Das große Klima-Versagen – und jetzt?

Ein fulminantes Fest des Protests mit 1,4 Millionen Bürger*innen - und trotzdem versagt die Regierung beim Klimaschutz. Was bedeutet das jetzt für uns als Klima-Bewegung? Campact-Vorstand Christoph Bautz hat dafür erste Antworten formuliert. Warum wir Neuwahlen brauchen - und wie wir sie durchsetzen. Wieso die Grünen es alleine auch nicht bringen. Und wie wir eine Wahl jetzt zur Klimawahl machen, die kaum einer auf dem Zettel hat.

Das war’s überhaupt nicht. Ein „Dokument der Mutlosigkeit“ nennt der renommierte Klimaforscher und Merkel-Berater Ottmar Edenhofer das Klimapaket der Regierung. Und in dieser vernichtenden Einschätzung sind sich Klimawissenschaftler*innen, das Gros der Medienlandschaft und die Mehrheit der Bevölkerung einig. Denn: Nach Berechnungen der Analysten von Agora Energiewende erbringt das Sammelsurium an Maßnahmen nur ein Drittel der CO2-Einsparung, die zum Erreichen des 2030-Klimaziels der Regierung nötig sind.

Das Klimapaket reicht nicht aus

Bitter ist: Der Beschluss der Regierung fiel zeitgleich zur größten Demonstration, die dieses Land jemals gesehen hat. Viele Campact-Unterstützer*innen fragen uns jetzt, was wir denn noch tun können, wenn nicht einmal 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen die Regierung von solchen fatalen Beschlüssen abhalten konnten. Wir haben die letzten Tage viel nachgedacht und diskutiert – und einige erste Antworten entwickelt:

Was hilft jetzt noch, wie können wir konsequenten Klimaschutz durchsetzen?

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Was jetzt noch hilft

Eines ist für uns jetzt klar: Mit dieser Regierung wird das nichts mit konsequentem Klimaschutz. Den bekommen wir nur, indem wir dafür sorgen, dass die GroKo abtritt – und den Platz frei macht für eine Regierung, die beim Klimaschutz ernst macht. Denn die Klimaforschung sagt uns knallhart: Wenn wir verhindern wollen, dass die Welt sich über die kritische 1,5-Grad-Schwelle erhitzt, hinter der eine sich selbst beschleunigende Klimakatastrophe droht, dann dürfen wir weltweit nur noch 420 Gigatonnen CO2 ausstoßen. Bleiben die CO2-Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, ist unser gesamtes verbleibendes Budget schon in zehn Jahren verbraucht. 

Klimaschutz: Die Zeit rennt

Sprich, die Zeit rennt. Zwei weitere Jahre Stillstand beim Klimaschutz können wir uns nicht erlauben. Doch in der Union verhindert der Wirtschaftsflügel wirksame Klimapolitik. Die SPD ist offenbar zu schwach, sich gegen diesen Widerstand durchzusetzen. Und beide eint die große Angst, dass Klimaschutz den Klimaleugner*innen von der AfD Wähler*innen zutreiben könnte. In den monatelangen Verhandlungen zum Klimapaket ist es nicht gelungen, diese Blockade zu durchbrechen – wieso sollte sich das in den nächsten beiden Jahren ändern? Zumal die Spitzen beider Parteien ihr Versagen auch noch zu bejubeln scheinen.

SPD muss den Stecker ziehen

Mit der Forderung nach einem Ende der Großen Koalition nehmen wir den derzeit gewichtigsten SPD-Politiker beim Wort: Vizekanzler Olaf Scholz. Noch Anfang des Monats verkündete er: „Ein Klein-Klein in der Klimapolitik hilft nicht weiter. […] Wir brauchen einen großen Wurf, wenn wir als Regierung weiter eine Berechtigung haben wollen, das Land zu führen.” Nun ist „Klein-Klein“ für das Klimapaket sogar noch eine beschönigende Beschreibung: Mit der Erhöhung der Pendlerpauschale oder mit neuen bundeseinheitlichen Hürden für den Ausbau der Windkraft bremst es den Klimaschutz sogar aus.

Ob die Groko hält oder fällt: Das entscheidet sich am 7. und 8. Dezember. Dann kommt die SPD in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Und zieht ihre Halbzeitbilanz für Schwarz-Rot. Die Spitzen der Partei und auch viele Abgeordneten klammern sich an die GroKo, da sie angesichts desolater Umfragewerte um ihre Posten zu fürchten scheinen. Vermutlich klammern sie sich an die Hoffnung, irgendwie bis zur regulären Wahl 2021 aus dem Tal der Tränen herauszufinden. Doch die Stimmung in der Partei ist miserabel. Bei vielen Delegierten könnte sich die Einschätzung durchsetzen: Die GroKo stellt eine existentielle Gefahr für die Sozialdemokratie im Land dar. Gemeinsam müssen sie ihr den Stecker ziehen. 

Denn eine ganze Generation droht der SPD verloren zu gehen: Schon über die Zustimmung der SPD zu Upload-Filtern waren viele junge Menschen empört. Mit dem Klimapaket und dem hilflosen Versuch der regierenden SPD-Politiker*innen, eine Niederlage als Erfolg zu verkaufen, verspielt sie ihre letzte Glaubwürdigkeit. Für die Jugend entwickelt sich die SPD immer mehr zum Feindbild, aber keinesfalls zur wählbaren Option. Und auch die älteren Semester wenden sich scharenweise ab. 

Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema

Wann sollten wir in einer parlamentarischen Demokratie den Ausweg vorgezogene Neuwahlen nehmen? Nur in sehr gewichtigen Ausnahmefällen. Wenn eine Regierung völlig den gesellschaftlichen Rückhalt verliert, wenn sie eine gesellschaftliche Grundstimmung überhaupt nicht mehr repräsentiert. Wie derzeit bei Schwarz-Rot: Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema. Rangierte sie in der Wichtigkeit der Themen zur letzten Bundestagswahl noch auf Platz 7, ist sie seit Monaten einsame Spitze. Eine Regierung, die dem überhaupt nicht gerecht wird, muss Platz machen.

Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot?

Bloß für wen? Für eine Regierung, die nach einer Klimawahl ihr Amt antritt und Klimaschutz den richtigen Stellenwert gibt – als die zentrale und existentielle Menschheitsaufgabe des nächsten Jahrzehnts. Dreh- und Angelpunkt einer solchen Regierung wären nach Lage der Dinge die Grünen. Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot – keine der nach Umfragen denkbare Regierungsmehrheit jenseits der GroKo kommt ohne die Grünen aus. Sie müssen die Lösung der Klimakrise zur zentralen Aufgabe einer wie auch immer zusammengesetzten Koalition machen.

Diese Gleichung geht nicht auf

Doch eine Gleichung geht nicht auf: Grüne an die Macht – und dann ist alles gut. Denn dazu müssen sich auch die Grünen erst noch der Dimension der Aufgabe stellen. Bisher schrecken sie zurück, die Begrenzung der Klimaerhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zum Maßstab ihrer Politik zu machen. Und genau die Einhaltung dieses Limits stellte ihr Wahlprogramm zur letzten Bundestagswahl bei Weitem nicht sicher.  

Zudem droht bei einer Koalition der Grünen mit CDU/CSU oder FDP die zweite zentrale Säule von Klimapolitik unter die Räder zu kommen: für den sozialen Ausgleich zu sorgen. Denn nur, wenn es auch sozial gerechter im Land zugeht und soziale Härten für die Schwächsten verhindert werden, wird eine ambitionierte Klimapolitik auf den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt treffen.

Sollten wir die Auseinandersetzung, ob die SPD die GroKo verlässt, gewinnen, müssen als nächstes die Grünen in unserem Fokus stehen. Damit sie Klimapolitik auch auf einem Ambitionsniveau durchsetzen wollen, dass der Dramatik der Klimakrise angemessen ist. Und dabei die soziale Frage neben der ökologischen nicht aus dem Auge verlieren. Dafür müssen wir die Grünen treiben – sie aber auch immer wieder unterstützen, wenn sie den Gegenwind von Auto- und Energiekonzernen abbekommen. Denn deren Widerstand gegen konsequente Klimapolitik wird massiv sein. 

