahrheiten ein verteufeltes Arrangement bilden, und diese Komposition wird noch eindringlicher aufgeführt durch den Basso Kontinuo unseres Finanzministers und dessen so “geistreiche Ironie”. Wahrhaftig! – Zeus hat den Griechen in Form der “Institutionen“ die Büchse der Pandora gesandt. Welch eine Schande für Europa und besonders für Deutschland!

  • von G. Weiss

    Für die einseitige Auswertung der sog. „Experten“ gibt’s von mir ein 5-

  • von Wolfgang Ament

    Bei allen Diskussionen wird immer wieder ein klares Feindesbild gestützt, aber niemand sagt laut und deutlich, daß es Verträge und feste Regeln in der EU gibt. Sie sind zwar immer wieder gebrochen worden aber bei so einer Summe (insgesamt und aktuell fast 500 Milliarden Euro) kann es nicht sein, dass der der die Regeln verteidigt dann als Buhmann hingestellt wird. Ich als einfacher Mensch muss mich auch an Regeln halten sonst steh ich plötzlich vor Gericht und mir erlässt niemand meine selbst verursachten Schulden.

  • von Dieter Lasota

    Hallo Herr Methmann,

    Ihre 5 Experten haben im Prinzip recht, bieten aber – wie alle – keine operative Lösung. Dies ist verständlich, da die Lösung komplex ist.

    Bitte senden Sie mir eine E-Mail Adresse zu. Ich habe Informationen, die etwas mehr als 1000 Zeichen sind.

    Beste Grüße Dieter Lasota

  • von Horst Baumgarten

    Es gibt mindestens zwei Seiten in diesem „Spiel“. Die eine ist das leidende griechische Volk. Die andere Seite scheint eine überaus korrupte Verwaltung zu sein, die das EU Geld einsteckt und nicht an die Notleidenen weiterleitet.

    Warum lassen wir nicht die griechischen Banken einfach bankrott gehen und kümmern uns stattdessen um die griechischen Bürger? Ein Marshall-Plan würde Sinn machen und ich würde mich selbst gerne daran beteiligen. Nicht für den Oliven-Bauer, der angeblich pro Jahr nur 10.000 Euro verdient und satte 1,5 Millonen Euro rechtzeitig ins Ausland gerettet hat (Artikel in focus.de). Sondern für die Griechen, die derzeit kein Geld für dringend notwendige Medikamente haben. Die brauchen unsere Hilfe. Sie hätten meine Hilfe, aber ich will sicher sein, dass mein Geld da ankommt, wo es hin soll. Was derzeit einfach nicht der Fall ist. Gibt es dazu eine Lösung?

    HB

  • von Matthias Uhlmann

    genauso einseitig, wie die Mainstreammedien.

    Wer behauptet, dass die Kredite jemals zurück gezahlt werden, kann auch gleich an den Weih-
    nachtsmann glauben.

    Der Euro ist zu stark für die Griechen, für uns zu weich. Es ist kein Geheimnis, das ein einheitliches Währungssystem für den ganzen Euroraum bei so unterschiedlichen wirtschaftlichen
    Entwicklungsniveau nicht möglich ist.

    Ich habe den Eindruck, die linken Kräfte wollen alles Geld verschenken, solange es sich nicht
    um ihr eigenes Geld geht.

  • von Georg Antonius Gärtner

    Liebe Verfasser,

    die Stellungnahmen in dem Video sind zutreffend, fachkompetent und hilfreich.
    Vielen Dank dafür.

    Empfehlung:
    Es wäre schön, wenn die Analysen von Prof. Heiner Flassbeck (vgl. auch Flassbeck economics) noch verstärkt einbezogen werden könnten.
    (vgl. auch Stiglitz und Krugman zur Thematik von angelsächsischer Seite)
    Herzliche Grüße
    G.A. Gärtner

  • von Jürgen Spincke

    Vielen Dank für die verschiedenen Beiträge. Insgesamt viele interessante, richtige Aspekte und Ansätze, aber genauso wie in den meisten Medien zu einseitig und undifferenziert – Griechenland ist nicht nur Opfer und die anderen Europäer/Deutschland sind nicht nur Täter. Kann es nicht endlich mal gelingen frei von Ideologien und mit klarer Benennung von Verantwortlichkeiten wer wofür verantwortlich ist und wofür nicht eine differenzierte Perspektive einzunehmen? Das Prinzip Verantwortung wäre eine ausgezeichnete Grundlage hierfür auch auf dem Hintergrund humanitärer Werte und der berechtigten Kritik an einem zum großen Teil ungezähmten Kapitalismus.

    Mit besten Grüßen
    Jürgen Spincke

  • von Knuth Nolting

    Leider wird von allen der Redner die Volkswirtschaft völlig ausgeblendet.

