Frisch geschlüpft und ab in den Müll – rette auch Du 50 Millionen Küken

Jahr für Jahr werden in Deutschland 50 Millionen männliche Küken getötet, weil sie für die kommerzielle Tierproduktion wertlos sind: Sie legen keine Eier und werden nicht schnell genug fett. Hilf mit das Kükenschreddern endlich zu beenden!

von  4 Kommentare

Gelb und flauschig staksen die piepsenden Küken herum. Viel Zeit bleibt ihnen nicht. Nur ein paar Stunden, nachdem sie geschlüpft sind, landen sie im Schredder. Jahr für Jahr werden in Deutschland 50 Millionen männliche Küken getötet, weil sie für die kommerzielle Tierproduktion wertlos sind: Sie legen keine Eier und werden nicht schnell genug fett. Die Tierschützerin Janine Schulz aus Bremen macht das wütend. Mit einer Petition auf WeAct will sie die Küken retten.

 

Männliche Küken leben nur wenige Stunden, dann werden sie geschreddert oder vergast. Grafik: WeAct

Das Kükenschreddern endlich beenden!

Ein Schredder-Verbot der NRW-Landesregierung hat das Oberverwaltungsgericht Münster unlängst gekipptDie absurde Begründung: Das Kükenschreddern sei mit dem Tierschutzgesetz vereinbar und aus wirtschaftlichen Gründen unvermeidlich. Für die Tierschützerin Janine Schulz aus Bremen ist das unverständlich. Sie hält selbst Hühner in ihrem Garten und setzt sich für eine ökologische Tierhaltung ein. Mit einer Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, will sie ein Verbot für das Schreddern erreichen.

Mit dieser Forderung steht Janine Schulz nicht allein da. Auch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) will das massenhafte Töten von Küken spätestens 2017 verbieten. Doch damit sein Vorstoß nicht per Gericht gestoppt wird, fordert er ein Gesetz der Bundesregierung. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vertritt jedoch die Interessen der Agrarindustrie – er sträubt sich gegen ein bundesweites VerbotZeigen wir dem Agrarminister, was wir als Verbraucher/innen von ihm erwarten. Stärken wir Christian Meyer den Rücken, um das Schreddern zu beenden. Denn jeder Tag, an dem wir nicht handeln, kostet 136.986 Küken das Leben. In einer Woche sterben 958.904 Küken. Das darf nicht so weitergehen.

„So bekomme ich Eier von Hühnern, denen es gut geht.“

Auch Janine Schulz kann die Haltung von Agrarminister Schmidt nicht nachvollziehen. „Ich habe mich viel mit dem Thema Massentierhaltung beschäftigt und bei allem, was ich bisher darüber weiß, dreht sich mir der Magen um. Ich könnte mein Frühstücks-Ei nicht genießen, wenn es aus der kommerziellen Tierhaltung inklusive Küken-Schreddern käme”, sagt sie. „Deswegen halte ich privat in meinem Garten acht Hühner und einen Hahn. So bekomme ich Eier von Hühnern, denen es gut geht.“

Es geht auch ohne Töten

Was bei Janine Schulz im Garten funktioniert, ist auch in Betrieben möglich, die für viele Konsument/innen Eier und Geflügelfleisch produzieren. Initiativen wie die Bruderhahn Initiative Deutschland, das Haehnleinprojekt oder „Ei care“ verzichten auf das Töten der männlichen Küken. Die Bruderhahn Initiative beweist: Nur vier Cent mehr auf den Verkaufspreis von einem Ei reichen aus, um ein männliches Küken aufzuziehen. Tausende Hähne bleiben so am Leben. Das ist ein gelungener Ansatz für eine nachhaltige und tiergerechte Landwirtschaft.

