Rheinmetall: Rüstungskonzern ratlos

Rheinmetall verkündet das Aus für die geplante Panzerfabrik in der Türkei. Hunderttausende unterzeichneten unseren Appell gegen den Panzer-Deal – auch deshalb gibt der Rüstungskonzern jetzt auf. Hier erfährst Du mehr.

von  14 Kommentare
Rheinmetall verkündet das Aus für die geplante Panzerfabrik in der Türkei. Unser Protest hat gewirkt, unsere Kampagne schaffte es in alle Medien – auch deshalb gibt der Rüstungskonzern jetzt auf. Hunderttausende unterzeichneten unseren Appell gegen den Panzer-Deal: Für die neue Bundesregierung ist das Geschäft mit der Türkei so zum heiklen Thema geworden. Keiner will sich daran verbrennen. Rheinmetall musste sich eingestehen: Eine Erlaubnis zum Export der Panzer-Baupläne in die Türkei wird es nicht geben.

Widerstand von über 280.000 Campact-Aktiven

Die hartnäckige Arbeit der Rüstungslobby war umsonst. Obwohl die ehemaligen Minister Franz Josef Jung (CDU) und Dirk Niebel (FDP) mit Posten bei Rheinmetall geködert wurden, platzte der Deal. Das ist dem Widerstand von über 280.000 Campact-Aktiven zu verdanken – und auch den weiterhin schlechten Beziehungen zwischen Berlin und Ankara. Präsident Recep Erdogan ist kaum berechenbar: Die Rheinmetall-Panzer könnte er gegen Protestierende im eigenen Land einsetzen – und auch in Krisengebiete exportieren. 

Für mich persönlich war die Panzer-Kampagne eine Herzensangelegenheit. Als ich erfuhr, dass Rheinmetall eine Fabrik in der Türkei plant, war ich einfach nur wütend. Ausgerechnet für Präsident Recep Erdogan wollte der Konzern Panzer bauen. Erdogan, der in seinem Land Richter/innen und Lehrer/innen entlässt und durch Gefolgsleute ersetzt. Erdogan, der die freie Presse unterdrückt, Journalist/innen verhaften lässt und sogar in Deutschland Menschen bespitzelt und drangsaliert. Ich war mir sicher: Dieser Präsident hätte nicht gezögert, die Rheinmetall-Panzer auf das eigene Volk schießen zu lassen.

Protest bei der Rheinmetall-Hauptversammlung

Panzer rollen auf unbewaffnete Menschen zu: Wie bedrohlich, wie furchtbar das in der Realität aussieht, kann man sich kaum vorstellen. Deswegen haben wir es gezeigt. Mit einem echten Panzer fuhren wir bei der Rheinmetall-Hauptversammlung vor. Wir haben Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Kanzleramts-Minister Peter Altmaier (CDU) auf dem Evangelischen Kirchentag an ihre Verantwortung erinnert. Das war beiden höchst unangenehm. Dennoch sah es eine Zeit lang so aus als würde Rheinmetall den Protest aussitzen.

Armin Papperger, der Chef des Rüstungskonzerns, wartete die Wahl ab und musste danach erkennen: Auch in einer Jamaika-Bundesregierung ist die Panzerfabrik nicht durchsetzbar. Ihm muss klar sein, dass unser Protest anhält, wenn er es mit der  Exportgenehmigung für die Panzer-Baupläne jetzt weiter versucht. Und die Grünen achten auf Proteste.

Hilf uns stark zu bleiben!

Es spricht sich in der Rüstungsindustrie herum: Unsere 60.000 Förder/innen versetzen uns in die Lage, aus dem Stand jederzeit mächtige Kampagnen zu starten. Das gibt mir Hoffnung. Dir auch? Dann mach doch mit: Unterstütze Campact mit einem regelmäßigen Förderbeitrag.

14 Kommentare

  • von Marc,hamza

    Warum macht ihr solche Kampagnen nicht mit rüstungsdeals mit Saudi Arabien. Türkei ist das kleinste übel in der region. Darüber hinaus führt die türkei keinen Krieg im offensiven sinne, sondern eher als Verteidigung gegen bis an die Zähne bewaffneter kurden die wie der is von den ammis ausgerüstet werden.

    Man sollte generell die rüstungspläne ob offen oder verdeckt der Bundesregierung in frage stellen.

    Bei solch einer Steigerung von rüstungsexpprten in dieser Krisenzeiten macht so ein türkei Deal nicht einmal dem tropfen auf den heißen Stein aus.
    Da gibt es ganz andere Kaliber wo es wirklich Sinn macht tätig zu werden.

    Aber wegen dieser dämonisierung erdogans in deutschen Medien wurde das Thema bestimmt wieder extra hoch gekocht.

  • von Sd

    Es gibt Gefährliche Länder als die Türkei .Wie wärs denn mit Komplett abschaffen.Haupsache die Taschen sind voll.

