Das große Klima-Versagen – und jetzt?

Ein fulminantes Fest des Protests mit 1,4 Millionen Bürger*innen - und trotzdem versagt die Regierung beim Klimaschutz. Was bedeutet das jetzt für uns als Klima-Bewegung? Campact-Vorstand Christoph Bautz hat dafür erste Antworten formuliert. Warum wir Neuwahlen brauchen - und wie wir sie durchsetzen. Wieso die Grünen es alleine auch nicht bringen. Und wie wir eine Wahl jetzt zur Klimawahl machen, die kaum einer auf dem Zettel hat.

Das war’s überhaupt nicht. Ein „Dokument der Mutlosigkeit“ nennt der renommierte Klimaforscher und Merkel-Berater Ottmar Edenhofer das Klimapaket der Regierung. Und in dieser vernichtenden Einschätzung sind sich Klimawissenschaftler*innen, das Gros der Medienlandschaft und die Mehrheit der Bevölkerung einig. Denn: Nach Berechnungen der Analysten von Agora Energiewende erbringt das Sammelsurium an Maßnahmen nur ein Drittel der CO2-Einsparung, die zum Erreichen des 2030-Klimaziels der Regierung nötig sind.

Das Klimapaket reicht nicht aus

Bitter ist: Der Beschluss der Regierung fiel zeitgleich zur größten Demonstration, die dieses Land jemals gesehen hat. Viele Campact-Unterstützer*innen fragen uns jetzt, was wir denn noch tun können, wenn nicht einmal 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen die Regierung von solchen fatalen Beschlüssen abhalten konnten. Wir haben die letzten Tage viel nachgedacht und diskutiert – und einige erste Antworten entwickelt:

Was hilft jetzt noch, wie können wir konsequenten Klimaschutz durchsetzen?

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Was jetzt noch hilft

Eines ist für uns jetzt klar: Mit dieser Regierung wird das nichts mit konsequentem Klimaschutz. Den bekommen wir nur, indem wir dafür sorgen, dass die GroKo abtritt – und den Platz frei macht für eine Regierung, die beim Klimaschutz ernst macht. Denn die Klimaforschung sagt uns knallhart: Wenn wir verhindern wollen, dass die Welt sich über die kritische 1,5-Grad-Schwelle erhitzt, hinter der eine sich selbst beschleunigende Klimakatastrophe droht, dann dürfen wir weltweit nur noch 420 Gigatonnen CO2 ausstoßen. Bleiben die CO2-Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, ist unser gesamtes verbleibendes Budget schon in zehn Jahren verbraucht. 

Klimaschutz: Die Zeit rennt

Sprich, die Zeit rennt. Zwei weitere Jahre Stillstand beim Klimaschutz können wir uns nicht erlauben. Doch in der Union verhindert der Wirtschaftsflügel wirksame Klimapolitik. Die SPD ist offenbar zu schwach, sich gegen diesen Widerstand durchzusetzen. Und beide eint die große Angst, dass Klimaschutz den Klimaleugner*innen von der AfD Wähler*innen zutreiben könnte. In den monatelangen Verhandlungen zum Klimapaket ist es nicht gelungen, diese Blockade zu durchbrechen – wieso sollte sich das in den nächsten beiden Jahren ändern? Zumal die Spitzen beider Parteien ihr Versagen auch noch zu bejubeln scheinen.

SPD muss den Stecker ziehen

Mit der Forderung nach einem Ende der Großen Koalition nehmen wir den derzeit gewichtigsten SPD-Politiker beim Wort: Vizekanzler Olaf Scholz. Noch Anfang des Monats verkündete er: „Ein Klein-Klein in der Klimapolitik hilft nicht weiter. […] Wir brauchen einen großen Wurf, wenn wir als Regierung weiter eine Berechtigung haben wollen, das Land zu führen.” Nun ist „Klein-Klein“ für das Klimapaket sogar noch eine beschönigende Beschreibung: Mit der Erhöhung der Pendlerpauschale oder mit neuen bundeseinheitlichen Hürden für den Ausbau der Windkraft bremst es den Klimaschutz sogar aus.

Ob die Groko hält oder fällt: Das entscheidet sich am 7. und 8. Dezember. Dann kommt die SPD in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Und zieht ihre Halbzeitbilanz für Schwarz-Rot. Die Spitzen der Partei und auch viele Abgeordneten klammern sich an die GroKo, da sie angesichts desolater Umfragewerte um ihre Posten zu fürchten scheinen. Vermutlich klammern sie sich an die Hoffnung, irgendwie bis zur regulären Wahl 2021 aus dem Tal der Tränen herauszufinden. Doch die Stimmung in der Partei ist miserabel. Bei vielen Delegierten könnte sich die Einschätzung durchsetzen: Die GroKo stellt eine existentielle Gefahr für die Sozialdemokratie im Land dar. Gemeinsam müssen sie ihr den Stecker ziehen. 

Denn eine ganze Generation droht der SPD verloren zu gehen: Schon über die Zustimmung der SPD zu Upload-Filtern waren viele junge Menschen empört. Mit dem Klimapaket und dem hilflosen Versuch der regierenden SPD-Politiker*innen, eine Niederlage als Erfolg zu verkaufen, verspielt sie ihre letzte Glaubwürdigkeit. Für die Jugend entwickelt sich die SPD immer mehr zum Feindbild, aber keinesfalls zur wählbaren Option. Und auch die älteren Semester wenden sich scharenweise ab. 

Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema

Wann sollten wir in einer parlamentarischen Demokratie den Ausweg vorgezogene Neuwahlen nehmen? Nur in sehr gewichtigen Ausnahmefällen. Wenn eine Regierung völlig den gesellschaftlichen Rückhalt verliert, wenn sie eine gesellschaftliche Grundstimmung überhaupt nicht mehr repräsentiert. Wie derzeit bei Schwarz-Rot: Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema. Rangierte sie in der Wichtigkeit der Themen zur letzten Bundestagswahl noch auf Platz 7, ist sie seit Monaten einsame Spitze. Eine Regierung, die dem überhaupt nicht gerecht wird, muss Platz machen.

Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot?

Bloß für wen? Für eine Regierung, die nach einer Klimawahl ihr Amt antritt und Klimaschutz den richtigen Stellenwert gibt – als die zentrale und existentielle Menschheitsaufgabe des nächsten Jahrzehnts. Dreh- und Angelpunkt einer solchen Regierung wären nach Lage der Dinge die Grünen. Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot – keine der nach Umfragen denkbare Regierungsmehrheit jenseits der GroKo kommt ohne die Grünen aus. Sie müssen die Lösung der Klimakrise zur zentralen Aufgabe einer wie auch immer zusammengesetzten Koalition machen.

Diese Gleichung geht nicht auf

Doch eine Gleichung geht nicht auf: Grüne an die Macht – und dann ist alles gut. Denn dazu müssen sich auch die Grünen erst noch der Dimension der Aufgabe stellen. Bisher schrecken sie zurück, die Begrenzung der Klimaerhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zum Maßstab ihrer Politik zu machen. Und genau die Einhaltung dieses Limits stellte ihr Wahlprogramm zur letzten Bundestagswahl bei Weitem nicht sicher.  

Zudem droht bei einer Koalition der Grünen mit CDU/CSU oder FDP die zweite zentrale Säule von Klimapolitik unter die Räder zu kommen: für den sozialen Ausgleich zu sorgen. Denn nur, wenn es auch sozial gerechter im Land zugeht und soziale Härten für die Schwächsten verhindert werden, wird eine ambitionierte Klimapolitik auf den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt treffen.

Sollten wir die Auseinandersetzung, ob die SPD die GroKo verlässt, gewinnen, müssen als nächstes die Grünen in unserem Fokus stehen. Damit sie Klimapolitik auch auf einem Ambitionsniveau durchsetzen wollen, dass der Dramatik der Klimakrise angemessen ist. Und dabei die soziale Frage neben der ökologischen nicht aus dem Auge verlieren. Dafür müssen wir die Grünen treiben – sie aber auch immer wieder unterstützen, wenn sie den Gegenwind von Auto- und Energiekonzernen abbekommen. Denn deren Widerstand gegen konsequente Klimapolitik wird massiv sein. 

Die SPD zum Verlassen der GroKo bringen, die Grünen zu echtem Klimaschutz antreiben, der Macht der großen Konzerne widerstehen – all das wird nur mit einer lebendigen und breit verankerte Klimabewegung gelingen. Wie kraftvoll sie ist, in welch neue Dimension sie vorgedrungen ist – das haben wir am Freitag letzter Woche alle gemeinsam an Hunderten Orten unter Beweis gestellt. Darauf können wir stolz sein. Und darauf können wir bauen. 

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Das Klimapaket zeigt, wie wir Klimaschutz nicht angehen sollten. Es nimmt vor allem sehr viel Geld in die Hand, um Bürger*innen und Wirtschaft Anreize für klimafreundliches Verhalten zu geben. Das alleine ist teuer, ineffizient und schickt ein fatales Zeichen an die Welt: Klimaschutz, das geht nur mit viel Geld. Wenn Ihr das nicht habt, könnt Ihr es lassen. 

