Qual ohne Wahl

CDU-Agrarministerin Julia Klöckner will ein Tierwohl-Label auf den Markt bringen, das Agrarkonzerne zu nichts verpflichtet und den Tieren nicht hilft. Die Qual im Stall muss ein Ende haben. Unterzeichne jetzt unseren Appell für ein verpflichtendes Gütesiegel!

Wer im Supermarkt nach den Grillwürstchen oder der Milchtüte greift, weiß nichts über die Lebensbedingungen der Tiere. Viele hatten entzündete Gelenke, Lungen oder Euter. Jedes vierte Tier, das als Produkt auf unserem Teller landet, war krank. 

CDU-Agrarministerin Julia Klöckner plant jetzt ein Gütesiegel für Fleisch – mit dem die Qual in den Ställen weitergeht. Das Tierwohl-Label verpflichtet die Agrarkonzerne zu nichts: Die Kennzeichnung ist freiwillig – und gilt nur für Schweine.

Tierwohl muss Pflicht sein

Wir brauchen ein verpflichtendes Kennzeichen für alle Produkte. Das fordern Tierschutzverbände seit Jahren. Auch der Deutsche Bauernverband und die Schweinehalter*innen rufen nach der Pflicht. Selbst in der Union gibt es Stimmen, die ein verbindliches Siegel fordern. Doch Klöckner will sich nicht mit mächtigen Großkonzernen anlegen. Sie hält stur an der Freiwilligkeit fest. 

Jetzt müssen wir Verbraucher*innen eingreifen – damit Julia Klöckner merkt: Mit ihrem Etikettenschwindel kommt sie nicht weit. Wenn wir mindestens 100.000 Unterschriften zusammenkriegen, organisieren wir einen großen Aufstand der Tiere. Verkleidet als Kühe, Schweine und Hühner machen wir der Agrarministerin klar: Wir wollen keine Politik, die Tierleid legitimiert. Unterzeichne dafür jetzt den Appell an Klöckner! 

Zweieinhalb DIN-A4-Blätter mehr Platz

Gekürzte Ringelschwänze, abgeschliffene Eckzähne und kaum Platz: Die unterste Stufe von Klöckners Kennzeichen liegt kaum über dem gesetzlichen Mindeststandard. Danach soll ein 110 Kilogramm schweres Mastschwein gerade einmal zweieinhalb DIN-A4-Blätter mehr Platz bekommen. Viele Hersteller werden sich damit begnügen und ihre Produkte mit Begriffen wie “artgerecht” und “mehr Tierwohl” schmücken. So lässt sich vor allem der Umsatz steigern, nicht aber das Wohlergehen der Tiere. 

Um die Verhältnisse in den Ställen zu ändern, muss ein gesetzlich verpflichtendes Kennzeichen her – und zwar für alle Tiere. Nur so können Verbraucher*innen vor dem Kühlregal richtig handeln. Die verpflichtende Kennzeichnung für Hühnereier zeigt, wie viel das bringt: Inzwischen sind die billigsten Eier mit der Ziffer 3 – aus Käfighaltung – weitgehend aus den Supermarktregalen verschwunden.

Freiwilligkeit funktioniert nicht in der Lebensmittelbranche

Freiwilligkeit funktioniert nicht in der Lebensmittelbranche. Zeige Julia Klöckner, dass Du wissen willst, was Du kaufst. Unterzeichne jetzt den Appell und fordere von der Agrarministerin ein verpflichtendes Kennzeichen.

PS: Die Kuh Nummer 38540 ist schwer krank. Statt sie zu erlösen, wird sie getreten und über den Boden geschleift. Videos aus einem Allgäuer Milchviehbetrieb zeigen: Unseren Tieren geht es miserabel. Ein verpflichtendes, weitreichendes Tierwohl-Label könnte das Tierleid beenden. Unterzeichne dafür jetzt! 
Du willst noch mehr tun? Dann teile den Appell bitte mit Deinen Freund*innen! 

10 Kommentare

  • von Ulrich Stolarczyk

    Tierschutz u. Tierwohl, dies wird zu selten genannt, wenn es um Fleischreduktion geht. In der letzten Sendung von Maybrit Illner benutzte sie diese wichtigen Wörter nicht einmal. Komikerin Kebekus macht in jeder ihrer Sendungen Fleischwerbung, verhöhnt Vegetarier u. Veganer und macht sich damit über das Tierleid lustig. Nuhr stellt Petenten als naiv u. dümmlich dar, hält nichts von dieser Art der Meinungsäußerung u. der Chance, Dinge, hier Tierwohl ,zu verbessern. Immer wieder schockierend, entlarvend u. bezeichnend, daß Tiere, hier sog. Nutztiere, nur als Industrieprodukte, nicht aber als Lebewesen, mit Gefühlen u. Schmerzempfinden gesehen werden. – Nutztiere sind die Sklaven unserer Zeit u. von diesem Sklaventum profitieren viele .. noch. Es dauerte lange das Sklaventum abzuschaffen, große Widerstände gab es. Heute eine starke Agrar- u. auch Jagdlobby, die Veränderung verhindert. Nutz- u. Wildtiere werden liquidiert, bei Letzteren werden Scheinargumente genannt.- Fleischersatz kommt!

  • Auf jeden Fall sollte eine Kennzeichnung Pflicht sein! Sonst ist es ja nur eine Mogelpackung, die die Verbraucher täuscht. Und ja, Klöckners Einstiegsstufe ist ebenso eine Mogelpackung, von Tierwohl kann da keine Rede sein. Die Standards müssen also dringend angehoben werden! Wir vom NEULAND e.V. haben uns da auch Gedanken gemacht und hoffen vor allem, dass die Politiker mal aus dem Knick kommen und möglichst schnell Nägel mit Köpfen machen! Unsere Landwirte betreiben bäuerliche Landwirtschaft mit Bestands- und Flächenobergrenzen – in diesem Rahmen sind Tierwohl und tiergerechte Haltung möglich. Aber nur mit einer verpflichtenden Kennzeichnung und einem ordentlich angehobenem Mindeststandard kommt das letztendlich auch bei den Verbrauchern an und nur so können sie für das Wohlergehen der Tiere aktiv etwas tun.

