„Das ist echte direkte Demokratie. Davon brauchen wir mehr!“

Der Aufbruch 2017 ist unsere Kampagne zur Bundestagswahl. Und Du kannst mitmachen! Ob das klappt, haben wir schon ausprobiert – mit spannenden Ergebnissen.

„Sowas habe ich noch nie gemacht, ich bin wirklich gespannt.“

Ottersberg in Niedersachsen. Draußen regnet es in Strömen. Nach und nach trudeln immer mehr Menschen in das gemütliche Wohnzimmer von Gudrun Müller-Staffelstein. Die pensionierte Lehrerin zeigt Mut: Sie entschloss sich kurzerhand dazu, die Generalprobe für Campacts Aufbruch 2017 zu unterstützen. Deshalb hat sie zehn Campact-Aktive zur offenen Diskussionsrunde in ihrem Zuhause eingeladen.

Das Eis ist schnell gebrochen

Schon nach wenigen Minuten ist das Eis gebrochen. Die Diskussion startet. „Wir brauchen mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft“, sagt ein Gast. Ein weiterer empört sich: „Die wirtschaftlichen Interessen haben immer Vorrang. Was ist aber mit uns Menschen und der Umwelt?“ Sofort entbrennt eine Diskussion darüber, wie die nächste Bundesregierung diese Probleme anpacken müsste. Die Gäste sammeln Themen, die sie bewegen und diskutieren konkrete Lösungen. Schon nach einer halben Stunde ist das erste Plakat mit Klebezetteln voller Ideen gefüllt.

Erst nach zwei Stunden ebbt die Diskussion ab. Nicht alle Fragen konnten gelöst werden. Doch mit den Ergebnissen sind alle zufrieden: über 20 gute Vorschläge, die der nächsten Bundesregierung zeigen sollen, was sie für eine gerechtere Gesellschaft tun muss. Alle TeilnehmerInnen sind sich einig: Es ist eine super Sache, sich zusammenzusetzen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Ein Teilnehmer erklärt: „Das ist echte direkte Demokratie. Davon brauchen wir mehr!“

Das ist erst der Anfang

Dieser Probelauf hat gezeigt: Das Konzept funktioniert, bringt Spaß – und kann etwas in Bewegung setzen. Denn die Diskussionsrunden sind erst der Anfang: Die vielen guten Vorschläge verbinden wir zu einem Kompass für progressive Politik, mit dem wir in den Wahlkampf ziehen. Wir stellen die Kandidat/innen an ihren Wahlkampfständen zur Rede, verwickeln sie auf Facebook und Co. in Diskussionen, fordern sie in ihren Büros auf, zu unseren Ideen Stellung zu beziehen. So machen wir unsere Ideen im Wahlkampf stark und verpflichten die nächste Bundesregierung darauf, unsere Forderungen umzusetzen.

Noch Fragen?

Wenn du Fragen oder Anmerkungen hast, wende dich gern an unser Support-Team. Wir helfen gern weiter. Schreib uns einfach eine Mail an aufbruch@campact.de.

Teile diesen Beitrag und informiere deine Freundinnen und Freunde:

10 Kommentare

  • von ingeborg hennig

    von Ingeborg Hennig an Corinna Fischer
    Als brain-storming finde ich es eine gute Idee, die MAN DEN PARTEIEN WEITERGEBEN KÖNNTE.
    Ihr schreibt: „Alle Aktiven bekommen so die Möglichkeit, bestimmte Themen nach vorne zu wählen.“ Ja, alle im Internet Aktiven. Das ist jedoch nur e i n e Gruppe und die anderen Wähler sind nicht beteiligt, oder? Das ist aber m. E. tatsächlich keine Demokratie, denn die anderen Wähler sind ausgeschlossen?

    • von Linda Neddermann

      Hallo Ingeborg,
      danke für deinen Beitrag. Es können alle Campact-Aktiven an unserem Aufbruch 2017 teilnehmen – denn unsere Aktionen finden sowohl online im Internet als auch offline in der nicht-digitalen Welt statt. Die Diskussionsrunden haben beispielsweise offline in Cafes oder Wohnzimmern von Aktiven stattgefunden. Jede Person, die Interesse hatte, daran mitzuwirken, konnte sich anmelden und teilnehmen. Im Wahlkampf selbst wird es auch verschiedene Aktionen geben, die nicht nur im Internet stattfinden werden. Es wird eine kunterbunte Mischung geben, an der sich jede und jeder beteiligen kann. Über unseren Newsletter halten wir dich auf dem Laufenden.