Dabei brauchen wir für ambitionierten Klimaschutz nicht nur Geld. Eine gut aufeinander abgestimmte und sich gegenseitig verstärkende Mischung von Geboten und Verboten, Marktanreizen und Steuern, Subventionen und Kürzungen. Die folgenden Aspekte erscheinen uns dabei entscheidend zu sein:

  • Harte Verbote? Na klar!

Spätestens seit der Debatte um den Vorschlag der Grünen für einen Veggie-Day und den Erfolgen der AfD schrecken CDU/CSU und SPD vor dem wichtigsten Klimaschutz-Instrument zurück: Verbote. Dabei sind sie ja nichts anderes als das: klare Regeln. Sie würden zwar auch den*die Einzelne*n, aber vor allem die großen Unternehmen treffen: Etwa die Kohlekonzerne, die in Deutschland soviel CO2 erzeugen wie in keinem anderen europäischen Land. Und die Autoindustrie, die uns immer PS-stärkere und klimaschädlichere Spritschlucker und SUVs andrehen will. 

Wenn überhaupt, findet man im Klimapaket der Regierung daher nur Verbote, die zeitlich sehr weit entfernt liegen. 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden. Und dort, wo man schnell am meisten CO2 einsparen könnte – bei der Kohlekraft -, soll erst 2038 Schluss sein. Dabei hätten Regeln ganz entscheidende Vorteile: Sie kosten den Staat nichts. Sie sind schnell umzusetzen. Und sie geben der Wirtschaft einen klaren Orientierungsrahmen, wann in welchem Sektor mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas Schluss ist. 

Welche Regeln wir bräuchten, um das 1,5-Grad-Limit nicht zu überschreiten? Werden wir konkret: 2020 muss Schluss sein mit neuen Ölheizungen, dicht gefolgt von Gasheizungen. Nach 2025 dürfen keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Und allerspätestens 2030 geht der letzte Kohlemeiler vom Netz. Für alle Wirtschaftsunternehmen wäre klar: Ab dann gibt es nur noch einen Markt für Wärmepumpen und Solarthermie, für Elektroautos, neue Züge und Busse, für Windräder und Solaranlagen. Und der wird weit größer sein, als er heute ist. Damit haben Unternehmen in diesen Bereichen weit mehr Anreiz für zukunftsfähige Investitionen als jedes teure Förderprogramm erzielen kann. Das ist die Macht klarer Regeln. 

  • Geldhähne öffnen – und zudrehen

Die große Transformation weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien in den nächsten 15 bis 20 Jahren schaffen – dafür brauchen wir natürlich auch Geld und Anreize. Denn wir benötigen massive Investitionen in neue Stromnetze und -speicher, in eine moderne Infrastruktur für Fahrrad, Bahn und Bus, in die energetische Sanierung von Gebäuden. Das ist gut angelegtes Geld, das Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen und die Wirtschaft pulsieren lassen kann. Das Klimapaket sieht hier immerhin einige sinnvolle Investitionen vor: Der Ausbau von Radschnellwegen und zusätzliche 86 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bahn bis 2030. Die Installierung von einer Million Ladepunkte für Elektroautos und das Förderprogramm “Energetische Stadtsanierung”.

Aber eines macht überhaupt keinen Sinn: Gleichzeitig mit noch weit mehr Geld klimaschädliches Wirtschaften zu subventionieren – etwa mit der steuerlichen Begünstigung von Kerosin und Diesel und dem Dienstwagen-Privileg. Würden diese Subventionen abgeschafft, brächte das dem Staat sogar Geld ein. Doch der Blick ins Klimapaket zeigt: Fehlanzeige.

  • Ja zum CO2-Preis – aber wenn, dann richtig

Auch wenn der CO2-Preis alleine nicht das Allheilmittel ist, wie ihn Merkels Chef-Klimaberater Edenhofer gerne präsentiert: Die Idee, dem Ausstoß von CO2 einen Preis zu geben, ist überzeugend. Damit müssen endlich diejenigen für die gesellschaftlichen Folgekosten zahlen, die das Klima zerstören. Und klimafreundliches Verhalten wird belohnt. Doch das funktioniert nur, wenn der Preis stimmt und unser Verhalten lenkt. 

Wenn die Regierung jetzt einen CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne CO2 im Verkehrs- und Wärmesektor einführen und diesen Preis bis 2025 auf maximal 35 Euro ansteigen lassen will – dann ist dies nicht mehr als ein schlechter Scherz. 10 Euro pro Tonne – das entspricht 3 Cent mehr für einen Liter Benzin an der Tankstelle. In diesem Bereich schwankt der Preis häufig an einem einzigen Tag. 

Expert*innen sagen uns: Im Verkehrs- und Wärmebereich entstehen Anreize für klimafreundliches Verhalten und Investitionen in eine andere Infrastruktur ab einem Preis jenseits von 100 Euro/Tonne. Das ist das Zehnfache von dem, was die Luftnummer der Regierung vorsieht. 

  • Klimaschutz braucht sozialen Ausgleich

Klimaschutz darf die soziale Ungleichheit im Land nicht weiter befeuern. Wenn der Weg zur Arbeit für Menschen mit geringem Einkommen noch teurer wird, die Reichen aber weiter mit dem SUV das Klima verpesten dürfen, weil sie es sich leisten können, verliert der Klimaschutz viele seiner Unterstützer*innen.

In ihrem Klimapaket geht die GroKo diese Frage aber genau falsch herum an: Sie erhöht die Pendlerpauschale – den Steuerbonus, den Menschen mit Arbeitswegen von mehr als 20 Kilometern erhalten. Was erstmal plausibel klingt, hat einen entscheidenden Haken: Von einer höheren Pendlerpauschale profitieren nämlich nur diejenigen, die überhaupt Einkommensteuer bezahlen. Und besonders hoch ist die Ersparnis für jene, die mehr Steuern zahlen, weil sie mehr verdienen. Unter dem Strich heißt das: Gerade reiche Vielfahrer*innen entlastet die GroKo besonders.

Dabei ließe sich leicht verhindern, dass ein CO2-Preis soziale Ungleichheit erhöht. Die Schweiz gibt ihre Einnahmen aus dem CO2-Preis an jede*n Eidgenoss*in in gleicher Höhe zurück. Sozial Benachteiligte haben dadurch zumeist mehr in der Tasche, wohingegen Reiche, die in der Regel deutlich mehr CO2 verursachen, überdurchschnittlich belastet werden. Entsprechend liegt der CO2-Preis in unserem Nachbarland bei derzeit 96 Schweizer Franken (ca. 88 Euro) – und beginnt so zu wirken.

Klar ist aber auch: Klimaschutz allein kann soziale Ungleichheiten nicht beseitigen. Damit der ökologische Umbau gelingt, braucht es auch einen sozialen Umbau: mit höheren Steuern für Reiche, guter Absicherung für Arbeitslose oder gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur. Wer Angst haben muss, auf dem Land abgehängt zu werden oder bei Arbeitslosigkeit in Armut abzurutschen, wird sich auf konsequenten Klimaschutz kaum einlassen können.

  • Ohne Erneuerbare funktioniert nichts

Der Umstieg auf mehr Züge, Elektro-Mobilität und Wärmepumpen – all das benötigt Strom. Aber ein Fortschritt für den Klimaschutz wird nur daraus, wenn dieser Strom auch aus regenerativen und nicht aus fossilen Quellen stammt. Doch so erfolgreich der Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher verlief – derzeit steckt er bei einem Anteil von um die 37 Prozent an der Stromerzeugung fest. Der Grund: Der Ausbaudeckel der Photovoltaik, der Ausschreibungszwang bei neuen Windkraft-Projekten und völlig überzogene Abstandsregeln von neuen Windanlagen zur Wohnbebauung. Im ersten Halbjahr gingen bundesweit netto gerade einmal 35 neue Windräder ans Netz.

Das Klimapaket der Regierung beseitigt jetzt immerhin den unsinnigen Solar-Ausbaudeckel. Doch beim Wind macht es alles noch schlimmer: Bundeseinheitlich sollen jetzt 1.000 Meter Abstand von Windrädern zu Häusern gelten. Außer in Bayern: Dort lässt die CSU ihre noch schärfere Regelung gelten. Zwar können andere Bundesländer beim Abstand auch nach unten gehen, aber das Signal ist fatal. Deshalb befürchten die Analysten von Aurora Energy, dass die Regierung mit ihren Beschlüssen ihr Ziel krachend verfehlt, bis 2030 die Erneuerbaren auf 65 Prozent Anteil am Strommix auszubauen. Sie rechnen mit maximal 52 Prozent.