  • von ugur

    sehr gut mit dem Boykott..umso schneller wird die Türkei eigene Panzer bauen…
    Angefangen haben die schon damit

    • von Sigi Ackermann

      Zynismus ist kein Argument für eine Rechtfertigung kriegstreiberischen Handelns.
      Was wäre wenn die Türken mit den Deutschen und anderen Europäern ein Eisenbahnnetz aufbauen würden, an dem alle Europäer, eigentlich alle Menschen, einen rein friedfertigen humanitären und gemeinnützigen Gewinn erzielen würden. In der Gegenleistung kann man in den sonnen starken Regionen der Türkei, und anderen garantierten Sonnenhochburgen Solarfelder aufbauen die eine mögliche Perspektive für alternative Energie Gewinnung für die Zukunft bieten.
      Nur mal so als FRIEDLICHE Option, Frau und Mann muss nur wollen.

    • von Erhan atas

      Genau so sieht es aus arme deutschland

  • von Jens

    Wegen aprotesten bestimmt nicht,sondern wirtschaftlichen Gründen,die den aktuellen Spannungen geschuldet sind. Es wird seitens der Türkei eine weitere Fabrik hochgezogen und Rheinmetall sowie KrausMaffei liefern Hauptkomponenten für die Serienfertigung. Spannend wie sich die Realität verfälschen lässt…

  • von holger

    Vorhandene Kommentare, bes.von Niclas v.11.11.und Antonio v.18.11., sind wirklichkeitsfremd und führen zu nichts.
    Die Proteste gegen die geplante Panzerfabrik in der Türkei waren unbedingt nötig und ein Etappenerfolg. Wir müssen aber sehen, daß Rheinmetall diese Pläne nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben hat, bis “die Luft wieder rein” ist. Der Konzern hält weiter fest am Ausbau seiner Kapazitäten in Italien, Südafrika, Saudi-Arabien (!) und ist offenbar in Verhandlungen mit Katar. Die Umgehung der Rüstungskontrollbeschränkungen i n Deutschland, so löcherig sie auch sind, sind längst im Gange. Der Konzern verdient prächtig an den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten. Und nicht nur er.
    Was nötig ist: Ein Verbot der Waffenexporte von deutschem Boden und über deutsche Häfen, beginnend mit den sog.”Kleinwaffen”. Das könnte der Bundestag von heute auf morgen beschließen.

  • von Tiger

    Und Sie finden es richtig, wenn dann russische Atombomben in Anatolien stationiert sind? Panzer richten sich nicht nur gegen die Anderen, die machen keinen Unterschied ob es die “Richtigen” trifft. Panzer kann man drehen – auch gegen das eigene Volk wie wir aus Ostdeutschland 1953, Budapest 1954,Prag 1968, Peking 1989 wissen. Was dürfen Regierungen denn noch alles gegen das Volk unternehmen, für und von dem sie gewählt werden!?

  • von Easy

    Wie währe es mal allgemein mal komplett auf die Rüstungsindustrie zu verzichten, gegen ein Land kommt mir nur als Schikane vor. Es gibt genug andere wirkliche Diktaturen. Scheinheilig. Die ganzen Terror-AG‘s bekommen zum Teil NATO Waffen oder Munition.

  • von Alibengali

    Wo kann man lesen, dass Rheinmetall das Türkeiprojekt tatsächlich aufgegeben hat.

  • von Niclas

    Eure Demonstrationen sind fehlgeschlagen! Wendet euren Blick gen Saudi-Arabien. Diese wollen einen der größten Rüstungskonzerne der Welt schaffen Namens SAMI und wer wird der Chef? Ein Rheinmetall-Manager welcher vorher auch bei Airbus tätig war. Ich persönlich glaube das es dazu gekommen ist, weil sich durch politische Problematik kaum mehr Geschäfte mit deutschen Rüstungskonzernen ermöglichen lassen. Macht weiter so! Stoppt Deutschland bei Waffenexporten, verschlechtert unsere Wirtschaft und sorgt dafür das im Ausland noch mehr Rüstungskonzerne entstehen weil es bei uns nichts mehr zu holen gibt!

    Im enddefekt sorgt ihr nur dafür das deutsche Arbeitsplätze verloren gehen, noch mehr Rüstungskonzerne im Ausland entstehen und nicht wir Geld verdienen sondern z.b. die Saudis welche möglicherweise für noch mehr Krisen in der Umgebung sorgen.

  • von Bilo

    Witz, was ist denn all mit den anderen wie zbsp. Sisi , wenn Rheinmetall nicht investiert dann kommen eben andere………

    • von murat

      Es geht auch ohne Deutsche Hilfe

  • von Metin

    Ihr seit Rüstungsweltmeister und Liefert alle die sich bekriegen…..
    Das Problem ist nicht erdogan sondern der Verdacht das die Osmanen wider erwachen .

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