      Lieber Gruß
      Linda

  • von Heiko

    Wir haben unsere Diskussionsrunde gestern abgeschlossen – beim ersten Treffen vor einer Woche sind wir nicht ganz durchgekommen und haben uns zum zweiten Thema spontan nochmal verabredet. Es war eine sehr inspirierende Diskussion, mit so verschiedenen Leuten. Danke campact! Wir wollen uns nochmal treffen in 4 Wochen, wenn die Ergebnisse zu sehen sind. Toll. Eine private Gruppe aus Dresden.

  • von Corinna Fischer

    Liebes Campact-Team,

    tut mir Leid, Wasser in den Wein zu gießen, aber ich halte das für überhaupt keine gute Idee. Die Campact-Aktiven sind ein heterogener Haufen. Sie haben unterschiedliche Interessen, unterschiedliche politische Orientierungen. Es werden, wenn es gut läuft, eine Vielzahl von Forderungen zusammenkommen, teils inkompatibel, teils vielleicht sogar konträr. Wer wählt aus? Es gibt keine Foren, wie etwa in einer Partei, wo die Aktiven nach den ersten Wohnzimmerrunden untereinander diskutieren, Konflikte lösen, Prioritäten setzen könnten. Es ist, soweit ich sehe, auch keine Abstimmung vorgesehen. Sondern das Campact-Team entscheidet, welche Forderungen es nach vorne bringt und beruft sich dabei fälschlicherweise auf die 1,8 Millionen Aktiven. Selbst wen das gut gemeint ist – das ist das Gegenteil von Demokratie.

    Ich fordere nicht, dass Campact Strukturen wie eine Partei aufbaut. Campact funktioniert – und funktioniert gut – genau als loses, themenbezogenes Netzwerk, wo jeder und jede selbst entscheiden kann, welche Forderungen er / sie unterstützt und Campact diese bündelt und nach außen trägt. Dabei solltet Ihr bleiben.

    • von Pinto

      @ Corinna Fischer: Wenn Sie den Prozess schon kritisieren, dann sollten Sie sich zumindest vorher genau informieren. Mit Spekulationen über das Verfahren gewinnen Sie gar nichts!

    • von Linda Neddermann

      Hallo Corinna,
      danke für deine Kritik. In einem Punkt muss ich dir allerdings widersprechen: Zum einen wurden alle Aktiven befragt, ob sie unseren Aufbruch 2017 unterstützen – eine große Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen. Zum anderen gibt es im Juli eine weitere Abstimmung über die konkreten Forderungen. Alle Aktiven bekommen so die Möglichkeit, bestimmte Themen nach vorne zu wählen. Mit diesem Ranking ziehen wir dann in den Wahlkampf, sodass die Parteien nicht an den Forderungen der Campact-Aktiven vorbeikommen.

  • Sehr gute Idee, und ich bin dabei mit einer Diskussionsrunde. Aber: Ich finde die Formulierung falsch, dass wir dort Forderungen „an die Politik“ entwickeln. Nein, was wir dort tun, ist: Wir machen Politik. Politik ist etwas, das man macht. Politik ist nicht eine Art Firma wie die Bahn oder sowas. Wenn wir sagen, hier sind wir und da ist „die Politik“, dann erzeugen wir eine Trennung, die in einer lebendigen Demokratie nichts zu suchen hat. An wen richten wir später unsere Forderungen? Wir richten sie an konkrete Personen, nämlich an die Bundestagskandidat*en. Dann sollten wir das auch so sagen. Übrigens sollten wir wirklich mehr an die Bundestagskandidat*en denken als an die neue Bundesregierung. Denn wir wählen den Bundestag und nicht die Bundesregierung. Für politische Weichenstellungen, wie wir sie anstreben, ist der gewählte Gesetzgeber zuständig, also der Bundestag. Lasst uns bei unseren Formulierungen Floskeln vermeiden und so konkret wie möglich Themen und Personen benennen!

  • Hallo Menschen und Bürger, hallo Campact,

    die Initiative „Aufbruch 2017 – So wollen wir leben“ ist lobenswert! Jeder Aufruf, der die Menschen aus ihren bequemen Sesseln und vom Fernseher wegholt und dazu bringt, auch hinter die Fassaden der Politik zu schauen, ist ein guter.

    Der aktuelle Zustand des intransparenten und von Interessengruppen durchzogenen Politik-Stils wurde auch auf campact schon mehrfach diskutiert, damit will ich nicht langweilen. Nur was ist die Lösung? Ich meine, wir können uns nicht darauf verlassen, dass gut gemeinte Petitionen dauerhaft etwas an der Situation ändern können.