Was es braucht? Einen klaren Plan, wie der Ausbau der Windkraft wieder vorangebracht wird und zugleich Akzeptanz in den Regionen findet. Der Deckel beim Ausbau der Windenergie, der Ausschreibungszwang bei Wind Onshore und überzogene pauschale Abstandsregelungen von Windanlagen müssen hierfür aufgehoben und der Netzausbau beschleunigt werden. Die Menschen vor Ort in Standort- und Anrainerkommunen müssen vom Ausbau zudem mehr profitieren. Denn nur, wenn wir weit mehr als 65 Prozent Erneuerbare in 2030 erreichen, werden wir das 1,5 Grad-Ziel noch einhalten können.

  • Klimaschutz als Chance begreifen

Klimaschutz fasst die GroKo leider nur mit spitzen Fingern an. Anscheinend hofft sie, mit vorgetäuschtem Handeln Teile der Bevölkerung zu beruhigen und gleichzeitig ja niemandem auf die Füße zu treten. Die Angst, frustrierte Wähler*innen an die AfD zu verlieren, ist groß. Und es stimmt ja auch: Klimaschutz lässt sich nicht so gestalten, dass alle Menschen begeistert zustimmen. Manche Unternehmen werden weniger verdienen – und wir alle müssen Verhaltensweisen ändern. 

Doch eines ist die Grundvoraussetzung für eine große, gesellschaftliche Transformation, die Ökologie und Soziales miteinander verbindet. Dass wir sie nicht so ängstlich, verdruckst und halbherzig angehen wie Union und SPD, sondern ihre enormen Chancen begreifen – und sie entsprechend auch kommunizieren. Sie kann zu einem gesellschaftlichen Aufbruch werden, der viele Menschen begeistert. Sie kann uns hinter einer Vision einer anderen Gesellschaft vereinen, sie kann Millionen gute Arbeitsplätze und eine moderne Infrastruktur schaffen. So entsteht für alle ein besseres Leben, und unser Land – wie zu Beginn der Energiewende – wird international zum Vorbild.

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Die GroKo abtreten lassen. Eine vorgezogene Bundestagswahl zur Klimawahl machen. Und dann mit ambitionierten Grünen an der Regierung und einer Klimabewegung auf den Straßen die sozial-ökologische Transformation durchsetzen – das klingt doch nach einem Plan. Doch machen wir uns nichts vor: Dafür muss einiges zusammenkommen und gelingen. Und wir müssen alle gemeinsam an den richtigen Stellen ansetzen. Wie wir das schaffen? Hier unsere Ideen:

  • Die SPD überall mit ihrem Versagen beim Klimaschutz konfrontieren

Die SPD ist derzeit auf Tour. Besser gesagt: ihre Kandidatenpaare für den Vorsitz der Partei. An insgesamt 23 Orten treten sie bei Regionalkonferenzen auf – bevor ihre 440.000 Mitglieder entscheiden. Doch der letzte Auftritt der Kandidat*innen im badischen Ettlingen lief so ganz anders ab: 400 Campact-Unterstützer*innen und Fridays for Future-Schüler*innen warteten am Eingang der Veranstaltung. Sie trugen die Debatte genau zu dem, der das klägliche Klimapaket maßgeblich zu verantworten hat und noch kurz zuvor große Töne spuckte: Olaf Scholz.

Bei vielen SPD-Mitgliedern traf der Protest auf großes Verständnis, einige schenkten Schüler*innen sogar ihre Eintrittskarten, damit sie ihre Kritik drinnen direkt an Scholz adressieren konnten. Was sie auch taten. Die Debatte um das Klimapaket – sie wurde zum bestimmenden Thema des Abends. 

Was wir daraus mitnehmen: Lasst uns hunderte Ettlingens im ganzen Land entstehen lassen! Die Idee: Bei weiteren Regionalkonferenzen der SPD und möglichst vielen Partei- und Abgeordneten-Büros tragen Campact-Unterstützer*innen die Debatte über das Klimapaket vor die Tür. Überall adressieren wir erst die Mitglieder der Partei. Sie entscheiden darüber, welches Kandidatenpaar die SPD künftig führt. Eines, das alles beim Alten lässt – wie Scholz und Klara Geywitz. Oder eines, das die SPD endlich aus der GroKo führt und den Weg zu Neuwahlen ebnet – wie Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken oder Karl Lauterbach und Nina Scheer. Direkt vor dem Parteitag fokussieren wir uns dann auf die Delegierten des Parteitags und fordern: Macht den Weg frei für echten Klimaschutz. 

Wenn überall im Land Tausende Bürger*innen ihre Enttäuschung über das Klimapaket den Sozialdemokrat*innen mitteilen und für Neuwahlen werben, wird das seine Wirkung nicht verfehlen. Vielen SPD-Anhänger*innen werden sie aus dem Herzen sprechen.

  • Der 29.11. wird zum nächsten großen Streiktag

Noch stehen die Details nicht, aber schon jetzt ist klar. Am Freitag, den 29. November geht es wieder raus auf die Straße, zusammen mit den Schüler*innen, alle gemeinsam. Der Termin liegt richtig: Am 1. Dezember beginnt in Chile die Weltklimakonferenz, und alle Aufmerksamkeit der Medien wird auf dem Klimathema liegen. Und ein Wochenende später, am 7. und 8. Dezember, zieht die SPD auf ihrem Parteitag in Berlin Halbzeitbilanz über die GroKo. Neuwahlen oder weiter so? Das wird entschieden. Und wenn die Große Koalition bis dahin nicht ein ganz neues, echtes Klimapaket präsentiert hat, werden wir sagen: #Neuwahlen. Wieder mit Hunderttausenden. Überall im Land. Aber mit neuem Demokonzept. Wie das aussieht? Lassen Sie sich überraschen und seien Sie dabei!

  • Die Klimawahl steigt – in Hamburg

Sie ist die erste und einzige Landtagswahl im neuen Jahr. Die Wahl in der Hansestadt an Elbe und Alster. Und wir wollen sie zur Klimawahl machen. Denn bisher scheuen SPD und CDU/CSU ambitionierten Klimaschutz auch aus der Angst, Stimmen an die AfD zu verlieren. Doch ihr Kalkül könnte bald ganz anders aussehen, wenn sie merken: Wir verlieren Stimmen nicht wegen zuviel Klimaschutz, sondern wegen zu wenig. 

Deswegen wollen wir alle Hanseaten auffordern: Wählt nicht die rechtsextremen Klimaleugner*innen von der AfD. Gebt nicht Eure Stimme den Klimaversager*innen von CDU und SPD. Macht Euer Kreuz bei Parteien, die für Klimaschutz eintreten. Wie wir die Hamburger*innen erreichen? Mit Hilfe der 70.192 Menschen, die Campact in Hamburg unterstützen. Und die wir dazu einladen, Hunderttausende Türhänger und Flugblätter zu verteilen, Großplakate zu finanzieren, an den Wahlkampfständen von CDU und SPD über Klima zu diskutieren – das volle Kampagnen-Programm. Für Unruhe im Willy-Brandt-Haus und im Konrad-Adenauer-Haus ist gesorgt – vielleicht schon durch diese Zeilen.

716 Kommentare

  • von Jürgen

    „Klimaschutz“ ist nicht möglich, denn „Klima“ gibt es überhaupt nicht. Klima ist nichts anderes als ein Rechenmodell mit Durchschnittswerten von bestimmten Wetterdaten. Welche Daten genau einfließen, ist so ziemlich unbekannt, so dass hier der Manipulation Tür und Tor geöffnet ist. Auch ist nicht bekannt, wie diese Daten letztlich in einem Computerprogramm verarbeitet werden.
    Wenn das „Klima“ geschützt werden soll, muss das Wetter geschützt werden. Wetter ist aber ein multiaxiales nichtlineares chaotisches System, und es ist bis heute nicht wissenschaftlich endgültig geklärt, welche natürlichen physikalischen Größen sich gegenseitig beeinflussen und in welcher Art und Weise.
    „Klimaschutz“ ist deshalb also überhaupt nicht möglich. Die Menschheit geht auch nicht auch eine gemachte Kimakatastrophe zu, und die Erde verbrennt auch nicht durch anthropogene Einflüsse.
    Die wichtigste Energiequelle, die das Wetter auf der Erde antreibt, ist die Sonne. Mehr Naturwissenschaft täte gut!!!!

  • von Ursula

    Warum hört man nichts über Wasserstoff?
    Das wäre doch schon lange eine sehr gute Alternative!

    Denn unsere Luft besteht aus
    78 % Stickstoff , 21% Sauerstoff, 1% Edelgas u. 0.038% CO2 !
    Davon produziert die Natur selbst etwa 96 % .

    Wer glaubt denn dass Deutschland die Welt alleine retten kann?
    Ohne dass die großen Länder USA Rußland China Indien mitziehen, wie soll das denn gehen?