Die SPD zum Verlassen der GroKo bringen, die Grünen zu echtem Klimaschutz antreiben, der Macht der großen Konzerne widerstehen – all das wird nur mit einer lebendigen und breit verankerte Klimabewegung gelingen. Wie kraftvoll sie ist, in welch neue Dimension sie vorgedrungen ist – das haben wir am Freitag letzter Woche alle gemeinsam an Hunderten Orten unter Beweis gestellt. Darauf können wir stolz sein. Und darauf können wir bauen. 

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Das Klimapaket zeigt, wie wir Klimaschutz nicht angehen sollten. Es nimmt vor allem sehr viel Geld in die Hand, um Bürger*innen und Wirtschaft Anreize für klimafreundliches Verhalten zu geben. Das alleine ist teuer, ineffizient und schickt ein fatales Zeichen an die Welt: Klimaschutz, das geht nur mit viel Geld. Wenn Ihr das nicht habt, könnt Ihr es lassen. 

Dabei brauchen wir für ambitionierten Klimaschutz nicht nur Geld. Eine gut aufeinander abgestimmte und sich gegenseitig verstärkende Mischung von Geboten und Verboten, Marktanreizen und Steuern, Subventionen und Kürzungen. Die folgenden Aspekte erscheinen uns dabei entscheidend zu sein:

  • Harte Verbote? Na klar!

Spätestens seit der Debatte um den Vorschlag der Grünen für einen Veggie-Day und den Erfolgen der AfD schrecken CDU/CSU und SPD vor dem wichtigsten Klimaschutz-Instrument zurück: Verbote. Dabei sind sie ja nichts anderes als das: klare Regeln. Sie würden zwar auch den*die Einzelne*n, aber vor allem die großen Unternehmen treffen: Etwa die Kohlekonzerne, die in Deutschland soviel CO2 erzeugen wie in keinem anderen europäischen Land. Und die Autoindustrie, die uns immer PS-stärkere und klimaschädlichere Spritschlucker und SUVs andrehen will. 

Wenn überhaupt, findet man im Klimapaket der Regierung daher nur Verbote, die zeitlich sehr weit entfernt liegen. 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden. Und dort, wo man schnell am meisten CO2 einsparen könnte – bei der Kohlekraft -, soll erst 2038 Schluss sein. Dabei hätten Regeln ganz entscheidende Vorteile: Sie kosten den Staat nichts. Sie sind schnell umzusetzen. Und sie geben der Wirtschaft einen klaren Orientierungsrahmen, wann in welchem Sektor mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas Schluss ist. 

Welche Regeln wir bräuchten, um das 1,5-Grad-Limit nicht zu überschreiten? Werden wir konkret: 2020 muss Schluss sein mit neuen Ölheizungen, dicht gefolgt von Gasheizungen. Nach 2025 dürfen keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Und allerspätestens 2030 geht der letzte Kohlemeiler vom Netz. Für alle Wirtschaftsunternehmen wäre klar: Ab dann gibt es nur noch einen Markt für Wärmepumpen und Solarthermie, für Elektroautos, neue Züge und Busse, für Windräder und Solaranlagen. Und der wird weit größer sein, als er heute ist. Damit haben Unternehmen in diesen Bereichen weit mehr Anreiz für zukunftsfähige Investitionen als jedes teure Förderprogramm erzielen kann. Das ist die Macht klarer Regeln. 

  • Geldhähne öffnen – und zudrehen

Die große Transformation weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien in den nächsten 15 bis 20 Jahren schaffen – dafür brauchen wir natürlich auch Geld und Anreize. Denn wir benötigen massive Investitionen in neue Stromnetze und -speicher, in eine moderne Infrastruktur für Fahrrad, Bahn und Bus, in die energetische Sanierung von Gebäuden. Das ist gut angelegtes Geld, das Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen und die Wirtschaft pulsieren lassen kann. Das Klimapaket sieht hier immerhin einige sinnvolle Investitionen vor: Der Ausbau von Radschnellwegen und zusätzliche 86 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bahn bis 2030. Die Installierung von einer Million Ladepunkte für Elektroautos und das Förderprogramm “Energetische Stadtsanierung”.

Aber eines macht überhaupt keinen Sinn: Gleichzeitig mit noch weit mehr Geld klimaschädliches Wirtschaften zu subventionieren – etwa mit der steuerlichen Begünstigung von Kerosin und Diesel und dem Dienstwagen-Privileg. Würden diese Subventionen abgeschafft, brächte das dem Staat sogar Geld ein. Doch der Blick ins Klimapaket zeigt: Fehlanzeige.

  • Ja zum CO2-Preis – aber wenn, dann richtig

Auch wenn der CO2-Preis alleine nicht das Allheilmittel ist, wie ihn Merkels Chef-Klimaberater Edenhofer gerne präsentiert: Die Idee, dem Ausstoß von CO2 einen Preis zu geben, ist überzeugend. Damit müssen endlich diejenigen für die gesellschaftlichen Folgekosten zahlen, die das Klima zerstören. Und klimafreundliches Verhalten wird belohnt. Doch das funktioniert nur, wenn der Preis stimmt und unser Verhalten lenkt. 

Wenn die Regierung jetzt einen CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne CO2 im Verkehrs- und Wärmesektor einführen und diesen Preis bis 2025 auf maximal 35 Euro ansteigen lassen will – dann ist dies nicht mehr als ein schlechter Scherz. 10 Euro pro Tonne – das entspricht 3 Cent mehr für einen Liter Benzin an der Tankstelle. In diesem Bereich schwankt der Preis häufig an einem einzigen Tag. 

Expert*innen sagen uns: Im Verkehrs- und Wärmebereich entstehen Anreize für klimafreundliches Verhalten und Investitionen in eine andere Infrastruktur ab einem Preis jenseits von 100 Euro/Tonne. Das ist das Zehnfache von dem, was die Luftnummer der Regierung vorsieht. 

  • Klimaschutz braucht sozialen Ausgleich

Klimaschutz darf die soziale Ungleichheit im Land nicht weiter befeuern. Wenn der Weg zur Arbeit für Menschen mit geringem Einkommen noch teurer wird, die Reichen aber weiter mit dem SUV das Klima verpesten dürfen, weil sie es sich leisten können, verliert der Klimaschutz viele seiner Unterstützer*innen.

In ihrem Klimapaket geht die GroKo diese Frage aber genau falsch herum an: Sie erhöht die Pendlerpauschale – den Steuerbonus, den Menschen mit Arbeitswegen von mehr als 20 Kilometern erhalten. Was erstmal plausibel klingt, hat einen entscheidenden Haken: Von einer höheren Pendlerpauschale profitieren nämlich nur diejenigen, die überhaupt Einkommensteuer bezahlen. Und besonders hoch ist die Ersparnis für jene, die mehr Steuern zahlen, weil sie mehr verdienen. Unter dem Strich heißt das: Gerade reiche Vielfahrer*innen entlastet die GroKo besonders.

Dabei ließe sich leicht verhindern, dass ein CO2-Preis soziale Ungleichheit erhöht. Die Schweiz gibt ihre Einnahmen aus dem CO2-Preis an jede*n Eidgenoss*in in gleicher Höhe zurück. Sozial Benachteiligte haben dadurch zumeist mehr in der Tasche, wohingegen Reiche, die in der Regel deutlich mehr CO2 verursachen, überdurchschnittlich belastet werden. Entsprechend liegt der CO2-Preis in unserem Nachbarland bei derzeit 96 Schweizer Franken (ca. 88 Euro) – und beginnt so zu wirken.

Klar ist aber auch: Klimaschutz allein kann soziale Ungleichheiten nicht beseitigen. Damit der ökologische Umbau gelingt, braucht es auch einen sozialen Umbau: mit höheren Steuern für Reiche, guter Absicherung für Arbeitslose oder gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur. Wer Angst haben muss, auf dem Land abgehängt zu werden oder bei Arbeitslosigkeit in Armut abzurutschen, wird sich auf konsequenten Klimaschutz kaum einlassen können.