„Wir haben es satt!“ ist das Motto einer wachsenden agrarpolitischen Bewegung. Jahr für Jahr gehen tausende Campact-Aktive, Umweltschützer/innen, Bäuer/innen, Verbraucher/innen für eine nachhaltige Landwirtschaft auf die Straße und fordern: Wir wollen keine Agrarindustrie und keine Megaställe, in denen Küken massenhaft getötet werden.

PS: 2008 tötete Starkoch Jamie Oliver vor laufender Kamera Küken, um auf die massenhafte Nahrungsmittelproduktion und auf das sinnlose Sterben der Eintagsküken aufmerksam zu machen. Der Aufschrei über diese grausame Tat in aller Öffentlichkeit war groß. Aber verändert hat sich nichts in den Mastställen. Darum müssen wir jetzt handeln!


WeAct Logo

Diese Petition wurde auf WeAct, der neuen Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da Campact aber die Ziele der Petition unterstützt, möchten wir Dich auf die Kampagne hinweisen.

4 Kommentare

  • von Angela

    Mich würde interessieren, wie die Alternative aussieht? Sprich, wie sollen die wöchentlich 958.904 zusätzlichen Küken ernährt und gepflegt werden, wenn sie am Ende keinen „Gewinn abwerfen“. Und wo genau ist der Unterschied zwischen dem Schlachten von erwachsenen Hühnern und dem „schreddern“ von Küken?

    Ich möchte mich ausdrücklich für eine bessere „Verwertung“ (so böse es klingt) der männlichen Hühner aussprechen, zum Beispiel als Suppenhuhn oder in der Tier-Futter-Industrie, aber sie am Leben zu halten nur um keine „Baby-Hähne“ zu töten und später erwachsene Hähne zu töten ohne was damit anzufangen macht auch keinen Sinn…

    • von Linda Neddermann

      Liebe Angela,
      derzeit wird zwar an einer Alternative zum Kükenschreddern gearbeitet: die Früherkennung des Geschlechts vor dem Schlupf. Allerdings ist diese Methode noch nicht massentauglich und es ist unklar, ob diese bis nächstes Jahr tatsächlich eingesetzt werden kann. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) möchte dennoch das Schreddern nicht verbieten, sondern setzt auf die Früherkennungs Methode- wohl wissend, dass die Betriebe diese Variante nicht nutzen müssen. Wahrscheinlich ist das Schreddern weiterhin die billigste Variante für die Betriebe, sodass diese daran festhalten werden. Eine andere Lösung wäre, die Hähne als „Zweinutzungshuhn“ aufzuziehen. Das bedeutet, dass Hühner sowohl als Masthähnchen als auch für die Legehennenhaltung eingesetzt werden. So wie du es schon schreibst- sie sollen besser „verwertet“ werden. Was hier einleuchtend klingt, findet sich aber keinesfalls in der Haltung von Hochleistungshühnern wieder. Hier geht die Zucht nur auf ein Merkmal: Entweder auf Fleisch- oder Legeleistung. Dass es Alternativen zum Schreddern gibt, zeigen Initiativen wie die Bruderhahn Initiative Deutschland, das Haehnleinprojekt, „Eidentity“ oder „Ei care“. Sie verzichten auf das Töten der männlichen Küken. Die Bruderhahn Initiative beweist: Nur vier Cent mehr auf den Verkaufspreis von einem Ei reichen aus, um ein männliches Küken aufzuziehen. Tausende Hähne bleiben so am Leben. Die einseitige Zucht in der intensiven konventionellen Geflügelwirtschaft stellt die wachsende Bio-Branche vor die Aufgabe, Alternativen und ethisch vertretbare Lösungen zu entwickeln. Daran wird im ökologischen Landbau von engagierten Betrieben, Vermarktern und Verbänden auf verschiedenen Ebenen gearbeitet. Zum Beispiel an der Zucht von Zweinutzungsrassen, der Verlängerung der Nutzungsdauer oder der Mast von männlichen Küken. Das ist ein gelungener Ansatz für eine nachhaltige und tiergerechte Landwirtschaft. Dafür setzen wir uns ein.

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