    Ich fliege nicht in den Urlaub weil ich mir das nicht leisten.
    Ich mache keine Kreuzfahrt weil ich mir das nicht leisten.
    Ich bin von der Stadt auf `s Land gezogen weil ich mir die Miete in der Stadt nicht leisten kann.
    Und jetzt soll ich bei meinem Gehalt mit Mindestlohn von nicht einmal 10 Euro noch eine CO2 Steuer bezahlen?!
    Und wenn ich ich mitbekomme, dass die Grünen und deren Anhänger am meisten Flüge haben, soll so jemand die Welt retten?

  • von Karl-Peter Hammer

    Der Klimawandel ist allgegenwärtig, die Gletscher und Polkappen schmelzen, die Wälder sterben am Amazonas und bei uns, die Flüsse wie z. B. der Rhein führen Niedrigwasser und sind nur bedingt schiffbar, die Insekten sterben, die Wildtiere suchen letzten Unterschlupf bei den Menschen in den Städten wegen fehlendem Lebensraum, es gibt viele weitere Beweise für eine sich anbahnende unumkehrbar Klimakatastrophe.

    Wir alle sind nur eine begrenzte Zeit auf diesem vielleicht einmaligen wunderbaren blauen Planeten. Wir kommen mit nichts und gehen mit nichts. Jeder Mensch weiß das und doch streben wir nach Wachstum ohne Rücksicht auf die Natur und die nächsten Generationen. Wir sollten Lebensqualität nicht von materiellen Dingen abhängig machen, sondern unsere Bedürfnisse den zur Verfügung stehenden Ressourcen anpassen und im Einklang mit der Natur leben.

    Aus diesem Grund ist es notwendig das bestehende System in ein weltweites kollektives System zu revolutionieren.

  • von Josef Wehhofer

    Autohobby statt Autolobby: Freie Wahl ohne Lobbyqual. Es reicht. wenn Geringverdiener mit Ausbildung frei wählen.
    Demokratische freie Wahlen gewichtet nach Kriterien wie Einkommen, Ausbildungsabschlüsse, soziale Kriterien und bisherige Wahlbeteiligung. Damit sollen Experten mit niedrigem Einkommen und Menschen mit guter Ausbildung höher gewichtet werden. Besondere Bevorzugung erfahren Professoren, Doktoranden und Studenten mit Uni-Abschluss (z.B. Bachelor) und limitiertem Einkommen.
    Neu-Diktion statt Tradition: Neuzeitliche Erkenntnisse unter Studenten sind der Garant, dass vernünftig gewählt wird. Und neuzeitlich gedacht wird. Was älter als ein Jahrhundert ist, ist veraltet. Selbstverständlich lässt sich aus Historie lernen, doch es gibt keinen Grund, diesem Pfad zu folgen. Auch, das Gewohnte ist zwar angenehm , doch nicht ausreichend. Wir haben kein Informationsdefizit, sondern ein Handlungsproblem. Neue Partei mit Änderung der Verfassung ist nötig.

  • von Traudel Mörschbacher

    Erstmal muss alles, was energieintensiv ist und viele Ressourcen verbraucht, hoch besteuert werden, also hohe Steuern auf Konsumartikel ( auch Internet, Smartphones u.ä. verbraucht sehr viel Energie) .
    Ganz wichtig: Die konventionelle Landwirtschaft mit Massentierhaltung, Pestiziden und chem. Dünger, Antibiotika darf nicht weiter massiv subventioniert werden. Es muss verstärkt Anreize geben für ökologische Landwirtschaft, hier besonders Kleinbetriebe, die Landwirte müssen noch stärker gefördert werden, wirklichen Naturschutz zu betreiben, um dem massiven Artenschwund entgegen zu wirken, das muss kontrolliert werden.
    Gant klar: ÖPNV ausbauen ,vor allem auf dem Land, Fahrpreise runter
    Energieverbrauch senken, anstatt 23 nur 20 Grad heizen und das auch nicht in allen Räumen .
    Gebäudedämmung finde ich schwierig, wenn kein Naturmaterial verwendet wird, produzieren wir die nächste Altlast.

    Es geht um : Weniger Konsum, einfaches Leben, Naturschutz.

  • Nach erstem schnellen Durchlesen des ganzen Textes möchte ich Campact und Christoph Bautz sagen: Ganz vielen Dank für die Vorlage dieses Handlungsentwurfs! Er bietet nach meinem Eindruck einen sehr gut durchdachten Ansatz, der nicht von Ängsten vor politischen Widersachern bestimmt ist, sondern einzig von dem notwendigen Ziel, die globale Erwärmung mit allen Kräften (bei 67 % Erfolgsaussicht) auf 1,5°C zu begrenzen. Anders gesagt: Die Vorlage plädiert klar dafür, das für Deutschland in Bezug auf das 1,5°-Ziel noch offene Emissionsbudget von 4,6 Mrd. t an (vielleicht!) noch erlaubten CO2-Emissionen nicht zu überschreiten. (Die deutsche CO2-Emissionsmenge des Jahres 2018 betrug 762 Mio. t; 4,6 Mrd. geteilt durch 762 Mio. = rd. 6. Das bedeutet: Ohne drastische Reduzierungen wird das Budget nach rd. 6 Jahren ab 2018, also 2024, aufgebraucht sein. Ab dann wäre nur noch „Null-Emission“ erlaubt. Vgl. http://www.klimanotstand.today/klimaneutral/).

  • von Ulrich Krieghoff

    Der Preis für CO2 ist lächerlich niedrig angesetzt. Deutschland startet 2021 mit 10 Euro pro Tonne, der heutige EU-Preis für ein Zertifikat beträgt bereits ca. 25 Euro. Und wenn selbst Vorstände von großen deutschen Unternehmen, auch aus der Automobilindustrie, sagen, daß sie über den niedrigen Preis für CO2 verwundert sind, dann frage ich mich schon, was die Bundesregierung damit lenken bzw. steuern will. Ich meine, die Bundesregierung sollte mit 50 Euro/Tonne sofort in 2020 anfangen und jedes Jahr 10-20 Euro/Tonne steigern.
    Außerdem bin ich für klare Vorgaben: Abschaltung aller Kohlekraftwerke bis spätestens 2030, Vorschriften für Photovoltaik auf jedem Neubau ab sofort, keine Zulassung von Verbrennermotoren nach 2025 mehr, progressiv steigende Autosteuer nach PS/kW statt Hubraum, Reduktion des Fleischkonsums durch eine „Fleischsteuer“, CO2-Steuer statt Zertifikatehandel.

  • von Daniela R.

    Betrifft: „Nach 2025 dürfen keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden.“
    Die Alternative dürfen aber nicht jetzt schon knapp werdende Resourcen-fressende E-Autos sein mit einer fragwürdigen Öko-Bilanz. Das Gleiche gilt für die Windkraftanlagen.
    Was Not tut, sind Technologien wie Wasserstoffautos oder andere, bisher in den Patentämtern verschlossene Technologien wie die sog. Freie Energie oder Raumenergie, der die die Forschungsgelder fehlen, um serienreif zu werden.
    Da sollten wir mal hinschauen – wer verhindert denn wirklich sinnvolle Innovationen!? Wo sind die Politiker, die sich dafür stark machen!?

    ***Anmerkung: Hatte ich heute vormittag schon mal geschickt und nicht gfunden! Fallen Begriffe wie „Raumenergie“ und „Freie Energie“ bei Euch unter die Zensur!?? Und in diesem Falle: Und wer kontrolliert Euch??

  • von Heike Huber

    Ich hatte mal eine Idee:
    Alle Steuer und Abschreibungen abschaffen, bis auf eine einzige Steuer: Jedes Produkt wird bewertet nach – Rohstoffverbrauch/ÖkoRohstoffe – Produktionsbedingungen, Menschenwürde und Umweltverschmutzung – Arbeitseinsatz, wenig Steuer, wenn viele ArbeiterInnen – Transportwege und Verpackung – Wirkung auf die Umwelt bei Gebrauch/Verbrauch – Haltbarket – Entsorgung.
    Eine einzige Steuer, dafür sehr komplizierte Bewertung. Da tät sich schnell was ändern.
    Hoffnung hab ich nicht.

  • von Dietrich Friese

    Ihre Argumente beschreiben notwendige technisch-organisatorische Maßnahmen, um Erwärmung (und Vergiftung) unserer Atmosphäre zu stabilisieren.
    Aber wo und wie wird die Zunahme der Erdbevölkerung berücksichtigt? Deren Bestand wird lt. Stiftung Weltbevölkerung (BR) von derzeit 7,7 Mrden anwachsen auf 12,2 bis16,6 Mrden Menschen im Jahr 2100. Auch auf dem Weg dahin: werden deren legale Ansprüche auf Nahrung & Wasser, Heizung & Kühlung, Mindestmaß an Mobilität mit soviel erneuerbarer Energie zu befriedigen sein, dass sich die Erwärmung der Lufthülle des Planeten auf dem Niveau halten lässt, das wir anvisieren? 0der nur, wenn parallel der Menschenzuwachs energisch gebremst wird? Weltweite
    Ein-Kind-Politik wie eine Zeit lang praktiziert in China? Oder weltweite Einführung von Alterssicherungssystemen als Abhilfe? Zu dessen Aufbau die heute bereits weltweit vorhandenen Mobiltelefone und bargeldlose Geldübermittlung nutzen?