  • Ohne Erneuerbare funktioniert nichts

Der Umstieg auf mehr Züge, Elektro-Mobilität und Wärmepumpen – all das benötigt Strom. Aber ein Fortschritt für den Klimaschutz wird nur daraus, wenn dieser Strom auch aus regenerativen und nicht aus fossilen Quellen stammt. Doch so erfolgreich der Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher verlief – derzeit steckt er bei einem Anteil von um die 37 Prozent an der Stromerzeugung fest. Der Grund: Der Ausbaudeckel der Photovoltaik, der Ausschreibungszwang bei neuen Windkraft-Projekten und völlig überzogene Abstandsregeln von neuen Windanlagen zur Wohnbebauung. Im ersten Halbjahr gingen bundesweit netto gerade einmal 35 neue Windräder ans Netz.

Das Klimapaket der Regierung beseitigt jetzt immerhin den unsinnigen Solar-Ausbaudeckel. Doch beim Wind macht es alles noch schlimmer: Bundeseinheitlich sollen jetzt 1.000 Meter Abstand von Windrädern zu Häusern gelten. Außer in Bayern: Dort lässt die CSU ihre noch schärfere Regelung gelten. Zwar können andere Bundesländer beim Abstand auch nach unten gehen, aber das Signal ist fatal. Deshalb befürchten die Analysten von Aurora Energy, dass die Regierung mit ihren Beschlüssen ihr Ziel krachend verfehlt, bis 2030 die Erneuerbaren auf 65 Prozent Anteil am Strommix auszubauen. Sie rechnen mit maximal 52 Prozent.

Was es braucht? Einen klaren Plan, wie der Ausbau der Windkraft wieder vorangebracht wird und zugleich Akzeptanz in den Regionen findet. Der Deckel beim Ausbau der Windenergie, der Ausschreibungszwang bei Wind Onshore und überzogene pauschale Abstandsregelungen von Windanlagen müssen hierfür aufgehoben und der Netzausbau beschleunigt werden. Die Menschen vor Ort in Standort- und Anrainerkommunen müssen vom Ausbau zudem mehr profitieren. Denn nur, wenn wir weit mehr als 65 Prozent Erneuerbare in 2030 erreichen, werden wir das 1,5 Grad-Ziel noch einhalten können.

  • Klimaschutz als Chance begreifen

Klimaschutz fasst die GroKo leider nur mit spitzen Fingern an. Anscheinend hofft sie, mit vorgetäuschtem Handeln Teile der Bevölkerung zu beruhigen und gleichzeitig ja niemandem auf die Füße zu treten. Die Angst, frustrierte Wähler*innen an die AfD zu verlieren, ist groß. Und es stimmt ja auch: Klimaschutz lässt sich nicht so gestalten, dass alle Menschen begeistert zustimmen. Manche Unternehmen werden weniger verdienen – und wir alle müssen Verhaltensweisen ändern. 

Doch eines ist die Grundvoraussetzung für eine große, gesellschaftliche Transformation, die Ökologie und Soziales miteinander verbindet. Dass wir sie nicht so ängstlich, verdruckst und halbherzig angehen wie Union und SPD, sondern ihre enormen Chancen begreifen – und sie entsprechend auch kommunizieren. Sie kann zu einem gesellschaftlichen Aufbruch werden, der viele Menschen begeistert. Sie kann uns hinter einer Vision einer anderen Gesellschaft vereinen, sie kann Millionen gute Arbeitsplätze und eine moderne Infrastruktur schaffen. So entsteht für alle ein besseres Leben, und unser Land – wie zu Beginn der Energiewende – wird international zum Vorbild.

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Die GroKo abtreten lassen. Eine vorgezogene Bundestagswahl zur Klimawahl machen. Und dann mit ambitionierten Grünen an der Regierung und einer Klimabewegung auf den Straßen die sozial-ökologische Transformation durchsetzen – das klingt doch nach einem Plan. Doch machen wir uns nichts vor: Dafür muss einiges zusammenkommen und gelingen. Und wir müssen alle gemeinsam an den richtigen Stellen ansetzen. Wie wir das schaffen? Hier unsere Ideen:

  • Die SPD überall mit ihrem Versagen beim Klimaschutz konfrontieren

Die SPD ist derzeit auf Tour. Besser gesagt: ihre Kandidatenpaare für den Vorsitz der Partei. An insgesamt 23 Orten treten sie bei Regionalkonferenzen auf – bevor ihre 440.000 Mitglieder entscheiden. Doch der letzte Auftritt der Kandidat*innen im badischen Ettlingen lief so ganz anders ab: 400 Campact-Unterstützer*innen und Fridays for Future-Schüler*innen warteten am Eingang der Veranstaltung. Sie trugen die Debatte genau zu dem, der das klägliche Klimapaket maßgeblich zu verantworten hat und noch kurz zuvor große Töne spuckte: Olaf Scholz.

Bei vielen SPD-Mitgliedern traf der Protest auf großes Verständnis, einige schenkten Schüler*innen sogar ihre Eintrittskarten, damit sie ihre Kritik drinnen direkt an Scholz adressieren konnten. Was sie auch taten. Die Debatte um das Klimapaket – sie wurde zum bestimmenden Thema des Abends. 

Was wir daraus mitnehmen: Lasst uns hunderte Ettlingens im ganzen Land entstehen lassen! Die Idee: Bei weiteren Regionalkonferenzen der SPD und möglichst vielen Partei- und Abgeordneten-Büros tragen Campact-Unterstützer*innen die Debatte über das Klimapaket vor die Tür. Überall adressieren wir erst die Mitglieder der Partei. Sie entscheiden darüber, welches Kandidatenpaar die SPD künftig führt. Eines, das alles beim Alten lässt – wie Scholz und Klara Geywitz. Oder eines, das die SPD endlich aus der GroKo führt und den Weg zu Neuwahlen ebnet – wie Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken oder Karl Lauterbach und Nina Scheer. Direkt vor dem Parteitag fokussieren wir uns dann auf die Delegierten des Parteitags und fordern: Macht den Weg frei für echten Klimaschutz. 

Wenn überall im Land Tausende Bürger*innen ihre Enttäuschung über das Klimapaket den Sozialdemokrat*innen mitteilen und für Neuwahlen werben, wird das seine Wirkung nicht verfehlen. Vielen SPD-Anhänger*innen werden sie aus dem Herzen sprechen.

  • Der 29.11. wird zum nächsten großen Streiktag

Noch stehen die Details nicht, aber schon jetzt ist klar. Am Freitag, den 29. November geht es wieder raus auf die Straße, zusammen mit den Schüler*innen, alle gemeinsam. Der Termin liegt richtig: Am 1. Dezember beginnt in Chile die Weltklimakonferenz, und alle Aufmerksamkeit der Medien wird auf dem Klimathema liegen. Und ein Wochenende später, am 7. und 8. Dezember, zieht die SPD auf ihrem Parteitag in Berlin Halbzeitbilanz über die GroKo. Neuwahlen oder weiter so? Das wird entschieden. Und wenn die Große Koalition bis dahin nicht ein ganz neues, echtes Klimapaket präsentiert hat, werden wir sagen: #Neuwahlen. Wieder mit Hunderttausenden. Überall im Land. Aber mit neuem Demokonzept. Wie das aussieht? Lassen Sie sich überraschen und seien Sie dabei!

  • Die Klimawahl steigt – in Hamburg

Sie ist die erste und einzige Landtagswahl im neuen Jahr. Die Wahl in der Hansestadt an Elbe und Alster. Und wir wollen sie zur Klimawahl machen. Denn bisher scheuen SPD und CDU/CSU ambitionierten Klimaschutz auch aus der Angst, Stimmen an die AfD zu verlieren. Doch ihr Kalkül könnte bald ganz anders aussehen, wenn sie merken: Wir verlieren Stimmen nicht wegen zuviel Klimaschutz, sondern wegen zu wenig. 