    Wir brauchen politisch engagierte Menschen! Menschen, die sich erstens Zeit nehmen, sich in Politikthemen einzuarbeiten und als Multiplikatoren für den Rest des Souveräns den Abgeordneten/unseren Arbeitnehmern die richtigen Fragen zu Sachthemen und Arbeitsweise/Stil des parlamentarischen Arbeitens zu stellen und die Ergebnisse in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Abgeordneten müssen von uns gezwungen werden, ihre Arbeit transparent zu machen. Das kann aber nur ein erster Schritt sein.

    Zweitens können wir nicht darauf hoffen, dass uns die bisherige Parteien-Politik irgendeinen Gewinn an demokratischeren Beteiligungsverfahren freiwillig zukommen lässt (Ausnahmen mag es geben!), wir müssen es uns holen. Das geht nur, wenn alle zusammenstehen und wir uns selbst als möglichst partei-unabhängige Kandidaten in die Parlamente bringen. Wir von der etablierten Politik verdrossenen MÜSSEN selbst in das Zentrum der Macht, wenn wir wirklich mitreden wollen. Den Ansatz gibt es bei den Bürgerkandidaten (Initiative von Frau Grimmenstein). Dieser Ansatz hat leider einen Haken (dennoch kämpfe ich bspw. dort mit): er bezieht nur die Erststimme mit ein, die einer reinen Mehrheitswahl unterliegt. Die Chancen stehen somit nicht gut, dass das Parlament von parteilosen Kandidaten geflutet wird. Aber ein Versuch ist es wert.

    Als dritte Lösung bieten sich kleinere und neuere Parteien und Bewegungen an, die sich dem basisdemokratischen Prinzip unterwerfen. Ein Versuch wird gerade gestartet durch „Demokratie in Bewegung“.

    Ich möchte Sie alle bitten: blocken Sie sich jeden Abend eine Stunde, vielleicht auch zwei, in der Sie statt Tatort oder Champions-League sich tiefer in politische Themen einarbeiten, schreiben Sie Ihre Abgeordneten an. Bitten Sie um Transparenz. Fragen Sie nach deren Abstimmungsverhalten bei nicht-namentlichen Abstimmungen. Die Abgeordneten müssen UNS als Souverän zur Verfügung stehen, nicht Lobbyisten. Fragen Sie nach den Nebeneinkünften, fragen Sie nach den Tätigkeiten und Meetings mit Lobbyisten. Fragen Sie nach deren Aufgaben neben dem reinen Mandat, und Wenn wir keinen Druck machen, dann können sie immer sagen: „Es wollte und will doch keiner wissen – wofür brauchen wir dann Transparenz?“

    Machen Sie mit bei den Bürgerkandidaten, als Kandidat oder als Teilnehmer in den vielen Bürgerkomitees im ganzen Land, vielleicht auch bei Ihnen in der Region. Oder Sie finden Ihre Heimat bei der „DiB“, auch dort werden engagierte Mitstreiter benötigt, die eine Demokratisierung von unten her einfordern wollen.

    Ich drücke uns allen die Daumen!

    Herzliche Grüße,
    Sebastian Bucher

    • von Karl Rimpel

      Harharhar…
      Eine Wahlrechtsreform kommt auf jeden Fall auf meine Agenda für die Diskussionsrunde.
      Weg mit den Listenplätzen,sage ich.
      Auf das die Abgeordneten in Zukunft den Bürgern ihres Wahlkreises direkt verpflichtet sind und nicht mehr so sehr einem homogenisierenden Parteiapparat.
      Mal schauen was noch so dazukommt…

      MfG.
      K.

      PS: Hat sich noch jemand hier so über das Urteil des europäischen Verfassungsgerichts zur Bürgerinitiative Stop TTIP gefreut wie ich?

      Harharhar.

    • von Walter Linner

      Danke!
      Ich bin zu 100% Ihrer Meinung.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Linda Neddermann

Trainee Campaigning – Linda Neddermann, Jahrgang 1988, ist gebürtige Bremerin, Politikwissenschaftlerin und Tierschützerin. Sie war von 2011-2015 Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit den Schwerpunktthemen Jugendpolitik, Tierschutz und Strategien gegen Rechtsextremismus. Danach war Linda bei der Kinderhilfsorganisation „Aktion Hilfe für Kinder“ für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hat ihr Studium der Politikwissenschaft an der Uni Bremen abgeschlossen.