  • von Jürgen Höpfner

    Liebe Menschheit, tolle Initiative und tolle Aktionen, aber wohin geht es? für und gegen wen richten sich Aktionen? welche Aktivitäten haben welche Konsequenzen? worin besteht das Ziel – es kann doch nicht um Aktionismus oder um Einzelmaßnahmen gehen, denn damit verbundene Verschiebungen würde nur noch weiteres Ungleichgewicht entstehen lassen. Seit vielen Jahren ist das Thema Umwelt immer wieder publik, nie ernsthaft von den Leittieren angenommen. Allmählich begreifen wir scheinbar, dass dieses Thema ernster ist, weil unverhandelbar. Und mit „Wir“ kann nur die gesamte Menschheit gemeint sein, insofern kann nicht die eine Gruppierung so und die andere anders. Das Ziel kann nur von allen in gleicher Richtung vertreten werden. Mit diesem Ziel des „Wir“ ist wahrscheinlich sogar die Grundsatzfrage nach dem Lebenssinn der Menschheit generell zu beantworten, nach der langen Geschichte stetiger gegenseitiger Unterdrückung und Vernichtung, der Unterordnung allen Seins unter die Gier.Wie also?

  • von VZanner

    Ich halte Neuwahlen nicht für die Lösung. Solange unsere demokratischen Mechanismen nicht von Grund auf hinterfragt und gestärkt werden (durch höhere Bürgerbeteiligungen, geloste Bürgerräte,…) bleiben die Spielregeln der Politik immer die gleichen – egal welche Partei regiert. Auch eine Beteiligung der Grünen an der Regierung würde, fürchte ich, nicht zu klareren Ergebnissen führen. Zu groß der Druck von Wirtschaft und Koalitionspartnern und zu langwierig die Phasen von Diskussion und Kompromissfindung.

    Die Ansage der Menschen auf der Straße muss jetzt so laut und so stark werden, dass auch eine Regierung aus CDU/CSU und SPD ein wirksames Klimapaket umsetzt. Politische Kehrtwenden wären ja durchaus nichts Neues. Alles andere führt, meiner Meinung nach, nur zu Verzögerungen durch Neuwahlen, Koalitionsverhandlungen und Postenvergabe. Alternativ wäre vielleicht noch die Forderung der Bürger nach einem Klima-Bürgerrat, wie er in Großbritannien und Frankreich zusammen treten soll.

  • von Josef Wehhofer

    Und so arbeiteten sie und arbeiteten sie, bis sich das Klima veränderte.
    Many Adults for future
    Scoolweek for future: Kinder brauchen auch ihre Zeit zum Lernen in der Schule für ihre Zukunft. Trotzdem sind dort auch unbedingt die Klimainteressen zu vertreten. Sonst droht sofortiger Schülerstreik. Neues Schulfach?
    Autohobby statt Autolobby: Freie Wahl ohne Lobbyqual. Es reicht. wenn Geringverdiener mit Ausbildung frei wählen.
    Demokratische freie Wahlen gewichtet nach Kriterien wie Einkommen, Ausbildungsabschlüsse, Werdegang der Kinder, weiterer sozialer Kriterien und ehemaliger Wahlbeteiligung. Damit sollen Experten mit niedrigem Einkommen und Menschen mit guter Ausbildung höher gewichtet werden. Besondere Bevorzugung erfahren Professoren, Doktoranden und Studenten mit Uni-Abschluss (z.B. Bachelor) und limitiertem Einkommen.
    Neu-Diktion statt Tradition: Neuzeitliche Erkenntnisse unter Studenten sind der Garant, dass vernünftig gewählt wird

  • von Frieder Berger

    Hallo Christoph.
    Die Energiegewinnung unserer gesamten Wirtschaft ist nun mal auf die Verbrennung von Kohle und Kohlenwasserstoffen aufgebaut.Das kann man ändern,aber nicht mit der Brechstange.Ich komme aus der Branche,ich kenne mich da etwas aus.Wollt ihr einen totalen Netzzusammenbruch mit allen Folgen riskieren? Wo soll die Energie denn herkommen?Wahrscheinlich hast Du Physik immer geschwänzt.Unsere Dispatcher sagen,sie brauchen mindestens 14 Tage,um das Netz wieder aufzubauen.Das Kraftwerk Schwarze Pumpe arbeitet schon lange am Limit.Entscheidende Leute,ohne die es nicht geht,gehen in den Ruhestand.Und bei uns in der Lausitz ist genug Landschaft über die Bänder gegangen.Ganz ganz wichtig,noch vor dem Netzausbau ist die Wasserstoffspeicherung.Warum verdammt noch mal passiert da nichts??? Jede Windmühle könnte einen Speicher haben.Fast jedes Dach könnte Fotovoltaik haben.Da wären wir weit vorne.Ungeheure Fläche.Ich könnte Dir noch mehr schreiben.Bei Interesse schreib mir mal.

  • von Helmut Läpple

    Ja, es braucht seit Jahrzehnten schon eine soziale ökologische Transformation unserer Gesellschaft. So wie der Mensch sauberes Wasser, saubere Luft und einen unverseuchten Boden zum Überleben braucht, so braucht unsere Wirtschaft auch saubere Energiequellen um zukunftsfähig zu sein.

    Wir hatten bereits mehrere nukleare GAU´s, chemische Gau`s als nächstes wird uns der genetische GAU ereilen. Das sind absolut schädliche Entwicklungen in unseren Naturwissenschaften. Und dann laufen noch Milliarden Subventionen in den Fusionsreaktor. Wie dumm muss man sein, um nicht den schon vorhandenen Fusionsreaktor Sonne zu nutzen, der uns jeden Tag ein vielfaches der Energie kostenlos liefert, die die gesamte Menschheit verbraucht (ca. 15 000 mal so viel). Hier dient Wissenschaft einem sinnlosen Selbstzweck.

    Ja, es braucht unbedingt eine mutige Politik, die klare Regeln aufstellt und es muss auch erlaubt sein, die größten Schmutzfinke klar zu benennen und an den Pranger zu stellen.

  • von Steiner

    Klare Regeln braucht es, die Campact auch fordert. Gleichzeitig müssen beim Nichteinhalten der Regeln aber dann auch Sanktionen erfolgen die schmerzen. Ansonsten nützen Regeln und Verbote nichts, ihre Wirkung verpufft.

  • von H-J Mosbach

    sehr viele gute Anregungen und Gedanken in diesem Blog. Wünsche den Campact Aktiven ein gutes Händchen bei der Verfeinerung der Strategie. Klar ist aber, Deutschland alleine wird nichts verhindern. Darum sollte sich dann „we move“ sehr verstärkt kümmern. Ich denke die weltweite Vernetzung der Initiativen und Bewegungen wie es FFF vorgemacht hat, kann auch international etwas bewegen. Danke an Campact und die vielen Blogger-innen.

  • von Markus

    Ich denke dass viel (auch die jetzt an den FFF-Aktionen teilgenommen haben) noch nicht verstanden haben, dass wir unser Konsumverhalten ändern müssen. Und ich denke, dass wir viel erreichen können, wenn jeder bei sich anfängt und als Vorbild für andere dient. Solange „Geiz ist geil“ und „Masse statt Klasse“ (billiges Fleisch und Klamotten) vorherrscht und viele an die Möglichkeit des ständigen Wachstums glauben, werden wir es nicht schaffen.

  • von Ferdinand

    Die Leute werden hinters Licht geführt von den Politikern.
    Das Klimaschutzprogramm 2030 möchte das Klima schützen, aber nur unter gegenteiligen Voraussetzungen:
    – Der Strompreis soll marginal sinken. Damit wird erneuerbare Energie nur mehr in dem Umfang zugelassen, wie der Strompreis nicht steigt.
    Das eigentliche Ziel wird im Entwurf wörtlich genannt:
    „Wir werden die Schrittfolge so gestalten, dass das Ziel des Klimaschutzprogramms 2030, die Strompreise zu senken, nicht gefährdet wird.“
    – Die Automobilindustrie soll weiterhin noch mehr gefördert werden:
    1 Mrd Euro Zuschuss für Batteriezellfertigung.
    Elektroauto-Kaufprämien sollen fortgesetzt und erhöht werden. Weil die Autokonzerne ab 2020 von der EU verpflichtet sind, ihren Flottenverbrauch von 130 g CO2/km auf 95 g CO2/km zu senken, dürften dann nicht mehr so viele SUV verkauft werden. Das Ziel der EU wird sabotiert durch Subventionierung von E-Auto-Ladenhütern. Je mehr E-Autos, umso mehr SUV dürfen Hersteller verkaufen.