Deswegen wollen wir alle Hanseaten auffordern: Wählt nicht die rechtsextremen Klimaleugner*innen von der AfD. Gebt nicht Eure Stimme den Klimaversager*innen von CDU und SPD. Macht Euer Kreuz bei Parteien, die für Klimaschutz eintreten. Wie wir die Hamburger*innen erreichen? Mit Hilfe der 70.192 Menschen, die Campact in Hamburg unterstützen. Und die wir dazu einladen, Hunderttausende Türhänger und Flugblätter zu verteilen, Großplakate zu finanzieren, an den Wahlkampfständen von CDU und SPD über Klima zu diskutieren – das volle Kampagnen-Programm. Für Unruhe im Willy-Brandt-Haus und im Konrad-Adenauer-Haus ist gesorgt – vielleicht schon durch diese Zeilen.

716 Kommentare

  • Hallo Christoph,

    ich denke Ihr solltet in Euren Forderungskatalog „angebotsabhängige Strompreise“ aufnehmen, die von den Netzbetreibern jedem Endverbrauchern angeboten werden. Dazu braucht es natürlich eine Übergangsfrist, aber wenn der Plan erst mal beschlossen ist, werden sich die Marktteilnehmer darauf einstellen

    Wenn man Geld sparen kann, indem man Strom verbraucht, wenn er günstig ist, werden vermutlich viele engagierte Menschen mit dran arbeiten Lösungen zu erarbeiten, die Strom nur dann verbrauchen, wenn davon viel / zu viel im Netz verfügbar ist.
    Das ist keine kurzfristige Maßnahmen, sollte uns aber helfen das Strom-Netz zu stabilisieren sowie Innovation und Motivation zu stärken, so kann jeder – der will – an der Energiewende mitarbeiten!

  • von Mona

    Egal wer die Zügel zukünftig in der Hand hält sollte erstmal eine Diätenkürzung anstatt Erhöhung bekommen und dann auf Erfolgsprämien bauen müssen. Wer die Ziele nicht bringt bekommt halt auch nichts. Im Namen des Volkes. Moin

  • von Hanna Zschocke

    Hi all,
    ohne alles lesen zu können (vlt habe ich den einen oder anderen Beitrag verpasst): Es ärgert mich sehr, dass von Seiten der habgierigen Klimaschädiger so gerne auf Arbeitsplatzverluste verwiesen wird. Freilich möchte man fleißige Familienväter nicht arbeitslos machen aber es ist frech, dieses Argument zu Lasten aller, die unter den Folgen zu leiden haben zu bemühen. Längst, also in den vergangenen 3 Dekaden, hätte ein gesunder Umbau der Industrie stattfinden müssen! Dieses Versäumnis kostet uns unseren Planeten, die Zukunft unserer Kinder und jetzt schon viel zu viele Menschenleben. Und dann wird ernsthaft ins Feld geführt, dass wir diejenigen, die fleißig jeden Tag an der Zerstörung mitarbeiten nicht einfach so ihrer Arbeit berauben können. Das ist zynisch!

  • von MATTHIAS

    Der größte CO2 Killer und Umweltverschmuttzer ist und bleibt mit über 50 % die industrielle Landwirtschaft mit ihrer unglaublichen „Massentierqual“ und der damit verbundenen Trinkwasservergeudung und Verschmutzung. Der Regenwald brennt um Futter für die geschundenen Kreaturen anzubauen. Die Politik macht natürlich nichts, sind doch viele selber aktiv mit den Tierleid Farmen darin verstrickt. Und die Kirche? Keine Stellungnahme, da die Oberen wohl zu gerne Qualfleisch verköstigen. Sammeln Brot für die Welt, nehmen aber durch ihren Fleischwahn den Ärmsten noch das Getreide weg. In was für einer Welt leben wir nur. Wann beginnt der Mensch mal, sein Gehirn zu aktivieren? Hauptsache, es gibt jeden Tag 10 TV Kochshows mit neuen Tierleichenteilen Rezepten . Tierisches Eiweiß kpl. abschaffen und die Sache ist erledigt. “ Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“ ( Leo Tolstoi) Dichter und Humanist. Alles hängt miteinander zusammen und ergibt ein Ziel. FRIEDEN

  • von Alex Böhme

    Ich denke das Thema „Klimaschutz“ darf unter gar keinen Umständen aus den Augen verloren werden. Wichtig ist meiner Meinung nach die Omnipräsenz dieses uns alle betreffenden, wichtigen Anliegens und eine weitere und beständige Ausformulierung sowie Konkretisierung ambitionierter Klimaschutz-Ziele, welche konsequent umgesetzt und eingehalten werden müssen, ohne dabei die soziale Gerechtigkeit zu vernachlässigen. Eine konkrete nationale Maßnahme wäre beispielsweise die deutliche Reduzierung von Verpackungsmaterial, hier muss es Standards geben, wieviel notwendig und ökologisch verträglich ist. Des Weiteren halte ich ein Tempolimit auf Autobahnen für sehr sinnvoll. International sehe ich die Notwendigkeit einer stärkeren politischen Zusammenarbeit hinsichtlich des Klimaschutzes. Darüber hinaus muss meiner Meinung nach viel mehr in die Forschung und Entwicklung klimaneutraler / -freundlicher Lösungen der globalen Energieversorgung sowie der Produktion von Konsumgütern investiert werden.

  • von Barbara Bonin-Mettler

    Sollte man nicht als erstes in jedem Fall das Tempolimit 130 durchsetzen. Es kostet kein Geld und kann sofort unabhängig von allen anderen Maßnahmen und Diskussionen in Kraft treten. In dem Sinne ist die Aktion Tempo „130 freiwillig“ eine gute Idee!

    Wer es mit dem Klimaschutz ernst meint, kann daran nicht vorbeikommen.

  • von Alexander K.

    Für mich sind bisher die meisten Lösungsansätze zu kurz gesprungen, zu wenig effektiv und eher auch kontraproduktiv. Zum Beispiel Autos mit Verbrennungsmotoren ganz abzuschaffen. Denn ein gebrauchtes Auto mit z.B. mit einem Erdgasmotor, welches nur gefahren wird, wenn gerade mal keine sinnvoll passenden Alternativen vorhanden sind bzw. welches sich viele Menschen teilen ist aus meiner Sicht deutlich umweltfreundlicher und praktischer, als ein neues Elektroauto mit Lithium akku. Elektroautos mit Lithiumakku haben zwar auch Ihre Daseinsberechtigung z.B. für kurzstreckenverkehre in kleineren Städten mit wenig öpnv, aber ein Allheilmittel sind sie auf keinen Fall. Denn aktuell ist es ja auch ein ganz verzerrtes Bild von dem Auto. Denn bisher fahren Elektroautos von der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe befreit und keiner rechnet wirklich die Ökobilanz und die damit verbundenen direkten Umweltschäden mit ein. Meine Ansätze: co2 Abgabe für Importe, Verhütung fördern, wegwerfprodukte vermeiden

  • von Walter J. Grimm

    CO2- Bepreisung, -Zertifikate, -Emissionen bringen m. E. nahezu kein CO2-Einsparergebnis, nur Ärger und Verdruss und Ängste bei vielen Menschen, wie sie für die Verteuerungen aufkommen sollen. Am schlimmsten trifft es die Arbeiter und Angestellten der diversen Werke, da ja manche von ihnen 2038 ganz geschlossen werden sollen. Wäre es da nicht besser, wenn alle Werke innerhalb weniger Jahre einen CO2-Ausstoß von null hätten und da kein CO2-Ausstoß, auch keine Abschaltungen und keine Entlassungen erforderlich wären. Die Problemlösung ist hier ganz einfach, man sammelt das sonst ausgestoßene CO2 und wandelt es. Die Inder betreiben seit 2017 die ersten Kohlekraftwerke mit null CO2-Ausstoß. Der indischen Firma Carbon Clean Solutions ist es als erster gelungen, die kompletten CO2-Abgase eines Kohlekraftwerkes in Na2CO3 zu verwandeln, welches zur Veredelung von mehr als 10 technischen Materialien eingesetzt werden kann. Den CO2-Ausstößen der Polargebiete kann man keinen CO2-Preis aufzwängen.

