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Quecksilber: Wenn Konzerne sich selbst regulieren

1,8 Millionen europäische Kinder kommen jährlich mit erhöhter Quecksilber-Belastung zur Welt. Wie die Industrie-Lobby in der EU trotzdem strenge Grenzwerte verhindert, haben Journalisten in diesem Beitrag aufgedeckt.

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Das TV-Magazin Frontal 21 deckt ein Paradebeispiel für die Lobbymacht der Industrie auf. Quecksilber gehört zu den gefährlichsten Umweltgiften. Kohlekraftwerke pusten es zuhauf in die Atmosphäre und über die Nahrungskette in die menschliche Blutbahn. Gerade im Gehirn von ungeborenen Kindern kann es die Entwicklung massiv stören. Eine EU-finanzierte Studie rechnet mit volkswirtschaftlichen Schäden von jährlich 9 Milliarden Euro.

In der EU gibt es keine wirksamen Grenzwerte für den Ausstoß von Quecksilber

Und das, obwohl Filtertechniken günstig vorhanden wären. Wie es geht, zeigen die USA: Würden die US-Standards für Quecksilber auch bei uns gelten, wären von den 52 betroffenen Kohlekraftwerken nur noch 2 am Netz.

Kein Handlungsbedarf für die Industrie

Doch die Industrie, allen voran Europas große Energieversorger, sieht „keinen Handlungsbedarf“ – und setzt sich in der EU massiv dafür ein, dass der Quecksilber-Ausstoß nicht reguliert wird. Mit welcher Lobbymacht die Industrievertreter dabei vorgehen, hat dieser Beitrag von Frontal 21 aufgedeckt.

Das Beispiel zeigt: Ohne eine lebendige Bewegung, die den Kohleausstieg vorantreibt, kann die Kohlelobby ihre Interessen durchsetzen. Doch wir wissen auch: Wenn wir Bürger/innen uns zusammentun, können wir einiges bewegen und die Konzerne in Bedrängnis bringen.

Wir können es ändern – mach mit!

Nicht nur wegen der Quecksilber-Vergiftung streitet die Bürgerbewegung Campact für einen Ausstieg aus dem Klimakiller Kohle. Die Campact-Aktive Angelika Winkler zum Beispiel setzt sich mit einer Petition auf der Kampagnen-Plattform WeAct für strengere Grenzwerte für die Kohle ein. Bist Du dabei?


 

WeAct LogoWeAct ist eine neue Plattform für Online-Petitionen – wie Campact, nur zum Selbermachen: weact.campact.de

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Soll wohl eher heißen:
    – Doch die Industrie […] setzt sich in der EU massiv dafür ein,
    dass der Quecksilber-Ausstoß NICHT minimiert wird. –

  2. Und nochmal die Frage an DICH:
    Wen finanzierst DU mit deinen monatlichen Stromzahlungen?
    Es gäbe neben den vielen Mogelpackungen so gute Alternativen: Greenpeace Energy, Naturstrom oder EWS Schönau.
    DU mußt nicht überlegen, die Anbieter prüfen und vor allem DEINEN Wechsel nicht weiter hinausschieben. Meist ist das sogar günstiger als dein derzeitiger Strombezug.
    Also Homepage aufrufen die wenigen Angaben machen und danach zumindest bezüglich deines Stromverbrauches einfach gut schlafen.
    Also tu es endlich!
    JETZT, nicht Morgen.

  3. „…Doch die Industrie, allen voran Europas große Energieversorger, sieht „keinen Handlungsbedarf“ – und setzt sich in der EU massiv dafür ein, dass der Quecksilber-Ausstoß minimiert wird…“

    Die Industrie setzt sich dafür ein, dass der Quecksilber-Ausstoß minimiert wird?

  4. Hat irgendeiner von diesen sogenannten Versorgern etwas anderes erwartet? Was macht da das bisschen Quecksilber? Schlussendlich haben wir doch auch die Glühlampen abgeschafft um mehr von diesem Dreck in der Welt zu haben! Können wir mit noch mehr Subventionen dienen? Nun sind sogar die Flussfische fast ungenießbar, die Äcker mit Neonicotinoiden dermaßen angereichert dass eventuell bald das Grundwasser verseucht ist, die Bienenvölker und Vögel sterben! Wann endlich hat der Neandertalerfolger sich totsubventioniert?