  • von Bach

    Öffentliche Bauten bitte ab sofort nur noch als Plus Energie. Diesen Standart auch für private Bauten ab 2020 vorschreiben= leicht möglich, PV +Wp+ Stromspeicher. Einfach

  • von Ulrike Schmidt

    Wir Smog Betroffene Stuttgarter sind inzwischen auf dem richtigen Weg zu besserer Luft!
    Die Tarifzonen im Öffentlichen Nahverkehr wurden gestrafft, aus 2 Innenstadtzonen wurde 1!
    Die Taktzahl von 20 Minuten auf 10 Minuten auf den längsten Strecken verkürzt und längere Wagenzüge eingesetzt!
    Mit Mooswand experimentiert, 30 Zonen ausgeweitet, 40 Zone eingeführt auf den Einfallstraßen.
    PKW Sperre für Diesel mit Euronorm 4 und Aussicht auf Euronorm 5 als nächsten Schritt!
    Sonntagfahrverbot auf den 2 großen Verkehrsstraßen in der Innenstadt letzten Sonntag, stattdessen Picknick für alle dort!
    Stuttgart setzt Zeichen!
    Wir schaffen das!

  • von Reinhold Waber

    Letztlich alles nur Augenwischerei – aus meiner Sicht hilft bloß ein Systemwechsel, weg von unserem konsum – hin zu einemwerteorientierter Gemeinwesen.

  • von Iris Simmler

    Wer begriffen hat wie dramatisch die Lage tatsächlich ist, wird hoffentlich ab dem 07. Oktober mit Extinction Rebellion Berlin blockieren. Massenhafter friedlicher ziviler Ungehorsam ist das Einzige, das wirklich etwas bewirkt und womit wir adäquat signalisieren, in was für einer Notlage wir sind. Es geht nicht mehr nur zuzuschauen oder sich an die Spielregeln zu halten. Wer Kinder hat sollte sich überlegen ob er es verantworten kann sie in den Krieg zu schicken, denn bei 7 Grad Erwärmung bis 2100 wird es schon weit vorher nicht mehr genug zu Essen und zu Trinken für alle geben. Auch die bewohnbaren Flächen werden weniger. Wer nicht kommt, hat noch nicht wirklich begriffen, was aktuell los ist.

  • von Erika S. Becker

    @Petra Müller: Die Niederlande sind aber bezüglich der Verkehrswende schon immer einen Schritt weiter als wir. Der Fahrradverkehr ist dort doch schon lange viel dominierender als bei uns. Wenn wir uns daran orientiert hätten, wären wir heute auch weiter.

  • von Barbara Werner

    Sehr gutes Strategiepapier! Die Zeiten sind dramatisch, die Klimakrise ist da!
    – Auch ich bin für Neuwahlen, die Grünen liegen schon bei 27 % – aber mit wem sollten sie in Zukunft regieren?? Macht der SPD Druck!
    – Auch ich bin für Verbote, die Regierung ist nicht so weit wie viele in der Bevölkerung!
    – Verbot von Ölheizungen schon nächstes Jahr, schnellerer Ausstieg aus der Kohle (2030?), Schluss mit Subventionen für Diesel und Dienstwagen sowie Kerosin, nach 2025 keine Pkw mehr mit Verbrenn.motor zulassen
    – Verbot von Inlandsflügen
    – Die Schweiz ist ein gutes Vorbild, CO2-Preis 80 Euro, Vorrang für Eisenbahn
    – Die Lage bei der Windenergie ist ein Drama, eure Vorschläge sind gut. Ich wundere mich immer, wie die Leute vor Ort handeln/denken nach dem Motto, wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! Atomenergie wollen sie natürlich auch nicht!
    – Im Autoland Deutschland bin sogar ich für ein Tempolimit
    – Stoppt Mercosur + forstet massiv auf
    – Schluss m. Fast Fashion

  • von hansemann

    Vergessen darf man auch nicht die riesigen Entschädigungen für die Waldbauern. Natürlich ist der Wald extrem wichtig für den Klimaschutz, aber eben Wald und keine Monokulturen. Wie kann ich Leute im Nachhinein dafür entschädigen, dass sie in den letzten Jahrzehnten den „natürlichen Mischwald“ zerstört und stattdessen Fichtenmonokulturen angelegt haben? Dieses Zocken um schnelles und viel Geld ist vergleichbar mit dem Verhalten von Börsianern. Vorher haben sie so viel Geld verdient, jetzt hat es durch die Trockenheit nicht funktioniert…..Pech gehabt. So lernt man hoffentlich, aber bitte nicht auch noch so ein Fehlverhalten mit Entschädigungen belohnen.

  • von Dr. Chris Wiltsch

    Im Befassen mit mathematischen Modellen muss ich leider sagen, dass sich die Klimaziele überhaupt nicht einhalten lassen. Natürliche Prozesse verhalten sich nicht wie börsianische Zickzack-Kurven, sondern folgen kontinuierlichen Kurven, z.Z. Tangenz-Hyperbolicus. Diese beginnen z.B. mit einem lange Zeit konstanten Wert, der sich erst langsam (zB. Erderwärmung 1850-1950) verändert, dem in einen spürbaren Anstieg folgt (z.B. 1950-1985), dann ein schnelles Anwachsen (1985-2005), danach die Explosion (abt 2005). Dann geht das ganze genauso wieder auf einen Endwert, den „Sättigungsgrad“ zu. Im optimalsten Fall steigt die bisherige Erderwärmung noch um das gleiche Maß, und zwar über einen ähnlichen Zeitraum, also gut 170 Jahre. Alles andere ist Irrglaube. Im ungünstigsten Fall erhöht sich vor Allem der Sättigungswert. Wenn alle sagen „der Nachbar soll anfangen, ich muss erst noch Geld verdienen“. Dann wäre aus den aktuellen Zahlen extrapoliert die Erderwärmung mit 7 – 9 Grad realistisch.

  • von Manfred Köhler

    Hallo zusammen.
    Ganz klar dass konkrete Maßnahmen getroffen werden müssen, die Erderwärmung zu begrenzen. Doch könnte man nicht bei einer der Hauptursachen beginnen?
    Ewiges Wirtschaftswachstum ist einfach falsch mit begrenzten Resourcen. Geräte und Maschinen usw. bekommen eine Obsoleszens eingebaut, unsere Wegwerfgesellschaft muss aufhören! Die Zinswirtschaft muss aufhören, das Geld muss in die Forschung und Entwicklung Alternativen fließen und nicht in Abwrackprämien.
    Da wir in einer Scheindemokratie leben, muss der Bürger eine wirkliche Mitbestimmung erhalten und nicht eine andere Partei mit der gleichen fatalen Politik wählen. Da ich aber nicht daran glaube, dass sich Menschen die zum Wohle aller, rechtzeitig durchsetzen, werden wir alle den zukünftigen Klimaproblemen davonrennen müssen, was kaum einer von uns schaffen wird. Nicht nur unser Klima steht am Wendepunkt, sondern auch unsere Zivilisation. Doch den Kopf in den Sand stecken hilft nichts, es kommt auf jeden einzelnen an

  • von Uli Martin

    Ich bin bei den meisten bisherigen Vorschlägen voll mit euch. – Aber!! – Was ich bis jetzt überall vermisse:
    Diese ganzen Maßnahmen haben alle nur einen Sinn, wenn man zuerst einmal weltweit für Frieden sorgt, Kampfflugzeuge und Bomben usw. verbietet, ebenso Brandrodungen, die nicht nur in Brasilien vorkommen, sondern schon seit Jahrzehnten in mehreren europäischen Ländern.
    Klar muss jeder bei sich selbst anfangen! Aber Deutschland allein wird den Klimawandel nicht aufhalten können. Das ist global gesehen ein Tropfen auf den heißen Stein. Deshalb brauchen wir mutige Politiker in ganz Europa, die sich dafür einsetzen, dass es keine Kriege mit totaler Zerstörung und verheerende Feuer mehr gibt mit allen Konsequenzen! (Z.B.: Keine deutsche Waffenproduktion!!)
    Hier in Deutschland muss jede Gemeinde sich überlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen und umsetzen kann, um ertwas für die Umwelt zu tun, am besten mit den Bürgern gemeinsam!

  • von Hans Drevermann

    Was Sie schreiben isr sehr gut. Aber es ist, wie ich annehme, noch viel schlimmer. Wenn Afrika versteppt, wenn es in den Ländern am Mittelmeer zu heiss wird, wenn es in Südasien zu heiss wird, gibt es Miliarden von Menschen, die einen Platz suchen, wo sie leben können. Milliarden von Migranten. Das heisst Kriege, einen Weltbürgerkieg mit Milliarden von Toten. Ich bin 82 und habe kaum noch etwas zu befürchten, aber Ich habe Angst, dass meine Kinder und Enkel, von der Katastrophe bettroffen sind . Gesten bin ich in Genf, wo ich wohne, bei einer fridays for future Demonstration mit gegangen.