  • von Mario Fritz

    Diese Massnahmen und Forderungen sind alle nur ein schlechter Witz. Das Grundübel für die ganze Umweltzerstörung ist die masslose Überbevölkerung der Erde und solange jedes Jahr ca. 100 Mio. Menschen dazukommen, verpuffen solche Massnahmen ins Nichts und die Situation wird nur schlimmer.
    Und das ganze Geschrei wegen dem bösen CO2 dient nur dazu, neue und höhere Abgaben einzuführen um so die Kassen von einigen Wenigen zu füllen. Was atmen wir denn aus? Unter anderem CO2. Wenn diese Klimahysteriker so weiter schreien, wird letztendlich noch das Atmen besteuert, weil wir ja ach so böses CO2 ausatmen, welches übrigens für Pflanzen Nahrung ist
    Laut Forschungen der NASA kann mit CO2 die Erde begrünt, also neues Leben geschaffen werden!
    Bevor Ihr also weiter für Klimademos auf die Strassen geht um neue Steuern zu fördern, informiert Euch zuerst mal richtig und denkt logisch, anstatt nur irgendwelchen propagierten Mist zu glauben. Vernunft und gesunder Menschenverstand ist gefragt!

  • von R.Meyer

    Hallo,
    glauben sie wirklich das die BRD mit vergleichsweise lächerlichen ca 2% Anteil am CO2 Gesamtausstoß die Welt rettet ?
    Ist Ihnen eigentlich klar, das täglich ca 270.000. Menschen geboren werden ? Einhundert millionen pro Jahr !!
    Selbst wenn wir alle zu fuß gehen und die gesammte Landschaft der BRD mit Vogel und Insekten schreddernden Windrädern zupflastern,
    werden wir kaum noch etwas ändern.Die Umweltzerstörung, Artensterben und klimaerwärmung werden weitergehen.Im Jahr 2018 wurden
    ca dreißig Millionen Hektar Wald abgeholzt.In der BRD werden TÄGLICH, ca hundert Hektar Landschaft zugebaut oder anders versiegelt !

  • von Christian Zahn

    Der Widerspruch liegt darin, dass eine Reduktion der Klimaerwärmung im Verzicht liegt. JEDER müsste verzichten auf Wachstum oder dem Streben nach Wohlstand und zwar weltweit. Unser Lebensraum Erde ist ein geschlossenes System und stetiges Wachstum ist daher rein mathematisch nicht möglich. Somit sollte man sich mit anderen Ökonomien beschäftigen, die ein nachhaltiges Leben ermöglichen.
    Die Diskussion wieviel darf noch CO2 ausgestoßen werden verstehe ich nicht ganz. CO2 reichert sich in der Atmosphäre an, da die mittlere Verweildauer ca. 100 Jahre ist. Also alles was dazukommt verstärkt die Erwärmung und wenn man berücksichtigt dass das Klima träge reagiert, erleben wir evtl. jetzt was vor 30-50 Jahren emittiert wurde. Also 4-6 Grad wärmer wird es auf jeden Fall, außer man greift endlich technisch verfügbare Methoden auf, die eine Erwärmung sofort reduzieren können. Sozusagen als Notbremse, solange zumindest bis wir CO2 industriell im großen Maß wieder der Atmosphäre entziehe können.

  • von Horst

    Die Regierung ist also schuld und wir brauchen eine neue? So schön einfach. Warum faßt sich nicht einfach mal jeder an die eigene Nase? Einfach mal jeder bei sich selbst anfangen. Würde schon viel helfen.

  • von Ulrich Lorey

    Hi Christoph,
    Vielen Dank erst mal für euer Engagement. Außerdem für die positive Energie und das Mut machen, dass noch was geht, die durch deine Zeilen durch schwingen.

    Bei den allermeisten Anregungen eurerseits kann ich sehr gut mitgehen. Nur bei dem Thema individual Mobilität, da im Grunde nur auf die Elektroautos zu setzen, da ist mir nicht so richtig wohl dabei.

    Was ist mit Brennstoffzellentechnologie? Zugegeben Energiespeicherung in Form von Wasserstoff ist noch nicht so effizient, wie in Akkus. Aber Dadurch umgehen wir die fragwürdige und energieintensive Herstellung von Akkus. Und warum nicht auch den Wasserstoff dann direkt verbrennen. Regenerativ erzeugt bleibt es auf jeden Fall CO2-neutral, auch wenn nicht ganz schadstofffrei. Aber in der Summe vielleicht dann doch die bessere Öko und Sozialbilanz.

    Energielieferant Nummer eins – die Sonne. Speichermedium – Wasserstoff. Der einfachste Stoff des Universums.

  • von Georg Petau

    Ich weiß SEHR gut warumich euch unterstütze. Meine Kraft will ich einbringen wound wie ich kann.Ich hoffe drauf.

  • von Johanna

    Dass Elektroautos nicht umweltfreundlich und gerade deshalb auch nicht klimafreundlich sind, hat sich offenbar noch nicht bis zu campact herumgesprochen. Dass Windräder nicht nur die menschliche Gesundheit schädigen können, sondern auch Vögel schreddern und nicht recycelbar sind, auch nicht. Herzliche Bitte: nicht so tun, als hätte man die Lösungen schon. Sondern helfen, ganz viele Wege offenzuhalten und ganz viele Möglichkeiten auszuprobieren.
    Und was Neuwahlen betrifft: in welcher Blase muss man leben, wenn man meint, wir bekämen danach eine bessere Regierung? Die Klimaprotestler glauben, hinter ihnen stünde eine Mehrheit der Bevölkerung. Dem ist aber leider nicht so. Stattdessen muss sich der Druck auf diese vorhandene Regierung erhöhen!

    Johanna

  • von Erika Gerlach

    Hallo Campact und Christoph,
    den Artikel finde ich sehr gut, besonders dass betont wird, dass Klimawandel und mehr soziale Gerechtigkeit im Kampf den wir führen, untrennbar und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Nur so können wir auch die Menschen mit ins Boot nehmen, die unter den sozialen Missständen in diesem Land leiden und sehr viel Angst und Ohnmacht verspüren
    im Bezug auf Ihre jetzige Situation und all den massiven Veränderungen die von uns jetzt mit großem Nachdruck gefordert werden.
    Neben den Politikern auf der einen Seite müssen wir uns aber auch um die Sorgen diese skeptischen Menschen kümmern, damit auch Sie ihr Angst verlieren und sie sich uns anschließen im Kampf um eine besser und gerechtere Welt und Zukunft.
    Danke für euere Arbeit
    Liebe Grüße
    Erika

  • von Ellen Morgenstern

    Kurzfristig kann man das (Bahn-)Schienennetz reaktivieren,es sind in den vergangenen Jahren rd. 5000 Schienenkilometer stillgelegt worden.Kurzfristig ist auch zu bewerkstelligen: endlich Tempolimit auf Autobahnen einführen,Flüge der Abgeordneten zwischen Bonn und Berlin einschränken,da gibt es andere Möglichkeiten.Übrigens fliegen Grünenwähler am häufigsten!Wasserstoff fördern statt Strom,E-Autos sind teuer und schädlich(sic)! S.andere Argumentationen dagegen.Solarstrom eher ausbauen als Windräder,diese in Wälder (wie hier in der Eifel) hinzupflanzen ist ökologischer Unsinn (s. Förster Wohlleben).Eher Ökolandwirte fördern als die Industriebetriebe in der Landwirtschaft.Gülle kann man bereits anders verarbeiten als sie ins Grundwasser einzubringen.-Leider kann man wohl auch die Milliarden Menschen weltweit nur oder hauptsächlich mit globaler Wirtschaft versorgen. – Man kann ganz viel schon JETZT machen,jede/r! Ich bin übrigens 75 Jahre und denke auch an meine Enkelkinder!

  • von Josef Müller

    Geld regiert die Welt ! Wann erkennen die Meschen (Söder „Wir sind die Erfinder des Klimaschutz“) wer benutzt wird für die Machenschaften
    der Kapitalisten ?