  • von Jan Bente Frenzel

    Liebes Campact-Team,

    Vielen Dank für diesen aufklärungsreichen Beitrag!

  • von Wilfried Bürkle

    Die hier gemachten Aussagen sind genauso difus, wie die der amtierenden Politiker. Eben tendenziös. Lösungsansätze oder gar Lösungen werden nicht im Geringsten angeboten. Dass die Journalier nicht mehr Nachricht verbreiten, sondern nur noch Meinungen läßt dem Betrachter kaum eine Chance ein eigene Meinung zu bilden.
    Die Sachverhalte insgesamt sind so kompliziert, dass es nur noch wenige Personen gibt, die das verarbeiten können. Und bei diesen Personen weiß man dann auch nicht was ist Real oder Meinung. Nur eines ist mir wichtig: Eine schlechte Entscheidung ist immer noch besser als überhaupt keine.

  • Die Frage ist doch: War es aus wirtschaftlicher Sicht so klug den EURO einzuführen? Wie ich mich erinnern kann, war doch die Einführung der floatenden Wechselkurse ein wesentlicher F orschritt im Rahmen wirtschaftlicher Ungleichgewichte, als da sind: Produktivitätssteigerungen, Außenhandelsungleichgewichte etc. Für das Zusammenspiel von wirtschaftlich unterschiedlich leistungsfähiger Regionen mit gleicher Währung war vorher Deutschland ein passendes Beispiel: Eine Transfer-Union! Aus Meck.-Pomm. wird auch in 100 Jahren keine Industrie-Landschaft und wird auch in Zukuft Ausgleichszahlungen benötigen. Vergleichbares gilt auch für den EURO-Raum. Da hilft auch eine in allen Ländern gleiche Wirtschafts- und Finanz-Politik nichts. Entweder wir akzeptieren, dass es sich um eine Transfer-Union handelt oder wir akzeptieren das USA-Modell: Da ist in Staaten mit niedriger Produktivität auch das Lohn-Niveau entsprechend niedrig.

  • von Brunhild Krüger

    (2. Teil)
    Genau so sehe ich das für ganz Europa: es ist nur so stark, wie sein schwächstes Glied:
    Also muss analog ein Euro-Länder-Finanzausgleich her.

    Doch Europa hatte mit den jetzigen Entscheidungen zu Griechenland eine Chance, seine verkorkstes Finanz- und Wirtschaftspolitik zu korrigieren. Die hat es verspielt.
    Und eines sollten wir hier in Deutschland nicht vergessen: der Wohlstand, auf den Deutschland so stolz ist, ist (geschätzt) zur Hälfte durch die Ausbeutung anderer Länder (Billiglohnländer) entstanden.

  • von Brunhild Krüger

    Der in Deutschland praktizierte, eigentlich historisch überholte Föderalismus hat in dieser Situation auch sein Gutes: er liefert ein Beispiel, wie die EU funktionieren muss und kann:
    Die Wiedervereinigung war eine Last für die westdeutschen Bundesländer, das ist klar. Aber wenn diese den ostdeutschen Neu-Bundesländern nicht geholfen hätten, wäre die DDR – hätte sie die Wende in die Marktwirtschaft als einzelnes Land allein ziehen müssen – wahrscheinlich auf dem gleichen Stand wie Griechenland. Oder noch schlimmer.
    Doch der Solidarpakt und die Länderfinanzausgleich haben dafür gesorgt, dass langsam, aber stetig das Niveau angeglichen wird.
    Die reichen Bundesländer knirschen über den Länderfinanzausgleich mit den Zähnen, wissen aber, dass es der Bundesrepublik als Ganzes nicht gut tun würde, wenn sich zwischen den Bundesländern die wirtschaftlichen Unterschiede zuspitzen würden. Also zahlen sie.
    (Fortsetzung folgt)

  • von evanthia georgopoulou

    Es ist unmoralisch und empörend. Es ist bedrohlich für die Menschheit. Ich bemerke dass die Menschheit manipuliert wird und um ihre wesentlichen Werte beraubt. Es existiert nur noch Geld. Es ist erschreckend wie arm der Mensch schon geworden ist – er liebt nur noch Geld – die Macht des Geldes bringt ihn um und er merkt das nicht einmal so blind ist er schon geworden. Das tut mir sehr leid den ich weis, ich bin überzeugt dass es noch viel mehr gibt für das es sich lohnt zu leben als nur für Geld und Macht.