    Eine kleinen Beitrag zum Energieproblem: Man sollte nicht stolz darauf zu sein, wie Minister Altmeyer, dass wir aus der Kernkraft aussteigen, sondern wir sollten sie wieder anwerfen und ausbauen. Sie bringt 100000 weniger Opfer als ein Weltbürgerkrieg. Das Abfallproblem ist nicht so dringend und könnte gelöst werden. Wenn nicht, wird es genug Wüsten ohne Menschen geben, um den Abfall zu lagern.

  • Hallo Leute,
    Klima und Umwelt ein Thema das schon lange in unseren Ohren dröhnt, so wie ich vernommen habe sind in der Eu schon 70.000 Menschen durch die Zerstörung gestorben. Die Rederei und die Diskutiererei muss ein Ende haben. Es müssen endlich Fakten geschaffen werden.
    Der öffentliche Nahverkehr müsste angewiesen werden seine Erhöhung dieses und nächstes Jahr nicht durchzuführen, der Staat müsste Zuschüsse erteilen. Die Autobahn Wahl hin Wahl her auf 130 km/h heruntergesetzt werden mit Radarüberwachung über eine längere Distanz, selbiges gilt für Landesstraßen und Bundesstraßen = 100 km/h. Die Menschen müssen endlich zur Vernunft gebracht werden. Innenstädte sollte für den Individualverkehr gesperrt werden. Und dann das Thema Elektroauto. Solange diese Fahrzeuge über 30.000€ kosten, kann man ja nur lachen. Warum gibt es keine Filter für die Autos die jetzt draußen herumfahren als Einbaukit um die Schadstoffe zu minimieren. Ich habe keine Zeichen zur Verfügung.

  • von Michael O.

    Der Wandel geht auch nur mit Verzicht einher.
    Digital: ja bitte und dort wo es notwendig ist – Fortschritt muss schließlich sein.
    Aber ebenso muss auch überlegt werden wo kein Stecker benötigt wird und ggf. mit mechanischer oder analoger Technologie in unserem Alltag gearbeitet werden kann: Fahrradfahren statt E-Roller, Spindelmäher im Garten statt Benzin, nicht jedes Küchengerät elektrisch und auch noch programmierbar, Standby-Funktionen verbieten, etc. Der Stromverbrauch sollte grundlegend gesenkt werden.
    Dies benötigt in der Gesellschaft Akzeptanz und Selbstverständlichkeit. Den Kindern in der Schule muss bereits der Respekt vor der Natur als unsere Lebensgrundlage beigebracht werden und sie dürfen dabei nicht das Image eines verkappten Ökos angehängt bekommen.
    Dann wären wir ein intelligentes Stück weiter.

  • von Jürgen Röhm

    Ich halte ja nicht viel von solchen Diskussionen. Dennoch schreibe ich mal einen Kommentar:
    Ich werde mich mehr an die Extinction Rebellion halten. Z.B. kann ich mir auch gut eine ausgeprägte Fahrradtour durch viele unserer Innenstädte vorstellen. So kann man auch den mobilen Individualverkehr lahm legen.
    Außerdem setze ich auf das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie, doch sehe ich noch nicht viele Initiativen, die in diese Richtung gehen. Dies würde aber endlich unseren Kapitalismus ändern und das Streben nach ständigem Wachstum in für meine Begriffe bessere Bahnen lenken.
    Mal sehen, was passiert. Vielleicht reicht die Zeit aber nicht mehr.

  • von Vaith

    Ja Bundeskanzlerin Merkel gehört abgesetzt und das geht nur über Neuwahlen.
    Jeder Wähler, jede Wählerin hätte damit die Möglichkeit, die Partei zu wählen, die man für richtig hält.

    Eine CO2 Steuer sollte alle Fahrer von Pkw, Wohnmobile, Vans, SUV und auch Driver von „Leicht Lkw und Schwer LKW“ treffen.

    Zudem sollte eine Kerosinsteuer eingeführt werden, um die Luftfahrt auch zu beteiligen !!!
    Nicht zu vergessen, die Handelsschifffahrt, die in der Regel aus Kostengründen mit Schweröl betrieben wird.

    Und vergesst nicht die Brände in Brasilien, Bolivien, Sibirien die inzwischen die Grösse von Europa erreicht haben.
    Wieviel CO 2 wurde da bisher produziert und wie geht es weiter ?

    Zudem sollten die Politiker ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und auf E-Auto´s umsteigen !!!

    Grüsse

    Karl Vaith

    Karl Vaith

  • von Info@Campact.de

    Bitte zu bedenken: Alle gewünschten, Notwendigen Veränderungen sind nicht zum Nulltarif zu haben! Wer ist bereit, Nachteile in Kauf zu nehmen???
    Die „Verteilung“ der Kosten kann nicht der Freiwilligkeit über lassen werden. Jede Partei versucht Wähler(innen) an sich zu binden; doch „ja“ zu unerwünschten Kosten zu sagen: Welche Partei wird das tun??
    Doch: wenn es um Opfer geht, auch wenn sie Leben erhalten helfen sollen: Wer soll sie bringen? Die Vermögenden? Sie werden protestieren!
    Kurz: Wer (welche Partei) wird aus dem Teufelskreis ausbrechen??
    Auf Antwort spannt:
    Hartmut Dietrich (HRO)

    erhaltend
    L

  • von Hermann Stepkes

    Wichtig sind KLARE Zielvorgaben für das, was die Wirtschaft und Industrie leisten muss.
    Ohne klare (rechtliche) Rahmenbedingungen, einfachere Erneuerbareenergiengesetzgebung, Vereinfachung vom Bau von Windenergieanlagen (Abstand von mindestens 1.000m und in Bayern 1.500m vom nächsten Haus) wird das nichts.
    Bei klaren Vorgaben brummt das Innovative in den Köpfen der Entwickler.

    Dann global gesehen muss in den Freihandelsverträgen Umwelt-, Sozial- und Arbeitsrecht gleichberechtigt zu den Gewinn“garantien“ vereinbart werden.

    Wenn die Grünen das liefern sollen, ist eine konsequente, hartnäckige Kontrolle und breite gesellschaftliche Einforderung von nöten. Wenn es drauf ankam, haben die zumeist doch mit den Neoliberalen gestimmt, leider.

    viel Mut, Kraft und einen langen Atem

    Hermann Stepkes

  • von Suse Hawer

    Ohne umfassende gesellschaftliche Veränderung, wird es im Umweltschutz nicht vorangehen. Weil im Kapitalismus sich alles um die Maximalprofite dreht. „Neuwahlen“ sind nur Verschiebungen von Stimmenzugaben an die alten Parteien und Mächte mit ihren Lobbyisten in der Wirtschaft, denn es heißt nicht umsonst: Staatsmonopolistischer Kapitalismus, Verschmelzung von Monopol und Staat. Da wird´s nix mit Friede, Gerechtigkeit und Menschheitsüberleben.

  • von S.Oliver

    Ich verstehe eines nicht… es wird immer nur von SUVs geredet. Was ist mit Van und Klein Bussen? Kein Wort wird gesagt oder geschrieben von übermotorisierten Klein- und Kompaktwagen sowie Mittelklassewagen aller Hersteller mit 200 – 300 … 400 und mehr PS…die sind mindestens genauso Klimaschädlich als SUVs… und die verkaufen sich gerade wie frische Brötchen…
    Und ich höre und lese kein Wort von Tempo Limit auf Autobahnen und Landstraßen. 120 km/h bzw. 90 Km/h. Innerorts 40 km/h. Auch nicht auf Demonstrationen als Kernforderung..
    Der co2 Ausstoß würde, ohne Belastungen der Bürger, von heute auf morgen um 10- 20 % sinken und dann könnte man, mit Sinn und Verstand, an die großen Themen drangehen…
    Aber damit gehen die Staatseinnahmen ja zurück…
    Dann noch eine Randbemerkung. Bei uns auf dem Land gibt es keinen ÖPNV. Ich , wie viele andere auch, komm hier nur mit dem Auto zur Arbeit… und 30 km ist keine Seltenheit an einfacher Wegstrecke.

  • von Inge Zeller

    Alternative Energien ausbauen;
    Abstand von Windkrafträdern zur Eo
    Wohnbebauung auf 800m verringern.
    Windräder auf Flaechen bauen ohne
    Kontakt zur Wohnbebauung
    Solar Module auf alle Flachdächer,
    Zusammen mit Begrünung
    Radwege sollen verbreitert und ausgebaut werden
    CO2 soll mindestens 50 € kosten
    offent Nahverkehr:
    U-Bahnen fahren im 5 min
    Takt zwischen 8 und inge22 Uhr
    Öffentliches Verkehrsticket für 365 € / jahr

    Mm

  • von Ingo Haas

    Der Artikel ist eine gute Übersicht.
    Allerdings fehlen mir proaktiven Aspekte – was kann jeder ab sofort selber machen.