  • von Carl Krauch

    Hallo Ihr Lieben,
    bei einer solchen Dimension wie wir sie prognostiziert wird, reichen kleine Maßnahmen nicht aus.
    Die Systeme müssten grundlegend geändert werden und alle Nationen an einem Strang ziehen. Da es Regierungen gibt die den Nationalismus pflegen, was eine gemeinsame Vorgehensweise ausschließt und manche Nationen wie Russland sich mittelfristig im Vorteil sehen (Sibirien als künftige Kornkammer der Welt..?!) wird dies nicht gelingen.
    Zudem sind die ganz mächtigen Player wie Black Rock und die großen Sieben weit außerhalb unseres Wirkbereichs.

    Solange es die Menschheit nicht versteht, dass wir alle voneinander abhängig sind, werden wir es nicht schaffen.
    Die Natur und die indigenen Völker könnten uns Lehrmeister sein. Leider hat uns die Naturwissenschaften glauben lassen, dass der Mensch sich die Natur Untertan machen könne. Nun schlägt sie gnadenlos zurück.

    Als unverbesserlicher Optimist versuche ich trotzdem noch etwas zu tun. Wohl wissend, dass es zu spät ist

  • von Hartmut Wellmann

    Elektromobilität auf Basis von Akkus ist nur ein Export der Umweltverschmutzung, z.B. nach Südamerika. Das bringt nichts.
    An der Heckscheibe meines Autos klebt ein Schild
    ‚freiwillig
    Max. 120 km/h
    für unser Klima“
    Daran halte ich mich, es motiviert vielleicht andere und es löscht den Bedarf für immer stärkere Autos.

  • von Sabine Goltz

    Im Großen und Ganzen sieht das tatsächlich nach einem Plan aus. In einigen Bereichen würde ich allerdings noch nachbessern:
    Den öffentlichen Nahverkehr auch auf dem Land sollte dringend ausgebaut werden und deutlich preiswerter sein als Individualverkehr. Dabei sollte ein praktikabler Gepäcktransport im Auge behalten werden . Das halte ich für viel wichtiger, als auf Elektromobilität zu setzen. Der Ressourcenverbrauch für die vielen Batterien ist nicht akzeptabel.
    Derzeit wollen viele Landwirte umstellen. Der Markt für biologische Nahrungsmittel droht zusammenzubrechen, die Preise verfallen und die Vermarktungsstrukturen sind überfordert. Die Politik der Förderung und Anreize versagt also. Auch hier könnten meiner Meinung nach klare Verbote für sämtliche Mineraldünger und chemische Pflanzenschutzmittel viel weiter helfen. Damit wären die vielen fragwürdigen Kontrollen und Labels überflüssig, die allen Beteiligten Zeit, Geld und Nerven kosten

  • von Marianne

    Wir brauchen die Medien, wie Radio und Fernsehen, die ständig in irgendeiner Form auf die Notwendigkeit des Umweltschutzes aufmerksam machen müssen, mit guten Tipps für umweltfreundliches Verhalten und Fachbeiträgen. Das Thema muss überall present sein. Nur wenn die breite Masse davon überzeugt ist wie wichtig der Umweltschutz ist und eine Idee davon bekommt was getan werden kann, wird die Politik dazu bereit sein drastischer vorzugehen und die Wirtschaft mehr forschen und umweltfreundlichere Produkte anbieten. Die breite Masse muss Druck ausüben, also macht weiter so!

  • von Kati Fuchs

    Mich wundert doch sehr, dass die „ Nutztierhaltung“ immer noch nicht
    erwähnt wird!?
    Sie können kein Klimaaktivist sein, solange Sie tierische Produkte konsumieren. Abgesehen von der ethischen Frage, ist doch bekannt, dass der grosse Teil des CO2 Ausstosses durch die ( gequälten) Tiere der Massentierhaltg kommt. Das wäre so, als wollten Sie was gegen Lungenerkrankung tun, aber erwähnen nicht, dass Sie 3 Pck Zigaretten am Tag rauchen!
    So wird das nichts!

  • von Petra Zimmer-Bausch

    Wir werden keine Partei dazu kriegen, wirkliche Veränderungen voranzutreiben, denn die Wirtschaft ist stärker und die Industrie wird immer gewinnen. Die einzige Lösung sehe ich darin, dass jeder einzelne Bürger selbst etwas ändert. Und das ist unbequem! Weniger Autos kaufen, mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen, kein Plastik, sondern unverpackt kaufen, keine Billigklamotten mehr und Verzicht auf jegliche Massentierhaltung! Das erfordert Disziplin, Verzicht und eine hohe Bereitschaft, unsere Bequemlichkeit ein Stück weit aufzugeben. Nur wenn alle Menschen auf der Erde Verantwortung übernehmen, werden wir eine Veränderung erlangen, die den Planeten retten könnte.

  • von Frank

    Zuerst und vorab: wie soll jemand einen fundiert begründeten Kommentar schreiben können, wenn die Zeichenzahl für jeden Kommentar auf 1000 begrenzt ist? Das fördert nur dumme Verallgemeinerungen und behindert genaue, womöglich wissenschaftlich fundiert erläuternde Antworten!

    Und das angesichts der Tatsache, dass der Starttext nun nicht gerade kurz ist… ;-)
    Es ist eben so, dass bei diesem Thema oft lange Erklärungen nötig sind.

    Okay, man könnte auch mehrere Texte direkt nacheinander schreiben – aber das wird auch unterbunden, da der zuerst abgesendete ja erstmal „freigeschaltet“ werden muss.

    Also, wenn ich demnächst hier zur Sache schreibe, wird sich das auf mehrere Antworten verteilen müssen, die dann auch noch durch eine unbekannte Anzahl weiterer Kommentare jeweils getrennt sind.

    Aber ja, versuchen kann ich das ja mal, vielleicht versteht es ja irgend ein Leser trotzdem?

  • von Hans Markert

    Völlig absurd ist: Bei vielen Windkraftanlagen läuft die kostendeckende Vergütung des Stroms aus. Die Anlagen könnten weiterbetrieben werden, wenn durch den Strompreis mindestens die Betriebs- und Instandhaltungskosten gedeckt wären, was am freien Markt meist nicht der Fall ist. Die alten Anlagen müssen also abgerissen werden, wenn ein Repowering nicht in Frage kommt, und neue werden gebaut. Was für eine Vergeudung von Ressourcen!
    Hans Markert, Berlin

  • von Auchter Dr. Anneliese

    1.) Ablösung des Verkehrsministers, der fast jede sinnvolle Maßnahme zur CO2-Reduzierung im Sektor Verkehr blockiert.
    2.)Neuverhandlung des Klimapakets!

  • von Angelika Berns

    Moin, ich hatte gehofft, man könnte sich mit Anmerkungen direkt bei den jeweiligen Kommentaren einklinken, habe ich leider nicht geschafft. Deshalb auf diesem Weg eine Ergänzung zum Kommentar von Heike Huber: Die Idee finde ich auch toll, und die hatte schon ein gewisser Friedrich Schmidt-Bleek vom Wuppertal Institut im Jahr 1994 in seinem Buch „Wieviel Umwelt braucht der Mensch?“. Er hat damals eine Größenordnung genannt mips – material intensity per service-unit = das Maß für ökologisches Wirtschaften entwickelt. Damit könnte für jedes Produkt sein „ökologischen Rucksack“ ermittelt und eingepreist werden. Wenn dieses Denken seinerzeit Eingang in unser Wirtschaften gefunden hätte, stünden wir heute nicht vor diesen überbordenden Umwelt- und Klimaproblemen. So positiv ich die campact-Analyse sehe, eines fehlt – ohne Einschränkungen wird es nicht gehen, es gibt kein „grünes Wachstum“. Graeme Maxtons Buch „Change!“ unbedingt lesen (ist auf deutsch).

  • von wolfgang

    bin gerade in Ghana Westafrika zu einem aeztlichen Versorgungseinsatz. Ghana ist ein schoenes gruenes fruchtbares Land.
    Aber
    bei Accra ist der groesste elektronic Muellplatz der Welt. Plastikmuell ueberall kein Recycling. Es wird begonnen Palmtrees anzupflanzen und die traditionelle Mischkultur zu beseitigen. Es werden ueberall neue Tankstellen gebaut.

