Glyphosat: Pestizid-Chef der Lüge überführt

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) versucht, Täuschungen und Fehlurteile in ihrer Glyphosat-Bewertung zu vertuschen. Und das ziemlich dreist – oder einfach besonders ungeschickt? ARD Fakt überführt den Pestizid-Chef der EFSA live vor der Kamera.

Die EU hat Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen – ohne jeden Ausstiegsplan. Und das trotz vieler Bedenken. Denn die Bewertungen der EU-Behörden, die Glyphosat vom Krebsrisiko freisprechen, sind höchst zweifelhaft. Das belegt der Beitrag vom ARD-Magazin FAKT eindrücklich.

Monsanto & Co. haben Glyphosat in einem eigenen Dossier bewertet und damit in der EU die Zulassung beantragt. Die EFSA ist für die Risikoeinschätzung zuständig. Wie das Video zeigt, hat sie ihre Bewertung aber 1:1 aus dem Industrie-Dossier abgeschrieben – seitenweise! Der Pestizid-Chef der EFSA bestreitet das. Das ARD-Magazin Fakt belegt schwarz auf weiß: Er lügt. 

Unsere Chance: Die Zulassung der Pestizide mit Monsanto-Gift stoppen!

Nach dem Alleingang von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) muss die SPD jetzt ernst machen und helfen, Glyphosat-haltige Präparate bundesweit zu verbieten. Das ist möglich. Denn jedes Mittel, das den Wirkstoff enthält, braucht 2018 in Deutschland eine neue Zulassung. Eigentlich ist das nach einem positiven EU-Beschluss reine Formsache. Doch massive Kritik der Medien und unser Protest haben das geändert. 

Barbara Hendricks muss sich durchsetzen

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will Glyphosat-haltige Pestizide in Deutschland nicht weiter zulassen. An dem Verfahren ist aber auch das Agrarministerium beteiligt – ausgerechnet der Monsanto-Minister, dem wir die Zulassung auf EU-Ebene zu verdanken haben!

Barbara Hendricks muss sich jetzt durchsetzen. Dafür machen wir uns stark: Am Samstag, den 20. Januar fordern wir auf der großen “Wir haben es satt!”-Demo in Berlin ein bundesweites Glyphosat-Verbot.

Frankreich macht es vor

Wenn schon nicht europaweit, dann muss das Ackergift wenigstens in Deutschland verboten werden. Dass es möglich ist, machen unsere Nachbarn schon vor: Frankreich steigt aus und verbietet den Bienen-Killer ab 2022. Jetzt muss Deutschland folgen. Was Du dafür tun kannst? Unterzeichne jetzt unseren Appell!

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13 Kommentare

  • von Udo Friedrich

    Hi liebes Campakt Team

    ich habe mich auch entschlossen, bei Euch auf Dauer einzuzahlen. Ist zwar kein hoher Betrag, aber die Masse machts.
    Thema Glüphosat und Roundapp / Monsanto + Bayer: Ich bin gerade aus Südafrika und Sri Lanka zurück und hatte dort mit Bauern gesprochen. Sie leiden auch unter dem extremen Macht- und Dominanzverhältnissen die von Bayer/Monsanto über Dritte auf Sie ausgeübt werden. Auch sehen sie die gesundheitl. und natürl. Folgen auf Fauna + Flora und versuchen sich nach und nach davon zu lösen, in dem sie sich lokal abschotten. Sie haben die Zeichen erkannt und sprechen sogar voller Hass über diese Situation und der Allmacht der Konzerne über die Politik, erstaunlich. ich kann über diese Plattform keine Bilder verschicken, sonst hätte ich es getan.
    Leider ist es nicht möglich mit kriminellen Methoden, ich will dazu nicht tiefer eingehen, gegen die Handlanger und deren Auftraggeber vorzugehen, wie man es mit Euch gemacht hat.
    Viel Erfolg
    U. Friedrich

  • von Marion Schmitz-Pauli

    Wie komme ich am 20.01.2018 unkompliziert eingefädelt nach Berlin? Ich habe den Eindruck es sind am gleichen Tag auch dezentrale Demos geplant. Das ist nicht gut wie ich finde. In Nürnberg hörte ich vor längerem ist eine solche geplant. Ich bin nun hin und hergerissen.

    • von Campact Team

      Liebe Marion,

      schön, dass du bei der “Wir haben es satt”-Demo dabei sein möchtest. Alle Infos zur Anreise findest Du auf der Demo-Webseite. Dort gibt es auch eine Mitfahrzentrale. Hier ist Link: https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/anreise/

      Viele Grüße
      Das Campact-Team

  • Das ganze Thema macht mich so extrem wütend, da ich jeden Tag weiß, das was wir und unsere Kinder essen ist das reine Gift!
    Auch selber backen macht bei herkömmlichen Mehl keinen Sinn mehr, da dort ja auch der ganze Mist enthalten ist. Dieser Staat ist was das angeht wirklich das letzte in meinen Augen. Ich hoffe das dieses Feldgift ganz ganz schnell wieder verschwindet, sonst verschwinden wir aus diesem Land!!!

  • von wulfdad

    die Problematik liegt hier nicht alleine beim Glyphosat denn sollte die Verwendung eingeschränkt werden wird eher kurz als lang die Industrie mit einem Ersatzpräparat antworten. Grundsätzlich müssen Lebensmittel/Nahrung aus dem Spekulationsgeschäft ausgeschlossen werden denn so lange es möglich ist hier immense Gewinne einzufahren und Masse vor Qualität geht wird die Industrie/Finanzindustrie/Spekulanten ein Interesse daran haben unter allen Umständen die Produktion zu steigern. Stichwort “Wachstum”, da dieses durch einen natürlichen und Ökologischen Anbau im Ergebnis beschränkt ist wird man jede chemische Möglichkeit nutzen um seine Ziele zu erreichen, dies ohne einen Blick für die Folgen an Mensch, Tier und Natur. Sämtliche Schäden wird man mit falschen Berichten und Studien in den Hintergrund und aus der allgemeinen Wahrnehmung drängen und wo das nicht ausreicht halt noch mehr Chemie oder andere schädlichen Hilfsmittel einsetzen.

  • von Michaela Ponzini

    Wenn wir überleben wollen brauchen wir eine gesunde Natur und mit ihr gesunde hochwertige Nahrung – keine vergiftete….und keine Massenproduktion.
    Zurück zu den Wurzeln.
    Mass halten.
    Der Einzige Überfluss der uns gut tut ist der einer gesunden Natur mit einer grossen Artenvielfalt an Pflanzen & Tieren!!
    Die Schöpfung ist perfekt!
    …und der Job Gott ist längst vergeben.
    Mensch integriere dich.

    • kann ich nur zustimmen” der einzige Überfluss, der uns gut tut ist der eienr gesunden Natur”….und einer lebendigen Natur, “mit einer großen Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren” in der wir Teil sein können………..
      ……………in diesem Sinne: Frohe Weihnachten

  • von Thomas Schermer

    Es ging doch vor der Einführung auch mit anderen Mitteln.
    Also Ausstieg bis 2022 festschreiben!

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wie ihr wist,haben wir nur eine geschäfts führende Regierung
    in Berlin bis die in die gänge kommen ,vergeht sehr viel Zeit
    den sie verhandeln wider übrer eine neue Groko ob es
    so weit kommt,weiß niemant so genau .Die amtierende
    Umweldministerin wird es nicht leicht haben sich gegen den
    amtierenden Agraminister durch zu setzen,ich habe da mal,
    eine Frage kann Deutschland überhaubt im Alleingang Glyphosat
    verbietten,oder verstösst man gegen EU Rechte? auser dem
    möchte ich wissen ist Glyphosat Kreps erregent oder nicht?
    darauf habe keine Antwort erhalten.

    • von Daniel Muck

      Laut EU Verordnung Nr. 1107/2009 für das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, reichen 2 Tierstudien, die den Zusammenhang eines Pestizids mit dem Auftreten von Krebs aufzeigen, um den Wirkstoff in der EU komplett zu verbieten. In den Studien, die die 17 Wissenschaftler der WHO Krebsagentur IARC ausgwertet haben, fanden sie 21 Krebsfunde, die auf Glyhosat zurückzuführen sind. Die dazugehörigen Studien mit den jeweiligen Tumorbefunden aus den Jahren 1981 – 2009 findet man in dem offenen Brief von Prof. Portier an die EU Kommission, den man u.a. hier einsehen kann: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170529_OTS0116/glyphosat-eu-behoerden-uebersahen-8-krebsbefunde-in-industrie-studien Ansonsten kann sich jeder auch den Original IARC Glyphosate Review Bericht im Internet anschauen. Und Krebs ist noch eine der selteneren Krankheiten, die durch Glyphosat entstehen, denn es zerstört die Darmflora, fördert Autoimmunkrankheiten, Parkinson, ALS, ist hormoneller Disruptor…

  • von Frede Dietmar

    Wasser ist Leben Glyphosat macht es ungenießbar Kinder sterben an Krebs ne Tumore. Die EU steht unter den vertacht den Bio Betrug zu kennen den Kontrollen sind und werden gekauft.

  • von Klaus Sommer

    Wem nützt es, wenn Glyphosat verboten wird und was wird dann alternativ angewandt?
    Was schlägt Campact als Alternative vor? Diese Frage habe ich nun schon mehrfach gestellt, aber eine Antwort gab es bisher nicht.

    • von Daniel Muck

      Vielleicht haben sie ja auch schon mal was von den über 30.000 Öko-Landwirten in Deutschland gehört, die seltsamerweise alle ohne synthetische Pestizide wie Glyphosat auskommen. Und das ist auch gut und wichtig, denn die Öko-Landwirtschaft hat noch viel mehr Vorteile: Die Lebensmittel enthalten keine Pestizidcocktails, die unsere Kinder, Familien und Landwirte krank machen können. Sie haben laut Studien mehr Antioxidantion und Mineralstoffe, der Humus ist gesünder, der Öko-Acker kann doppelt soviel Regenwasser aufnehmen, was gut ist gegen Hochwasser, und das gespeicherte Regenwasser hilft auch bei Trockenperioden. Und Öko-Landwirtschaft ist gut für Bienen, Insekten und die Artenvielfalt sowie für das Klima. Denn Humus-reicher Bio-Acker speichert mehr CO2. Grundwasser und Trinkwasser müssen nicht mehr aufwendig und teuer gereinigt werden, und im Bio-Anbau wird auch weniger Dünger u.a. Gülle eingesetzt, was gut für die Gewässer ist. Das alles können sie im Internet nachlesen.

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Veröffentlicht von Daniela Antons