  • von O. Cremer

    Für mich war dieses Video etwas enttäuschend, liefert es doch keinen Lösungsansatz, sondern stellt der Position von Schäuble&Co., die ja von vielen anderen europäischen Ländern geteilt wird, nur eine bekannte eher linke Position gegenüber.
    Wie soll denn eine Lösung aussehen, die allen gerecht wird – Dem Schuldner Griechenland, deren Bevölkerung Opfer einer über Jahrzehnte hinweg fehlgeleiteten Politik der eigenen Regierungen ist, den Gläubigern und auch der Frage, keine Präzedenzfälle im Hinblick auf das Gläubiger/Schuldnerverhältnis in Europa zu schaffen. Diese Frage wird nicht beantwortet.
    Bspw.: Wenn ich das richtig verstanden habe, ist eines der zukunftshemenden Hauptprobleme in Griechenland, eine nicht funktionierende, politisierte (daher teilw. inkompetente in jedem Falle aber ineffiziente) völlig aufgeblähte Verwaltung. Wenn Griechenland da nicht modernisieren will (ext. Hilfe nicht erwünscht?!)… Stellt sich da nicht wirklich die Frage: Abgabe von Souveränität oder Grexit?

  • von David

    Sehr nett, in Teilen auch richtig.
    Was bitte nutzt es denn unseren griechischen Freunden sich erneut in die
    Abhängikeit von EZB, IWF, EU-Komission zu begeben?
    Aktuell werden also wieder „großzügig“ 7.1 MRD Euro an den griechischen Staat
    überwiesen ….. um was genau damit zu machen?
    Die Wirtschaft zu stabiisieren? Gehälter und Renten zu zahlen?
    Nichts davon!
    Diese 7.1 MRD Euro werden ausschließlich genutzt um Kredite von EZB
    und IWF zu bedienen. Bei meinen Freunden in Griechenland, dem IT-Kollegen
    in Athen, dem Arbeiter in Thessaloniki kommen genau null Euro an!
    Immer das gleiche und eine verlogene Darstellung der realen Verhältnisse!
    Alexis Tsipras zeigt unter dem Druck der europäischen bürgerlichen Staaten
    was er ist. Wiedermal ein kleines sozialdemokratisches …loch.

  • ist ja alles schön und gut was die da labern und auch richtig
    nur an die wurzel des problems geht keiner
    nähmlich unser geldsysthem
    die lösung wäre sehr einfach und über nacht umzusetzten
    Glass-Steagall-Trennbankengesetz und vollgeld
    es bringt überhaupt nichts dauernd auf das aufmerksam zu machen was falsch ist
    auf die lösungen muß mann aufmerksam machen

  • von Schmid

    Dass die deutschen Medien sich mehrheitlich an der Schwarz-Weiß-Kampagne – hier sparsame ehrliche Deutsche, dort faule verstrauensunwürdige Griechen – überbieten hat m.E. Methode.
    Von den wirklichen Verursachern für die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise wird mit einer fast erdrückenden Meinungsglocke eines vermeintlichen nationalen Charaktergegensatzes abgelenkt. Historische Vergleiche verbieten sich, aber die furchtbaren Folgen einer Ablenkung mit ethnischen Klischees in Deutschland und auch anderswo sind bekannt.
    Geht es nicht auch darum, dass möglichen Sympathisanten politischer Gruppierungen, die das unsoziale Umverteilungsdogma aufbrechen wollen, die Aussichtslosigkeit diese Unterfangens vorgeführt werden soll? Zeitautor U.J. Heuser formuliert schamlos, dass „Die Rechnung wir votieren linksaußen und kassieren“ nicht aufgehen darf. Deutlicher geht es nicht, wer noch ein paar Brosamen von den Finanzkonglomeraten will, der hat auch ihre Vertreter zu wählen. Schöne Demokratie!

  • von Erik

    Leider sind diese Statements ebenso einseitig wie die europäische Sparpolitik. Das eigentliche Problem ist, dass Griechenland sich aus eigenem Antrieb nicht reformiert. Es ist nicht unrealistisch das europäische Investitionen zum Aufbau der Wirtschaft in Griechenland innerhalb der korrupten und ineffizienten Verwaltung versickern würde.

  • von heinz willi lieven

    Schuldzinsen runter, anfänglich auf null, Laufzeiten rauf und massive wirtschaftliche Hilfen und natürlich Anregungen für sinnvolle Investitionen (ähnlich Marshall Plan), denke ich, das ist sicher auch konform mit den europäischen Regeln.

  • von Geretzky

    Wenn ein Unternehmer zur Bank geht und die Auflagen der Bank anschließen nicht erfüllt, wird er einen Anschlusskredit nicht bekommen.

    Die Griechen habe sich dafür entschieden, die Auflagen nicht zu erfüllen, so dass eine Kreditvergabe an Giechenland zu unterbleiben hat.

    Die griechischen Nein-Sager müssen jetzt für ihre Entscheidung einstehen. Man kann nicht einfach Nein sagen und hoffen, die anderen werden unser Schiff schon aus den Morast ziehen.

    Die Griechen hätten schon längst den Euro abgeben müssen, da sie die Anforderungen von Brüssel schon seit Jahren nicht erfüllt haben.