  • von Wolfgang Höll

    Die Armen dieses Landes müssen nach den Plänen der Politik in den sauren Apfel beissen. Sie werden verheizt. Wer kann sich exorbitante Strompreise leisten weit über 30 C/Kwh? Wer einen neue Heizung einbauen, Ölh. ausrangieren? Gash. jenseits von 25 Jahren nicht nachrüstbar. Grundrente ist nicht in Sicht. wie mit 330 Euro Rente/ Monat auskommen. Grundpreis auf Wasser, Strom, Gas, muss sich am Verbrauch orientieren wie Kfz Steuer am Verbrauch und Preis des KFZ. Kenne Leute die im letzten (milden)Winter einige Zeit nur 3°C in der Wohnung hatten oder auf der Straße lebten in steigender Zahl . Das juckt aber keinen Politiker. Öffentl. Verkehr muss für Arme bsd. Ältere gratis sein!Dafür tgl. viele Politiker Flüge zw. Berlin-Bonn und in mehreren Maschinen zu Tagungszielen auf der ganzen Welt verbieten. Abspecken der Parlamente auf 1/3 schnellstens, Anpassung der Diäten an Lohnentwicklung der Ärmsten im Land.

  • von Edeltraut Müller

    Guten Tag Herr Bautz,
    danke für die ausführlichen Argumente zum Klimaschutz. Allerdings vermisse ich das Thema „Bahn“, die dem BUND gehört. Wären nicht ca. 5000 km Bahnstrecken in den letzten Jahrzehnen stillgelegt worden, hätten wir weniger Emissionen. LKWs verursachen nicht nur erhebliche Umweltverschmutzung sondern beschädigen auch die Autobahnen und Brücken, die dafür nicht ausgelegt sind. Natürlich sind an dieser Situation auch Unternehmen, die kaum noch Lagerhaltung haben, schuldig. Offenlichtlich geht es in der heutigen Gesellschaft nur noch um Provit. In den 60jahren hatten noch viele Unternehmen noch einen Gleisanschluss.

    Wieviel Diesel-Lkws sind beim Bau von S21, die die Luft in Stuttgart verpesten, im Einsatz?
    Jeder, der versucht auf den ÖPNV umzusteigen und dann total überfüllte Bahnen und auch zu hohe Fahrkosten erlebt, wird sicher wieder aufs Auto umsteigen. Wann können wir vom Grünen OB sowie MP in BW hier endlich Verbesserungen erwarten? Ob ich das noch erlebe?

  • von Udo Wolf

    Insgesamt schon mal super.

    Die gesteckten Zeitlimits für Heizungen, KOhle usw. sind fast noch zu locker, es müsste eigentlich eine Sicherheitsreserve von 1 bis 3 Jahren in die Berechnungen einfließen, um die 1.5 K wirklich zu halten.

    Die poitischen Ideen sind super.

    Ich würde mir noch wünschen, die GEsamtanalyse von Fabian Scheidler im Buch „Chaos“ mit ins Kalkül zu nehmen.

    Erst mal soweit, Grüße

    Udo Wolf

  • von Klaus Steffan

    Eure Gedanken und Vorschläge sind richtig, ob sie eine Wende bringen ???
    – Die SPD hat leider ihre Daseinsberechtigung längst verspielt.
    – So lange „das Wachstum“ angebetet wird, sind alle Maßnahmen zum Klimaschutz vergebens
    und die sozialen Unterschiede wachsen weiter .
    – Was wird eigentlich in den Hochschulen für BWL gelehrt ?
    Kann man sich dort eine Wirtschaft ohne Wachstum überhaupt vorstellen ?

  • von Marita Konopka

    Warum nur auf die SPD abzielen ???
    Die CDU verhindert doch alles, das weiß doch jeder !!!

  • von Kerstin L

    Es gab schon einmal ein Land, da waren kurze Wege zur Arbeit, Schule, Arzt, Garten, Kultur usw. Staatspolitik. Das Verkehrssystem war optimal ausgebaut. Fahrpreise waren für niemand ein Thema. Darüber wird aber kaum gesprochen, wenn dann nur abfällig.

  • von Alfons Bürgler

    Ich hörte und habe gelesen, dass der Klimawandel, wenn 5G überall eingeführt wird, durch die enorme Strahlenbelastung noch viel schneller vor sich geht. Da müsste die Klimaschutz-Bewegung auch aktiv gegen 5G vorgehen.

  • Ohne friedliche Zivilungehorsamkeit, wie bei Extinction Rebellion können wir das Ganze vergessen. Das System ist so tief verankert, es schlafen noch zu viele Menschen, dass es unmöglich ist, was fundamentales zu bewirken. Jetzt ist die Zeit. Rebellt gegen die Macht von Großkonzernen über Weltschätzen, über das Gier und Apathie. Wir müssen neben Vorantreiben von erneubaren Energien Massentierhaltung abschaffen und ein eher pflanzliche, BIO-Landwirtschaft erzeugen. Wir haben nur noch 6-10 Jahren, bis es zu spät ist, diesen Wandel zu schaffen. Um dies zu schaffen sollte man auf jeden Fall auch selbst Vorbild sein. Bei Ernährung ist es kritisch – wir brauchen dringend die Mitigation durch zurückgewonnenem Land von der Nutztierindustrie, das Stoppen weiterer Tiere in der Massentierhaltung, künstlich zu befrüchten aber das geht nur, wenn genug mitmachen und unbequeme Dialoge und Aktivismus machen. CO2-Steuer, ja, Fleischsteuer – nein – da es weiteres enorme Leid der Tiere erlaubt. Krank!

  • von Lutz Neubauer, Dr. med

    Vieles kann ich unterstützen. Aber es reicht nicht. Es stimmt, dass die GroKo es nicht schafft, dass hinzubekommen, was viele von uns wollen, es stimmt auch, dass es die Reichen nicht trifft, was die GroKo im „Klimaschutzpaket“ vereinbart hat. Aber auch Campact bleibt bei zwei Fragen lahm:
    1. Der Raubbaukapitalismus muss bekämpft werden und dabei gilt die Kritik nicht nur dem Raubbau, sondern auch der Auffassung die meint, dass Kapitalismus ohne Raubbau überhaupt möglich sei.
    2. Sind die Ansprüche der Spezies Mensch an die Erde nicht das Hauptproblem, sind sie gerechtfertigt und warum werden sie nicht in Frage gestellt? Und damit bin ich als GRÜNER nach nunmehr vierzig Jahren wieder einsam!
    Gruß Lutz Neubauer

  • von Anne Redelberger

    Hallo campact,
    Ich finde euren Plan spitze! Ihr habt ein klares und der Dringlichkeit der Situation angemessenes Konzept, wie die riesige Herausforderung Klimaschutz sofort und wirksam angegangen werden kann. Ihr denkt dabei ganzheitlich, soziale Aspekte berücksichtigt ihr dabei genauso wie letztendlich den Vorteil klarer Regeln für die Industrie. Ihr möchtet die Chancen ergreifen, die sich Deutschland durch eine zukunftsgerichtete Aufstellung bieten.
    Als zweifache Mutter bin ich in letzter Zeit zunehmend verzweifelt, da wir der bereits stattfindenden Klimakatastrophe quasi nicht begegnen.
    Euer Vorstoß tut hier verdammt gut, ich werde ihn mittragen und leben!
    Herzlichen Dank für euer Engagement und die „Lobbyarbeit für die Menschen“!!!!!