  • Traurig finde ich, dass wenn man Menschen auf diese Zustände hinweist, sie darüber schockiert sind (oder es zumindest vortäuschen), sich aber kurze Zeit später wieder ihre Schweinekotletts im Supermarkt um die Ecke holen um diese bei einer gemütlichen Grillparty zu verzehren. Von der Erkenntnis, dass dies Zustände unter deren Tiere gehalten werden nicht akzeptabel ist bis hin zu „ist mir eigentlich völlig egal“ vergehen oftmals nur Augenblicke. Traurig aber die Wahrheit.

  • Da zeigt sich mal wieder das wahre Gesicht der guten Frau Klöckner.

    Immer wischi-waschi Politik und Hauptsache die Konzerne müssen sich keiner Verantwortung stellen.
    Dieses Label wird absolut gar nichts bringen und kein einziges Tier in eine bessere Lebenssituation bringen.

    Schade, Schade …

  • Ein Label das Agrarkonzerne zu nichts verpflichtet und den Tieren nicht hilft. Ich frage mich manchmal ernsthaft, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die solche Ideen haben. Wie @Lena bereits geschrieben hat, ein „Alibi-Label“. Jeder, der über einen gesunden Menschenverstand verfügt, sollte den Appell für ein verpflichtendes Gütesiegel unterzeichnen um die Tiere (die sich gegen nichts wehren können) zu schützen und unterstützen.

  • von Lukas Feldmeier

    Hallo zusammen,

    muss mich über einige der Kommentare hier wundern. Deutschland ist einer der größten Schweinefleischexporteure der Welt. Hier mal ein paar Beispiele für die „hohen“ Tierhaltungsstandards hierzulande:

    In Deutschland haben Schweine 0,75 Qm Platz im Stall und i.d.R. keinen Auslauf. Sie leben auf Vollspaltenböden, Säue monatelang jedes Jahr im Kastenstand, wo sie sich noch nicht einmal umdrehen können. Ihre Schwänze werden amputiert, Ferkel weiterhin betäubungslos kastriert. Ihnen wird kaum Beschäftigungsmaterial zugestanden, ihre Eckzähle abgekniffen. Ca. jedes zehnte Schwein wird nicht ordentlich betäubt und ist bei Bewusstsein, wenn es ausblutet, Tiertransporte dauern bis zu 24h… Ähnlich könnte man es für andere Tiere ausführen. Hinzu kommt: Dies waren nur die legalen Quälereien, aber vieles bleibt unentdeckt wegen der absurd niedrigen Kontrolldichte (alle 50 Jahre in Bayern).

  • von Adalbert Mauch

    Hans-Hermann Hauschild, die Landwirtschaftsministerin redet nicht mit den Verbrauchern und mit Campact. Der Vorschlag geht ins Leere!
    Sie redet eher vor braven CDU-Wählern, die schon beim ersten Anblick ihr zuklatschen. Da genügen schöne aber unverbindliche Worte über verantwortbare Lebensmittel. Da wird Ihnen auch die Mär von „europäischen Alleingängen“ als nicht machbar eingeflötet.
    Deutschland ist nicht Vorreiter bei Tierwohllabels, sondern zögernde Nachzügler bei den Hinterbänklern.
    Es war ein grosser Fehler, eine Weinkönigin zur Landwirtschaftsministerin zu machen und genauso ein grosser Fehler, dass die SPD sich in eine weitere Koalition begeben hat.

  • Was für ein Alibi-Label. Ich wünsche mir eine verpflichtende Kennzeichnung von Haltungsbedingungen und Herkunft!

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Was nutzt ein Tierwohllebel in Deutschland wen
    in denn anderen Ländern der EU sich nicht ändert,
    Ihr fordert immer das sich die Landwirtschaft ändern
    mus und auch soll, wie stellt Ihr Euch das vor es sind
    bis her keine Vorschläge von Campact gemacht worden
    ich schlage vor sich mal mit der Ministerin und den
    Bauernverband zu treffen und über die Probeme zu sprechen.

  • von Niestert

    Ich befürworte sehr Ihre Initiative für verpflichtendes Tierwohl. Nur was nützt es uns nur in Deutschland. Die Tierbestände sinken ja kontinuierlich in Deutschland Aufgrund von Tierwohl, Umweltauflagen. Das ist auch erforderlich. Das größte Problem ist der Verbraucher der zu 90 % nach dem Preis geht, ich kann es ihm nicht verdenken denn es gibt zum kleinen Preis sehr gute Lebensmittel. Nur zum kleinen Preis kann man kein Tierwohl erreichen, die Konsequenz ist in Deutschland wird Landwirtschaft abgeschafft. Die Landwirte wissen mittlerweile das es sehr schwer ist für solche Produkte Abnehmer zu finden, daher kann keiner in solche Ställe investieren. Es gibt Wartelisten für Landwite die zu solchen Standards produzieren wollen, nur zu wenige Verbraucher die es dauerhaft kaufen. Bei den Eiern hat es ja gut geklappt. Die Eier in Fertigprodukten und in Großküchen kommen als Flüssigei aus dem Ausland. Die sehen selten Tageslicht. Wenn wir keine Weltweiten Standarts schaffen helfen wir keinem

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Veröffentlicht von Lina Gross