    Somit steht ein eindeutiges NEIN zu weiteren Krediten.

  • von nachteule

    …hat jemand mal die mailadressen von schäuble und merkel (und vielen anderen mehr wie zb steinbrück und strobl): ich möchte diesen beitrag gerne als pflichtlektüre an diese herrschaften weiterleiten…

  • von Renate Dietrich

    Es stimmt so alles, was in ihrem Video gesprochen wurde. Es eine Schande, wie die Berichterstattung in den Mdien über Griechenland ist. Alle Berichte sind Merkelmässig, da kommt mir das Stichwort – Atlantikbrücke – in den Sinn, da sind viele Journalisten drin, auch Merkel, und eben diese Leute schreiben nur für Merkel und Co. Eine Sauerei ist das!

  • von Ingo

    Griechenland sollte die Euro-Zone so schnell wie möglich verlassen. Wie soll GR sich wirtschaftlich erholen wenn sie nicht die Möglichkeit haben die eigene Wirtschaft zu steuern und zwar auch im Aussenverhältnis. Hierzu ist es notwendig eineneigene Währung zu haben, die nicht von anderen EU Staaten gefestigt wird. Alle die auf dem Video gesprochen haben „reden nichts als reden“. Sie sollen die Fakten nennen, die Umschuldungen, die zinslosen Streckungen, die Euro-Flutung, den Verfall des Euros, die Verteuerung der Importe auch bei uns, die Einschnitte in unser Sozialsystem, Reduzierung der Renten usw. .. Polen, Slowakei, Schweden, UK und weitere Staaten sind in der EU aber nicht im Euro und alle wollen den Euro nicht. Schröder und Fischer haben Eichel diktiert, Griechenland für „reif für die Eurozone“ zu erklären. Eine rein politische Entscheidung ohne wirtschaftlichen Sachverstand. Fragen sie Hans Eichel !

  • von Frommann

    Die im Video Antworten sind oft falsch oder verfälschend, Griechenland hat mit falschen Angaben und unfähigen Politikern sich den Zugang in den Euroraum erschlichen. Alles andere sind Folgen.
    Das wir mehr die Banken gerettet haben ist auch bekannt. Ein Grexit ist die Lösung.

  • von Volker Buba

    Schade, ich hatte auf einen differenzierten Beitrag gehofft. Einseitige Wahrheiten bleiben neben Wahrheiten leider eben einseitig. Bildung sieht für mich anders aus.

  • von Hiltrud Fürst-Bransch

    Sehr gute aufklärische Information.Danke

  • Super zusammengefasst! Wer findet sich, dass mit griechischen und englischen Untertiteln zu versehen? Es wäre so bitter nötig angesichts der Propagandaantworten auf Propaganda!

  • von sven lund

    Es ist vollbracht !
    Griechenland ist am Boden und die von langer Hand vorbereitete Privatisierungswelle kann beginnen. Die üblichen Verdächtigen stehen sicher schon in den Startlöchern und Alexis wird für sein Einknicken irgendwann ,wenn die Wogen sich geglättet haben mit einem kleinen Beraterpöstchen getröstet.
    Schäuble hat die Katze ja schon länger aus dem Sack gelassen, dass es ohne den Verkauf von Staatsunternehmen keine weiteren EU Gelder gibt.
    Die Zeche zahlen wie immer die Steuerzahler (Griechen wie Deutsche und andere Eu Bürger) und mit der RentenNeiddebatte soll uns nur Sand in die Augen gestreut werden, Damit an den Stammtischen keiner drauf kommt ,wer hier wirklich Kasse macht

  • Reiche wanderten ab, durch Lagarde & IWF, EZB & EU diese ermöglichten es erst, samt Vermögen derer. NUN ! IWF steht genau dafür….kaputten Ländern…die Vollpleite zu ersparen, sollen sie auch machen oder sich auflösen: von Profiten derer war nie die Rede. Greece war noch nie günstig, Gelder waren im Überfluss dort vorhanden. DAS…es kein Abgabe/ Steuersystem gab und gibt: deren Probleme, sind auch selbst zu lösen. Reichen und Eliten auch abgewanderten, die üeber eine Griechische Staatsangehörigkeit & Konto verfügen: eine einmalige Steuerabgabe 2/3 oder sie investieren 2/3 ihres Vermögens dort im Land. Diese haben all die Jahre dort einkassiert und nu…sind sie ab ! Geht nicht anderen Ländern/ Bürgern was an….deren Zechen zu zahlen. Sollen sie miteinander klären….untereinander. Gelder sind vorhanden….Reichtum derer auch. Nur abkassieren geht nicht. Renten sind ordentliche zu zahlen, sichert deren Binnenwirtschaft mit ! Genau wie auch hier…!! Erworbene Rechte nennt man dies.

Kommentare sind geschlossen.