  • von Wolfgang Höll

    Die Armen dieses Landes müssen nach den Plänen der Politik in den sauren Apfel beissen. Wer kann sich exorbitante Strompreise leisten weit über 30 C/Kwh? Wer einen neue Heizung einbauen, Ölh. ausrangiert, Gash. jenseits von 25 Jahren nicht nachrüstbar. Grundrente ist nicht in Sicht. Ich habe 333 Euro Rente/ Monat; Grundpreis auf Wasser, Strom, Gas, egal wieviel man verbraucht. Im letzten (milden)Winter hatte ich einige Zeit nur 3°C in der Wohnung. Das juckte aber keinen Politiker. Als ich 2013-2015 einen älteren dementen Mann betreute verlangte ich von der Postbeamtenkrankenkasse des Mannes eine Bezahlung meiner Tätigkeit ca 1-2 Std. tgl. Das wurde abgelehnt ebenso von dem Sozial -und Landessozialgericht. Nun soll ich Gerichtskosten über 1100 Euro zahlen. Fahre nur Rad mit fast 68 J. öffentl. Verkehr muss für Arme bsd. Ältere gratis sein!Dafür ständig Politiker Flüge zw. Berlin-Bonn in mehreren Maschinen zu Tagungszielen auf der ganzen Welt.Abspecken der Parlamente auf 1/3 schnell

  • Keine Ahnung, wer hier WEM in die „Suppe“ spuckt, Fakt ist, das ab gewissen Grenzen tatsächlich die ALTEN Gleichgewichte zusammen brechen, wenn da keine „Anpassungen“ vor genommen werden.

    DOCH: Man sollte sich fragen, WER denn „zuerst“ damit beginnen muss, damit es sich auch „fortsetzt“ und auch jeden einzelnen Bürger erreicht und motiviert, SEINEN Teil dazu bei zu tragen.

    Denn zuerst mal ist die Frage, wer PRODUZIERT denn erst mal all den Abfall, den der kleine Kunde dann letztlich seinerseits oft gedankenlos dem „Wind“ überlässt?
    Dann sollte man sich fragen, wieso all die Produkte immer schwerer zu recyceln sind, weil immer mehr Komponenten FEST miteinander „verbaut“ werden..

    Und drittens sollte man sich fragen, wieso es keine GENERELLEN Rücknahme-Kreisläufe gibt, die durchaus allesamt über ein PFAND geregelt werden könnten..

    Man könnte ALLES regeln, doch irgend jemand muss mit gutem Beispiel VORAN gehen

  • von Erich Maydl

    Ich bin enttäuscht, dass das wirksamste Mittel zur CO2-Reduzierung, nämlich ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen, überhaupt nicht erwähnt ist. Offensichtlich traut sich da niemand richtig ran. Was dem Amerikaner sein Colt, ist dem Deutschen seine „freie Fahrt für freie Bürger“.
    Erich M.

  • von Daniel Kruse

    Hallo Campact mit politisch-positiven Grüßen heute aus Österreich ;-) Danke für die klaren Worte! Ich denke auch das Neuwahlen jetzt die absolut richtige Forderung sind. Danke auch für euer „Bekenntnis“ zu den Grünen (mit Nachbesserungsbedarf), denn wir müssen die Dinge jetzt auch als Zivilgesellschaft beim Namen nennen. Diese Bewegung darf nie wieder verpuffen bevor wir konsequent umgesetzte Politik sehen. Danke, dass ihr das zu großen Teilen organisiert gegen die Verharrungskräfte da draußen – nun sind wir nicht mehr ruhigzustellen!

  • von Angelika Berns

    Ich fände es gut, wenn man zu bereits geschriebenen Kommentaren etwas schreiben könnte. Habe auf Antwort schreiben geklickt, um zu einem Kommentar etwas zu ergänzen, aber leider scheint die Sache nicht zu funktionieren.

  • von Jürgen Kosel

    Auf der einen Seite ist die junge Generation, die sich meiner Meinung nach, zu Recht darüber erbost, dass die vorangegangenen Generationen auf Kosten der Lebensgrundlage nachfolgender Generationen gelebt haben. Auf der anderen Seite haben wir die ewig gestrigen, die genau damit weiter machen wollen. Und dazwischen haben wir die „große“ Koalition, die es beiden Seiten recht machen will, aber sich dadurch faktisch auf die Seite der ewig gestrigen stellt.

  • Die Industrie muss viel viel viel mehr eingebunden werden da kann man sehr viel Co2 o.ä einsparen .

  • von C. Land

    Ich habe ein Problem mit dem Ruf nach Verboten und dem DuDuDu das darfst du nicht. Ein“Verbot“ kann man auch mit Fakten erreichen. Z. Bsp. In 2020 darf eine Heizung durch Herstellung und Betrieb nicht mehr als… klimaschädliche Stoffe erzeugen. Meist können Experten konkrete Werte sauber benennen. Der Weg bliebe offen und ermöglicht neue technische Innovation. Wenn man diese Art der Lenkung benutzt würden viele Detaildiskussionen verhindern und Lücken und Ausnahmen nicht zugelassen.
    Bei den Parteien und Ministerien müssen Einflüsse durch Lobbyisten weiter eingeschränkt werden. (Mein anderes Sorgen-Thema z. Zt. Der derzeitige Ablauf der geplanten Erdgasförderung vor Borkum)

    Vielleicht fördert die klare Benennung von realistischen Grenzwerten durch Fachleute und Formulierung in Gesetzesvorschlägen zur Versachlichung der politischen Machtspielchen. Die soziale Komponente einer CO2 Steuer bringt auch Protestwählern dazu, dass mutige Parteien gewählt werden. 90% Zustimmung für Euch.

  • von Volker Dudda

    Auch hier lese ich oft: Elektroantrieb, Wasserstofftechnologie, Ladeinfrastruktur usw. Was nützt das dem Klima, solange die Energie zur Erzeugung von Strom, Wasserstoff oder auch synthetischem Flugbenzin aus Braunkohle gewonnen wird? Hier soll das Pferd von hinten aufgezäumt werden!
    Zuerst brauchen wir 100% erneuerbare Energien, also hier zu Lande einen massiven Ausbau der Windenergie, Solaranlagen auf jeder Dachfläche, die mehr nach Süden als nach Norden zeigt. Und in Südeuropa, Nordafrika und Arabien sind solarthermische Kraftwerke nötig, deren Strom dort in Wasserstoff oder erdgasähnliches Gas umgewandelt wird. Dann kaufen wir erneuerbare Kraftstoffe statt fossilem Öl.
    Wenn so etwas funktioniert, kann man das dem chinesischen Präsidenten viel leichter erklären als z. B. die Sache mit der Meinungsfreiheit.

  • von Romana Görlich

    Ich habe nicht den Eindruck, dass hier, wo ich lebe (Ostsachsen), die Mehrheit hinter diesen Forderungen steht. Vor ein paar Tagen gab es in der Sächsichen Zeitung eine Umfrage zu den Themen, die für meine Mitbürger am wichtigsten sind. Klimaschutz lag mit 5,2 % ziemlich weit hinten. Ich glaube, vielen „Normalbürgern“ ist die Dringlichkeit dieses Problems noch gar nicht so richtig bewusst. Verdrängungsmechanismen funktionieren bei vielen Menschen offenbar sehr gut. Deshalb ist in meinen Augen eine offensive Informationspolitik, die alle Kanäle nutzt und über die zu erwartenden Folgen des Klimawandels eindringlich und unüberhörbar informiert, unbedingt notwendig!!! Dann wird sich vielleicht auch das Wahlverhalten vieler Leute ändern.

  • Eine ganz kleine kritische Bemerkung: Die Einschätzung es vorgeschlagenen CO2-Preises nur über die Kostensteigerung für Benzin ist nicht hinreichend. 10 Euro pro Tonne CO2 für einen Liter Benzin bedeuten tatsächlich nur Mehrkosten von 3 Cent im Jahr 2021 bzw. 10 € Mehrkosten für 7.032 km bei einem Verbrauch von 6 l/100 km. Für einen durchschnittlichen Heizölverbrauch von 2.000 Litern/Jahr führen die 10 € aber zu einer Kostenerhöhung von rd. 63 € im Jahr. Der von Wissenschaftlern vorgeschlagene Preis von anfangs 50 € hätte zu einem Plus in 2021 von 317 € geführt. Mit meiner Ausführung will ich nur sagen: Der CO2-Preis muss differenzierter betrachtet, vor allem differenzierter gestaltet werden.

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Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Nach dem Studium baute er Attac-Deutschland mit auf und koordinierte die Öffentlichkeitsarbeit. Er gründete gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand.