Transparenzbericht 2017: Das hat gewirkt

Stark, erfolgreich, unabhängig: Das ist Campact dank der Menschen, die unsere Bewegung unterstützen. Der neue Transparenzbericht 2017 zeigt, wie vielfältig Bürgerinnen und Bürger mit Campact für progressive Politik streiten. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

von  Felix Kolb 2 Kommentare
Klicken, protestieren, Politik bewegen: 1,9 Millionen Unterstützer/innen stritten 2017 mit Campact für progressive Politik. Im Transparenzbericht 2017 dokumentieren wir alle Zahlen ihres Einsatzes. Denn: Transparenz gehört für unsere Bürgerbewegung zum demokratischen Fortschritt dazu. Hier geht es direkt zum Transparenzbericht 2017.

Handelsabkommen: Jetzt heißt es dranbleiben

Die gute Nachricht zuerst: Das Handelsabkommen TTIP ist Ende 2016 gescheitert. Ein Grund zur Freude – mit einer bitteren Note. Denn für viele hat sich damit das Problem von unfairen Handelsabkommen erledigt. Die Spendeneinnahmen sind zurückgegangen. Dabei ist das Problem akut. Wie man am aktuellen Beispiel JEFTA sieht, gefährden diese geheim verhandelten Verträge die Demokratie – und in diesem Fall auch die Trinkwasserversorgung.

Hinzu kam ein zäher Bundestagswahlkampf und lang andauernde Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen. Für Campact bedeutete das ein politisch schwieriges Jahr. Denn über viele Monate standen nur wenige wichtige Entscheidungen auf der Tagesordnung.

Ein gutes Ergebnis, trotz weniger Einnahmen

Trotz der niedrigeren Einnahmen ist uns ein positives Jahresergebnis gelungen, da wir die Ausgaben reduziert haben. Außerdem waren die Campact-Unterstützer/innen da, als wir sie brauchten – und es waren so viele wie noch nie. Ende 2017 informierten sich 1,9 Millionen Menschen über unseren Newsletter und zum ersten Mal standen mehr als 60.000 Förder/innen an unserer Seite. Über 70.000 Menschen haben uns mit einer Spende unterstützt.  

Hier können alle Interessierten den Transparenzbericht online lesen – einfach auf das Bild klicken und das PDF durchblättern:

Campact: Hier wirkt Ihre Spende

Spenden und Förderungen kommen an – und zwar genau dort, wo das Geld am meisten bewirkt. Der Großteil der Campact-Einnahmen fließt unmittelbar in die Kampagnen und die dazugehörige IT-Infrastruktur. Nur mit der nötigen Technik können wir Online-Appelle für Hunderttausende starten.

Weil wir Geld vor allem in die Kampagnen stecken, sind auch unsere Ausgaben gesunken: 2017 gab es weniger Momente, in denen eine konkrete politische Veränderung möglich gewesen wäre. Das sind die Situationen, die wir als Bürgerbewegung suchen: Augenblicke der Entscheidung, bei denen wir mit Aktionen und Demonstrationen vor Ort sind – und so progressiven Wandel schaffen.

Schwarmfinanzierung: Sind wir viele, sind wir stark

Partizipative Schwarmfinanzierung: So finanziert sich Campact. Transparenzbericht 2017

Viele einzelne Menschen tragen Campact. Geld von öffentlichen Institutionen nehmen wir nicht an. Deshalb kann Campact politisch unbequem sein – ohne Angst davor haben zu müssen, dass Zuschüsse wegfallen. Auch Konzerne schließt Campact als Geldgeber aus. Nur so können wir mutig und glaubwürdig Kampagnen starten, die Großkonzerne herausfordern.

Bei Campact spendet jede/r was sie oder er kann – und was sie möchten. Die Hälfte aller Spender/innen gaben Campact 2017 einen Betrag von 50 Euro oder weniger. Der durchschnittliche Monatsbeitrag der Förderinnen und Förderer betrug 8,59 Euro.

Schon mit einem kleinen monatlichen Beitrag kannst auch Du bedeutend zu unserer Unabhängigkeit beitragen. Bitte fördere jetzt Campact, damit wir als Bürgerbewegung weiter unabhängig und stark für progressive Politik streiten können.

Erfolge und Rekorde für eine lebendige Demokratie

2017 haben wir Rekorde gebrochen. Im November gingen 25.000 Menschen auf die Straße. Es war die größte Klimademo in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Forderung: “Klima schützen – Kohle stoppen!” Die Klimabewegung wächst und streitet auch im Jahr 2018 für den Kohleausstieg.  

Im Wohnzimmer, auf dem Campingplatz oder auf dem Segelschiff: Campact-Unterstützer/innen organisierten vor der Bundestagswahl 1.200 Diskussionsrunden. Mit Nachbarn, Freund/innen oder neuen Bekannten entwarfen sie Visionen für eine bessere Gesellschaft. Damit haben sie dem trägen Wahlkampf ein Beispiel lebendiger Demokratie entgegengesetzt.

Schwerpunkt der Campact-Kampagnen 2017

Ökologische Agrarpolitik war ein Schwerpunkt der Campact-Kampagnen 2017. Europaweit sammelten wir – vernetzt mit anderen Organisationen – 1,3 Millionen Unterschriften für ein Glyphosatverbot. Ein Rekord. Die EU entschied sich vorerst gegen ein Verbot – merkte aber, wie wichtig den Menschen das Thema ist. Gemeinsam werden wir weiter alles daran setzen, dass die deutsche Regierung Glyphosat 2018 endlich verbietet.

PS: Welchen Erfolg konnte Campact für Studierende erreichen? Für welche Kampagnen wurde am meisten gespendet? Alle Details zum Campact-Jahr 2017 findest Du hier im Transparenzbericht 2017.

2 Kommentare

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wer das glaubt.
    ich habe noch nie gehört das man
    mit Demos und Unterschriften etwas geendert hat,
    das beste beispiel ist doch Stutgart 21 da wirt weiter
    gebaut obwol die Bürger da gegen demonstrirt haben
    genau das wirt auch im Hambacher Forst geschehen.

  • von Michael

    Ich finde Campact eine tolle Sache. Als deutscher Bürger der im EU-Ausland lebt habe ich keine Wahlrecht mehr in DE. Das ist die Demokratie in Euroland… Mit Campact kann ich aber vielleicht doch etwas mit meiner Stimme bewegen.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Felix Kolb

Dr. Felix Kolb, Jahrgang 1973, ist Politikwissenschaftler. Er promovierte an der FU Berlin über die politischen Auswirkungen sozialer Bewegungen. Nach der Beendigung seines Studiums beteiligte er sich als Pressesprecher am Aufbau von Attac. Zusammen mit Christoph Bautz gab er den Anstoß zur Gründung der Bewegungsstiftung. Er arbeitet als Geschäftsführer bei Campact.