    Mobilität
    … die Fahrt mit öffentlichen Verkehsmitteln statt Auto
    … Auto beim persönlichen Tempolimit fahren
    … andere über Mitfahrportale mitnehmen
    … mein Handeln öffentklich machen (z.B. Aufkleber „fahre CO2-arm – und Du?“ o.ä.).
    … einen Mikrourlaub vor der Haustüre statt eines Flugurlaubs machen

    Kaufentscheidung
    … neben dem Preis die CO2-Auswirkung berücksichtigen
    … unnötigen Verpackungsmüll vermeiden
    … nur langlebige Produkte kaufen
    … Energie- und sonstigen Verbrauch über die Lebenszeit des Produktes einbeziehen
    … die Produktionsbedingungen berücksichtigen
    … auf hohen Fleischkonsum verzichten oder gleich vegetarisch essen ;-)

    u.s.w

  • von Brigitte Girbig

    Eine passende Antwort schreibt Thomas Gebauer in seiner Kolumne : Frankfurter Rundschau vom 19.September 2019
    -Auszüge-
    Die Klimakrise ist Folge einer Politik, die lieber das Ende der Welt riskiert als das Ende des Kapitalismus
    und die Lebensweise mit Handelsverträgen und dem aggressiven Raubbau an der Natur absichert.
    „Wachstum und Profit, die bisherigen Triebfedern der globalen Ökonomie müssen ersetzt werden durch eine Kultur des Bewahrens und der Sorge.
    Der Sorge um Mensch und Umwelt versteht sich, nicht der um Kursgewinne und Steigerungsraten.“
    Eine grundlegende Transformation der bestehenden Weltordnung ist die Voraussetzung für Klimagerechtigkeit und Überleben in Würde weltweit.

  • von Jörg

    Die Wirtschaft ist nicht unflexibel, vielleicht einzelne Unternehmen. Die verschwinden dann aber irgendwann vom Markt, siehe Thomas Cook. Das Problem ist, dass die Unternehmen im (globalen) Wettbewerb bestehen müsen. Daher gewinnt meistens nicht das beste Produkt, sondern das günstigste, das die Anforderungen gerade noch erfüllt. Für weltverbesserische Träumereien ist da kein Platz. Wenn wir in Deutschland im Alleingang die Energiepreise ins Unermessliche treiben, muss auch klar sein, dass die Meisten dann halt die günstigeren Importprodukte, die auch ausreichen, kaufen. Mit allen negativen Auswirkungen wie Transport um die halbe Welt, Kinderarbeit, Arbeitslosigkeit in D…. Das Desaster der deutschen Solarindustrie, bei der massiv Wettbewerbsfähigkeit leichtfertig verspielt wurde, kann als Beispiel dienen.

  • Die Forderung eines Verbots von Verbrennungsmotoren ist purer Unsinn. Es gibt klimaneutrale Kraftstoffe aus Biomasse (Ethanol, Mikroalgen) sowie komplett CO2-freie Brennstoffe für Otto- und Dieselmotoren (wie Wasserstoff, Ammoniak). Und das Laden von Elektroautos mit Kohlestrom ist keineswegs klimafreundlich. Will man Elektroautos in großem Stil, will man auch mehr Strommasten, Windmühlen und enorme Kosten für sehr umfangreiche Erweiterung der Stromnetze mit Baustellen ohne Ende. Baggern verursacht CO2-Ausstoß.
    Insbesondere Mikroalgen erreichen bis zu 20 Mal mehr Ertrag pro Hektar als jede Landpflanze.
    Ich habe eine Studie „Wirtschaftliche Chancen des Klimawandels“ erstellt, die Möglichkeiten zum Geldverdienen aufzeigt. Nur so ändert sich was!
    Ich habe sie an 4 Ministerien und die Kohlekommission geschickt. Reaktion: keine. Demonstrieren oder auf das sinnvolle Handeln von Politikern zu hoffen, nützt gar nichts! Wer bei Projekten mitmachen will, Anfrage an contact[at]energypool.com

  • von Helge Ellerbrock

    Auch mir erscheinen die jetzigen Beschlüsse der Bundesregierung zum Thema Klima als zu lasch und zu egozentrisch. Da habe ich mehr erwartet. Freilich geht es auch um sozialen Ausgleich, aber den kann man intelligent gestalten. Man muß nur Wollen. Deutschland mag im internationalen Vergleich viel tun, doch was jetzt beschlossen wurde ist mehr als dürftig.

  • von Sabine Reichenbach

    Tut endlich wirklich was fürs Klima

  • von Albert Irtenkauf

    Was nichts kostet: Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn. Ich favorisiere das französische Modell: 80 auf Landstarßen, 110 auf Bundesstraßen und 130 auf der Autobahn. Damit könnte man ganz schnell auch eine Reduktion des CO2 Ausstoßes erreichen.

  • von Anne-Rose Kiemes

    Da niemand voraussagen kann, wie die Neuwahlen ausgehen würden, ist die Gefahr ziemlich groß, dass wir nach den Neuwahlen noch ganz andere Probleme bekommen. Für mich steht Klimaschutz ganz oben. Leider wird zu wenig über Agrarpolitik gesprochen. Für mich ist klar, dass Klimaschutz nicht richtig funktionieren kann, wenn die Agrarpolitik nicht grundlegend geändert wird. Ich finde, dass z.B. die Masttierhaltung ein größeres Problem darstellt, als die Autodiskussion.

  • von Liane Klein

    Hallo Herr Bautz,
    die Erdachse hat sich unbestritten geneigt ( wissenschaftlich belegt) und die immensen Sonnenenaktivitäten und die vielen Flairs haben einen enormen Einfluß auf die Erde und das Klima.

    Klimaveränderungen kommen und gehen seit vielen Jahrtausenden auf diesem Planeten!!

    Vor ein paar Tagen stellte ich Ihnen einen 60 Jahre alten NASA-Bericht zur Verfügung, der das sehr deutlich macht.
    Er ist öffentlich – nur die „Medien“ verhinderten daß dieses Wissen an die Weltöffentlichkeit gelangte durch Ignoranz und Nichtveröffentlichen.

    Es ist aus meiner Sicht zu überlegen, ob wir nicht ALLE wieder einmal richtig vorgeführt werden und die Energie der Jugend in eine CO2-Blase geführt und geleitet wird und wurde!!!

    Die Umweltzerstörung ist die viel größere Katastrophe!!!
    Und wieso ist nur die SPD schuld?
    Alles Gute sendet Ihnen L. Klein

  • von Martina Graewe

    Liebe Leute, ich bin dafür, konkretes zu fordern. Tempolimit auf der Autobahn und Verbot von inlandflügen. Beides kostet nichts und so weit ich weiß, spart es merklich Co 2. Außerdem macht es deutlich, Klimaschutz ist nicht möglich ohne verändertes Verhalten und auch Verzicht. Genauso sollten die subventionen für Kerosin und diesel gestrichen werden. Auch das kostet nichts. Nicht in ordnung finde ich, dass die emobilität als Rettung erscheint : es wird dabei verschwiegen, dass der Abbau von Lithium in lateinamerika ein Ökosystem vernichtet, Menschen ihrer Existenzgrundlage beraubt ; und was ist mit der entsorgung der Batterien u. s. W. Auch hier wird es m. E. Nur gehen, wenn der autoverkehr eingeschränkt wird.. Mit dem Thema neuwahlen weiß ich nicht… Das kann auch nach hinten losgehen… Und ich sehe es auch nicht so, dass klimaschutz das beherrschende Thema der grsellschaft ist, nur in bestimmten kreisen. Von 60 mil. Einwohnern waren1,4 auf der Straße,….

  • von Joachim Baudisch

    Ich bin ein alter Mann und wundere mich wie die jüngere Generation dabei ist ihre eigene Lebensgrundlage zu zerstören! Die Windenergie beschleunigt den Klimawandel enorm. Die Windparks bremsen den Luftstrom und das Wetter wird dadurch beeinflust. In bestimmten Gebieten in Deutschland giebt es kaum noch Niederschlag, Wasser wird knapp, Hitze steigt. Eure geliebten Handys verursachen ohne Netzwerk u. internet in seinem Lebenszyklus 48 Kilogramm Co2 . Macht bei 30 Millionen verkaufter Greräten in Deutschland 1,44 Millionen Tonnen Co2. Elektroaoto? Wohin mit den ausgedienten Batterien? Herstellung der Batterie extrem Natur u. kliemaschädlich. Selbstentzündungsgefahr hoch. Konnte ich persönlich vor ca. 2 Wochen bei einem LKW Brand , beladen mit Batterien für E-Autos miterleben. Wir dürfen die Stromriesen nicht noch weiter stärken. Wir benötigen Intensive Forschung auf dem Gebiet Wasserstoff. der dann auch in Verbrennungsmotoren und Kraftwerken eingesetzt werden kann.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Nach dem Studium baute er Attac-Deutschland mit auf und koordinierte die Öffentlichkeitsarbeit. Er gründete gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand.